Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
Alkenylbernsteinsäureanhydriden, bei dem insbesondere die
Bildung von Zersetzungsprodukten der Maleinsäure oder von
hochmolekularen Nebenprodukten durch Polykondensation be
herrscht wird und mit dem Alkenylbernsteinsäureanhydrid in
hoher Qualität bei niedrigen Temperaturen und in hoher Aus
beute hergestellt werden kann.
Alkenylbernsteinsäureanhydride werden verwendet als neu
trale Veredelungsmittel für Papier, als Additive für Schmier
öle und für die Treibstoffe von Verbrennungsmotoren, als
Dispersionsmittel für Lacke, als Weichmacher für Kunststof
fe und als Zwischenprodukte für eine Vielzahl chemischer
Produkte. Neuerdings werden diese Anhydride vielfach ver
wendet als Härtemittel für Epoxidharze, als Modifizierungs
mittel für Alkyd- und Phenolharze, als Weichmacher für na
türlichen und synthetischen Kautschuk und für thermopla
stische Harze wie PVC, als Dispergiermittel, Rostschutz
mittel, Schmierfett und Verlaufmittel für Druckerschwärze.
Alkenylbernsteinsäureanhydrid kann einfach dadurch herge
stellt werden, daß ein Olefin und Maleinsäureanhydrid einer
Doppelbindungs-Additionsreaktion bei hohen Temperaturen
von 180 bis 250°C unterworfen werden. Weil die thermi
sche Reaktion jedoch bei hoher Temperatur ausgeführt wird,
ist die Verfärbung des Produktes extrem, und in vielen
Fällen bilden sich durch Zersetzung bzw. Polykondensation
des Ausgangsmaterials hochmolekulare Nebenprodukte, Rück
stände, Teere und andere unerwünschte Nebenprodukte und
diese Nebenprodukte werden in das Produkt eingebaut, was
zu einer Zunahme der Viskosität und zu Gelierung führt.
Es ist deswegen gewöhnlich erforderlich, das Reaktionsprodukt
einer Destillation zu unterwerfen. Weiterhin ist es not
wendig, Rückstände und Teer, die im Reaktionsgefäß haften
oder darin verbleiben, durch Waschen oder andere Mittel
zu entfernen. Zur Lösung dieser Probleme wurden verschie
dene Verbesserungen vorgeschlagen. Zum Beispiel sollen die
Verfahren erwähnt werden, die in den geprüften japanischen
Patentveröffentlichungen 50-33 720, 53-2 678,
53-1 799, 52-23 668, 52-39 674 und
52-48 639 sowie den ungeprüften japanischen Patentver
öffentlichungen 57-35 580 und 57-3 558 beschrie
ben sind. Es wurde jedoch aus den Ergebnissen bisheriger
Experimente gefunden, daß durch diese verbesserten Verfah
ren nicht alle der aufgezeigten Mängel vollständig ver
mieden werden können.
Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfah
ren zur Herstellung von Alkenylbernsteinsäureanhydriden
zur Verfügung zu stellen, bei dem die Bildung von hochmole
kularen Nebenprodukten, Rückständen und teerartigen Pro
dukten durch Zersetzung und Polykondensation des Ausgangs
materials beherrscht wird, und mit dem Alkenylbernstein
säureanhydrid in hoher Qualität bei niedrigen Temperaturen
und in hoher Ausbeute hergestellt werden kann.
Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch
ein Verfahren zur Herstellung von Alkenylbernsteinsäure
anhydriden, bei dem ein Olefin mit 2 bis 20 Kohlenstoff
atomen und Maleinsäureanhydrid in einer Menge von 0,5 bis 1,2 Mol
pro Mol des Olefins unter Erhitzen einer Addi
tionsreaktion in Anwesenheit eines festen sauer/basischen
Katalysators unterworfen werden.
Als Olefin-Komponente werden in der vorliegenden Erfindung
Olefine mit 2 bis 20 Kohlenstoffatomen verwendet. Beispiele für
geeignete Olefine sind Olefine mit einer geraden Zahl von
Kohlenstoffatomen, erhalten durch Oligomerisierung von
Ethylen, wie z. B. 1-Olefine mit 8, 10, 12, 14, 16, 18 oder
20 Kohlenstoffatomen und Gemische daraus; innere, durch
Isomerisierung von 1-Olefinen erhaltene Olefine; Gemische
von Trimeren, Tetrameren, Pentameren und anderen Oligomeren,
erhalten durch Oligomerisierung
von Isopropylen; Gemische von Dimeren, Trimeren, Tetra
meren, Pentameren,
erhalten durch Oligomerisierung von Iso
butylen; und Olefine, erhalten durch Dehydrochlorierung
von chloriertem Paraffin.
Die Art des verwendeten Olefins wird gemäß der beabsichtig
ten Verwendung des nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten
Alkenylbernsteinsäureanhydrids ausgewählt. Wenn das Produkt
z. B. als festes Wachs verwendet werden soll, wählt man be
vorzugt ein 1-Olefin; wenn das Produkt als neutrales Verede
lungsmittel für Papier verwendet werden soll, setzt man
bevorzugt ein inneres Olefin ein, das durch Isomerisierung
eines 1-Olefins hergestellt wird. Weiterhin, wenn das Pro
dukt für Druckfarben oder Lack verwendet werden soll,
setzt man bevorzugt ein niederes Polymeres (Oligomeres),
wie etwa ein Dimeres, Trimeres, Tetrameres oder Pentameres
des Isopropylens oder des Isobutylens ein. Wenn das Produkt
als Rostschutzmittel oder als Dispergiermittel für Erdöl
produkte oder Schmiermittel eingesetzt werden soll, verwen
det man bevorzugt für ein Niederpolymeres, wie etwa ein
Tetrameres von Isopropylen oder ein Nie
derpolymeres, wie etwa ein Trimeres von
Isobutylen.
Als sauer/basische Katalysatoren für das Verfahren der Er
findung können Siliciumoxid/Titanoxid, Siliciumoxid/Alumi
niumoxid, Siliciumoxid/Titanoxid/Aluminiumoxid, Silicium
oxid/Titanoxid/Eisenoxid, Siliciumoxid/Aluminiumoxid/Eisen
oxid, Aluminiumoxid/Eisenoxid, Siliciumoxid/Eisenoxid, Siliciumoxid/Aluminiumoxid/
Magnesiumoxid, Siliciumoxid/Aluminiumoxid/Calciumoxid, Si
lixiumoxid/Titanoxid/Magnesiumoxid und ein Alkalimetall-
oder Erdalkalimetallaluminosilikat angegeben werden. In
diesen festen Katalysatoren sind die Zusammensetzungen nicht
ausdrücklich begrenzt. Wenn ein Alkalimetall bzw. ein Oxid
davon als aktiver Bestandteil enthalten ist, sollte vorzugs
weise der Gehalt des aktiven Bestandteils den Neutralisati
onspunkt der freien Säure nicht überschreiten. Solche festen
sauer/basischen Katalysatoren können allein oder in Form von
Gemischen aus zwei oder mehr davon eingesetzt werden.
Der feste sauer/basische Katalysator kann nach verschiede
nen bekannten Verfahren hergestellt werden, wie dem homo
genen Fällungsverfahren, dem Imprägnierungsverfahren und
dem Gasphasensynetheseverfahren. Beim homogenen Fällungsver
fahren wird aus einer homogenen Lösung ein Niederschlag ge
bildet, der der Weimarn'schen Zusammensetzung entspricht.
Beim Imprägnierungsverfahren wird ein kommerziell erhält
licher, geformter Katalysatorträger aus Siliciumoxid,
Aluminiumoxid oder Siliciumoxid/Aluminiumoxid mit einer wäßri
gen Lösung eines Salzes, das eine katalytisch aktive Kompo
nente enthält, durch konkurrierende Absorption oder dgl.
imprägniert und nach dem Trocknen das imprägnierte Salz
durch thermische Zersetzung aktiviert. Beim Gasphasen
synetheseverfahren werden Oxide in feinteiliger Pulver
form durch eine Gasphasenreaktion gebildet. Weiterhin kann
ein Verfahren übernommen werden, bei dem feine Pulver ge
mischt und die Mischungen druckgeformt werden.
Bevorzugt beträgt die verwendete Katalysatormenge 0,001
bis 5 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,05 bis 1 Gew.-%, bezo
gen auf das Gewicht des Olefins.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren, bei dem man das Olefin
mit Maleinsäureanhydrid reagieren läßt, wird Maleinsäure
anhydrid in einer Menge von 0,5 bis 1,2 Mol pro
Mol Olefin verwendet. Wenn das Olefin/Maleinsäureanhydrid-
Molverhältnis zu hoch ist, vergrößert sich unvermeidbar die
Menge des nicht umgesetzten Olefins und die Verfahrensko
sten nehmen zu, weil das nicht umgesetzte Olefin zurückge
wonnen werden muß. Wenn das erwähnte Molverhältnis zu klein
ist, wird der Anteil an zersetztem Maleinsäureanhydrid ver
größert und die Wahrscheinlichkeit einer Addition von wenig
stens 2 Mol Maleinsäureanhydrid an 1 Mol des Olefins nimmt
zu, was zur Bildung von teerartigen Produkten, Verfärbung,
Gelierung und Zunahme der Viskosität des Produktes führt.
Allgemein wird die Additionsreaktion mit Maleinsäureanhydrid
im Falle eines verzweigten Olefins nicht so leicht bewirkt
wie im Falle eines linearen Olefins, und die Wahrscheinlich
keit einer Addition von wenigstens 2 Mol Maleinsäurean
hydrid an 1 Mol des Olefins ist größer als im Falle eines
linearen Olefins. Weiterhin wird im Falle eines verzweig
ten Olefins die Zersetzung oder Copolymerisation von Malein
säureanhydrid leicht verursacht, und wenn eine solche Reak
tion stattfindet, wird die Viskosität des Produktes erhöht.
Andererseits geht im Falle eines linearen Olefins, ver
glichen mit dem Fall eines verzweigten Olefins, die Addi
tionsreaktion mit Maleinsäureanhydrid selbst bei tiefer
Temperatur rasch vonstatten und es wird leicht ein Addukt
aus Olefin und Maleinsäureanhydrid im Molverhältnis 1 : 1 erhalten.
Unter den linearen Olefinen haben die 1-Olefine eine ausgezeichnete
Reaktivität.
Wenn das Molekulargewicht des Ausgangsolefins hoch ist,
wird die Reaktion bevorzugt bei einem molaren Olefin/
Maleinsäureanhydrid-Verhältnis von wenigstens 1 durchge
führt. Ist dieses molare Verhältnis kleiner als 1, insbe
sondere kleiner als 0,83, wird der Gehalt von Bernstein
säureanhydrid in 1 Mol des Reaktionsproduktes in uner
wünschter Weise erhöht.
Bei der Herstellung des gewünschten Produktes nach dem er
findungsgemäßen Verfahren werden das Ausgangsolefin und
Maleinsäureanhydrid in einem Reaktionsgefäß angesetzt, des
sen innere Atmosphäre vorher durch ein Inertgas, wie z. B.
Stickstoff, ersetzt wurde, und anschließend wird der feste
sauer/basische Katalysator in das Reaktionsgefäß gegeben.
Alternativ werden das Olefin und der feste sauer/basische
Katalysator zuerst in dem Reaktionsgefäß angesetzt und dann
Maleinsäureanhydrid zu dem Reaktionskessel hinzugefügt. Auf
diese Weise werden die Ausgangsmaterialien und der Katalysa
tor in den Reaktionskessel gebracht, und während dessen In
halt gerührt wird, wird die Temperatur auf 150 bis
250°C erhöht, um die Reaktion durchzuführen und die Addi
tionsreaktion über einen Zeitraum von 2 bis 15 h zu be
enden. Bevorzugt wird die Additionsreaktion bei 150
bis 200°C durchgeführt, bis der Umsatz 95% erreicht.
Ist der erhaltene Umsatz gering, wird die Temperatur
in der Schlußphase der Reaktion bevorzugt auf 230 bis
250°C erhöht, um den Umsatz auf 95% oder mehr zu er
höhen.
Nach der Beendigung der Reaktion wird das nicht umgesetzte
Olefin unter vermindertem Druck wiedergewonnen und der
feste sauer/basische Katalysator durch Filtration oder
zentrifugierende Separation entfernt.
Folgende wichtige Effekte werden durch die Erfindung er
reicht, wodurch der Wert der industriellen Anwendbarkeit
der Erfindung sehr hoch ist.
- 1. Weil bei dem erfindungsgemäßen Verfahren der feste
sauer/basische Katalysator verwendet wird, kann der
Umsatz selbst bei niederer Temperatur erhöht,
die Reaktionszeit verkürzt und die Ausbeute verbessert
werden.
- 2. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die Bildung
von hochmolekularen Nebenprodukten, Rückständen und
Teeren durch Zersetzung und Polykondensation des Aus
gangsmaterials beherrscht, und deshalb entstehen keine
Probleme wie etwa Verfärbung des Reaktionsproduktes,
Zunahme der Viskosität des Reaktionsproduktes und die
Notwendigkeit, den Reaktionskessel zu spülen und die
Wirtschaftlichkeit des Verfahrens wird mit dem Ergeb
nis verbessert, daß das gewünschte Produkt mit hoher
Qualität vorteilhaft industriell hergestellt werden
kann.
Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele näher be
schrieben.
Beispiel 1
Herstellung des Katalysators
Wasserglas wurde mit einer wäßrigen Lösung von Aluminium
sulfat vermischt, so daß das molare Si/Al-Verhältnis 1/1
betrug und es wurde 10%ige wäßrige Ammoniaklösung zur Mi
schung hinzugegeben, womit ein Niederschlag erhalten wurde.
Nach Zugabe einer ausreichenden Menge von wäßriger Ammoniak
lösung wurde der Niederschlag durch Filtration gewonnen,
mit Wasser gewaschen und einer Entwässerung durch Zentri
fugation unterzogen, wodurch ein entwässerter Kuchen er
halten wurde. Anschießend wurde eine 20%ige wäßrige Lö
sung von Eisenoxalat zu dem entwässerten Kuchen gegeben, so daß
das Si/Al/Fe-Elementverhältnis 1/1/0,1 betrug. Die Mischung
wurde luftgetrocknet, für 3 h bei 350°C und für 1 h bei
450°C gebrannt, in einen Exsikkator überführt und allmählich
abgekühlt, womit ein Siliciumoxid/Aluminiumoxid/Eisenoxid-Katalysa
tor [SiO2/Al2O3/(Fe2O3 · Fe3O4)] mit einem Si/Al/Fe-Element
verhältnis von 1/1/0,1 erhalten wurde.
Additionsreaktion
Ein mit einem Rührer ausgerüstetes, druckbeständiges ge
schlossenes Reaktionsgefäß mit einer Kapazität von 5 l wurde
mit 2,7 kg eines handelsüblichen 1-Olefins mit 16 Kohlenstoffatomen,
5 g des mit
obiger Methode erhaltenen Katalysators und 0,98 kg Malein
säureanhydrid beschickt und die innere Atmosphäre des Reak
tionsgefäßes durch Stickstoff ersetzt.
Anschließend wurde die innere Temperatur auf 190°C angeho
ben, während der Inhalt des Kessels gerührt wurde und die
se Temperatur über 2 h beibehalten. Nachfolgend wurde die
Temperatur auf 210°C erhöht und die Additionsreaktion für
2 h bei dieser Temperatur fortgesetzt.
Die nicht umgesetzten Stoffe wurden unter erniedrigtem Druck
(6,65 bis 1,33 kPa) wiedergewonnen und 3,2 kg des gewünschten
Alkenylbernsteinsäureanhydrids (nachfolgend als "ASA" be
zeichnet) wurden erhalten. Der Umsatz von Maleinsäure
anhydrid betrug 98%.
Das Reaktionsprodukt war transparent und hatte eine hell
gelbe Farbe. Die Anwesenheit eines Rückstandes oder teer
artigen Nebenproduktes auf der Innenwand des Reaktionsge
fäßes wurde nicht beobachtet.
Vergleichsbeispiel 1
Die Additionsreaktion wurde in derselben Weise wie in Bei
spiel 1 ausgeführt, jedoch der Katalysator nicht zugegeben.
Die Summe aus bei vermindertem Druck zurückgewonnenem
Olefin und Maleinsäureanhydrid betrug 1,0 kg und die Menge
des erhaltenen ASA war 2,6 kg.
Das ASA hatte eine tiefbraune Farbe und aufgrund von schwar
zen Rückständen, die in dem erhaltenen ASA herumschwammen,
war das Produkt opak. Eine kleine Menge eines schwarzen
Teers, der während der Additionsreaktion gebildet wurde,
haftete an der Grenzfläche Gas/Flüssigkeit an der inneren
Wand des Reaktionsgefäßes.
Beispiel 2
Herstellung des Katalysators
Wasserglas wurde mit einer wäßrigen Lösung von Titansulfat
gemischt, so daß das molare Si/Ti-Verhältnis 1/1 betrug
und wäßrige Ammoniaklösung wurde zu der Mischung hinzugege
ben, womit ein Niederschlag gebildet wurde. Der Niederschlag
wurde durch Filtration abgetrennt, mit Wasser gewaschen und
einer Entwässerung durch Zentrifugation unterzogen, womit
ein entwässerter Kuchen erhalten wurde. Der Kuchen wurde
luftgetrocknet, für 4 h bei 350°C gebrannt, in einen Exsik
kator überführt und allmählich abgekühlt, womit ein
Siliciumoxid/Titanoxid-Katalysator erhalten wurde
(SiO2/TiO2 = 1/1).
Additionsreaktion
Ein mit einem Rührer ausgerüstetes, druckbeständiges ge
schlossenes Reaktionsgefäß mit einer Kapazität von 1 l
wurde mit 538 g eines handelsüblichen 1-Olefins mit 16 C-Atomen
beschickt und 1,07 g (0,2 Gew.-%, bezogen auf das
Olefin) des so erhaltenen Siliciumoxid/Titanoxid-Katalysators
in das Reaktionsgefäß gegeben. Während unter Stickstoff
atmosphäre gerührt wurde, wurden 196 g Maleinsäureanhydrid
in das Reaktionsgefäß gegeben und die Mischung für 30 min
bei 170°C gehalten. Anschließend wurde die Temperatur auf
200°C erhöht und die Mischung für 6 h bei dieser Tempera
tur gehalten, um die Additionsreaktion zu vollziehen.
Das Reaktionsprodukt wurde bei 200°C unter 2 kPa ge
bracht, um die nicht umgesetzten Substanzen zurückzugewin
nen.
Die Menge des erhaltenen ASA betrug 624 g und das ASA
war transparent und hatte eine leicht gelbe Farbe. Die
Viskosität, gemessen bei 25°C, betrug 0,102 Pa · s. Ein Anhaf
ten eines Rückstandes oder teerartigen Produktes an der
Innenwand des Reaktionsgefäßes wurde nicht beobachtet.
Vergleichsbeispiel 2
Die Isomerisierung und die Additionsreaktion wurden in der
selben Weise wie in Beispiel 2 beschrieben durchgeführt,
jedoch der Katalysator nicht hinzugegeben.
Die nicht umgesetzten Substanzen wurden vom Reaktionsprodukt
in derselben Weise wie in Beispiel 2 beschrieben abge
trennt. Die Menge des erhaltenen ASA betrug 470 g. Nachdem
herumschwimmende Rückstände aus diesem ASA durch Filtra
tion mit Filterpapier entfernt und die Viskosität bei
25°C gemessen wurde, wurde für die Viskosität ein Wert
von 0,158 Pa · s gefunden.
Das Reaktionsprodukt hatte eine tiefbraune Farbe und die
Anhaftung einer kleinen Menge eines teerartigen Produktes
an der Innenwand des Reaktionsgefäßes und am Rührerschaft
wurde beobachtet.
Beispiel 3
Herstellung des Katalysators
Wasserglas und Aluminiumsulfat wurden in Wasser zu einer
3%igen Lösung gelöst, in der das molare Si/Al-Verhältnis
1/1 betrug. Anschließend wurde 10%ige wäßrige Ammoniak
lösung zu der wäßrigen Lösung gegeben, wodurch ein Nieder
schlag erhalten wurde. Der Niederschlag wurde durch Filtra
tion abgetrennt, mit Wasser gewaschen und einer Separation
durch Zentrifugation unterworfen, wodurch ein entwässerter
Kuchen erhalten wurde. Der Kuchen wurde luftgetrocknet,
für 4 h bei 400°C gebrannt und unter Kühlung mit pulveri
siertem Magnesiumoxid gemischt. Die Mischung wurde in einem
Mörser in einem Stickstoffstrom pulverisiert. Das Silicium
oxid-Aluminiumoxid/Magnesiumoxid-Gewichtsverhältnis betrug
10/1. Das gemahlene Pulver wurde unter einem Druck von
15 MPa gepreßt und der Preßling erneut in einem Mörser
gemahlen, womit ein Silicium/Aluminium/Magnesiumoxid-
Katalysator erhalten wurde.
Additionsreaktion
Ein mit einem Rührer ausgerüstetes, druckbeständiges ge
schlossenes Reaktionsgefäß mit einer Kapazität von 2 l
wurde mit 605 g (3,6 Mol) Triisobutylen und 294 g (3 Mol)
Maleinsäureanhydrid beschickt und die innere Atmosphäre
durch Stickstoffgas ersetzt.
Dann wurden 2 g des oben hergestellten Siliciumoxid/Aluminiumoxid/
Magnesiumoxid-Katalysators in das Reaktionsgefäß gegeben,
die innere Temperatur auf 210°C erhöht und die Additions
reaktion über 8 h bei dieser Temperatur durchgeführt. Die
nicht-umgesetzten Substanzen wurden unter vermindertem
Druck zurückgewonnen und 720 g ASA wurden erhalten.
Dieses ASA hatte eine leicht gelbe Farbe und die Viskosität,
gemessen bei 25°C, betrug 0,250 Pa · s.
Vergleichsbeispiel 3
Die Additionsreaktion wurde in derselben Weise wie in Bei
spiel 3 ausgeführt, jedoch ohne den Katalysator hinzuzu
geben.
Die nicht-umgesetzten Substanzen wurden unter vermindertem
Druck entfernt und 612 g ASA wurden erhalten. Herumschwim
mende Rückstände wurden aus diesem ASA durch Filtration
mit Filterpapier entfernt und die Viskosität bei 25°C
gemessen. Es wurde gefunden, daß die Viskosität des ASA
2,500 Pa · s betrug.
Das Reaktionsprodukt war braun und eine große Menge eines
teerartigen Produkts haftete an der inneren Wand des Reak
tionsgefäßes, der Grenzfläche Gas/Flüssigkeit, dem Schaft des
Rührers und der Rückseite des Flügelrührers.
Beispiel 4
Herstellung des Katalysators
Verwendet wurde handelsübliches Siliciumoxid/Aluminiumoxid mit
einem Verhältnis SiO2/Al2O3 von 9/1.
Der verwendete Aluminiumoxid/Eisenoxid-Katalysator wurde her
gestellt durch Abfiltrieren und Waschen mit Wasser von
Aluminiumhydroxid, das aus Aluminiumsulfat und wäßriger
Ammoniaklösung erhalten wurde, Hinzugabe dieses Aluminium
hydroxids zu einer 20%igen wäßrigen Eisenoxalat-Lösung,
so daß das molare Al/Fe-Verhältnis 10/1 betrug, Abtrennung
des gebildeten Niederschlages durch Filtration, Waschen
des Niederschlags mit Wasser, Lufttrocknung des Nieder
schlags, Brennen des Niederschlags für 4 h bei 500°C
und langsames Abkühlen des gebrannten Produktes.
Der verwendete Siliciumoxid/Titanoxid/Eisenoxid-Katalysator wur
de erhalten durch Einbringen von 100 g des Siliciumoxid/
Titanoxid-Katalysators, erhalten nach der in Beispiel 2
beschriebenen Methode, in 100 g einer 20%igen wäßrigen
Eisenoxalat-Lösung, Entfernen und Lufttrocknen des
Katalysators, Brennen des Katalysators für 3 h bei
400°C und allmähliches Kühlen des gebrannten Produktes.
Additionsreaktion
Ein mit einem Rührer versehenes, hitzebeständiges ge
schlossenes Reaktionsgefäß mit einer Kapazität von 2 l
wurde beschickt mit 500 g einer Mischung, die aus drei
1-Olefinen mit 14, 16 bzw. 18 Kohlenstoffatomen bei einem
molaren Verhältnis von 1/1/1 bestand, und es wurde 1 g
(0,2 Gew.-%, bezogen auf das Olefingemisch) des obener
wähnten Siliciumoxid/Aluminiumoxid-Katalysators in das Reak
tionsgefäß gegeben. Während unter einer Stickstoff
atmosphäre gerührt wurde, wurde die Mischung für 3 h bei
200°C gehalten, um die Isomerisierung auszulösen, bei der
die Doppelbindung der 1-Olefine ihre Lage wechselt und
innere Olefine erhalten werden.
Nach der Beendigung der Isomerisierung wurde der für die
Isomerisierung verwendete Katalysator entfernt und die
Atmosphäre in dem Reaktionsgefäß durch Stickstoffgas er
setzt. Anschließend wurden erneut 0,5 g des Siliciumoxid/
Aluminiumoxid-Katalysators, 0,5 g des Aluminiumoxid/Eisenoxid-
Katalysators und 0,5 g des Siliciumoxid/Titanoxid/Eisenoxid-
Katalysators zu dem Reaktionssystem gegeben und 220 g
(2,24 Mol) Maleinsäureanhydrid hinzugegeben.
In dem Reaktionsgefäß wurde die Temperatur unter Rüh
ren in einer Stickstoffatmosphäre zur Durchführung der
Additionsreaktion für 10 h bei 190°C gehalten. Nach der
Beendigung der Reaktion wurden die nicht-umgesetzten Sub
stanzen bei vermindertem Druck zurückgewonnen und 708 g
ASA erhalten. Dieses ASA hatte eine hellgelbe Farbe und
die Viskosität, gemessen bei 25°C, betrug 0,101 Pa · s.
Anhaften von teerartigem Produkt an der inneren Wand des
Reaktionsgefäßes oder am Rührer wurde nicht beobachtet.
Vergleichsbeispiel 4
Die Isomerisierung und die Additionsreaktion wurde in der
selben Weise wie in Beispiel 4 beschrieben durchgeführt,
jedoch die Katalysatoren nicht zugegeben.
Die nicht umgesetzten Substanzen wurden vom Reaktionsprodukt
bei vermindertem Druck entfernt und 570 g ASA wurden er
halten. Dieses ASA hatte eine tiefbraune Farbe mit im ASA
herumschwimmenden Rückständen. Nach der Entfernung der
Rückstände aus dem ASA durch Filtration mit Filterpapier
betrug die Viskosität des ASA, gemessen bei 25°C, 0,185 Pa · s.
Eine kleine Menge eines teerartigen Produktes haftete an
der inneren Wand des Reaktionsgefäßes.