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Vorrichtung zum Weben aller Arten von Korbwaren, Fenstervorhängen,
matten unter Verwendung von Korbweide, spanischem Rohr, Bambus, Hobelspänen, Holzspänen
und aller anderen Materialien. Maschinen zum Weben von Fenstervorhängen und ähnlichen
Waren, bei welchen die Kette aus Bindfaden und der Schuß aus Rohr bestehen, sind
bekannt. Da diese so hergestellten Webwaren nach der einen Richtung sehr biegsam
sind, so eignen sie sich nicht für die Fabrikation von Körben, Koffern, Stühlen
u. dgl.
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Um ein Gewebe herzustellen, welches so-%vohl in vertikaler wie in
horizontaler Richtung annähernd die gleiche Festigkeit besitzt, um so für die Fabrikation
der genannten Gegenstände verwendet werden zu können, muß die Kette starr angeordnet
sein.
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Dies wird durch den Gegenstand vorliegender Erfindung erreicht, welcher
sich auf eine Vorrichtung zur Herstellung aller Korbwaren, Fenstervorhänge, Matten
u. dgl. bezieht. Die hierfür verwendeten Materialien bestehen aus Korbweide, spanischem
. Rohr, Bambus, Hobelspänen, Holzstreifen jeder Art und sonstigen geeigneten Stoffen.
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Das Flechten von Körben u. dgl., was bisher ausschließlich von Hand
geschah, wird <furch den Erfindungsgegenstand direkt nachgeahmt, wodurch die
Leistungsfähigkeit wesentlich erhöht und die Herstellungskosten vermindert werden.
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Die beiliegende Zeichnung stellt Beispielsweise eine Ausführungsform
der Erfindung clar, ohne sie zu erschöpfen.
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Abb. 1 ist eine Aufsicht auf die Maschine, Abb. 2 eine Ansicht des
hinteren Teiles derselben, Abb. 3 ein Schnitt nach 3-3 der Abb. 1, Abb. 4. eine
vordere Ansicht; Abb. 5, 6, 7, 8 sind Einzelansichten einer @iie Gewebekette tragenden
Röhre: Abb.9 ist eine Ansicht der Führung des Webeschusses, Abb. To eine Seitenansicht
der Trommel als Träger des Webeschttsses; Abb. 11 zeigt, wie die Zange die Teile
des Webeschusses greift; Abb. 12 bis 22 sind Einzelheiten.
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Die Elemente des Gewebes, welches hergestellt wird, bestellen aus
einer Kette, die aus einer unteren und einer oberen Reihe von Rohrstäbchen o. dgl.
A besteht (für dies kann inan vorteilhaft die zwei Teile eines gespaltenen spanischen
Rohres nehmen), und aus einem Schuß, ebenfalls aus Rohr, B, der zwischen den beiden
Fäden der Kette hindurchtritt; ein aus Pflanzenstoff oller Metall bestehender Faden
verbindet Kette und Schuß.
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Die Vorrichtung besteht aus sieben Haupteleinenten, welche von einer
Hauptwelle angetrieben werden, die ihre Drehbewegung durch einen beliebigen Motor
mittels einer Riemenscheibe erhält. Diese Elemente bestehen aus: Röhren, welche
die bette und die Stäbe tragen, einer Trommel, welche die Stäbe des Schusses trägt,
einer Zange, welche den Schuß - zwischen die Stäbe der Kette einführt, einer Lade,
welche die Stäbe des Schusses anschlägt, einer Führung für den Schuß, zwei Zylindern,
zwischen welchen das Gewebe nach Maßgabe seiner Ausbildung abgezogen wird, einer
Regulierungsvorrichtung, welche dem Gewebe die Porm gibt, z. B. ebene, zylindrische,
Gestalt
eines albgestutzten Kegels usw.
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Die Röhren i (Abb. i) bestehen aus Metall und drehen sich in Lagern
2 und 3. Auf diesen Röhren befinden sich Zahnräder und 5, welche durch Ketten 6
und 7 mit zwei Rädern 8 und 9 doppelten Durchmessers, die sich auf einer Welle io
befinden, verbunden sind. Die Kette 6 (Abb. 2 und 3) geht über die Räder 4, während
die Kette 7 unter den Rädern 5 entlanggeht, so daß jedes Rad gegenüber dem Nachbarrad
sich in umgekehrtem Sinne dreht, was für das Kreuzen der Bindefäden notwendig ist.
Die Ketten 6 und 7 -werden mit ihren bezüglichen Rädern durch Räder 12, 13, 14 zusammengehalten.
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Die Röhre i ist folgendermaßen gebaut: Iin Innern geht eine Stange
15 (Abb.6) mit einem konischen Endansatz 16 (Abb. 7) hindurch, -welcher die beiden
Fäden der Kette A zu trennen hat, die an der dem konischen Teil 16 entgegengesetzten
Seite eingeführt werden und an der Stelle 17 heraustreten, wo sie zwischen zwei
Zylindern gefaßtwerden.
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Der Konus 16 hat den Zweck, die beiden Fäden derart beiseitezuschieben,
daß zwischen ihnen ein freier Raum für den Durchgang der Zange entsteht, welche
den Schuß führt.
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Auf jeder Röhre i ist eine mit einem Faden versehene Spule 18 (Abb.
5) angeordnet, -welche frei auf der Röhre drehbar ist und in der Längsrichtung nach
Maßgabe des Abhaspelns gleiten kann. Ein auf der Röhre angeschweißter Arm ignimmt
bei 2o den Faden auf, der durch ein an seinem Ende ausgebildetes Öhr hindurchgeht
und dann bei 2 1 in eine Rinne tritt, die in der Dicke der Röhre ausgebildet ist,
um dann außen bei --12 am Ende der Röhre auszutreten, wo er sich infolbe der Rotation
derselben um die beiden Stäbe der Kette A aufwickeln wird.
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Das Längsgleiten der Spulen ist einerseits <furch den Arin i9 begrenzt
und anderseits durch zwei gebogene Schienen 23, 24 (Abb. 1), welche an jeder Seite
bei 25 drehbar aufgehängt sind und wieder angehoben -werden können, um Spulen auf
den Röhren anzubringen.
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Die Schienen 15 müssen unbeweglich bleiben. Um zu verhindern, daß
sie durch die Drehung der Spulen mitgerissen werden, ist ihr Ende 26 in einem Stück
27 befestigt, das bei 28 drehbar angeordnet ist und sich öffnen kann, um die Spulen
durchzulassen, -wenn man sie wieder aufsetzen will. Der Teil27 ist durch einen Stift
29 unbeweglich gemacht, welcher hindurchtritt. Die Bewegung der Röhren geschieht
folgendermaßen: Die Bewegungswelle 3o (Abb. i) trägt an ihrem Ende eine Kurbel 31,
an welcher mittels eines Bolzens eine Vaucansonkette 33 befestigt ist, welche über
ein Zahnrad 34 geht und deren Ende 35 ein Gewicht 36 aufnimmt. Das Rad 34 dreht
sich lose um die Welle io, wenn das Gewicht 36 nach unten sinkt, was geschieht,
wenn die Kurbel bei ihrer Rotation wieder aufsteigt; wenn aber das Gewicht ansteigt
infolge des Zuges, welcher durch die Kurbel auf die Kette 34 ausgeübt wird, bewegt
sich das Rad 34 entgegengesetzt, und die Sperrklinke 37, welche fest mit dem Rad
34 durch die beiden Arme 38 verbunden ist, an denen sie bei 39 (Abb. 14) drehbar
aufgehängt ist, tritt an einen Zahn 4o des Sperrrades heran, auf den sie bei der
Umdrehung des Rades 41 stößt, und zieht dieses Rad nlit fort. Da das Rad 4.1 auf
der Welle io aufgekeilt ist, zieht es die letzte mit sich.
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Der Radius der Kurbel 31 und der Radius des Rades 34 sind so bemessen,
daß eine Umdrehung der Kurbel eine Umdrehung des Rades 34 bringt und infolgedessen
auch der Welle io, die durch Vermittlung der Räder 8 und 9 den Röhren i zwei Umdrehungen
mitteilt, was zier Wirkung hat, daß der Faden zweimal uni die Stäbe der Kette heruingewickelt
wird.
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Die Stäbe des Schusses -werden von einer aus zwei Platten 42, 43 (Abb.
2 und i o) zusammengesetzten Trommel getragen, die auf einer Welle 44 (Abb. i) befestigt
ist. Diese wird von Lagern 45 getragen, die am Gestell der Maschine befestigt sind.
Die Stäbe b' gehen durch Öffnungen 46 (Abb. i), welche in der Platte 43 ausgebildet
sind, und die allderen Enden sind in Schlitzen 47 der Platte 42 angeordnet. Die
Drehung der Trommel führt bei jeder Drehung der Hauptwelle einen Stab vor die Zange
48, -welche ihn ergreift und ihn durch die Öffnungen der Röhren zieht, wie dies
noch später beschrieben wird. Die Welle 4.4, welche die beiden Platten 42, 43 trägt,
trägt außerdem ein Sperrad 49, das von einem auf der Welle 51 aufgekeilten Stück
5o bewegt wird. Die Welle 51 erhält eine Winkelbewegung derart, daß sie bei jeder
Umdrehung.der Hauptwelle das Sperrad um einen Zahn durch Vermittlung des um die
Welle 44 schwingenden Armes 52 vorgehen läßt und der bei 54 an dem schwingenden
Arm 52 drehbar aufgehängten Klinke 53. Diese Bewegung führt einen Stab des Schusses
vor die Zange. Damit die Stäbe des Schusses sich genau vor die Zange einstellen,
ist es nötig, sie in der Längsrichtung und seitlich genau zu führen. Diese Führung
wird mittels einer Führungsplatte 54' erhalten, deren innere Fläche sich 2 cm von
der Fläche der Platte 42 entfernt befindet. Diese Platte ist unbeweglich; sie ist
frei auf der
Welle 44 befestigt, wird aber durch ihre Bewegung nicht
mitgenommen, da sie am Rahmengestell durch ein Stück befestigt ist. Das Ende der
Stäbe gleitet bei der Drehbewegung der Platte an der inneren Fläche der Führungsplatte
derart, daß dies Ende vor die Zange 48 an die richtige Stelle kommt.
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Um die Stäbe in ihrer Breitenrichtung zu befestigen, und um jede Seitenbewegung
zu verhindern, welche sie aus der Mitte der Zange bringen könnte, ist die Platte
42 mit einer Aussparung 55 versehen, in welcher sich eine Stange 56 befindet, die
mit ihrem Ende 57 in einem mit dem Rahmen festen Lager verbunden ist.
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Die Stellung der Stange 56 ist derart geregelt, daß der Raum zwischen
ihrem Felde und der Aussparung 55 gleich der Breite des Schusses ist, welcher so
vor die Zange 48 geführt wird; die Scheibe 4.2 ist auf der Welle 4.4 festgekeilt,
während die Platte 43 auf der Welle gleiten kann und auf ihr durch einen Stift 59
und erforderlichenfalls eine Preßschraube 6o befestigt werden kann.
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Die Platte 43 kann mehr oder weniger an die Platte :I2 lieranbewegt
werden, entsprechend der Länge der Stäbe des verwendeten Schusses. Wenn man Stäbe
von größerer Länge als dem Plattenabstand benutzt, können sie ohne weiteres über
die Platte 43 hinausragen.
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Die Hauptwelle 30 trägt zwei Nocken 61, 62, welche nacheinander
auf zwei Arme 63, 64 einwirken. Diese Arnie sind auf einer senkrechten Welle 65
aufgekeilt und geben ihr eine wechselnde Winkelbewegung. Die Welle 65 trägt einen
Arm 66, der in eine Gabel 67 endet. In diese tritt ein Stein 68 eines Gleitschiebers
69 ein, der in der Längsrichtung in einer Kulisse' 7o gleiten kann. Die Winkelbewegung
des Armes 66 überträgt also in eine geradlinige wechselnde Bewegung die von den
Nocken 61, 62 übernommene Winkelbewegung.
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Auf dem Schieber 69 ist eine Schiene 71 befestigt, die in einer Zange
48 endet. Wenn alle Röhren i in Ruhestellung sind, so geht (lie Schiene 7i durch
die Röhren, und zwar die Durchlässe, welche zwischen den beiden Stäben der Kette
freigelassen sind, und tritt vor die Trommel des Schußträgers; die Zange 48 öffnet
sich, wenn sie auf 'den Hebel 72 (Abb. i i) trifft, um den Stab B des Schusses ergreifen
zu können. Die Bewegung dieser Zange ist in Abb. i i dargestellt, wo die verschiedenen
Lagen angedeutet sind, welche die Zange 48 einnimmt, um den Stab B zu fassen. Der
bewegliche Teil der Zange öffnet sich, wenn sie auf den Hebel 72 trifft, dessen
Ende 73 in Berührung mit dem Vorsprung 74 tritt, um ihn anzuheben; während der Offnung
legt sich der Stab B des Schusses zwischen die beiden Teile der Zange, und wenn
der Teil 73 des Hebels 72 am Ende des Vorsprunges 74 angelangt ist, schließt sich
der bewegliche Teil der Zange von selbst und, greift fest den Stab B.
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Wenn die Stange zurückgeht, so zieht sie den Stab B des Schusses zwischen
den beiden Stäben der Kette mit, und wenn sie am Ende ihrer Rückwärtsbewegung angelangt
ist, so trifft der Vorsprung 74 auf den Hebel 75, welcher den Teil 74 zwingt, sich
zu öffnen, damit die Zange den Stab des Schusses zwischen den beiden Stäben der
Kette lassen kann.
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Wenn der Stab des Schusses an seiner Stelle ist, muß er bis zum Ende
der Röhren gestoßen werden, was durch eine Lade geschieht. Diese Lade besteht aus
einem Stück 76, welches in der Längsrichtung auf zwei Traversen 77 läuft,
die auf den Lagern 2 und 3 befestigt sind. Dies Stück 76 trägt Stangen 78, die zwischen
den Röhren i liegen. Wenn die Lade nach vorwärts gleitet, so treffen ihre Stangen
auf den Schuß und stoßen ihn bis zum Ende der Röhren; während dieser Bewegung werden
die Röhren festgehalten, und wenn die Lade den Stab vorwärts gestoßen hat, werden
die Röhren in Rotationsbewegung gesetzt, um die beiden Fadendrehungen auf die Kette
zu bringen, worauf die Lade zurückgeht und ihre ursprüngliche Stellung wieder einnimmt.
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Die hin und her gehende Bewegung der Lade wird durch folgende Vorrichtung
gegeben: Die Hauptwelle 30 trägt zwei Nocken-, scheibeti 79, 8o, welche auf
zwei Arme 81, 82 (Abb. 3) einwirken, die fest auf der Welle 51 sind. - Diese wird
getragen durch die Lager 85; die Welle ist ebenfalls mit einem Arm 84 versehen,
dessen gegabeltes Ende 85 an dem Ende der Lade angreift. Durch das Spiel der wechselnden
Bewegung des Armes 84 wird die Lade 76 mit der notwendigen hin und her gehenden
Bewegung versehen, um den Stab des Schusses bis zum Ende der Röhren gehen zu lassen.
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Da der Schuß im allgemeinen flach ist, könnte er bei seiner Bewegung
eine falsche Stellung einnehmen; man muß ihn also bei seiner ganzen Bewegung führen,
damit er i stets seine wagerechte Bewegung mit Bezug auf seine Ebene beibehält.
Zu diesem Zweck geht ein Stück 86 (Abb.-i8a), welches Stangen 87 trägt, zwischen
den Röhren i hindurch und drückt den Schuß durch die Stangen 87 auf die obere Fläche
des Stabes der unteren Kette, so daß ihr nur der für ihre Dicke notwendige Raum
gelassen wird.
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j Der Arm 84 drückt am Ende seiner Vorwärtsbewegung
auf
den Arm 88, dessen Ende 89 einen Bolzen enthält, an welchem eine Stange go befestigt
ist, dessen anderes Ende um eine Achse 91 schwingt, welche durch das Lager 92 gestützt
wird. Das Ende 93 des Teiles go nimmt ein Stück 94 auf, welches die Stucke 87 derartig
trägt, daß der Durchgang für die Stange 71 frei ist.
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Wenn der Arm 84 nach links vorwärts geht, -so kommt der Teil
88, welcher sich selbst überlassen war, nach links zurück, und die Teile 87 treten
herunter und drücken auf den Schuß. Die Teile, sind derart angeordnet, daß die Stücke
87 alle heruntergetreten sind-, bevor die Stangen 78 der Lade mit dem Schuß zusammenkommen.
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Wenn das Gewicht der Teile 87 nicht genügt, um -'sie heruntergehen
zu lassen, kann man- Hilfsgewichte auflegen.
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Das Gewebe tritt nach Maßgabe seiner Vollendung zwischen zwei kannelierte
- Zylinder 95, 96, welche einer über den andern mittels eines Getriebes 97 mit doppelter
Zahnung abrollen, derart, daß bei der Drehung des Zylinders 95 der obere Zylinder
96 mitgezogen wird.
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Der Zylinder 95 wird durch ein Rad 98 in Bewegung gesetzt, welches
auf der Achse des Zylinders 95 aufgekeilt ist. Dies Rad ist durch eine Kette gg
mit einem Rad ioo verbunden, das auf einer Hülse ioi (Abb.3 und 4) sitzt, welche
frei um eine Welle 102 drehbar ist. Auf dieser Hülse ist in gleicher Weise ein Klinkenzahnrad
103 aufgekeilt, dessen Zähne in Eingriff mit einer Klinke 1030 stehen,
die durch eine Achse 104 mit dem Ende 105 eines Teiles io6 befestigt ist,
deren anderes Ende 107 durch eine Stange io8 mit einem Kulissenarm iog verbunden
ist, der auf der Welle 51 aufgekeilt ist. Die Winkelbewegung dieser Welle läßt also
die Klinke 103 um einen oder mehrere Zähne vorwärts gehen, entsprechend der
Entfernung, um welche der Teil io8 auf der Kulisse iio des Armes iog ausschwingt.
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Aus Obigem ist ersichtlich, daß das Gewebe entsprechend seiner Fertigstellung
zwischen den beiden Zylindern 95, 96 als flaches Band herauskommt. Für die Herstellung
eines Felleisens beispielsweise kann man auch ein Gewebe herstellen, dessen Profil
dem eines entspricht, mit drei ebenen Teilen und zwei gerundeten Teilen. Dies wird
durch folende Vorrichtung erreicht-3
Zwei Teile i i i (Abb. 4), welche auf
Hülsen aufgekeilt sind, sind untereinander durch eine Stange i i?- verbunden. Diese
Stange tritt durch eine zylindrische Schraubenmutter 113, die sich auf einer Schraube
114 verschieben kann. Diese Schraube wird festgehalten; das Festhalten wird gesichert
durch einen Stift .115 (Abb. 4.), welcher durch das Rad 116 tritt, das auf der Welle
io- der Schraube aufgekeilt ist. Der Stift i i5 tritt in ein Loch 118 des Lagers
iig, welches die Welle io2 trägt. Wenn die Klinkenräder 103 sich drehen, so dreht
sich also die Schraubeninutter um die Schraube nach rechts, da sie durch die Stange
i 12 geführt wird.
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Diese Schraubenmutter trägt mehrere Ringe 12o, welche durch Preßschrauben
an passenden Stellen befestigt sind, wie später beschrieben wird.
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Wenn ein von der Schraubenmutter mitgezogener Ring an einer bestimmten
Stelle angelangt ist, tritt er durch eine Klinke 121. Der Ring trägt einen Zahn
123, welcher mit der Klinke in Eingriff treten kann. Die Klinke ist auf einer Röhre
12q. festgeschweißt, die sich frei um eine Welle 125 drehen kann. Diese ist an beiden
Enden mit Armen 126 " verbunden, die mit zwei Rädern 127 zu.-sainmenhängen, welche
frei um die Welle 102 rotieren. Die Wellen 127 sind durch Ketten 128 mit zwei Rädern
i-->q verbunden. Diese hängen mit zwei Stücken 130 zusammen (Abb.21), welche untereinander
durch eine Welle 131 verbunden sind. Das Ganze ist frei drehbar um die Achse des
unteren Zv-'. linders 95.
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Die Stücke 130 nehmen die beiden Endteile des oberen Zylinders
96 auf und stehen unter der Einwirkung einer Feder 132, welche auf die Achse des
Zylinders drückt und diesen veranlassen, ständig auf das Gewebe zu drücken, welche
Dicke dasselbe auch haben möge.
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Die Spannung der Feder 132 kann nach Belieben mittels Schrauben 133
(Abb.21) i veranlaßt werden, die sich in Schraubenlöchern 134 drehen und deren Enden
auf eins der Enden der Federn 132 drücken.
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Wenn im passenden Augenblick die Welle 125 von einem Ring i2o berührt
wird, so drehen sich die Teile 130 um die Achse des Zylinders 95, und der Zylinder
96, welchen sie trägt, wird durch diese Bewegung gezwungen, sich um den Zylinder
95 zu drehen.
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Das Gewebe, welches zwischen den beiden Zylindern hindurchtritt, folgt
derselben Bewegung und schmiegt sich auf der konvexen j Fläche des Zylinders 95
an, solange die Bewegung dauert. Wenn die Teile ungefähr ein Viertel der Umdrehung
vollführt haben, hat das Gewebe die gewünschte zylindrische Form angenommen. Wenn
der zylindrische Teil fertig ist, muß der obere Zylinder 96 seine ursprüngliche
Lage wieder einnehmen i -oberhalb des Zylinders 95, um ein weiteres ebenes Band
zu bilden.
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Hierzu sind auf der Röhre 124 Hebel 135 angeschweißt (Abb. ig), welche
dieselbe Bewegung
vollführen wie die auf derselben Hülse feste
Klinke 121; wenn die Welle i15 sich also dreht, um den zylindrischen Teil des Gewebes
zu bilden, so folgt dieser Hebel dem Umriß einer Scheibe 136, welche Vorsprünge
137 trägt, die dazu bestimmt sind, den Hebel 135 anzuheben, wenn die Zylinder
95, 96 ebenso wie die Teile den vierten Teil der zur Fertigstellung des zylindrischen
Teiles erforderlichen Bewegung vollführt haben. Diese Bewegung überträgt eine kleine
Winkelbewegung auf die Röhre 124 und die Klinke 121, welche damit zusammenhängt.
Hierdurch wird bewirkt, daß sie aus dem Zahn 123 heraustritt, und die Welle
125 befindet sich so frei.
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Da diese Welle nicht mehr von irgendeinem Teil beeinflußt wird, so
fällt sie plötzlich zurück, durch ihr Gewicht niedergezogen oder erforderlichenfalls
durch ein Hilfsgewicht, und nimmt ihren früheren Platz wieder ein, indem sie den
Zylinder 96 mitzieht, welcher in gleicher Weise seine Stellung einnimmt.
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Andere Ringe, welche an den verschiedenen Stellen angeordnet sind,
erzeugen andere, ähnliche Bewegungen, so häufing dies notwendig ist.
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Schließlich ist ein letzter Ring dazu bestimmt, eine Glocke zum Ertönen
zu bringen, um dem Arbeiter anzuzeigen, daß das Gewebe beendet ist.
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Die Bewegung wird auf die Maschine durch einen Riemen 138 übertragen,
welcher auf eine auf der Welle 30 verkeilte Scheibe 139 tritt (Abb. i und
3).
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Die Drehung der Hauptwelle unterteilt sich in sechs Perioden, von
denen jede ungefähr 6o° umfaßt. Es sind folgende: i. Periode. Während der ersten
Periode werden die Röhren festgehalten und ebenso die Trommel 43, während die Nockenscheibe
62, welche den Arm 63 zurückgestoßen hat, den Arm 66 schwingen läßt und mittels
des Kulissensteines 68 die Zange nach rechts gehen läßt, wobei diese einen Stab
des Schusses ergreift. Die Lade 76 wird festgehalten, ebenso wie die Führung und
die Zylinder 9.5, 96. 2. Periode. Während dieser Periode werden die Röhren i festgehalten,
ebenso wie die Trommel 43, welche den Schuß trägt. Die Zange 48 geht nach links
unter der Einwirkung der Nockenscheibe 61, welche auf den Arm 6.4 einwirkt, indem
sie den Faden des Schusses zwischen den beiden Teilen der Kette A hindurchzieht,
welche durch den konischen Teil 16 der Stange 15 hindurchtritt. Die Lade 76, die
Führungen 87 und die Zylinder 95, 96 werden festgehalten.
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3. Periode.
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Die Röhren werden noch festgehalten, ebenso wie die Trommel43; aber
die Klinke ;3 wird durch den Arm 52 unter der Einwirkung des Armes 5o mitgenommen,
welcher durch die Arme 81 und 82 eine Winkelbewegung erhält, unter der Einwirkung
der Nockenscheiben 79, 8o, welche auf der Welle 3o verkeilt sind. Die Zange 48 wird
unbeweglich gehalten, und die Lade 76 wird durch dieselbe Bewegung der Welle 51
durch die Arme 84 mitgenommen, und die Teile 78 stoßen den Stab des Schusses gegen
das schon gebildete Gewebe zur selben Zeit, da die Stangen 87 der Führung sich senken
und die Zylinder 95, 96 unter dem Einfluß" der Kette 99 sich drehen, die von dem
Klinkenrade 103 mitgezogen wird, welches durch die Klinke 1030, den Arm
105, den Arm 1o6, die Pleuelstange 1o8, den Arm zog bewegt wird, welcher
durch die Welle 51 mitgenommen wird. 4. Periode. In dieser Periode werden die Röhren
i durch die Ketten 5, 6, welche über und unter den Zahnrädern 4 und 5 hindurchgehen,
durch die Räder 8 und 9, die auf der Welle io verkeilt sind, durch die Einwirkung
der Kette 33 auf dem Zahnrad 34, welches fest mit der Welle io ist, durch das Klinkenrad
40 und f die Klinke 37 bewegt. Der Zug auf die Kette I wird durch die auf der Welle
3o aufgekeilte Kurbel erzeugt. Während dieser Periode wird die Trommel 43, die Zange
48, die Lade 76, die Führung 87, die Zylinder 95 und 96 festgehalten. 5. Periode.
Die während dieser Periode ausgeführten Bewegungen sind dieselben wie bei der vorigen
Periode. 6. Periode. Die Röhren i drehen sich, wie bei Periode 4. beschrieben wurde;
die Trommel 43 dreht sich unter der Einwirkung der Klinke 53 in Eingriff mit den
Zähnen des Klinkenrades 49 derart, daß ein neuer Stab des Schusses vorgelegt wird;
die Zange 48 wird festgehalten, die Lade 76 tritt in ihre Ruhelage zurück, während
die Führungen 87 sich an das Ende des Laufes der Lade begeben, und die Zylinder
95, 96 werden festgehalten.
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Wenn man das Gewebe eines Felleisens ausführen will, welches beispielsweise
eine Höhe von 2o cm und eine Dicke von io cm
hat, und wenn der verwendete
Schuß eine Breite von o,5 cm hat, so braucht inan für die Höhe 40 Stäbe und für
die Breite 2o Stäbe. Wenn der Zylinder 95 einen Umfang von io cm hat, braucht inan
2o Stäbe für jede Umdrehung, 5 Stäbe für die zylindrischen Teile; der Zylinder 96
befindet sich über dem Zylinder 95. Man setzt die Maschine in Gang, bis 4o Stäbe
in dem ebenen Teile liegen.
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Ist dies geschehen, so hält man die 11aschine an: man setzt einen
ersten Ring i-go auf, indem man ihn auf der Schraubenmutter 113 derart verschiebt,
daß sein Zahn 123 mit der Klinke 121 zusammentrifft. Alsdann zieht man kräftig die
Befestigungsschrauben an. Die Maschine wird dann in Gang gesetzt während einer Zeit,
welche notwendig zum Einsetzen von fünf Stäben ist, die den runden Teil bilden.
Alsdann läßt man die Scheibe 136 im umgekehrten Sinne drehen, bis der Ansatz 137
den Hebel 135 anhebt, was zur Folge hat, daß die Klinke 121 frei wird und die Welle
12,5 entsichert wird; diese fällt kräftig zurück, reißt den Zylinder 96 mit, welcher
wieder seine Lage oberhalb des Zylinders 95 einnimmt; man verriegelt den Stift 140
(Abb. 18 und 19), welcher sich auf die Oberfläche der Scheibe 136 legt, und man
sichert ihn definitiv in seiner Stellung. Wenn die Welle 125 ihre Lage wieder eingenominen
hat, setzt' man die 2o Stäbe der Breite ein, und man wiederholt dieselbe Operation
für den zweiten gerundeten Teil mittels eines zweiten Ringes und webt alsdann die
zweite Höhe.
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Wenn die 4.o Stäbe dieser Höhe eingesetzt sind, so zeigt ein dritter
vor die Glocke gestellter Ring an, daß das Gewebe beendet ist. Wenn man das Gewebe
eines Korbes haben möchte, etwa von der Form eines indischen Korbes, welcher vier
abgerundete Ecken besitzt, so würde man vier Ringe i 2o aufsetzen an Stelle von
zwei, und das endgültige Gewebe würde die gewünschte Form haben. Die Ringe 12o werden
erst entfernt, wenn man die Fabrikation des Gewebes umändert.
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Während der vorangehenden Operation muß die von der Schraube 114 mitgenommene
Schraubenmutter 112 in ihre Anfangslage zurückgebracht werden, bevor man ein neues
Gewebe beginnt. Hierzu hebt man den Stift 115 an, alsdann dreht man das auf der
Achse 102 verkeilte Rad 116 der Schraube 114 umgekehrt um ebensoviel volle Umdrehungen,
als die Schraubenmutter während des Webens Umdrehungen machte; hierauf stellt man
von neuem das Rad fest, indem man den Stift 115 in seine Lage bringt. Um die beiden
Enden eines zylindrischen Bandes zu verbinden, um daraus z. B. einen Papierkorb
zu machen, nähert man die beiden Enden der Stäbe der Kette, indem man zwischen den
beiden Fäden ein \letallband 141 (Abb. 23) einfügt, und inan fügt schließlich von
Hand fünf oder sechs !#chußstäbe ein. Diese so hergestellte Verbindung gibt jede
Festigkeit, und das -Metallband ist vollkommen überdeckt von den Fäden der Kette
und des Schusses.