DE3534949A1 - Verfahren zur herstellung von polyamiden - Google Patents

Verfahren zur herstellung von polyamiden

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Description

  • Beschreibung
  • Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Polyamiden und deren Copolymeren durch die aktivierte anionische Polymerisation von Lactamen.
  • Diese Polymerisationsart ermöglicht es, Polyamidformkörper auf verschiedene Verfahrensweisen herzustellen.
  • Man geht dabei von 2 Komponenten aus, von denen die eine den Katalysator, die andere den Aktivator in der Lactamschmelze gelöst enthält. Nach Vermischen beider Komponenten wird in der Form polymerisiert.
  • Neuerdings wird diese Technik auch für den Reaktionsspritzguß verwendet (Reaction Injection Molding, RIM-Verfahren), der durch die Polyurethantechnologie bekannt wurde.
  • Gegenüber Polyurethan weist Polyamid anwendungstechnische Vorteile auf. So ist es wärmebeständiger, läßt damit eine direkte Lackierung des Fertigteils zu, das darüber hinaus kein zusätzliches Trennmittel zum Ablösen von der Form benötigt.
  • Allerdings hat der Einsatz von Polyamid auch Nachteile. Im trockenen Zustand und bei tiefen Temperaturen ist Polyamid ungenügend schlagzäh. Hinzu kommen eine hohe Wasseraufnahme und hohe Volumenschrumpfung.
  • Man hat versucht, die Polyamidformmassen schlagzäh einzustellen durch Zusatz niedermolekularer Weichmacher. Der Effekt war nicht zufriedenstellend. Meist sind sie nicht genügend verträglich, entmischen sich und schwitzen aus.
  • Verträgliche Weichmacher wie Dimethylacetamid, die echte Lösungen bilden, sind vielfach flüchtig, gehen durch Verdampfen verloren, sind unter Polymerisationsbedingungen oft nicht stabil und verschlechtern meist die mechanischen Eigenschaften. Der dauerhaft wirkende Weichmacher Hexamethylphosphortriamid, offenbart in DE-OS 20 08 117, ist dagegen physiologisch bedenklich und cancerogenverdächtig.
  • Man hat auch Polymere und Copolymere als Zusätze vorgeschlagen, die gleichzeitig als Aktivator für die Lactampolymerisation dienen können. So können nach DE-OS 25 32 596 Polyätherdiole mit Acyllactamen katalytisch kondensiert und zu einem Terpolymerisat mit Ester- und Amidbrücken polymerisiert werden (DE-OS 24 12 106; EP 0067 695).
  • Die Erfindung erfordert ein speziell zu fertigendes Präpolymerisat, was aufwendig ist.
  • Die vorliegende Erfindung macht sich zur Aufgabe, ein wirtschaftliches Verfahren zu finden, um mit handelsüblichen Rohstoffen Polyamidformkörper nach dem RIM-Verfahren herzustellen.
  • Überraschend wurde nun ein einfaches Verfahren der Polymerisation gefunden ohne Verwendung von Präpolymeren, die zu einwandfreien Formteilen führt und die Nachteile vom Polyamid weitgehend kompensiert.
  • Gegenstand der Erfindung ist daher ein Verfahren zur Herstellung von Polyamid und deren Copolymeren durch die aktivierte anionische Polymerisation von Lactamen, dadurch g e k e n n z e i c hn e t, daß die Polymerisation in Gegenwart erfolgt von 1. 0 2 - 10 Gew.-& an Silylierungsmittel und 2. 0,5 - 60 Gew.-% an ungesättigten Kohlenwasserstoffen und deren Mischungen in monomerer oder oligomerer Form mit mindestens einer Doppelbindung, alles bezogen auf das Lactam.
  • Es war nicht vorauszusehen, daß derartige Zusätze die Polymerisationsgeschwindigkeit so stark erhöhen und damit eine Verarbeitung nach dem RIM-Verfahren, sogar in Gegenwart von Verstärkungsfasern möglich machen (R-RIM).
  • Die Wirkung des Silylierungsmittels dürfte auf seinen Umsatz mit H-aktiven Verbindungen zurückzuführen und von zweifacher Art sein.
  • Unter den technischen Reaktionsbedingungen kann sich die Silylverbindung des Caprolactams bilden, die bei Zutritt des alkalischen Katalysators aktivierend auf die Polymerisation wirkt.
  • Die Silylierung kann aber gleichzeitig eine unerwünschte H-Brückenbildung von Faser und Lactam mindern.
  • Trotz dünnflüssiger Caprolactamschmelze steigt nämlich die Viskosität mit der Glasfasermenge stark an. Je nach Durchmesser und damit Faseroberfläche lassen sich kaum mehr als 10 Gew.-% Glasfasern in die Schmelze einarbeiten. Der tatsächliche Fasergehalt im Formteil sinkt dann auf praktisch die Hälfte, da die 2. Ansatzkomponente mit dem alkalischen Katalysator keine Fasern enthalten sollte.
  • Schon 1 - 1,5 Gew.-% Hexamethyldisilazan als Silylierungsmittel ermöglichen, 20 Gew.-% Glasfasern und mehr problemlos einzuarbeiten.
  • Die Wechselwirkung Glasfaser-Lactam über ihre H-Brücken wird zurückgedrängt, die Assoziation geringer und damit der Viskositätsanstieg auch.
  • Als Silylierungsmittel sind in erster Linie die Silazane wie Hexamethyldisilazan zu nennen. Andere Trimethylsilyl-Derivate lassen sich auch verwenden wie N, N-Bistrimethylsilhylharnstoff oder N,O-Bistrimethylsilylacetamid, ebenso Chlorsilane gegebenenfalls in Mischung, wenn die gebildete Säure gebunden wird.
  • Auch können Silylierungsmittel aktiviert werden wie Silazane durch Imidazol oder Trimethylchlorsilan.
  • Es war ebenfalls überraschend, daß Zusätze an ungesättigten Kohlenwasserstoffen in monomerer oder oligomerer Form mit mindestens einer Doppelbindung die Viskosität ebenfalls herabsetzen.
  • Derartige unpolare Verbindungen können bei etwas größerem Gehalt vielleicht auch die Wirkung der H-Brücken indirekt bremsen, indem sie die Faseroberfläche belegen, sie gleichsam benetzen.
  • Mit Silylierungsmittel zusammen können in Caprolactamschmelzen 40 Gew.-% und mehr an Glasfasern eingearbeitet werden. Für die RIM-Technologie ist besonders vorteilhaft, daß eine gewisse, mittlere Viskosität erhalten wird und auch verbleibt. Sie erschwert nicht die Verarbeitung und wirft dennoch nicht das Dichtigkeitsproblem der reinen, heißen Lactamschmelze auf.
  • Als ungesättigte Kohlenwasserstoffe können die verschiedensten Verbindungen in monomerer oder oligomerer Form dienen. Sie können offenkettig, cyclisch, mehrfach cyclisch, verzweigt oder unverzweigt vorliegen.
  • Zu den offenkettigen Kohlenwasserstoffen mit einer Doppelbindung gehören vorzugsweise a -Olefine mit insbesondere 6 - 30 C-Atomen.
  • Die Doppelbindung kann auch seitenständig als Vinylgruppe an Aromaten gebunden sein, wie z.B. beim Styrol, o-Methylstyrol oder Vinylnaphtalin.
  • Zu den Kohlenwasserstoffen mit 2 Doppelbindungen zählen Homo-und Cooligomere von 1,3-Dienen, z.B. 1,3-Butadien, Isopren, 2,3-Dimethylbutadien und Piperylen sowie Cooligomere dieser 1,3-Diene untereinander und mit Aromaten, vorzugsweise mit vinylsubstituierten Aromaten wie Styrol.
  • Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren werden bevorzugt Polybutadiene verwendet mit Molekulargewichten von 500 - 10.000, besonders von 800 - 6.000, bei denen die Doppelbindungen isoliert oder zumindest teilweise konjugiert vorliegen.
  • Ebenso eignen sich flüssige, oligomere 1,2-Butadiene, vorzugsweise mit einem Molekulargewicht von 1.000 - 5.000 und einem Vinylanteil von über 90 % der vorhandenen Doppelbindungen.
  • Geeignet sind weiterhin cyclische Kohlenwasserstoffe mit mindestens einer Doppelbindung wie z.B. Cycloocten und seine höheren Homologen, ferner Verbindungen mit einem Brückensystem, wie oder p-Pinen, kondensierte Systeme wie Inden und/oder Spirane.
  • Die Cycloolefine können als Monomere und/oder durch Ringerweiterung als große Ringe vorliegen wie im Fall des Cyclopentens mit dem daraus hergestellten Cyclodecadien und der weiteren Oligomeren bis zu hochmolekularen Polypentenen. Der Olefinring kann auch gespannt sein wie im Fall vom Acenaphtylen.
  • Unter den Verbindungen mit 2 Doppelbindungen sind die sich von Cyclopentadien ableitenden Verbindungen bevorzugt. Hierzu gehören insbesondere Derivate aus der Diels-Alder-Reaktion wie das dimere Dicyclopentadien und die Homologen wie das Trimere, aber auch das Norbornen (Cyclopentadien + Äthylen) und das Äthylidennorbornen (Cyclopentadien + Butadien + Isomerisierung).
  • Die ungesättigten Kohlenwasserstoffe brauchen als solche nicht vorzuliegen. Sie können gleichsam "in situ" vor oder während der Polymerisation gebildet werden. So spaltet z.B. das gesättigte, cyclische Dimere zum Xylylen auf, das unter milden Bedingungen zu linearen Ketten polymerisieren kann. Aus Cyclohexanon entstehen durch Kondensation unter Wasserabspaltung reaktive Kohlenwasserstoffe mit polycyclischen Strukturen.
  • Eine Reihe der ungesättigten Kohlenwasserstoffe oder ihrer Vorprodukte werden großtechnisch hergestellt, so daß ihr Einsatz bei der Polymerisation wirtschaftliche Vorteile bietet. Hierzu gehören z.B. « -Olefine, Styrol und ganz besonders Dicyclopentadien. Die Mitverwendung dieser Stoffe und ihrer Mischung läßt die Rohstoffkosten deutlich sinken, da diese Verbindungen preisgünstiger erhältlich sind als Caprolactam.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich besonders vorteilhaft zur Herstellung verstärkter Polyamide. Die starke Erhöhung der Strukturviskosität der Caprolactamschmelze beim Einarbeiten der Glasfaser hat dazu beigetragen, daß Gußpolyamide faserverstärkt industriell kaum angeboten werden. Durch die Kombination von Silylierungsmittel und ungesättigtem Kohlenwasserstoff gemäß Anspruch 1 lassen sich 40 Gew.-% Glasfasern und mehr problemlos verwenden. Die Viskosität der Schmelze läßt sich sogar innerhalb gewisser Grenzen einstellen, etwa von relativ dünnflüssig bis mittelviskos, wobei sich die Glasfaser auch ohne zu rühren nicht mehr absetzt.
  • Die Wirkung der erfindungsgemäßen Kombination ist besonders günstig, wenn das Verhältnis der Glasfaseroberfläche zur Masse zunimmt. So läßt sich auch die feinere 10 «m-Faser einarbeiten, nicht nur die dickere Faser von 17 ijm. Neben gemahlenen Fasern (0,1 mm) können auch in geringeren Anteilen geschnittene Fasern (1,5 mm und länger) eingesetzt werden.
  • Neben der Glasfaser können andere Verstärkungsfasern, vorzugsweise Kohlenstoff- oder Aramidfasern, allein oder im Gemisch verwendet werden. Statt die Fasern in das Lactam einzuarbeiten, kann umgekehrt die reaktive Lactamschmelze zum Tränken von vorzugsweise Glas- und/oder Kohlenstoffasern verwendet werden.
  • Die Verstärkungsfaser kann dabei als Roving oder in Form einer Matte aus endlosen oder geschnittenen Fasern vorliegen.
  • Die günstige Wirkung von Silazan und ungesättigten Kohlenwasserstoff auf die Viskosität erleichtert die vollständige, blasenfreie Benetzung durch das Monomer oder Vorpolymer vom Polyamid.
  • Dies gilt auch für mineralische Füllstoffe, die allein oder mit der Verstärkungsfaser kombiniert, verwendet werden können.
  • Dem Reaktionsansatz können zweckmäßigerweise Di- oder Polyamine mit einer Polyalkylenoxidkette vom Molgewicht 100 - 4.000 zugesetzt werden. Diese Ntherdi- oder -polyamine können das System aus so unterschiedlich polaren Stoffen wie Lactam und ungesättigtem Kohlenwasserstoff verträglicher machen. Sie können in der Wärme mit z.B. oligomeren Butadien vorreagieren, was schon durch Löslichkeitserhöhung sichtbar wird. Auf diese Weise wird der hierbei nicht reagierende Anteil an ungesättigtem Kohlenwasserstoff gleichmäßiger und feiner dispergiert, die thermische Vergilbung herabgesetzt.
  • Das Ätherdi- oder -polyamin kann darüber hinaus Polymerisationsgrad und -geschwindigkeit verbessern.
  • Als Stheramine eignen sich insbesondere diejenigen auf Basis Polypropylen- und -butylenoxid wie Polypropylenoxiddiamin mit einem Molgewicht von 100 - 4.000, vorzugsweise von 400 - 2.00.
  • Auch Silane und Siloxane können sich günstig auf die Beschaffenheit des Formteils wie auf die Polymerisationsgeschwindigkeit auswirken. Uberraschend ist die Wirkung gerade jener Derivate, die eine unmittelbare chemische Reaktion mit dem Polyaramid nicht erwarten lassen, wie die Alkyl- oder Arylsilane und/oder die linearen bzw. cyclischen Organosiloxane. Die hydrophob wirkenden Silane verbessern Verarbeitung und Qualität des Formteils.
  • Die Oberfläche wird glatter, das Formteil leichter abtrennbar, die Wasseraufnahme weiter herabgesetzt.
  • Daneben können die bekannten Silanhaftmittel mitverwendet werden, deren organofunktionelle Gruppen mit dem entstehenden oder gebildeten Polyamid reagieren können, wie z.B. Amino-, Epoxy- und Ureidosilane. Aber auch Silane mit ungesättigten Gruppen, wie z.B. Vinyl- oder Methacrylatsilane, sind vorteilhaft und Reaktionen mit dem ungesättigten Kohlenwasserstoff grundsätzlich gegeben.
  • Die als Haftmittel dienenden Silane weisen wie üblich 3 Alkoxy-und 1 Organogruppe am Silicium-Atom auf. Überraschenderweise sind Silane mit nur 2, insbesondere mit nur einer Alkoxygruppe vielfach noch wirksamer. In diesen Fällen haftet neben der Organogruppe 1 bzw. 2 kurzkettige C-Gruppen wie Methyl am Silicium. Als Beispiel seien genannt: Vinyldimethylmethoxysilan und Octadecyldimethylmethoxysilan.
  • Grundsätzlich kann das Silan auch Tetraorganooxygruppen enthalten (Kieselsäureester), die nicht alle die gleichen sein müssen und in monomerer oder oligomerer Form vorliegen können.
  • Die aktivierte anionische Polymerisation kann unter Zusätzen tertiärer Phospine und/oder organischer Zinnverbindungen erfolgen.
  • Tertiäre Phosphine sind Lewis-Basen, deren Basizität je nach Substituent der Alkyl- oder Arylgruppe unterschiedlich ist.
  • Das hier bevorzugte Triphenylphosphin ist schwach basisch aber stark nucleophil mit einer katalytischen Aktivität, die durch Substituenten, wie die Methyl-, Amino- und Dimethylamino-Gruppe, noch gesteigert werden kann. Die Sauerstoff-Empfindlichkeit des Systems kann durch das Phosphin herabgesetzt werden.
  • Die zur Bildung des Lactam-Anions notwendige Katalysatormenge läßt sich gegebenenfalls herabsetzen. Der Gehalt an tertiärem Phosphin beträgt zweckmäßigerweise 0,5 - 3 % vom Lactamgewicht.
  • Zu den erfindungsgemäßen organischen Zinnverbindungen gehören Tetra-, Tri- Di- oder Monoorganozinnderivate. Von diesem sind bevorzugt Verbindungen des Tetraorganozinns wie Tetrabutyl-, Tetraoctyl- und Tetraphenylzinn. Die Triorganozinnverbindungen sind gleichzeitig stark biozid. Von den Diorganozinnverbindungen eignen sich Stoffe wie die Diäthylzinn- diiso-octylthioglykolate, das Dioctylzinndilaurat und die Dialkylzinnoxyde. Ferner eignen sich Verbindungen mit Sn-Sn-Gruppen wie Hexaalkyldistannane und mit Sn-O-Gruppen wie die Stannoxane und Trialkylzinnhydroxyde.
  • Die organischen Zinnverbindungen werden zweckmäßig in einer Menge von 0,5 - 3 z vom Lactamgewicht verwendet.
  • Dem Ansatz können 0.2 - 3 Gew.-% Titansäureester oder -chelate, bezogen auf den k'üllstoff-freien Ansatz zugegeben werden. Die vielfältige katalytische Wirkung der Titanverbindungen kommt dem Polymer zugute.
  • Die Alkoholkomponente der Titanverbindungen kann 1 - 18 Kohlenstoffatome aufweisen und ein- oder mehrwertig sein. Die Titanate können in monomerer oder oligomerer Form oder als Titanacylate vorliegen. Als Titanchelate eignen sich insbesondere Abkömmlinge von B-Dicarbonylen wie Acetylaceton, Acetessigester, ferner Alkanolamine wie Triäthanolamin und mehrwertige Alkohole wie Glykole.
  • Zusätze von 0,03 - 0,5 Gew.-%, bezogen auf das Lactam, an aromatischen Verbindungen, die Alkalimetallkomplexe ausbilden, können erfindungsgemäß förderlich für die Polymerisationsgeschwindigkeit sein. Derartige Verbindungen wie Naphthalin, Anthracen, Pyren, Inden, Fluoren, Triphenylmethan, Cumaron, Carbazol können als Initiatoren in Form ihrer Anionen wirken.
  • Die Oberflächenbeschaffenheit der Formkörper läßt sich durch Zusatz von Metallsalzen, vorzugsweise der Erdalkaligruppe wie z.B. Bariumacetat sowie von Metallkomplexverbindungen der 8.
  • Nebengruppe verbessern. Zu letzteren gehören in erster Linie Sandwichverbindungen wie die Metallocene, vorzugsweise des Ferrocen sowie Komplexe mit 0-wertigem Metallatom wie z.B. Ni ((C6H5)3P). Mit einer gewissen Verfärbung des Formteils auch bei kleinen Zusatzmengen von 0,05 - 1 % vom Lactamgewicht muß hier gerechnet werden.
  • Als Lactame dienen vorzugsweise £-Caprolactam und/oder Laurinlactam. Allgemein eignen sich Lactame mit 4 - 12 C-Atomen, gegebenenfalls auch C-substituiert als solche oder in Mischung.
  • Als Katalysator für die anionische Polymerisation eignen sich die Alkali- oder Erdalkaliverbindungen der genannten Lactame, vorzugsweise von Caprolactam, die als solche zugesetzt werden oder in situ entstehen sowie Grignardverbindungen.
  • Als Aktivatoren dienen die üblichen Acyllactame wie Acetyllactam und vorzugsweise die Additionsverbindungen aus Isocyanaten und Caprolactam.
  • Der Formkörper kann durch Gasbildner auch in leicht geschäumter Form vorliegen. Das Gas oder die niedrig siedende Flüssigkeit kann durch die exotherme Reaktion und/oder durch die pH-Enderung während des Polymerisationsvorgangs gebildet werden. Mit Silazanen bildet sich bei der Silylierung eine entsprechende Menge an gasförmigem Ammoniak. Mit höherer Silazankonzentration läßt sich ein leicht geschäumter Formkörper mit "Integralschaum" und glatter Oberfläche erhalten.
  • Dem Polymerisationsansatz können wie üblich Stabilisatoren, Trennmittel, Flammschutzmittel und dergleichen zugesetzt werden.
  • Die Eigenschaften der Polymere lassen sich weitgehend beeinflussen durch die Wahl des ungesättigten Kohlenwasserstoffes, der Verstärkungsfasern und der weiteren Zusätze sowie durch ihren jeweiligen Mengenanteil.
  • Das Vergleichsbeispiel gemäß dem Stand der Technik und das anschließende Beispiel 2 mögen das erfindungsgemäße Verfahren näher erläutern, aber nicht eingrenzen.
  • Beispiel 1 (Vergleichsbeispiel) Je 20 g Caprolactam trocken werden mit 3,5 g einer Lösung von Natriumcaprolactamat in Caprolactam ('tKatalysator") bzw. 2,5 g der Additionsverbindung aus Isocyanat und Caprolactam, gelöst in Caprolactam ("Aktivator") unter Stickstoff bei 80 OC getrennt aufgeschmolzen. Beim Versuch, 10 - 20 Gew.-% gemahlener Glasfasern (10 m) der Aktivatorkomponente zuzusetzen, steigt die Viskosität so stark an, daß die ganze Masse praktisch fest wird und ein gleichmäßiges Einarbeiten nicht gewährt ist. Der Versuch muß abgebrochen werden.
  • Beispiel 2 Der kalten Aktivator-Komponente gemäß Beispiel 1 werden 0,8 g Hexamethyldisilazan zugesetzt sowie eine Mischung, bestehend aus 0,4 g Imidazolintriäthoxysilan 0,7 g Octyltrimethoxysilan 0,5 g Triphenylphosphin 1,0 g Polypropylenoxyddiamin vom Molgewicht 2.000 7,0 g flüssiges Polybutadien vom Molgewicht 3.000, die bei 80 "C gelöst wird. Anschließend werden 12 g gemahlene Glasfasern (10 ßm) zugegeben und aufgeschmolzen.
  • Trotz fast 40 Gew.-% Glasgehalt ist die entstandene Masse von mittlerer Viskosität und gut rührbar. Sie neigt sogar beim Stehenlassen zum leichten Absetzen der Faser. Gerührt bleibt der Ansatz problemlos homogen. Durch weiteren Zusatz z.B. an Polybutadien wird der Ansatz noch dünnflüssiger, über die verwendeten Zusatzmengen kann die gewünschte Viskosität in gewissem Rahmen eingestellt werden.
  • Katalysator- und Atkivatorkomponente werden bei 100 OC vermischt und in ein auf 130 OC beheiztes Plattenwerkzeug eingegossen.
  • Der Reaktionsansatz erwärmt sich durch die exotherme Reaktion noch über die Temperatur der Heizbadflüssigkeit hinaus. Das Temperaturmaximum von etwa 142 OC tritt nach rund 1 3/4 Minuten ein.
  • Das erhaltene hellfarbige, glatte Formteil läßt sich leicht entformen und zeigt gute mechanische Eigenschaften. Der Erweichungspunkt liegt laut DSC-Diagramm bei etwa 217 "C. Der Kristallisationsanteil bezogen auf reines Polyamid liegt bei über 50 %.
  • Die Haftung Glasfaser-Matrix ist laut Rasterelektronenmikroskop ausgezeichnet. Das Bruchbild zeigt, wie fest die Fasern in der Matrix verankert sind. Löcher oder gar "Rinnen" durch herausgezogene Fasern treten nicht auf. Die herausragenden Fasern sind vielfach mit Matrixanteilen überzogen. Die Wasseraufnahme ist durch den unpolaren Anteil an Butadien auf etwa die Hälfte gesunken.
  • Die Polymerisationsgeschwindigkeit, ausgedrückt in Anspringtemperatur und Reaktionszeit, ist wesentlich höher beim erfindungsgemäßen Verfahren als gemäß Beispiel 1 ohne Verwendung von Glasfasern.

Claims (12)

  1. Verfahren zur Herstellung von Polyamiden Patentansprüche Verfahren zur Herstellung von Polyamiden und deren Copolymeren durch die aktivierte anionische Polymerisation von Lactamen, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, daß die Polymerisation in Gegenwart erfolgt von 1. 0,2 - 10 Gew.-% an Silylierungsmittel und 2. 0,5 - 60 Gew.-% an ungesättigten Kohlenwasserstoffverbindungen und deren Mischungen in monomerer oder oligomerer Form mit mindestens einer Doppelbindung, alles bezogen auf das Lactam.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch g e k e n n z e i c hn e t, daß dem Ansatz Verstärkungsfasern, vorzugsweise Glas- und/oder Kohlenstoff-Fasern und/oder anorganische Füllstoffe zugesetzt werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch g e k e n n z e i c h -n e t, daß Di- oder Polyamine mit einer Polyalkylenoxidkette vom Molgewicht 100 - 4.000 in einer dem Gehalt an ungesättigten Kohlenwasserstoffen nicht übersteigenden Gewichtsmenge verwendet werden.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 - 3, dadurch g e k e n nz e i c h n e t, daß lineare oder cyclische Organosiloxane und/oder Alkyl- oder Arylsilane, gegebenenfalls mit organofunktionellen Gruppen und/oder Organooxysilane mit einem Gesamtgehalt von 0,1 - 8 Gew.-% vom ganzen Ansatz verwendet werden.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1 - 4, dadurch g e k e n n -z e i c h n e t, daß als weitere Zusätze tertiäre Phosphine wie Triphenylphosphin und/oder organische Zinnverbindungen wie Tetrabutylzinn verwendet werden.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 1 - 5, dadurch g e k e n n z e i c hn e t, daß 0,2 - 3 Gew.-%, bezogen auf den Ansatz ohne Faser und Füllstoff, an Titansäureester oder Titanchelat verwendet werden.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 1 - 6, dadurch g e k e n n.z e i c hn e t, daß 0,03 - 0,5 Gew.-%, bezogen auf das Lactam, an aromatischen Verbindungen zugesetzt werden, die Alkalimetallkomplexe bilden können.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 1 - 7, dadurch g e k e n n z e i c hn e t, daß die Polymerisation in Gegenwart von Metallsalzen, vorzugsweise der Erdalkaligruppe und/oder von Metallkomplexverbindungen der 8. Nebengruppe einschließlich der Sandwich-Verbindungen erfolgt.
  9. 9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch g e k e n n z e i c hn e t, daß die ungesättigten Kohlenwasserstoffverbindungen oder deren Mischungen in monomerer oderoligomerer Form vorliegen und es sich im Fall nur einer Doppelbindung um «-Olefine und/oder Styrol handelt, im Fall zweier Doppelbindungen diese konjugiert oder isoliert im offenkettigen, cyclischen oder mehrfach cyclischen System vorliegen.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 1 und 9, dadurch g e k e n nz e i c h n e t, daß es sich um flüssige Polybutadienverbindungen mit einem Molekulargewicht zwischen 1.000 und 8.000 handelt.
  11. 11. Verfahren nach Anspruch 1 und 9, dadurch g e k e n nz e i c h n e t, daß es sich bei den cyclischen Verbindungen um Derivate handelt, die sich vom Cyclopentadien ableiten wie Dicyclopentadien, Norbornen und Äthylidennorbornen.
  12. 12. Verfahren nach Anspruch 1 - 11, dadurch g e k e n nz e i c h n e t, daß man durch Zusatz eines Treibmittels und/oder durch stärkeren Gehalt an Silylierungsmittel wie Silazane zu leicht geschäumten Formkörpern mit glatter Oberfläche gelangt.
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