DE356379C - Photographisches lichtempfindliches Material mit Vergleichsbelichtungen - Google Patents

Photographisches lichtempfindliches Material mit Vergleichsbelichtungen

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DE356379C DESCH61075D DESC061075D DE356379C DE 356379 C DE356379 C DE 356379C DE SCH61075 D DESCH61075 D DE SCH61075D DE SC061075 D DESC061075 D DE SC061075D DE 356379 C DE356379 C DE 356379C
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    • G03PHOTOGRAPHY; CINEMATOGRAPHY; ANALOGOUS TECHNIQUES USING WAVES OTHER THAN OPTICAL WAVES; ELECTROGRAPHY; HOLOGRAPHY
    • G03CPHOTOSENSITIVE MATERIALS FOR PHOTOGRAPHIC PURPOSES; PHOTOGRAPHIC PROCESSES, e.g. CINE, X-RAY, COLOUR, STEREO-PHOTOGRAPHIC PROCESSES; AUXILIARY PROCESSES IN PHOTOGRAPHY
    • G03C5/00Photographic processes or agents therefor; Regeneration of such processing agents
    • G03C5/02Sensitometric processes, e.g. determining sensitivity, colour sensitivity, gradation, graininess, density; Making sensitometric wedges

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Description

Die Herstellung eines befriedigenden photographischen Negativs hängt von der richtigen Handhabung zweier einander ergänzender Prozesse ab, der Aufnahme und der Entwicklung.
Während für die Aufnahme, insbesondere die Ermittlung der richtigen Belichtungszeit, Tabellen und Meßinstrumente geschaffen worden sind, sind technische Hilfsmittel zu ίο einer systematischen Durchführung des Entwicklungsprozesses bisher nicht bekannt geworden, obwohl bei der Entwicklung nicht geringere Sorgfalt aufzuwenden ist als bei der Aufnahme selbst, insbesondere in Anbetracht des Umstandes, daß man zwar bei der Wahl der Belichtungszeit sich um die später vorzunehmende Entwicklung nicht zu kümmern braucht, daß aber bei der Entwicklung dem meist unbekannten Expositionscharakter der Aufnahme Rechnung getragen werden muß. Die Entwicklung bereitet an sich keine besonderen Schwierigkeiten, in dem Falle nämlich, wo es sich um eine richtig belichtete Aufnahme handelt und diese Voraussetzung" bekannt ist oder während der Entwicklung erkannt wird. Es handelt sich dann im wesentlichen nur darum, die Entwicklungsdauer so zu treffen, daß das Negativ eine normal ansteigende Gradation erhält. Die Entwicklungsdauer spielt bei der Entwicklung eine der Belichtungsdauer bei der Aufnahme entsprechende Rolle; Zu ihrer Abschätzung kann man sich der Watkinsschen Annäherungsregel bedienen, derzufolge die Entwicklungs- dauer sich aus der Zeit des Erscheinens der ersten Bildspuren des Negativs durch Multiplikation mit einem im wesentlichen nur von der Entwicklungssubstanz abhängigen, so-j genannten Entwicklungsfaktor ergibt. Diese Regel kann abgesehen davon, daß die Abhängigkeit der Entwicklungsdauer von der Plattensorte nicht berücksichtigt wird, vor allem aus dem· Grunde nur bedingte Ztiverlässigkeit beanspruchen, weil der Entwicklungsfaktor auf die Erscheinungszeit der stärkst belichteten Stellen der Platte angewendet wird, denen je nach dem Kontrastbereich des Aufnahmeobjektes auch bei richtiger Exposition verschiedene Absolutwerte der Belichtungen und deshalb auch verschiedene Absolutwerte der Erscheinungszeiten zukommen. Von zwei richtig belichteten Platten, von denen die eine einen kontrastreichen Aufnahmegegenstand, die andere einen solchen von geringem Kontrastbereich enthält, wird im selben Entwickler die.erstere früher erscheinen als die letztere. Im allgemeinsten Falle jedoch ist vor der Entwicklung der Expositionscharakter der Aufnahme nicht bekannt, und man hat, angesichts der Schwierigkeit der richtigen Ermittlung der Belichtungsdauer mit kleineren oder größeren Fehlbelichtungen nach der einen oder anderen Richtung zu rechnen. Im Falle vorliegender Unter- oder Überbelichtung verliert die Watkinssche Regel ihre Gültigkeit vollständig, denn eine unterbelichtete Aufnahme, wird später, eine überbelichtete x\ufnahme früher erscheinen als die normal belichtete, und da gleichzeitig die unterbelichtete eher kürzer, die überbelichtete eher länger entwickelt werden soll als die normale, so würde der auf die Erscheinungszeit der ersten Bildspuren anzuwendende Entwicklungsfaktor für die unterbelichtete Aufnahme erheblich kleiner, für die überbelichtete jedoch erheblich größer ausfallen können als für die normal belichtete.
Die Aufgabe der Entwicklung kann deshalb allgemein darin gesehen werden, daß 1. der Expositionscharakter der Aufnahme mögliehst rechtzeitig erkannt wird, und daß 2. der weitere Verlauf der Entwicklung so geleitet wird, daß etwaige Belichtungsfehler nach Möglichkeit ausgeglichen werden.
Das Erkennen des Expositionscharakters wird durch die große Zahl der hierbei mitspielenden Veränderlichen ungemein kompliziert und erfordert auf seiten des Pihotographierenden außerordentliche Erfahrung. Die Mannigfaltigkeit der durch die Entwicklersubstanz gekennzeichneten Entwicklertypen, die wechselnde Zusammensetzung innerhalb derselben Type nach Alkaligehalt, Sulfit usw.,
ίο der dauernd durch Temperaturänderung, Gebrauch, Oxydation an der Luft usw. sich ändernde Zustand eines seiner chemischen Grundzusammensetzung nach vorgegebenen Entwicklers, haben zunächst zur Folge, daß die Zeiten bis zum Erscheinen der ersten Bildspuren je nach dem zufällig benutzten Entwickler sehr verschieden ausfallen können. JDes weiteren kann auch die Kräftigung des Bildes, d. h.- der Vorgang vom Erscheinen der
so ersten Bildspuren bis zum Erscheinen der Schatten je nach der Entwicklungskraft des Entwicklers sehr verschiedene Zeit in Anspruch nehmen, die man als ungefähr proportional mit den Erscheinungszeiten selbst ansehen kann. Der Photographierende, der sich dieser Verhältnisse meist nicht bewußt ist, neigt dazu, eine sich in einem stark verbrauchten Entwickler mit später Erscheinungszeit sich entsprechend langsam kräftigende Platte für unterbelichtet, eine andere, die in einem verhältnismäßig frischen Entwickler rasch erscheint und sich rasch kräftigt, für überbelichtet zu halten, während die wahren Expositionsverhältnisse vielleicht gerade umgekehrt gelegen haben, und ist in dieser und ähnlicher Weise Täuschungen und Unsicherheiten ausgesetzt.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist Entwicklungskontrollmaterial, d. h. lichtempfindliclies Material, dem bestimmte Belichtungen erteilt sind und das durch Vergleichsentwicklung in dem tür die Entwicklung der photographischen Aufnahme zu benutzenden Entwickler, sei es durch Beobachtung der Er-
4-5 scheinungszeiten oder auch der sich an den belichteten Stellen ergebenden Schwärzungen Prüf- und Vergleichswerte liefert, die in mannigfacher Weise, z. B. zur Beurteilung der Rapidität eines vorgegebenen Entwicklers oder zur Beurteilung des Expositionscharakters der zu entwickelnden Aufnahme oder auch zur Abschätzung der Entwicklungsdauer entweder an sich oder unter Zuhilfenahme tabellarischer Ergänzungen verwendet \
werden kann. !
Die einfachste Ausgestaltung des Erfindungsgedankens sind Entwicklerprüfblättchen, d. h. meist kleine Stückchen lichtemp- l findlichen, entwicklungsfähigen Materials (Platte, Film, Entwicklungspapiere), die auf Teilen ihrer Fläche bestimmte, gemessene Belichtungen erfahren haben. Werden diese Stücke in einen beliebigen Entwickler eingeführt, so werden sich die belichteten Stellen von dem unbelichteten (oder schwächer belichteten) Grund zu einem bestimmten Zeitpunkt abzuheben beginnen. Die Zeitdauer bis zu diesem Augenblick hängt erstens von dem lichtempfindlichen Material, zweitens von der Größe der aufgegebenen Belichtung und drittens von der Wirksamkeit des Entwicklers ab. Verwendet man immer dasselbe Material und versieht dies immer mit denselben Belichtungen, so hängt die Zeitdauer bis zinn Erscheinen nur noch vom Entwickler selbst ab und stellt demgemäß einen Prüf wert für die Wirksamkeit des Entwicklers dar.
Ein Entwicklerprüf blättchen dieser Art zeigt Abb. 1. Man kann solche Blättchen z. B. herstellen, indem man Bromsilberpapier in größerer Fläche durch eine streifeniornv'ge Rasterplatte hindurch einer bestimmten Be lichtung aussetzt und danach in kleine Blättchen, z. B. in der Größe einer Briefmarke, zerteilt. Beim Entwickeln tritt dann zu einem bestimmten Zeitpunkt das in der Abb. 1 dargestellte Muster in Erscheinung.
Die Empfindlichkeit solchen Prüfmaterials gegen Änderungen der Entwicklerbeschaffenheit und die Genauigkeit der Beobachtung ist yo genügend groß, um beispielsweise bei auch nur einigermaßen temperaturempfindlichen Entwicklern eine Änderung der Temperatur um ι Grad an der Änderung der Erschcinnungszeiten deutlich bemerkbar zu machen. Gleicherweise läßt sich die allmähliche Abnahme der Wirksamkeit des Entwicklers bei öfterem Gebrauch durch Bromkaliumzusatz oder Verdünnung bequem und sicher verfolgen.
Welche Art der erscheinenden Konfiguration man durch Verteilung der belichteten und unbelichteten (bzw. schwächer belichteten) Stellen vorsieht, ist für das Wesen der Erfindung belanglos. Man kann irgendwelche Zeichen, Bilder, Schriftzüge erscheinen lassen, insbesondere auch solche, die das betreffende Entwicklerprüfblättchen in seiner Beschaffenheit oder Beziehung zum Entwicklimgsvorgang kennzeichnen u. dgl.
Das in Abb. 1 dargestellte streifenförmige Muster erwies sich besonders vorteilhaft, weil Trennlinien zwischen belichteten und unbelichteten Stellen genügend zahlreich und gleichmäßig über die ganze Fläche verteilt sind, so daß dem beoachtenden Auge auch' bei nicht fixierter Einstellung auf eine bestimmte Stelle der Augenblick des Erscheinens nicht entgehen kann. Ähnlich günstig verhalten sich in dieser Beziehung schachhrettartige oder gestirnte Muster und ähnliche.
Es ist ferner nicht notwendig, daß sich belichtete Stellen aus einem gänzlich unbelichteten Grund herausheben — so sehr dies zur Erzielung möglichst hoher Beobachtungsschärfe empfehlens\vert ist —, grundsätzlich können sich auch stärker belichtete Stellen von schwächer belichteten abheben, ja es kann allgemein jede Art von latentem Bild verw-n det werden.
ίο Statt Bromsilberpapier, das mit den Vorzügen leichter Teilbarkeit und Billigkeit den der Ähnlichkeit seiner Emulsion mit de" <W Platten in schätzenswerter Weise verbindet, kann grundsätzlich auch jedes andere entwicklungsfähige, lichtempfindliche Material zur Anwendung kommen, z. B. Stücke aus Platten, Filmen, Chlorsilberpapieren.
Um Prüfblättchen λ*οη geringer Größe bequem und sicher zu einem bestimmten Zeitao purikt in den zu prüfenden Entwickler einstechen und dort belassen zu können, bedient . man sich zweckmäßig einer Klammer, die, wie es Abb. 2 veranschaulicht, zwischen ebenen, durch eine Federung aufeinandergepießten as Klemmflächen das Prüfblättchen festhält und die im übrigen so geformt ist, daß das Prüfblatt auf dem Boden der Entwicklerschale ruht, wenn der Stil der Klammer auf den Schalenrand aufgelegt wird. Das umgebogene linde ermöglicht zugleich bei Trog- (Stand-) Entwicklung das Einhängen der Klammer in den Entwicklungstrog.
Der absolute Wert' der Erscheinungszeit, den ein aus Bromsilberpapier beispielsweise hergestelltes Prüfblättchen in einem bestimmten Entwickler zeigt, läßt sich durch üie Größe der aufgegebenen Belichtung nach verschiedenen Gesichtspunkten regeln. Die Erscheinungszeit des I'rüiiiiättchens kann insbesondere so abgestimmt werden, daß das Erscheinen mit dem Erscheinen einer bestimmten Normalbelichtung eines bestimmten Aufnahmematerials, z. B. einer bestimmten Plattensorte, zusammenfällt. Wenn das Prüfblättchen aus einem anderen Material besteht (Bromsilberpapier j als das Aufnahmematerial (Platte, Film), ist allerdings nicht allgemein zu erwarten, daß, wenn das Prüfblättchen in einem bestimmten Entwickler auf das Erscheinen einer bestimmten Belichtung einer bestimmten Plattensorte abgestimmt ist, diese Gleichzeitigkeit des Erscheinens für dieselbe Plattensorte auch bei Anwendung eines anderen Entwicklers oder bei Beibehaltung des Entwicklers für 'eine beliebige andere Plattensorte, die unter Berücksichtigung ihrer relativen Empfindlichkeit eine mit der ersten Plattensorte gleichwertige Belichtung erfahren hat, erhalten bleibt. Zur Klärung dieser Verhältnisse wurde j eine Reihe systematischer Versuche aus- I geführt, derart, daß verschiedene Plattensorten in umgekehrtem Verhältnis ihrer relativen Empfindlichkeiten also gleichwertig, streifeni förmig belichtet wurden, wobei der Betrag I- dieser Belichtung ungefähr mit der in den I höchsten Lichtern einer kontrastreichen Aufnahme übereinstimmte, und deren Erscheinungszeiten mit denen von bestimmt geeich- ; ten Entwicklerprüfblättchen aus Bromsilberpapier in verschiedenen Entwicklern und [ innerhalb dieser in mannigfach abgeänderten j Gehrauchäzuständen (Verdünnung, Bromkaliumzusatz, angebraucht, bei verschiedenen Temperaturen usw.) verglichen wurden.
Das Ergebnis dieser sämtlichen Versuche kann dahin formuliert werden: Wenn zwei äquivalent belichtete Stücke verschiedenartigen lichtempfindlichen Materials in einem beliebigen Ausgangsentwickler die im allgemeinen verschiedenen Erscheinungszeiten α und b j zeigen, so können bei Anwendung eines an- · deren Entwicklers zwar wesentlich andere Erscheinungszeiten erhalten werden, aber es bleibt das Verhältnis der Erscheinungszeiten, d. h. der Quotient a, b, vom Entwickler nahezu unabhängig.
Durch eine zweite Versuchsreihe wurde festgestellt, daß bei zwei verschieden belichteten Stücken desselben Materials das in einem beliebigen Ausgangsentwickler beobachtete Verhältnis der Erscheinungszeiten a, b sich zwar beim Übergang zu einem anderen Entwicklungstyp merklich ändern kann, daß es aber für die praktisch in Betracht kommenden Gebrauchszustände eines und desselben Entwicklers (bei beliebiger Verdünnung, üblichem Bromkaliu-mzusatz und mäßigem Ausbrauch) einen nahezu konstanten Wert behält.
Hat man beispielsweise ein Prüfblättchen iOo aus Bromsilberpapier so abgestimmt, daß es in einem bestimmten Entwickler zur selben Zeit erscheint wie die ersten Bildspuren einer richtig belichteten Aufnahme von bestimmtem Kontrastbereich auf einer bestimmten Plattensorte, so werden Platten und Prüfblättchen auch in jedem anderen Entwickler üblicher Zusammensetzung in üblichem Gebrauchszustand ebenfalls gleichzeitig erscheinen. Macht man dieselbe Aufnahme auf einer anderen Plattensorte mit der ihrer relativen Empfindlichkeit entsprechenden Belichtungszeit, so ist es möglich, daß diese Platte in dem Ausgangsentwickler z. B. später erscheint als Prüfblättchen und erste Plattensorte, doch wird dann auch in jedem anderen gebräuchlichen Entwickler das Erscheinen dieser zweiten Plattensorte später eintreten, -und zwar im selben Verhältnis später, wie man dies im Ausgangsentwickler beobachtet hat. Erscheinen also beispielsweise in dem Ausgangsentwickler Prüfblättchen und erste Plattensorte
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beide nach 12 Sekunden, die zweite Platte aber erst nach 15 Sekunden, so können erste Platte und Prüfblättchen in einem schwächeren Entwickler beispielweise erst nach 48 Sekünden erscheinen, dann wird aber auch die zweite Plattensorte im selben Verhältnis später, also ungefähr nach 60 Sekunden, erscheinen.
Das Verhältnis lsl12 = oojiS ist vom Ent-
wickler unabhängig und stellt mit Bezug auf das benutzte Prüfblättehen eine Konstante der Plattensorte dar, die man den Erscheinungsfaktor der Plattensorte mit Bezug auf das Prüfblättchen nennen kann. *Der Erscheinungsfaktor der ersten mit dem Prüfblättchen gleichzeitig erscheinenden Plattensorte ist gleich i.
Zur Orientierung darüber, mit welcher Annäherung diese Erscheinungsfaktoren in der
ao Praxis vom Entwickler unabhängig und welchen Schwankungen sie mit der Plattensorte unterworfen sind, kann folgende Tabelle mit-
Hierbei bedeuten 1, 2, 3, 4 verschiedene Plattensorten einer deutschen Fabrik, 5 den Kinenegativfiltn einer anderen deutschen Fabrik. Unter den vier Plattensorten befanden sich gewöhnliche, orthochromatische und lichthoffreie.
a, b, c, d bedeuten verschiedene Abänderungen bzw. Gebrauchszustände eines Methol-Hydrochinon-Entwicklers gegebener Grundzusammensetzung mit sehr verschiedenen Erscheinungszeiten des verwendeten Prüfblättchens, nämlich:
a) Methol-Hydrocbinon, frisch; Prüfblättchen erscheint nach 12 Sekunden.
b) Entwickler α nach öfterem Gebrauch. Prüfblättchen erscheint nach 20 Sekunden.
c) Entwickler α nach Zusatz von 10 ecm Bromkaliumlösung (ioprozentig) zu 100 ecm. Erscheinungszeit 30 Sekunden.
. d) Entwickler α zehnfach verdünnt. Erscheinungszeit 100 Sekunden.
Platten und Film hatten durch eine Streifenplatte hindurch unter Berücksichtigung ihrer relativen Empfindlichkeiten gleichwertige Belichtungen erfahren, deren absoluter Betrag etwa mit dem an den höchsten Lichtern einer kontrastreichen, richtig belichteten Aufnahme übereinstimmte. Als Prüfblättchen dienten solche -aus Bromsilberpapier bestimmter streifenförmiger Belichtung. Die in der Tabelle verzeichneten Zahlen bedeuten
geteilt 25 I. werden: b C d Mittel
aus a bis d
2. a 0,98 1,02 1,0 0,99
0,96 1,12 1,14 1,17 1,14
1,14 1,02 1,00 1,00 o,99
30 5. o,95 1,03 1,07 0,925 1,00
0,98 I,l8 1,115 1,22 1.15-
I,IO
die Erscheinungsfaktoren, der verschiedenen Plattensorten und der Filmsorte mit Bezug auf dies gemeinsam verwendete Prüfblättchen in den verschiedenen Entwicklern. So bedeutet beispielsweise die am Schnittpunkt der Spalten 2 und c angegebene Zahl, daß die Plattensorte 2 in dem Entwickler c im Verhältnis 1,14 später erscheint als das Prüfbiatt in diesem selben Entwickler. Jede einzelne derartige Zahl ist der Mittelwert einer größeren Zahl von Einzelbestimmungen.
Man erkennt, daß in der Tat der Erscheinungsfaktor einer bestimmten Plattensorte mit Bezug auf ein bestimmtes Prüfblättchen für die verschiedenen Gebrauchszustände eines Entwicklers fast konstant bleibt. Hieran ändert sich auch nichts, wenn man zu Entwicklern mit anderer chemischer Grundzusammensetzung übergeht, wie durch besondere Versuche ebenfalls belegt werden kann.
Es ist ferner für die praktische Anwendung bemerkenswert, daß sehr verschiedene Plattensorten wenig verschiedene Erscheinungsfaktoren haben können, so daß man unter einem einzigen Erscheinungsfaktor eine ganze Reihe verschiedener Plattensorten zusammenfassen kann. Für die in der Tabelle aufgeführten Sorten einschließlich des Films könnte als gemeinsamer Faktor etwa die Zahl 1,1 verwendet werden.
Ein im Verhältnis 1,1 gegen das hier verwendete, später erscheinende Prüfblättchen, wie es leicht durch etwas schwächere Belichtung hergestellt werden kann, würde somit für die angeführten Platten und die eine Filmsorte mit genügender Genauigkeit in dem Sinne als Entwicklerprüf- und Vergleichsmaterial verwendet werden können, daß richtig belichtete Aufnahmen von bestimmtem Kontrastbereich mit ihren ersten Bildspuren in jedem gebräuchlichen Entwickler etwa zur selben Zeit erscheinen müssen als das so abgestimmte Prüfblättchen. Erscheinen die Bildspuren später, so handelt es sich entweder um eine unterbelichtete Aufnahme von normalem Kontrastbereich oder um eine richtig belichtete Aufnahme von geringerem Kontrastbereich. Erscheinen die Bildspuren früher als das Prüfblättchen, so handelt es sich no entweder um «ine überbelichtete Aufnahme mit normalem Kontrastbereich oder um eine richtig belichtete von besonders großem Kontrastbereich. Jedenfalls sind die tiefsten nach normaler Entwicklung zu erwartenden Schwärzungen im ersten Fall geringer, im zweiten Fall größer als auf dem richtig belichteten Negativ von normalem Kontrastbereich.
Um für die Anwendung der Entwicklerprüfblättchen zum Zwecke der Beurteilung des Expositionscharakters beliebiger Nega-
tive zuverlässige Anhaltspunkte zu schaffen, empfiehlt es sich, einen festen Kontrastbereich unabhängig von der Plattensorte festzusetzen, der einerseits mit demjenigen natürlicher, kontrastreicher Aufnahmen übereinstimmt und der anderseits unter Berücksichtigung der Plattenempfindlichkeit solche Belichtungen umschließt, die sämtliche auf das geradlinige Stück der Gradationskurve entfallen.
ίο So ist in Abb. 3 das logarithmische Gradationsdiagramm einer gewöhnlichen Plattensorte wiedergegeben, indem die drei senkrechten Schranken einen solchen Aufnahmebereich in der Weise bestimmen, daß den Punkten a, b, c Logarithmen der Exposition mit den Beträgen ο — 0,75 — 1,5 und Expositionen selbst mit den Beträgen 1 —1/32 — 32
zugeordnet sind, wobei gleichzeitig die Steigung der Kurve durch entsprechende Entwicklungsdauer in dem durch α und c eingeschlossenen Bereich im Mittel gleich 1 ist und die Grenzschwärzungen (nach Abzug des Schleiers) 0,3 bzw. 1,8 betragen.
Hat man die zu den Punkten a, b, c gehörenden absoluten Belichtungen für eine bestimmte Plattensorte bestimmt, so kann man Entwicklerprüfblättchen so eichen, daß sie in einem beliebigen Entwickler beispielsweise zugleich mit Stücken dieser Plattensorfe erscheinen, die hinter dem Streifenraster mit den Belichtungen a, b oder c versehen wurden. Entwickelt man danach eine auf die untersuchte Plattensorte gemachte natürliche Aufnähme in einem beliebigen gebräuchlichen Entwickler und erscheinen die ersten Bildspuren zur selben Zeit wie das auf c abgestimmte Prüfblättchen, so weiß man, daß an dieser Stelle des Negativs nach normaler Entwicklung eine sich vom Schleier um etwa 1,8 unterscheidende logarithmische Schwärzung zu erwarten ist, wie sie etwa besonders } hellen Gegenständen der Aufnahme zukom- j men soll. Erscheinen die Bildspuren erst zur j Zeit, zu der das auf b abgestimmte Prüf- -' blättchen erschien, so sind als höchste nur I mittlere Schwärzungen im Betrag von etwa 1,05 zu erwarten — bei gleicher Entwick- 1 lungsdauer —, so daß die Aufnahme im allgemeinen schon merklich unterbelichtet ist.
Für andere Platten und Filmsorten bzw. 1 Kopien auf Bromsilber oder Kunstlicht- ' papiere lassen sich die Erscheinungszeiten j bezüglich dieser so gewonnenen Normalblätt- ; chen durch Angabe ihrer spezifischen Er- , scheinungsfaktoren bestimmen.
Gegenstand der Erfindung sind des weite- | ren Prüfblättchen, auf denen mehrere Er- j scheinungssysteme angeordnet sind, die einzein zu verschiedenen Zeiten erscheinen. Besonders -vorteilhaft sind Prüfblättchen mit zwei Streifensystemen, von denen das eine auf das Erscheinen des oberen Grenztones, das andere auf das Erscheinen des Mitteltones des Normalsystems (Abb. 3) abgestimmt ist. Solches Prüfmaterial kann man leicht z. B. j in der Weise erhalten, daß man größere Flä- ! chen Bromsilberpapier hinter der Streifen- ! platte erst mit der Punkt c des Normaldiagramms einer Plattensorte entsprechenden Belichtung belichtet, sodann in einer gegen die erste um 90 Grad gedrehten Lage mit der auf das Erscheinen der Belichtung b abgestimmten Belichtung. Entwickelt man die durch Zerschneiden dieses Blattes gewönnenen Prüfblättchen, so erscheint zunächst das eine Streifensystem wie in Abb. 1 und erst in einem gewissen Verhältnis später das dieses durchkreuzende schwächer belichtete, so daß das schließlich sichtbare Muster die in Abb. 4 8σ dargestellte Zeichnung aufweist. Das erste Streifensystem zeigt den Zeitpunkt an, zu dem die tiefsten Schwärzungen, das zweite denjenigen Zeitpunkt, zu dem die mittleren Schwärzungen einer Plattensorte erscheinen sollen, der mit Bezug auf dieses Prüfmaterial der Erscheinungsfaktor 1 zukommt.
Statt solcher einander durchkreuzender Streifensysteme lassen sich auch zwei parallel ineinanderstehende Streifensysteme anwenden, etwa so, daß ein stärker belichteter Streifen mit einem schwächer belichteten abwechselt. Es erscheint dann zuerst das stärker belichtete Streifensystem, also etwa Streifen mit größeren Zwischenräumen, wie es Abb. 5 zeigt, und in einem gewissen Verhältnis später auf den bisher hellen Z\vischenräumen das zweite, schwächer belichtete, so daß schließlich das in Abb. 6 gezeichnete Muster sichtbar ist, bei dem in der Zeichnung die ίου an sich gleich breiten Streifen des zweiten Systems zur Unterscheidung durch schwächere Linien dargestellt sind.
Wieder ist es für das Wesen der Erfindung belanglos, ob man Streifen oder irgendwelche anderen Muster bzw. Bilder, Schriftzüge oder Zeichen verwendet und in welcher Wreise die verschiedenen Erscheinungssysteme nebeneinander oder einander überlagernd angeordnet sind. no
Man kann auch mehr als zwei Erscheinungssysteme auf einem Prüfblatt erscheinen lassen, etwa noch ein drittes, auf die schwächst belichteten Stellen einer Aufnahme (entsprechend Punkt α der Abb. 3) abgestimmtes, oder noch weitere, die im allgemeinsten Fall eine Skala von Erscheinungszeiten bilden können.
Die durch Entwicklerprüfblättchen ermöglichte Entwicklungskontrolle beschränkt sich nicht auf die Vorausbestimmung der Erscheiuungszeiten bestimmter Belichtungen des
Aufnahmematerials bzw. auf die Beurteiltmg des Expositionscharakters zu entwickelnder Aufnahmen und Kopien auf Entwicklungspapieren, sondern ermöglicht noch eine Reihe anderer Nutzanwendungen. Unter diesen ist die Bestimmung der zur Erzielung einer bestimmten Gradation für eine bestimmte Plattensorte in einem gegebenen Entwicklertyp benötigten Entwicklungsdauer von besonderer
ίο praktischer Bedeutung.
Da der eingangs erwähnte Watkinssche Entwicklungsfaktor, mit dem man die Erscheinungszeit der ersten Bildspuren zu multiplizieren hat, um die Entwicklungsdauer zu erhalten, im wesentlichen durch die Entwicklersubstanz selbst (Methol, Hydrochinon, Eikonogen usw. bestimmt ist, hat man in dem hier vorgeschlagenen Normalsystem die Erscheinungszeit des Normalprüfblättchens mit dem auf dieses bezogenen Erscheinungsfaktor der betreffenden Plattensorte und dieses sich ergebende Produkt weiter mit dem der betreffenden Entwicklerart zugeordneten Entwicklungsfaktor zu multiplizieren, um die Entwicklungsdauer im Sinne der Watkinsschen Regel zu erhalten.
Da hierbei der Entwicklungsfaktor nicht auf die Erscheinungszeit der ersten Bildspuren der zu entwickelnden Aufnahme selbst, die je nach dem Expositionscharakter der Platte und je nach dem Kontrastbereich des Aufnahmegegenstandes sehr verschiedene Absolutwerte der Belichtung darstellen können, sondern auf die Erscheinungszeit der etwa durch Punkt c des Diagramms (Abb. τ>) definierten Belichtung von bestimmtem Absolutwert angewendet wird, und überdies freisteht, die durch die vergleichende Beobachtung der Erscheinungszeiten als über- oder unterbelichtete erkannten Aufnahmestücke in anderer. Weise weiterzubehandeln, so wird durch die Entwicklungsprüfblättchen die Entwicklungsmethode mit Entwicklungsfaktoren mit voller Strenge und folgerichtiger Anpassungsfähigkeit überhaupt erst ermöglicht. So ergaben beispielsweise zwei gleichbelichtete Gradationsaufnahmen auf gleicher Plattensorte, von denen die eine in einem frischen Methol-Hydrochinon-Entwickler vom Prüfwert 9 Sekunden (gemessen mit einem Normalprüf blättchen aus Bromsilberpapier), 18 X 9= 162 Sekunden, die andere in dem sehr oft gebrauchten Entwickler vom Prüfwert 18 Sekunden, 18 X 18 = 324 Sekunden, entwickelt wurde, mittlere Steigungen der Gradation in dem zwischen α und c gelegenen Bereich der Abb. 3 im Betrage von 1,035 bzw. 1,025, als0 m der Tat dieselben Werte. Da der Erscheinungsfaktor der betreffenden Plattensorte (Belichtung entsprechend Punkt c Abb. 3) mit Bezug auf das verwendete Prüf- : blättchen etwa 1,15 betrug, so ist der Entwicklungsfaktor, bezogen auf die Erscheinungjzeit dieser normalisierten Grenzbelichtung der Plattensorte selbst, 18/1,15 = 1So und praktisch unabhängig vom Verbrauchszustand des Entwicklers. (Der Watkinssche Entwicklungsfaktor wird für Methol-Hydro- \ chinon zu 14 angegeben, in naher Übereinj Stimmung mit der hier auf strengem Wege ! gefundenen Zahl.)
; Für genaueres Arbeiten ist der Entwick-
lungsfaktor nicht nur als abhängig von der Entwicklersubstanz, sondern auch als abhängig von der Plattensorte zu betrachten. Man kann deshalb die Entwicklungsdauer auch auf
ι dem Wege unmittelbar aus der Erscheinungs-
zeit des Normalprüfblättchens erhalten, indem : man diese mit einem von der Entwicklersubstanz und der Plattensorte abhängigen Faktor : multipliziert. Solche Faktoren lassen sich auch für das Entwicklungsmaterial des Positivprozesses, also Bromsilber- und Chlorsilberpapiersorten, aufstellen.
; Die Ermittlung der Entwicklungsdauer aus der Erscheinungszeit des Prüfblättchens kann j über solche Faktoren durch tabellarische Hilfsmittel sehr erleichtert und λ-ereinfacht werden, und man kann diese mit denen die Erscheinungszeiten angebenden Tabellen verbinden. Da es sich dabei stets um Multiplikationen handelt, ist das logarithmische Rechenschieberprinzip verwendbar. Ein in solcher Weise eingerichteter Tabellenschieber gestattet bei allgemeinster Ausführungsform, zu der in einem beliebigen Entwickler bekannter Entwicklersubstanz gemessenen Erscheinungszeit des Prüfblättchens zu der betreffenden Plattensorte die Erscheinungszeiten der Normalbelichtungen derselben und die Nor- too malentwicklungsdauer in ganz ähnlicher Weise zu bestimmen wie im Aufnahmeprozeß die Belichtungstabellenschieber die Belichtungszeit.
Die Anwendung von Prüfblättcheii zur Beurteilung des Expositionscharakters und zur Bestimmung der Entwicklungsdauer vereinfacht sich bei gleichzeitig größerer Strenge und Allgemeingültigkeit nicht unbeträchtlich, wenn man als Prüfblättchen solche verwenden ι to kann, die dem zu kontrollierenden Aufnahmematerial selbst entnommen sind. Es ist dies ganz besonders vorteilhaft für das Entwicklungsverfahren mit Filmen, insbesondere für die Entwicklung der Negath*- und Positivfilme der Kinoindustrie. Prüfblättchen, die aus diesen Materialien selbst geschnitten sind und die z. B. streifenförmige Normalbelichtungen, d. h. ein oder mehrere Erscheinungssysteme, enthalten, machen die Anwendung besonderer Erscheinungsfaktoren überflüssig, da die Erscheinungssysteme unmittelbar auf
die Normalbelichtungen a, b, c des Gradationsdiagramms der Abb. 3 dieses Materials abgestimmt werden können.
Soweit es sich um die Beurteilung des Expositionscharakters handelt, ist man hier wegen der Übereinstimmung des Materials von Prüfblatt und Aufnahmestück vom Entwickler nicht nur angenähert, sondern streng und in beliebigen Grenzen unabhängig. Der Entwicklungsfaktor kann für verschiedene Entwicklertypen festgestellt werden. Da in den Filmentwicklungsanstalten der Kinoindustrie überdies jeweils nur mit einem Entwicklertyp gearbeitet zu werden pflegt, kommt für eine Anstalt bei Verwendung nur einer Art Film schließlich nur eine einzige Zahl in Betracht, der Entwicklungsfaktor für die betreffende Filmsorte und den benutzten Entwicklertyp, mit dem man die Erscheinungszeit des Prüfblättchens zu multiplizieren hat, um bei ganz beliebigem Verbrauchszustand des Entwicklers die zu Erreichung normaler Gradation benötigte Entwicklungsdauer jeweils zu ermitteln.
Die Entwicklungskontrolle, ausgeübt durch die Beobachtung der Erscheinungszeiten der ' auf dem Prüfmaterial vorhandenen latenten Belichtungen, ist an sich von flüchtiger Natur. Um eine Vergleichung von. Aufnahmestück und Prüfstück während der ganzen Entwicklung und nach Beendigung derselben zu ermöglichen, ist Entwicklungsprüf- und Vergleichsmaterial solcher Art vorzuziehen, das auf nicht unterbrochenen Flächen bestimmte Normalbelichtungen erhalten hat, und das zusammen mit dem Aufnahmestück entwickelt und fixiert wird. Ein hierfür geeignetes Entwicklungskontrollstück zeigt beispielsweise Abb. 7. Es besteht am besten aus demselben Material wie das Aufnahmestück selbst, oder zum mindesten aus einem sich mit ihm bei der Entwicklung erprobterweise möglichst genau gleichverhaltendem Material. Die Felder d, e, f sind bzw. mit den den Punkten a, b, c des Diagramms der Abb. 3 entsprechenden Belichtungen belichtet worden, während g unbelichtet geblieben ist. Beim Entwickeln wird zuerst das Feld / von g sich abhebend erscheinen, sodann e, schließlich d. Das gleichzeitig mit dem Prüfstück in den Entwickler ein- j gebrachte Aufnahmestück läßt sich zunächst . durch den A'ergleich der Erscheinungszeiten ! seiner Bildspuren mit denen des Prüfstückes auf die ihm bei der Aufnahme zuteil gewor- ; denen Belichtungen beurteilen, woraus sich | unter Berücksichtigung des Kontrastbereichs des Aufnahmegegenstandes in der öfter be- : sprochenen Weise der Expositionscharakter ; erkennen läßt, aber auch während der Ent- j 6d wicklung ist jederzeit ein Vergleich zwischen | Prüfstück und Aufnahmestück durch Beob- !
achtung der auf beiden entstehenden Schwärzuiigen möglich, und dieser Vergleich ist, wenn das Prüfstück das Aufnahmestück während des ganzen Negativprozesses begleitet, auch nach Fertigstellung des Negativs noch möglich und bleibt dokumentarisch erhalten. Ein Entwicklerprüfstück von der in Abb. 7 dargestellten Art stellt für sich genommen ein normalbelichtetes Negativ dar, das insbesondere auch dazu verwendet werden kann, j um etwa mit Bezug auf die Erscheinungszeit einer seiner eigenen Belichtungen oder mit Bezug auf die Erscheinungszeit eines Prüfblättchens gewöhnlicher Art in einem Entwickler bestimmter Entwicklersubstanz die günstigste Entwicklungsdauer durch besondere Vorversuche für diejenige Plattensorte, aus der das Prüfstück besteht, festzustellen. Es kann dazu ein fertiges Normalnegativ von derselben Art wie das in Abb. 7 dargestellte Prüfstück zum Vergleich herangezogen werden, dessen Gradation mit der des Diagramms der Abb. 3 übereinstimmt.
Statt die Normalbelichtungen auf einem selbständigen Prüfstück von der Art des in Abb. 7 dargestellten anzubringen, kann man auch das Aufnahmematerial selbst mit Normalbelichtungen versehen. Abb. 8 zeigt als Beispiel eine Platte, die drei Vergleichsfelder besitzt, deren Belichtungen den Punkten a, b, c der Abb. 3 entsprechen können. Da die drei Vergleichsfelder vor der Überlagerung durch das Bild geschützt werden müssen, muß die durch die Vergleichsfelder eingenommene Teilfläche z. B. durch eine Papierklappe, die entsprechend Abb. 9 auf der Rückseite der Platte angeklebt sein kann und die man vor dem Entwickeln abreißt, oder aber durch besondere Vorrichtungen an der Kassette oder am Apparat während der Aufnahme abgedeckt werden.
Ohne besondere Hilfsvorrichtungen solcher Art läßt sich eine im wesentlichen für die Beobachtung der Erscheinungszeit geeignete Vergleichsbelichtung auf dem Aufnahmematerial bzw. dem Kopiermaterial an denjenigen Stellen anbringen, .die bei der Aufnahme durch den Kassettenrand bei der Kinoaufnahme über der Perforierung durch den Rahmen des Bildfensters, beim Kopieren durch den Auflagerand des Kopierrahmens von der Aufnahme des Bildes an sich ausgeschlossen sind. So zeigt Abb. 10 eine Platte, bei der auf den durch die Kassette überdeckten schmalen Rändern Belichtungen angeordnet sind, die mit unbelichteten Stellen abwechseln, so daß beim Entwicklen einer solchen Platte an diesen Rändern eine Zahnung sichtbar wird. Die belichteten Teile dieser Zahnung können etwa wieder auf den Punkt c des Normaldiagramms der Abb. 3 abgestimmt

Claims (7)

sein. Auch hier lassen sich mehrere Erscheinungssysteme anbringen, von denen das eine das Erscheinen der höchsten Lichter, ein zweites das Erscheinen des Mitteltones und ein drittes möglicherweise noch das Erscheinen der Schatten anzeigt. Abb. ii zeigt eine dem Prüfblättchen der Abb. 5 und 6 nachgebildete Anordnung für zwei Streifsysteme. In Anbetracht der Verschiedenheit der Kassettenkonstruktionen kann günstig vermerkt werden, daß eine gelegentliche Überlagerung eines solchen Streifensystems durch das Bild, wenigstens für ein auf die obere Grenzbelichtung abgestimmtes Streifensystem, die Erscheinungszeit kaum merklich beeinflußt. Pate ν τ-Ansprüche:
1. Photographisches lichtempfindliches Material, dadurch gekennzeichnet, daß es zum Zwecke der Verwendung als Prüf- und Vergleichsmaterial bei der photographischen Entwicklung eine oder mehrere über die ganze Fläche oder über Teile derselben sich erstreckende bestimmte Belichtungen erfahren hat.
2. Photographisches lichtempfindliches Material nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß belichtete Flächenteile an unbelichtete oder schwächer belichtete unmittelbar angrenzen, derart, daß bei der Entwicklung zu einem vom Entwickler abhängigen Zeitpunkt die belichteten Flächenteile sich von den unbelichteten bzw. schwächer belichteten abheben.
3. Photographisches lichtempfindliches Material nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Grenzlinien zwischen belichteten und unbelichteten bzw. schwächer belichteten Teilen möglichst gleichmäßig und zahlreich über die zu beobachtende Fläche verteilt sind, so daß dem beobachtenden Auge das rechtzeitige Erfassen des Zeitpunktes des Erscheinens nach Möglichkeit erleichtert wird.
4. Photogräphisdhes lichtempfindliches Material nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die aneinandergrenzenden belichteten und unbelichteten bzw. schwächer belichteten Flächenteile ein oder mehrere Systeme bilden, deren Erscheinungszeiten auf die Erscheinungszeiten bestimmter Normalbelichtungen, ■ z. B. bestimmter Punkte der Gradationskurve eines bestimmten Aufnahmemate- rials bzw. einer Klasse gleichartiger Aufnahmematerialien, abgestimmt bzw. zu ihnen tabellarisch in Beziehung gesetzt sind, derart, daß durch die im selben Entwickler vollzogene vergleichsweise Entwicklung des Prüfstückes einerseits und des Aufnahmestückes anderseits aus dem Vergleich der Erscheinungszeiten der Expositionscharakter des Bildes beurteilt und, gegebenenfalls durch tabellarische Ergänzungen, die zur Erzielung einer gewünschten Gradation benötigte Entwicklungsdauer ermittelt werden kann.
5. Photographisches lichtempfindliches Material nach Anspruch 1, bestehend aus Stücken mit dem zu entwickelnden Aufnahmematerial gleichen oder sich mit ihm übereinstimmend verhaltenden Materials, dem auf zur Beurteilung der entstehenden Schwärzungen genügend großen Flächenteilen eine oder mehrere Belichtungen erteilt sind, die auf gewisse Normalbelichtungen des Aufnahmematerials, z. B. auf eine obere und eine untere Grenzbelichtung bzw. den Mittelton der richtig exponierten Aufnahme abgestimmt sind, derart, daß bei der vergleichsweisen Entwicklung des Prüfstückes und des Aufnahmestückes nicht nur die auf beiden beobachteten Erscheinungszeiten, sondern auch bei fortschreitender Entwicklung bzw. nach Beendigung des ganzen Entwicklungsprozesses sich ergebenden Schwärzungen selbst zum Vergleich herangezogen werden können.
6. P'hotographisches lichtempfindliches Material nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der weitaus größte Teil der Gesamtfläche für die Aufnahme des photographischen Bildes (Negativ oder Positiv) bestimmt ist und die Normalbelichtungen auf restlichen Flächenteilen angeordnet sind, die nach Möglichkeit von der Bildfläche abgesondert bzw. gegen Überlagerung durch das Bild, nötigenfalls durch besondere Vorrichtungen, geschützt sind.
7. Photographisches lichtempfindliches Material nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Vergleichsbelichtungen auf der bei Negativmaterial durch den Kassettenrand, bei Kopiermaterial durch den Auflagerand des Kopierrahmens von der Aufnahme des Bildes ausgeschlossenen, im allgemeinen schmalen Umrandung angeordnet sind, z. B. in Form einer Zahnung, gebildet durch belichtete Stellen, die mit unbelichteten abwechselnd ein 'oder mehrere Erscheinungssysteme bilden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1011278B (de) * 1953-04-30 1957-06-27 Norbert Jean Marie Pierre Fran Photographisches Verfahren fuer die quantitative Bestimmung von Strahlungen kleiner Wellenlaengen sowie Material und Vorrichtung zur Durchfuehrung des Verfahrens

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DE1011278B (de) * 1953-04-30 1957-06-27 Norbert Jean Marie Pierre Fran Photographisches Verfahren fuer die quantitative Bestimmung von Strahlungen kleiner Wellenlaengen sowie Material und Vorrichtung zur Durchfuehrung des Verfahrens

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