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Zur Untersuchung einer elektrischen Abfeuerungsanlage bestimmte Einrichtung
mit selbsttätiger Aufzeichnung des Untersuchungsergebnisses. Die Erfindung bezieht
sich auf Einrichtungen, die zur Untersuchung einer elektrischen Krelselabfeuerungsanlage
bestirrunt, aber auch für Übungszwecke geeignet sind, und bei denen das Untersuchungsergebnis
selbsttätig aufgezeichnet wird. Bei einer älteren Einrichtung dieser Art liegt das
das Untersuchungsergebnis aufzeichnende Organ in der Mündung des entsprechenden
Geschützrohres. Diese Anordnung hat die Nachteile, daß die einzelnen Teile, besonders
bei großer Erhöhung, schlecht zugänglich sind, daß ferner - auch bei Turmgeschützen
- die Untersuchung nur bei gün-
stigem Wetter vorgenommen und beim
Vorhandensein zweier Geschütze in einem Turme jeweilig nur ein einziges Rohr zur
Untersuchung herangezogen werden kann. Diese Nachteile werden der Erfindung gemäß
dadurch vermieden, daß das oben genannte Organ am Bodenstück des Geschützrohres
angeordnet ist.
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Auf der Zeichnung - ist in schematischer Darstellungsweise
ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes veranschaulicht, wie es in Anwendung
kommt, falls nur ein einziges Geschützrohr für die Untersuchung herangezogen wird.
Es zeigt Abb. i eine teilweise im Schnitt gehaltene Seitenansicht der Einrichtung,
Abb. 2 die gleiche Ansicht wie Abb. i bei Einschaltung einer für die Untersuchung
erforderlichen Hilfseinrichtung und Abb. 3 in größerem Maßstabe einen achsialen
Längsschnitt des am Bodenstück des Geschützrohres angeordneten Organes.
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An dem einen Schildzapfen et2 des Geschützrohres A ist' ein
Aufsatzarm B schwingbar angeordnet. Dieser trägt das mit einer Abfeuerzunge cl versehene
Kreiselgehäuse C und ist mittels einer Schnecke al, die in einen Zahnsektor
bl des Aufsatzarmes B eingreift, unabhängig vom Geschützrohre auf den der Zielentfernung
entsprechenden Erhöhungswinkel einstellbar. Auf der durch den - nicht dargestellten
- Kreisel zu stabilisierenden Achse C2
ist (in Zielfernrohr
C3 und eine zweite- Abfeuerzunge C4 angeordnet, die mit der Abfeuerzunge
cl in Berührung treten kann und auf den vom Gesamtverzuge und der Schlingergeschwindigkeit
abhängigen Vorzündewinkel selbsttätig einstellbar ist. Die Abfeuerzungen o' und
C4 bilden Stromschlußstücke in einem von einer Gleichstromquelle gespeisten Stromkreise,
in dem der Abfeuern-lagnet a3 liegt. Diesem ist ein Dämpfungsmotor D vorgeschaltet.
Der Stromkreis kann durch einen Hauptschalter G unterbrochen werden. Am Bodenstück
a4 des Geschützrohres A ist in einem auf einer Grundplatte a5 befestigten
zylinderförmigen Führungsstück a6 ein Bolzen H entgegen der Wirkung einer Feder
1, deren Druck durch eine Überwurfinutter a7 in engeren Grenzen geregelt
werden kann, verschiebbar gelagert (Abb - 3). In -einer zylindrischen
Bohrung des Bolzens H, der als Schleuderbolzen bezeichnet werden soll, liegt ein
mit einer Spitze versehener
Bolzen K, der entgegen dem Drucke einer
schwachen Feder L verschiebbar ist. Der Schleuderbolzen H besitzt einen durcb die
Grundplatte a5 hindurchtretenden Schaft kl-, auf dem ein den Hub des Schleuderbolzens
begrenzender Anschlag h2 befestigt ist. Der Schaft kl- steht durch Vermittlung eines
ausgewuchteten Hebels a8 und einer Gelenkverbindung a9, a10, all in kraftschlüssiger
Verbindung mit dem vom Abfeuermagneten a3 verstellbaren Abzugshebel ctl-. Der Hebelas
steht unter der Wirkung einer ZugfederE, deren eines Ende an einem an der Grundplatte
a5 sitzenden Halter a13 und deren anderes Ende an einer Spindel F angreift. Die
Spindel F ist an einem am Hebel a8 angeordneten Lagerbocke a14 gelagert und kann
zwecks Veränderung der Spannung der Feder E
mittels einer Schraubenmutter
f 1 verschoben werden. Auf einer konzentrisch zur Schildzapfenachse gekrümmten
Führungsleiste M ist ein Halter N verschiebbar angeordnet, in dem eine mit
Papier bespannte auswechselbare Walze P drehbar gelagert ist (Abb. i). An deren
Mantelfläche liegt ein am Halter N abnehmbar befestigter Schreibstift n'
an. Die Führungsleiste IM mit der Walze P ist im Raume so angeordnet, daß bei einer
der je-
weiligen Stellung des Halters N entsprechenden Erhöhung des
Geschützrohres der Bolzen K (Abb. 3) der Walze P gegenübersteht, und zwar
so, daß die Achsen dieser beiden Teile K und P senkrecht aufeinanderstehen.
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An Stelle der Walze P kann in den Halter N
ein Unterbrecher
Q eingesetzt werden (Abb. 2). Dieser besitzt zwei Stromschlußstücke ql und q?, von
denen das eine, q# fcst, das andere, q2, an dem einen Ende eines doppelarmigen
Hebels q3 angeordnet ist. Eine Feder q4 sucht die -beiden Stromschlußstücke qI und
q2 in Berührung miteinander zu halten. Der Hebel q3
ist so angeordnet,
daß seinem freien Ende q5
der Bolzen K (Abb. 3) bei entsprechender
Stellung des Geschützrohrcs A genau gegenüberhegt i4nd hierbei der Abstand
des Bolzens K vom Hebelende q5 gleich dem Abstande ist, den der Bolzen K
im Falle der Anordnung nach Abb. i von der Mantelfläche der Walze P hat. Der Unterbrecher
Q wird in Verbindung mit einem Chronographen R gebraucht. Über zwei Rollen rl, die
von einem - nicht dargestellten - Uhrwerk angetrieben werden, läuft
ein Papierstreifen r2, an dem ein Schreibstift r3 anliegt. Dieser ist an einem -L-förmig
ausgebildeten Träger r4 befestigt, der senkrecht zur Bewegungsrichtung des Papierstreifens
r2 entgegen der Wirkung einer Feder r5 verschiebbar ist. Der Querbalken r6 des Trägers
besteht aus Eisen und ist einem Elektromagneten r? gegenüber angeordnet. Dieser
liegt in einem von einer Gleichsäomquelle gespeisten zweitell Stromkreise, in den
auch der Unterbrecher Q eingeschaltet ist. Das Schaltungsschema des früher
erwähnten Stromkreises unterscheidet sich bei Verwendung der aus Chronograph und
Unterbrecher bestehenden Hilfseinrichtung von dem Schaltungsschema nach Abb. i.
Es führt nämlich die an den positiven Pol angeschlossene Leitung nicht mehr über
die Abfeuerzungen G4 und cl-, sondern über einen Schalter T unmittelbar zum Dämpfungsmotor
D. Der Schalter I' gestattet gleichzeitige Unterbrechung und Schheßung
beider Stromkreise.
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Wird bei der Anordnung nach Abb. i: der Stromkreis geschlossen, so
wird der Abfeuermagnet a3 erregt und der Abzugshebel a12 im Sinne des Pfeiles x
(Abb. 3) gedreht. Hierbei wird infolge der kraftschlüssigen--Verbindung zwischen
dem Abzugshebel al 2 und dem Schleuderbolzen H dieser entgegen der Wirkung der Feder
1 verschoben, bis der Anschlag k2 zur Anlage an die Grundplatte al gelangt
und somit die Bewegung plötzlich unterbrochen wird. In diesem Augenblick schnellt
der Bolzen K infolge seiner Trägheit vor. Steht während dieses Vorganges die Walze
P dem Bolzen K gegenüber, so wird auf ihr durch den Bolzen K ein Punkt eingeschlagen.
Vom Augenblick des Stromschlusses bis zum Einschlagen des Punktes vergeht nun eine
gewisse Zeit, die im folgenden als der Verzug der Anlage bezeichnet werden soll.
Dieser Verzug muß, um bei der Untersuchung die gleichen Verhältnisse zu erhalten
wie beim Scharfschießen, in genaue Übereinstimmuug mit dem beim Schießen auftretenden
und anderweitig bereits ermittelten Gesamtverzuge gebracht werden. Zu diesem Zwecke
wird zunächst der Verzug der Anlage gemessen. Zum, Messen dieses i Verzuges wird
an Stelle der Walze P der Unterbrecher Q eingesetzt und in den Stromkreis des Elektromagneten
r7 des Chronographen R eingeschaltet. Abb. --. Das Geschützrohr
A
wird danach so eingestellt, daß die Spitze des i
Bolzens K dem freien
Ende q5 des Hebels q3 gegenübersteht, und der Hauptschalter G wird
eingeräckt. Hierauf wird das Uhrwerk des Chronoaraphen in Gang gesetzt, so daß der
Stift r3 auf dem Papierstreifen r2 eine zunächst i
gerade Linie
y8 aufzeichnet. Nunmehr werden durch den Schalter T beide Stromkreise gleichzeitig
geschlossen. Im Augenblick des,Stromschlusses wird unter der Wirkung des Elektromagneten
r7 der Stift r3 senkrecht zur i
Bewegungsrichtung des Papierstreifens verschoben,
so daß in der Linie r8 ein doppelter Knick entsteht. Da durch den SchälterT, wie
schon erwähnt. auch der Stromkreis des Abfeuermagneten a3 geschlossen ist, so wird
i
eine bestimmte Zeit nach Stromschluß der Bolzen K vorgeschleudert# seine
Spitze trifft
auf das freie Ende q5 des Hebels q3, und der Stromkreis
des Chronographenmagneten wird unterbrochen. Die Unterbrechung wird durch eine nicht
dargestellte Vorrichtung äufrechterhalten. Im Augenblick der Unterbrechung wird
durch die Feder r5 der Träger 74 mit dem Stifte r3 wieder in seine ursprüngliche
Lage verschoben, so daß wiederum ein doppelter Knick in der Linie r" entsteht. Der
während des Stromschlusses entstandene, senkrecht zur Bewegungsrichtung des Papierstreifens
r2 dem Hube des Trägers 74 entsprechend verlegte Teil r9 der Linie y11 bildet ein
Maß für den Verzug der Anlage. Ergibt sich hiernach, daß dieser Verzug dem beim
Scharfschießen auftretenden Gesamtverzuge nicht gleich ist, so wird durch Drehen
der Schraubenmutter f 1
die Spannung der am Hebel as angreifenden Feder
E so lange verändert, bis eine neue Messung die angenäherte Übereinstimmung
zwischen dem Verzuge der Anlage und dem Gesamtverzuge erkennen läßt. Der noch vorhandene
kleinere Unterschied wird durch Verstellung der Überwurfmutter a7 und dadurch
bedingte Vergrößerung bzw. Verkleinerung der Spannung der Feder J ausgeglichen.
Nach endgültiger Regelung des Verzuges der Anlage wird der Unterbrecher
Q wieder durch die Walze P mit Schreibstift n' ersetzt und die Schaltung
nach Abb. i vorgenommen.
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Nunmehr kann die Untersuchung der Anlage erfolgen, und zwar unter
Annahme einer bestimmten Zielentfernung. Zunächst wird die Walze P gedreht, so daß
auf ihrer Mantelfläche der an ihr anliegende Schreibstift ni eine Kreislinie aufzeichnet,
die als Nullinie bezeichnet werden soll. Sodann wird der Halter N so auf
der Führungsleiste M eingestellt, daß die Nullinie der Spitze des Bolzens K genau
gegenüberliegt, wenn das Geschützrohr die der Zielentfernung entsprechende Erhöhung
hat. Bei der Untersuchung wird die Abfeuerungsanlage in gleicher Weise bedient wie
beim Scharfschießen. Es wird also zunächst dem Aufsatzarme B und damit der am Gehäuse
sitzenden Abfeuerzunge cl die der Zielentfernung entsprechende Erhöhung gegeben.
Die Abfeuerzunge cl möge hierbei in die mit II bezeichnete Lage kommen. Durch entsprechenden
seitlichen Druck auf den einen Kardanring wird dafür gesorgt, daß die Ziellinie
des Fernrohres cl dauernd auf das Ziel gerichtet ist und die Abfeuerzunge c4 ihre
Lage unverändert beibehält. Hierauf wird der HauptIschalter G eingerückt
und die Höhen-.richtmaschine in Tätigkeit gesetzt. Das Erhölien erfolgt mit konstanter
Geschwindigkeit. Hierbei wandert die Abfeuerzunge cl im Sinne des Pfeiles
y. In dem Augenblick, in dem sich die beiden Abfeuerzungen c" und e4 berühren,
wird der Stromkreis geschlossen, nachdem zuvor durch eine nicht dargestellte Vorrichtung
die Abfeuerzunge G4 selbsttätig auf den von der Schlingergeschwindigkeit und dem
Gesamtverzuge abhängigen Vorzündewinkel eingestellt worden ist. Das Vorschleudern
des Bolzens K Erfolgt jedoch nicht in diesem Augenblick, sondern erst nach Ablauf
des vorher eingestellten Verzuges der Anlage. Währenddessen wird das Geschützrohr
mit gleicher Geschwindigkeit weiter erhöht. Ist also die Anlage fehlerfrei, so schlägt
der Bolzen K in dem Augenblick einen Punkt auf der Walze P ein, in dem das Rohr
genau die der Zielentfernung entsprechende Erhöhung hat. Der Punkt muß somit nach
dem Vorstehenden auf der Nulllinie liegen. In der geschilderten Weise werden nach
jedesmaliger geringer Drehung der Walze P auf dieser mehrere Punkte eingeschlagen.
Das hierdurch -gewonnene Bild läßt eine genaue Beurteiluug der Abfeuerungsanlage
zu. Liegen die eingeschlagenen Punkte auf der Nullinie oder nur wenig innerhalb
zulässiger Grenzen von dieser entfernt, so ist die Anlage in Ordnung. Gehen die
Abweichungen dagegen über das zulässige Maß hinaus, so sind Fehler in der Anlage.
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Es ist ohne weiteres klax, daß die erläuterte Einrichtung auch für
die Vornahme von Übungen geeignet ist.