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Stromzuführung für elektrische Fahrzeuge. Die Erfindung betrifft die
Stromzuführung für elektrische Fahrzeuge, und zwar vor allem jener Art, bei der
der Strom von den Leitungen mittels :eines auf den Drähten fahrenden Kontaktwagens
abgenommen wird und das Fahrzeug nicht auf Schienen fährt, d. h. eine gleislose
Anlage. Es können aber die verschiedenen Einrichtungen zum größten Teile auch bei
anderen Systemen zur Anwendung gelangen.
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Der Beschreibung und den Zeichnungen ist ein Drehstrombetrieb, zugrunde
gelegt, da dabei in der Regel die schwierigsten Ausführungsformen auftreten.
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In den Abb. r bis 6 ist .eine beispielsweise Ausführungsform eines
erfindungsgemäß ausgebildeten Formstückes und die Art seiner Anbringung dargestellt.
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Die drei Fahrdrahtleitungen des Drehstromrnetzes sind mit r, 2, 3
bezeichnet. Am Mast 4 ist der Träger 5 befestigt, der die Isolatoren 6 trägt; in
diesen sind! die Stützen 7 für die Fahr,d'rahtleitung angeordnet. Auf den zu einem
Fahrdraht gehörigen Stützen ist ein Formstück 8 aufgesetzt, das so geformt ist,
daß es in dem. Winkelpunkte einen Ü:bergangsb:ogen zwischen den beiden hier zusammenstoßenden
geraden Leitungsstrecken bildet. Der Krümmüngshalbmesser dieser Formstücke .kann
sehr klein gehalten werden; es kann das Kurvenstück mit einem Krürnmungshalbmesser
von beispielsweise r m ausgeführt werden, ohne da& bei der gebräuch= liehen
Höchstgeschwindigkeit solcher Fahrzeuge Mißstände auftreten. Das Formstück ist bei
der Ausführungsfarm gemäß Abb.4 so U-förmig im Querschnitt ausgestaltet, daß es
über die freien Enden der Stützen 7 geschoben werden kann. Der Fahrdraht wird zuerst
auf die Stützen oder in das Formstück eingelegt, so daß nach Aufsetzen des. Formstückes
der Fahrdraht zwischen den oberen Enden der Stützen und dem Stege 8' des Formstückes
liegt. In dieser Stellung erfolgt die Verbindung des aufgesetzten Formstückes mit
den zugehörigen Stützen beispielsweise mittels Nieten g. Der Fahrdraht kann sich
in der durch das, Formstück .und die Stütze gebildeten Rinne der Länge nach verschieben,
so daß' das Spannen des Fahrdrahtes ermäglicht ist. Das Formstück ist .an den freien
Enden der Schenkel mit Versteifungsflanschen ausgestattet, die zur Versteifung der
gekrümmten Form dienen. Da die Kontaktrolle den Steg 8' befährt, können diese Flanschen
vollkomvmen entsprechend den Festigkeitsanforderungen ausgestaltet werden, ohne
daß hierbei Rücksicht auf die Bildung einer rler Rolle angepaßten Fahrbahn genommen
werden müßte. Das obere Ende der Stützen im Formstück ist zweckmäßig bei ro plattenförmig
in der Längsrichtung des Formstückes verbreitert (Abb. z) und wirkt in folgender
Weise: Wenn aus i@gendeinern Grunde das
Formstück in der Drahtrichtung
zu wandern sucht, so würde dies zu einer Verdrehung der Stützen 7 des Formstückes
in ihren Isolatoren führen, und damit könnte sich das Formstück 8 den Isolatoren
derart nähern, daß der Isolatorkörper teilweise in die Bahn des Kontaktorgans käme
und es so an der Fortbelvegung behindern würde. Die plattenförmige Verbreiterung
der Stützenenden verhindert dies nun und hält daher das Formstück auch bei achsialer
Beanspruchung in der richtigen Lage zu den Isolatoren.
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Wie Abb. i zeigt, ist das Formstück auch in der senkrechten Fläche
gekrümmt, wodurch ein sanfter Übergang von einem Fahrdrahtstück auf das nächste
im Aufhängungspunkte erzielt wird. Zweckmäßig ist über jedem Formstüok eine Leitschiene
i i derart angebracht, daß der Stromabnehmer bei seiner Bewegung über den Aufhängungspunkt
den Fahrdraht nicht verlassen kann.
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Die Krümmung des Formstückes kann in beiden Richtungen (in der senkrechten
und in der wagerechten Ebene) nach einem Kreisbogen gebildet oder aus einzelnen
Kreisstücken zusammengesetzt sein. Die Zahl der Stützen ist natürlich entsprechend
der Belastung zu wählen; die Maste können beliebig ausgebaut sein.
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Um den Übergang des Kontaktorgans vorn Leitungsdraht auf das zugehörige
Formstück stoßfrei zu ermöglichen, wird zweckmäßig an beiden Enden jedes Formstückes
je ein Ansatz (Tragnase) i2 (Abb. i)- befestigt. Dieser besteht aus einer Platte
13 (Abb. 5 und 6) und einem Schenkel 14, der mit seiner zweckmäßig demLei-tungsdrahte
entsprechend ausgerundeten Spitze über das Ende des Formstückes in dessen Längsrichtung
hinausragt. Außerdem verstärkt sich, wie aus Abb. 6 ersichtlich, der Schenkel 14
des Ansatzes von seiner Spitze gegen die Platte bis fast zur Breite des Formstückes
selbst und schließt an dieser Stelle an das Formstückende an. Nachdem der Leitungsdraht
gespannt ist, werden diese Ansätze an den Formstücken beispielsweise durch Nieten
befestigt. Der Leitungsdraht wird dabei durch die Spitze des Ansatzes, wie Abb.
5 deutlich zeigt, unmittelbar vor seinem Eintritt in das Formstück nach oben gedrückt,
und zwar in solchem Maße, daß seine obere Kante praktisch in der Höhe der Formstüekoberkante
liegt. Hierdurch wird erreicht, daß das auf dein Leitungsdraht laufende Kontaktorgan
stoßfrei vom Draht auf das Formstück gelangt, da das Kontaktorgan infolge der Trägheit
den Raum zwischen der Knickstelle des Drahtes und dem. Formstück überfliegt. Durch
die seitliche Verstärkung des Ansatzes erhalten die seitlichen Führungsteile des
Kontaktorgans selbst Führung; es wird so die stoßfreie Überleitung vorn schwachen
Leitungsdraht -auf das breitere Formstück erzielt; dies kommt sowohl bei Kontaktrillenrädern
als auch bei Verwendung von Kontaktorganen mit besonderen Seitenrollen
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(Abb. 7) wesentlich in Betracht.
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Die dargestellte Ausführungsform hat den Vorteil leichter Herstellbarkeit
der Formstücke durch Gießen oder Pressen und einfacher Verbindung bei festem Sitze
auf den Stützen. Der Fahrdraht wird beim Verlegen und beim Betrieb vor Verletzungen
geschützt, da alle scharfen Abbiegungen vermieden sind. Durch die Verwendung solcher
Formstücke entfällt die Notwendigkeit der Verspannung des Fahrdrahtes. Hierdurch
wird eine erhebliche Zahl von Hilfsmasten oder Tragarmen erspart; die Spanndrähte
selbst entfallen vollständig, die Montierung wird wesentlich vereinfacht und das
Straßenprofil verbleibt frei. Insbesondere für schienenlose Bahnen spielt dies eine
bedeutende Rolle. Die Verwendung der Formstücke ist hier nur bei Stromzuführungen
mit oben auf demLeitungsdraht laufendem Kontaktorgan dargestellt, ohne jedoch hierauf
:beschränkt zu sein. Auch die Anzahl der Luftleiter ist nicht wesentlich. Die Formstücke
können, wie dies -bei der dargestellten Ausführungsform der Fall ist, selbst einen
Teil der Leitung bilden, sie können aber auch den Leitungsdraht nur tragen, so daß
in letzterem Falle der Stromabnehmer nicht das Formstück selbst, sondern den Leitungsdraht
befährt. Die Formstücke können auch mittels Verspannung aufgehängt werden. Ein wesentlicher
Vorteil der Verwendung solcher Formstücke liegt aber darin, daß in den Winkelpunkten
die gebräuchliche Verspannung vollkommen entfallen kann durch Befestigung der Formstücke
an entsprechenden Mastkonstruktionen. Fällt der Schnittpunkt der aneinanderschließenden
Fahrbahnrichtungen nicht wesentlich landeinwärts, so kann der Winkelpunkt bei beliebig
großem Winkel (selbst bei einer Kehre) mit einem. einzigen Formstück überbrückt
werden, d. h. also auch mit einer einzigen Mastkonstruktion.
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Eine beispielsweise Ausgestaltung der Stromzuführung in Abzweigstellen
u. dgl. ist in den Abb.8 bis 1q. dargestellt, und zwar zeigt Ab-b. 8 eine Abzweigung
im Grundriß, Abib. 9 die entsprechende Weiche irrt Aufriß und Abb. io .eine Weichenzunge
in Seitenansicht; Abb-. i i zeigt das Gesamtbild der Anlage. In Abb. i2 ist ein
Hauptmast mit einem, Tragarm: in Seitenansicht dargestellt. Die Abb. 13, 1q. zeigen
eine Ausweichstelle (der Einfachheit halber ist nur ein Leitungsdraht gezeichnet),
die Abb. i5, 16 und 17 die
Führung im Bogen bzw. eine Kreuzungsstelle
und Ab#b. 18 eine Ausführungsform des Leitungsdrahtes im Querschnitt.
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Als Stromaib.nehmer ist ein Kontaktwagen vorausgesetzt, dessen Polwägelchen,
die auf den Drähten laufen, mit einem zweiten Satze Kontaktrollen in Parallelspur
ausgestattet sind.
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Die durchgehenden Leitungen sind, mit i, 2, 3, die Abzweigleitungen
.mit i', 2', 3' bezeichnet. Die ganze @,#Teicheneinrichtung wird von einem Maste
(z. B. Doppelmaste) .4 getragen, der bei der dargestellten Ausführungsform zwei
Tragarme 6o, 6o' besitzt, von welchen der Tragarm 6o in Verbindung mit dem zugehörigen
Maste in Abb. 12 in Seitenansicht dargestellt ist. Die durchlaufenden Leitungen
sind am Maste 4 befestigt und liegen in der Weiche wagerecht bzw. parallel zur Straßenoberfläche.
Der Tragarm 6o trägt die Formstücke 8 (s. auch Abb. :z), mit denen die Enden der
Leitungen i', 2', 3' verbunden sind. Arn anderen Ende jedes Formstückes ist bei
61 (Abb. 8) je eine Zunge 62 gelenkig befestigt, so daß die Zungen in der senkrechten
Ebene verschwenkt werden können. In ihrer Tiefstellung liegen ihre freien Enden
tiefer als der benachbarte Teil des zugehörigen durchgehenden Leitungsdrahtes (in
Abb.9 in vollen Linien dargestellt), in der hochgeschwenkten Lage hingegen (in Abb!.
9 in gestrichelten Linien dargestellt) ist der senkrechte Abstand a zwischen zusammengehörigen
Leitern der Haupt- und Zweigleitung genügend groß; um die Kontakträder des Stromabnehmers
ungehindert durchzulassen.
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Werden die Zungen übergewichtig ausgeführt, so arbeitet die Weiche
in folgender Weise-Kommt ein Fahrzeug 63 längs der Hauptleitung von links (Abb-.
ii), so. laufen die Kontakträder der zweiten Spur des Kontaktwagens, die außer Funktion
waren, auf die Zungen 62 auf und heben während des Durchlaufens der Zungen den ganzen
Stromabnehmer so weit (Strecke b in Abb. 9), daß die bisher auf lern Hauptleitungen
arbeitenden Kontakträder der ersten Spur aus der Hauptleitung gehoben und frei werden.
Der ganze Kontaktwagen gelangt daher selbsttätig auf die Zweigstrecke (Nebenfahrbahn).
Kommt hingegen ein Fahrzeug 64 auf der Zweigstrecke gegen die Weiche, so vollzieht
sich umgekehrt vollkommen selbsttätig der Übergang des Kontaktwagens auf die Hauptleitung.
Fährt anderseits ein Fahrzeug 65 auf der Hauptstrecke von rechts (Abb. i i) gegen
die Weiche, so unterfahren -die Kontakträder der zweiten leerhängenden Spur die
Zungen, 62 und schwenken sie dabei empor, so daß der Kontaktwagen dieses Fahrzeuges
ungestört auf der Hauptleitung bleibt. Nach der Durchfahrt stellen sich die übergewichtigen
Zungen wieder selbsttätig in die in vollen Linien (Abb, 9) dargestellte Lage ein.
Die Zungen 62 sind, wie besonders Abb. ro zeigt, derart mit Anlaufflächen 62' bz-w.
62" versehen, daß die Betätigung der Zungen durch die Kontakträder des, Stromabnehmers
ohne Stoß erfolgt.
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Die beschriebene Weichenanlage erfordert daher eine besondere Einstellung
von außen nur dann, wenn ein Fahrzeug, das von links (Abb. i i) kommt, längs der
Hauptleitung weiterfahren soll. Diese Einstellung (Wechsel der Grundstellung der
Zungen) kann mechanisch dadurch erfolgen, d.aß eine entsprechend' mit den Zungen
verbundene Stellvorrichtung am Maste angebracht wird, - die von Hand aus betätigt
wird, oder es, kann die Einstellung auf elektrischem Wege vom Fahrzeug aus erfolgen.
Dies kann in irgendeiner Weise dadurch erfolgen, daß bei der Durchfahrt auf der
Hauptstrecke -furch Einstellung eines Schalters am Fahrzeug vor der Weiche der Stromkreis
(beispielsweise durch einen Kontakt des Stromabnehmers) einer Zweigleitung geschlossen
wird, die eine Einrichtung speist, die im stromdurchflossenen Zustande die Zungen
62 emporschwenkt und in ,dieser Lage festhält. Hat das: Fahrzeug die Weiche durchfahren,
so wird die Stellvorrichtung stromlos und läßt die Zungen wieder in Norma:Tstellung
sinken. Mit den Zungen oder der Stellvorrichtung kann eine befeuchtete Anzeigeeinrichtung
verbunden sein, die genügend weit sichtbar dem. Wagenführer stets die Stellung der
Weiche zeigt, um den Folgen aller Zufälle durch Versagen der Weiche vorzubeugen.
In der Abb. 12 ist auch schematisch eine Einrichtung dargestellt, die zür Detätigung
einer Weiche von Hand aus dient und mit einer Anzeigevorrichtung verbunden ist.
Der Träger 66 der Zungen der Abzweigleitung ist im Tragarmi 6o der Höhe nach einstellbar
angeordnet. Die Einstellung erfolgt durch Betätigung des Seiles 67, das mit dem
Träger 66 verbunden ist. Das Gewicht des Trägers- ist durch das Gegengewicht 68
ausgeglichen, und zwar nur zum. Teile oder übermäßig, je nachdem der Träger 66 sich
normal in der Hoch- oder Tiefstellung befinden soll. Dementsprechend m!uß natürlich
auch die Verbindung des Seiles 67 mit dem Träger 66 durchgeführt sein. Das Gegengewicht
69 gleicht das Gewicht des Seiles 67 aus. Ein Zeiger 70 ist mit dem Träger
derart, beispielsweise mittels eines Gabelhebels 71, verbunden, daß er bei Hoch-
oder Tiefstellung des Trägers 66, d. h. bei Abschaltung .oder Einschaltung der Zweigstrecke,
deutlich
die Einstellung zeigt. In der Abb. 12 ist der Zeiger in der anderen Stellung in
gebrochenen Linien dargestellt.
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Es kann natürlich die Weiche auch so ausgeführt werden, daß sie selbsttätig
die Fahrt auf der Hauptstrecke von links nach rechts der Abb. i i gestattet und
für die Überleitung auf die Zweigstrecke Einstellung erfordert. Dies kann dadurch
erzielt werden, daß die Zungen derart entlastet werden, daß sie sich normal in der
in Abb.9 in gestrichelten Linien dargestellten zweiten Grundstellung (emporgeschwenkt)
befinden.
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Die ganze Weiche hat auch den besonderen Vorteil, daß sie keine Stellung
einnehmen kann, in welcher in irgendeiner Fahrtrichtung die Leitungsdrähte so unterbrochen
sind, daß der Kontaktwagen bei Fehleinstellung herabstürzen kann. Es verliert der
Kontaktwagen bei dieser Weiche niemals seine Führung auf den Leitungsdrähten.
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Der Mast und die Träger können natürlich verschieden ausgebildet sein.
Es kann beispielsweise der Doppelmast so gestellt werden, d'aß die beiden Einzelmaste
parallel neben der Hauptleitung stehen, so daß die Spannweite des zweiten Tragarmes
6o' verringert wird. Es können auch drei Tragarme angebracht werden, -,vobei der
dritte den linksseitigen Teil: 71 (Abb. 8) der Hauptleitung in der Weiche trägt.
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Zweckmäßig wird, wie die Abb. 8, 11, 14 zeigen, der die Weiche tragende
Tragarm 6o und der Mast 4 derart im Winkel zur Hauptfahrbahn 1, 2, 3 aufgestellt,
daß die Ebene (Mast-Tragarm) im wesentlichen in die Richtung der Nebenfahrbahn fällt.
Dadurch wird die Beanspruchung des Mastes auf Verdrehung durch den Drahtzug der
Nebenleitung wesentlich verkleinert bzw. ganz ausgeschlossen.
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In der Abb..8 ist überdies beispielsweise eine Aufhängung der Weiche
dargestellt, bei der das eine Ende 71 der Hauptstreckenweiche quer zur Strecke verstellt
werden kann. Das linksseitige Ende des Trägers 5 ist nämlich mittels eines Spannarmes
72 einstellbar mit dem Maste 4 verbunden. Wird die Länge des Spannarmes verändert,
so wird das Ende 71 des Trägers 5 in der Papierebene verschwenkt. Dabei erfolgt
eine Änderung der Entfernung c vorn entsprechenden Teil der Zweigstrecke, d. h.
eine Einstellung der Spurweite am Weichenende. Es kann so nach Montierung eine genaue
Einstellung durchgeführt oder eine gegebenenfalls beimn Betriebe eingetretene Änderung
rückgängig gemacht werden. Sind die einander entsprechenden Enden der Haupt und
Zweigstrecke in einem gemeinsamen Träger angebracht, beispielsweise einem starren
Bogen, so entfällt die Notwendigkeit -der Verwendung einer Stellvorrichtung.
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Bei Bogenführungen (Abb. 15) erfolgt die Verlegung der Leitung zweckmäßig
derart, daß an der bezüglich des Bogens innen liegenden Straßenseite ein Tragarm'
74 (entsprechend Tragarm 6o der Abb. 12) angeordnet wird', der die Fahrdrähte des
Kontaktwagens trägt. Hierdurch wird erzielt, daß das Fahrzeug im Bogen freieste
Beweglichkeit hat, ohne in solche Stellungen gelangen zu können, in welchen die
Zugwirkung am Kontaktwagen ungünstig angreift bzw. in der Fahrtrichtung des Kontaktwagens
keine genügend große Komponente besitzt (tote Räume des Bogens).
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:Die Abb. 13 und 14 zeigen in schematischemn Bilde die Anlage einer
Ausweichstelle im. Auf- und Grundriß. Es ist der Einfachheit der Darstellung halber
nur je ein einziger Leitungsdraht für die Haupt- und Nebenstrecke abgebildet. An
den Abzweigungen der Ausweichstelle gehen die Endstücke der Zweigleitung 75 in Zungen
62 über, -die bei 61 gelenkig in den Trägern der Weichen angeordnet sind. Unter
der Annahme der Verwendung eines Kontaktwagens mit einem zweiten Satz von Kontaktorganen
in Parallelspur liegen die beweglichen Zungen in Spurweite neben den zugehörigen
unbeweglichen Weichenstücken 76 der Hauptleitung. Die eine Zunge 62 (Abb. 13 rechts)
nimmt unter der Wirkung ihres Gewichtes normal jene Stellung ein, bei der die Zungenspitze
tiefer liegt als der entsprechende Teil der Hauptleitung; die andere Zunge 62 (Abb.
13 links) ist so ausbalanciert, daß sie sich gewöhnlich in der Hochstellung befindet.
Durch die verschiedenen Ga@vichte 77 und 78 ist die unterschiedliche Art der Belastung
(Ausbalanoierung) der Zungen 62 angedeutet. Die Nebenleitung 75 liegt höher als
die Hauptleitung, und zwar um, eine solche Strecke, daß beim Auffahren eines Kontaktwagens
auf die Zunge 62 (Abbb. 13 rechts) die Kontaktorgane der anderen Spur des Kontaktwagens
sicher aus der Hauptleitung gehoben werden. Vom Kontaktwagen sind in Abb. 13 nur
schematisch die Kontakträder dargestellt.
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Die beschriebene Einrichtung arbeitet in der folgenden Weise: Fährt
ein Wagen auf der Hauptstrecke von links (Abb. 13, 14) ein, so bewegt sich der Kontaktwagen
ungehindert unter der Zunge 62 durch (s. Abb. 13 links), auf der Hauptleitung weiter,
unterfährt die Zunge 62 (Abb. 13, rechts) und hebt sie dabei an. Der Kontaktwagen
fährt also auf der Hauptleitung ungestört weiter, und die letzterwähnte Zunge 62
sinkt hinter dem durchlaufendm Kpntaktwagen
wieder selbsttätig in
die in Abb: 13 gezeichnete Lage. Kommt ein Wagen auf der Hauptstrecke von rechts,
so gelangt die zweite Spur seines Kontaktwagens auf die Zunge 62 (Abb. 13 rechts)
und läuft längs derselben auf die Nebenleitung 75; dabei wurden die Kontaktorgane
der ersten Spur aus der Haupt'l'eitung ausgehoben. Gelangt der Kontaktwagen dann
auf die andere Zunge 62, so verschwenkt sich diese infolge der Belastung in die
Schräglage (wie die Zunge 62 rechts in Abb. r3), und es gelangen dadurch die Kontaktorgane
der ersten Spur des Kontaktwagens wieder in Eingriff mit der Hauptleitung. Nach
Ablaufen des Kontaktwagens wird die Zunge selbsttätig wieder in die Hochstellung
geschwenkt. Statt durch entsprechende Verteilung des Gewichtes der Zunge kann natürlich
die Betätigung der Zungen auch durch elastische Organe, Federn o. dgl., erfolgen.
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In den Abb. 16 und 17 ist eine beispielsweise Ausführungsform: einer
Kreuzungsanlage im Aufriß und Grundriß dargestellt. Es sind hier wieder drei Leiter
angenommen. Die ganze Einrichtung ist auf einem Maste (Doppelmast) q. mit Trägern
6o angeordnet. Die querlaufende Leitung (Drähte 79, 8o, 81) ist oberhalb der längslaufenden
Leitung (Drähte z, 2, 3) angeordnet und läuft ohne Unterbrechung durch. Die direi
Leitungsdrähte i, 2, 3 hingegen sind an der Kreuzungsstelle unterbrochen, und zwar
ist arm Tragarme schwenkbar ein Arm 82 angebracht, der auf entsprechenden Stützen
(Stützen 7 der Abb. 2) die Formstücke 8 trägt, die derart ausgebildet sind, daß
sie bei Einstellung in die längslaufende Strecke die Unterbrechung der Leitungen
r, 2, 3 überbrücken. Am Arme 82 ist außerdem ein Bügel 83 angebracht, der
bei Unterbrechung der längslaufenden Strecke in der Kreuzung mit seinem Ende 8¢
das Gestell eines bei unterbrochener Kreuzung von links (Abb, 17)
einlaufenden-
Kontaktwagens fängt rund so dessen Abstürzen verhindert. Ein Teil 85 des
Bügels ist so ausgebildet, daß er das Kabel eines bei offener Brücke auf der Querstrecke
durchfahrenden Wagens sicher von den Teilen des Tragarmes abhält. Um auch einen
auf der längslaufenden Strecke von rechts (Abb. 17) bei offener Brücke einlaufenden
Kontaktwagen abzufangen, kann leicht auf dem Hauptmast eine entsprechende Einrichtung
angeordnet werden. Es kann diese Einrichtung beispielsweise aus einem am Mast q.
schwenkbaren Arm (entsprechend dem Ende 8¢ des Bügels 83) bestehen, der bei offener
Brücke sich in einer Lage befindet, in der er den Träger des Kontaktwagens fängt,
und in der anderen Stellung so zurückgeschwenkt ist, daß der Kontaktwagen bei eingeschalteter
Brücke an der Fortbewegung nicht behindert wird. Die Betätigung dieser Einrichtung
kann beispielsweise dadurch erfolgen, daß das Seil 86 zur Verschwenkung des
Armes 82 über dien Hauptmast geführt ist und mit der Abfangseinrichtung am Hauptmast
so verbunden ist, daß bei Betätigung der Brücke gleichzeitig diese Einrichtung entsprechend
verschwenkt wird.
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Mit der ganzen Einrichtung können natürlich Vorrichtungen verbunden
sein, die selbsttätig dem Wagenführer von fern anzeigen, wie die Kreuzung eingestellt
ist. Es kann auch die Einrichtung :so getroffen sein, daß jeder auf der längslaufenden
Strecke anfahrende Wagen selbsttätig, beispielsweise auf elektrischem Wege, die
Einstellung Oder Weiche auf Durchfahrt und nach Überfahren der Stelle die Rückstellung
der Weiche besorgt. Die beschriebenen Weichen, Ausweichen und Kreuzungen können
natürlich auch bei anderen Stromzuführungen, wie beispielsweise auf geraden Strecken,
ohne in der Wagerechten gekrümmte Formstücke verwendet werden.
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Ausdrücklich 'sei erwähnt, daß, alle die hier beispielsweise im Zusammenhange
mit einem Drehstromnetz beschriebenen Einrichtungen auch bei Anlagen mit mehr oder
weniger Drähten Verwendung finden können, z. B. für Gleichstrom, Drehstrom mit Nulleiter
USW.
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Um in Ortschaften die Hochspannung nicht durch die Ortsstraßen führen
zu müssen, kann die Strecke teilweise mit Niederspannung gespeist werden, in welchen,
Falle der für den Motorbetrieb nötige Strom durch besondere Wechselstromtransformatoren
erzeugt wird, welche entweder im, Kraftwagen oder in einem besonderen Anhänger montiert
sein können. In diesem Fall kann der Hilfswagen eine besondere Stromzuführung erhalten,
welche ausschließlich nur auf der Niederspannungsstrecke verkehrt, um Irrungen völlig
auszuschließen.
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Bei den bekannten Stromzuführungen mit polygonaler Verspannung tritt
in den Winkelpunkten der Leitung durch die Kontaktrolle eine seitliche Abnutzung
des Drahtes auf, die durch die Verwendung der beschriebenen Formstücke vermieden
ist. Es kann daher bei dieser 'Ausbildung der Stromzuführung an den Seitenflächen
des Leitungsdrahtes mit einer verhältnismäßig dünnen Haut das Auslangen gefunden
werden, für die eigentliche Lauffläche der Kontaktrolle aber muß mit Hinsicht auf
die Albnutzung besondere Sorge getragen werden. Die in Abb. 18 im Schnitt dargestellte
Ausbildung des Fahrdrahtes für die Kontaktrollen entspricht diesen besonderen,
bei
dem beschriebenen Stromzuführungssystem auftretenden Verhältnissen. Uni einen durchlaufenden
Draht 93 beispielsweise aus Stahl als Seele ist ein Blech 94 entsprechender Stärke,
beispielsweise aus Kupfer oder Aluminium, gelegt, und zwar derart, daß die freien
Blechenden 95, 96 in der Längsrichtung des Drahtes überlappen. Diese Überlappungsstelle
wird hierauf verlötet. Die Seele wird so fortlaufend mit einem Mantel aus gut leitendem
Material umkleidet. Der so gebildete Leitungsdraht wird derart verlegt, daß der
Stromabnehmer auf der durch die Überlappung gebildeten Verstärleung des Mantels
läuft. Beispielsweise wird bei Verwendung von Kontaktwagen, die auf den Drähten
laufen, die Verlegung so erfolgen, daß der überlappungswulst oben liegt. Die Vorteile
der Verwendung eines solchen Leitungsdrahtes liegen darin, daß die Zugspannungen
durch die aus entsprechendem Material bestehende Seele aufgenommen «erden, und daß
die Abnutzung der Drahtoberfläche einen verstärkten Teil desselben trifft, so daß
die Lebensdauer des Drahtes erhöht wird. Dabei ist die Herstellung des Drahtes eine
verhältnismäßig einfache und der Mantel sitzt sicher und fugenlos auf der Seele,
so daß eine Ablösung ausgeschlossen ist.
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Der beschriebene Draht kann natürlich auch bei anderen Stromzuführungen,
wie beispielsweise auf geraden Strecken, ohne in der Wagerechten gekrümmte Formstücke
verwendet werden.