Die Erfindung betrifft eine Umstellvorrichtung gemäß Gattungsbegriff des
Patentanspruches.
Bei den bekannten Lösungen dieser Art (USPS 30 78 705) kann ein dem
Gehäusestift benachbartes Zwischenplättchen mittels des Umstellschlüssels
aus dem Zylinder entfernt werden, und zwar dadurch, daß der diesbe
zügliche eingeschobene, in die entsprechende Position gedrehte Umstell
schlüssel rückseitig die Aufnahmetasche besitzt, in welche dann das
Plättchen einfällt und mitsamt dem Schlüssel herausgezogen wird. Nach
Entfernen dieses Zwischenplättchens darf der Umstellschlüssel nicht mehr
benutzt werden. Würde er doch benutzt, so wird er von dem Gehäusestift
eingefangen und kann nicht mehr abgezogen werden. Insoweit ist der
Schließzylinder dann unbrauchbar. Dies beeinträchtigt nicht nur die
Handhabung, sondern bringt sogar das erhebliche Gefahrenmoment, daß
allein wegen einer Zweitbenutzung des Umstellschlüssels der gesamte
Zylinder ausgetauscht werden muß, was sogar problematisch ist, weil die
durch Drehsperrung eines solchen Schließzylinders vorhandene Stellung
des Zylinderkernes nicht mit der Ein-/Ausbaustellung des Zylinders
übereinstimmt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen gattungsgemäßen
Schließzylinder so auszu
gestalten, daß eine demontagelose Einbringung des Zwischenplättchens
möglich ist, so daß also auch der Umstellschlüssel über längere Zeiten
benutzbar bleibt.
Gelöst ist diese Aufgabe durch die im Kennzeichen des Patentanspruches
angegebene Erfindung.
Zufolge dieser Ausgestaltung ist eine Umstellvorrichtung eines Schließ
zylinders von erheblich größerem Gebrauchswert geschaffen. Er kann
jederzeit mit einem Zwischenplättchen bestückt werden. Dies geschieht in
der Weise, daß das Zwischenplättchen in die Aufnahmetasche des Umstell
schlüssels eingelegt und dieser in den Schlüsselkanal eingeschoben und
anschließend um 180gedreht wird. Das Zwischenplättchen fluchtet nun
mit der Stiftbohrung, so daß anschließend die Zwischenplättchen-Anhe
benadel in den Kanal des Umstellschlüssels eingeschoben werden kann, um
das Zwischenplättchen in die Stiftbohrung mit hineindrücken zu können.
Durch anschließendes gemeinsames Drehen des Umstellschlüssels mit An
hebenadel verbleibt das Zwischenplättchen in der eingeschobenen Lage.
Auf diese Weise kann in einfacher Weise das Aussperren bestimmter Schlüs
sel erreicht werden. Beispielsweise kann man zur Urlaubszeit das Zwi
schenplättchen einführen und dem Nachbarn einen entsprechenden Schlüs
sel zukommen lassen. Nach Beendigung der Urlaubszeit wird dann das
Zwischenplättchen wieder entfernt. Mittels des ausgehändigten Schlüssels
kann das Schloß danach nicht mehr geschlossen werden. Der Umstell
schlüssel ist nach wie vor benutzbar. Es kann also mit ihm sowohl das
Plättchen entnommen als auch wieder eingesetzt werden.
Aus der US-PS 31 49 486 sind Schließzylinder bekannt, die sich mittels
eines vorläufigen Schlüssels schließen lassen, in der Praxis meist bezeich
net als ein sogenannter Bauschlüssel. Soll letzterer ausgesperrt werden,
so ist durch eine Längsöffnung des Zylinderkernes eine Nadel einzu
führen, welche einen Gehäusestift zurückdrückt und welche ein Widerlager
für eine Kugel bildet. Der entsprechende Kernstift bildet einen Schlitz
aus, der so bemessen ist, daß eine Kugel als Zwischenglied zwischen
Kernstift und Gehäusestift nicht in den Schlitz eintauchen kann. Der
Umstellschlüssel ist mit einer Auflaufschräge versehen, so daß demzufolge
die Kugel in den Schlitz des Kernstiftes eingepreßt wird. Danach bilden
Kugel und Kernstift eine zusammenhängende Einheit, welche als Ganzes
mittels eines anders gestalteten Schlüssels entsprechend einzuordnen ist.
Bei dieser Lösung erfüllt demgemäß die Nadel eine Widerlagerfunktion.
Mittels dieser ist es nicht möglich, ein Zwischenglied einzusetzen. Fer
nerhin muß der Zylinderkern eine gesonderte Einstecköffnung für die
Nadel ausbilden, was die Abtastsicherheit verringert.
Nachstehend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der
Fig. 1 bis 12 erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine Ansicht eines Schließzylinders,
Fig. 2 eine Ansicht des dazugehörigen Flachschlüssels, der schlüssel
rückenseitig keine Zwischenplättchen-Aufnahmetasche ausbildet,
Fig. 3 teils in Ansicht, teils im Schnitt in vergrößerter Darstellung den
Schließzylinder mit eingeführtem Schlüssel,
Fig. 4 eine der Fig. 3 entsprechende Darstellung, wobei ein die Zwi
schenplättchen-Aufnahmetasche aufweisender Flachschlüssel in
den Schließzylinder eingeführt ist,
Fig. 5 den Schnitt nach der Linie V-V in Fig. 4,
Fig. 6 einen der Fig. 5 entsprechenden Schnitt, wobei der Schließ
zylinderkern mittels dieses Schlüssels um 180gedreht ist zwecks
Eintritt des Zwischenplättchens in die Aufnahmetasche des Flach
schlüssels,
Fig. 7 eine der Fig. 4 entsprechende Darstellung, wobei das Zwischen
plättchen in der Aufnahmetasche des Flachschlüssels liegt,
Fig. 8 einen Querschnitt durch den in Fig. 7 veranschaulichten Schließ
zylinder, jedoch bei fortgelassenem Zwischenplättchen,
Fig. 9 eine der Fig. 8 entsprechende Darstellung, und zwar in einer
Zwischendrehstellung des Zylinderkerns,
Fig. 10 in vergrößerter Darstellung den neuen Benutzerschlüssel, dessen
Schließkerben denjenigen des die Aufnahmetasche ausbildenden
Flachschlüssels entsprechen,
Fig. 11 teils in Ansicht, teils im Schnitt den Schließzylinder mit um 180gedrehtem Schlüssel, wobei die in den Kanal des Schlüssels
eingesteckte Anhebenadel das Zwischenplättchen in die Stift
bohrung drückt und
Fig. 12 den Schnitt nach der Linie XII-XII in Fig. 11.
Bezüglich des Schließzylinders 1 handelt es sich um einen Halbzylinder.
Dieser besitzt ein querschnittsprofiliertes Zylindergehäuse 2. Vom oberen
Ende desselben geht ein Ausschnitt 3 für eine einen Schließbart 4 tragen
de Schließbartnabe 5 aus. Letztere steht in Kupplungsverbindung mit
dem inneren Ende eines in einer Kernbohrung 6 des Zylindergehäuses 2
gelagerten Zylinderkern 7, der in bekannter Weise in axialer Richtung
gegen Verschieben im Zylindergehäuse festgelegt ist.
Die Kernbohrung 6 ist in einem im Querschnitt kreisförmigen Gehäuseab
schnitt 2′ vorgesehen: Von diesem geht radial gerichtet ein flanschar
tiger Gehäuseabschnitt 2′′ aus. In letzterem befinden sich in der Ge
häuselängsmittelebene reihenförmig hintereinanderliegende Stiftbohrungen
8, die mit Stiftbohrungen 9 des Zylinderkerns 7 fluchten. Die Stiftboh
rungen 8 sind an ihrem unteren Ende durch Kerbstifte 10 verschlossen.
An den inneren Enden derselben stützen sich Stiftfedern 11 ab, welche
ihrerseits Gehäusestifte 12 beaufschlagen. Die Gehäusestifte 12 wirken
mit Kernstiften 13 zusammen. Die zweite Stiftzuhaltung, von links ge
sehen, besitzt zwischen Kernstift 13 und Gehäusestift 12 ein Zwischen
plättchen 14.
Der den vorbeschriebenen Schließzylinder 1 schließende Flachschlüssel 15
setzt sich zusammen aus einem Schlüsselschaft 16 und der Schlüsselhand
habe 17. An der dem Schlüsselrücken 18 gegenüberliegenden Schmalkante
sind Schließkerben 19 unterschiedlicher Tiefe eingearbeitet.
Wird nun der Flachschlüssel 15 in den in gleicher Ebene mit den Kern
stiften 13 liegenden Schlüsselkanal 20 eingeführt, so werden von den
Schließkeren 19 die Stiftzuhaltungen 12, 13 so eingeordnet, daß deren
Trennfuge auf Höhe der Kerngleitfuge G liegt. Bezüglich der zweiten,
das Zwischenplättchen 14 aufweisenden Stiftzuhaltung sieht dies so aus,
daß das Zwischenplättchen 14 innerhalb der Stiftbohrung 9 des Zylinder
kerns 7 liegt derart, daß die Trennfuge T zwischen Zwischenplättchen
und Gehäusestift sich auf der Höhe der Kerngleitfuge G befindet. Diese
Ausrichtung der Stiftzuhaltungen erlaubt dann die Schließdrehung des
Zylinderkerns mittels des Flachschlüssels 15.
Sollte der Flachschlüssel 15 verlorengegangen sein, so ist der Schließ
zylinder dennoch betätigbar mittels eines anderen Flachschlüssels 21.
Dessen von links gesehen zweite Schließkerbe 19 a besitzt eine geringere
Tiefe als die entsprechende Schließkerbe 19 des Flachschlüssels 15. Die
Tiefendifferenz zwischen beiden Schließkerben 19 und 19 a entspricht der
Höhe x des Zwischenplättchens 14. In Gegenüberlage zur Vertiefung 19 a
bildet der Schlüsselrücken 22 eine Zwischenplättchen-Aufnahmetasche 23
aus. Die Länge y derselben ist etwas größer als der Durchmesser des
Zwischenplättchens 14. Ferner entspricht die Tiefe z der Aufnahmetasche
etwa der Höhe x des Zwischenplättchens 14. Wird nun dieser abweichend
gestaltete Schlüssel 21 in den Schlüsselkanal 20 eingeführt, so werden die
Stiftzuhaltungen in der vorbeschriebenen Weise eingeordnet. Wegen der
geringeren Tiefe der Schließkerbe 19 a erfolgt nun eine solche Einorndung
der entsprechenden Stiftzuhaltung, daß die Trennfuge T 1 zwischen
Zwischenplättchen 14 und Kernstift 13 auf Höhe der Kerngleitfuge G liegt,
vergl. Fig. 4 und 5. Es kann nun der Zylinderkern 7 mittels des Schlüs
sels 21 um 180in die Stellung gemäß Fig. 6 gedreht werden. Dadurch
wird über den abgefederten Gehäusestift 12 das Zwischenplättchen 14 in
die Aufnahmetasche 23 des Flachschlüssels 21 geschoben. Die Trennfuge
T zwischen Zwischenplättchen 14 und Gehäusestift liegt danach in der
Kerngleitfuge G. Damit das Zwischenplättchen 14 in die Aufnahmetasche
23 eintreten kann, ist der querschnittsprofilierte Schlüsselkanal 20 im
Einschubbereich des Schlüsselrückens 22 mit einer Kanalerweiterung 20′
versehen. Hierdurch wird eine Kanalbreite von mindestens dem Durch
messer des Zwischenplättchens geschaffen.
Der Grund 23′ der Schlüsselaufnahmetasche 23 fluchtet bei eingestecktem
Schlüssel 21 mit durch Aussparungen 24 gebildeten Ableitflächen F des
Zylinderkerns. Die Breite der beiderseits der Zwischenplättchen-Auf
nahmetasche befindlichen Aussparungen 24 entspricht derjenigen der
Aufnahmetasche 23.
Nachdem das Zwischenplättchen 14 sich in der Aufnahmetasche 23 des
Schlüssels 21 befindet, kann dieser mit den Zylinderkern 7 in die Grund
stellung gemäß Fig. 7 gedreht werden. Es ist danach möglich, wie mit
strichpunktierten Linien angedeutet, den Schlüssel 21 abzuziehen unter
Entnehmen des Zwischenplättchens 14 aus dem Schließzylinder 1. Danach
kann ein neuer Flachschlüssel 25 gemäß Fig. 10 Verwendung finden, der
bis auf die Zwischenplättchen-Aufnahmetasche 23 identisch ist mit dem
vorbeschriebenen Flachschlüssel.
Sollte versucht werden, mittels des abhandengekommenen Flachschlüssels
15 den Schließzylinder zu betätigen, so greift der von links gesehen
zweite Gehäusestift 12 noch in die fluchtend zu ihm liegende Stiftbohrung
9 des Zylinderkernes 7 ein und verhindert dessen Drehung. Somit ist in
einfacher Weise durch Entnahme des Zwischenplättchens der Schließzylin
der 1 in seiner Schließung umgestellt.
Fehlen die zuvor beschriebenen Aussparungen 24 am Zylinderkern 7, so
ist der Schlüssel 21 ein reiner Werkzeugschlüssel. Er gestattet nur das
Herausnehmen des Zwischenplättchens. Bei einer erneuten Schließ
drehung würde dann eine Sperrung der Schließdrehung erfolgen. Dann
ist der Flachschlüssel 21 als reiner Werkzeug-Schlüssel zu betrachten. In
einem solchen Falle ist der Einsatz eines neuen Schlüssels 25 zwingend.
Dagegen ist es möglich, mittels des Schlüssels 21, wenn die Abgleitflächen
F am Zylinderkern vorhanden sind, den Schließzylinder zu betätigen,
wobei die Abgleitflächen den Gehäusestift entsprechend Fig. 9 steuern.
Insbesondere aus Fig. 12 geht hervor, daß ein geringfügig abweichend
gestalteter Schlüssel 21′ im Bereich des Schlüsselrückens 22 einen von der
Zwischenplättchen-Aufnahmetasche 23 bis zur Schlüsselhandhabe reichen
den Kanal 26 besitzt. Dieser Schlüssel 21′ erlaubt es, ein herausgenom
menes Zwischenplättchen 14 wieder einzusetzen. Hierzu wird es in die
Aufnahmetasche 23 gelegt und in den Zylinderkern bei der Einsteckbewe
gung des Schlüssels 21′ eingeführt. Nach einer 180Drehung fluchtet
dann das Zwischenplättchen 14 mit dem entsprechenden Gehäusestift 12.
Nun ist eine Zwischenplättchen-Anhebenadel 27 von der Handhabenseite
des Schlüssels 21′ her einzuführen, wobei sie das Zwischenplättchen 14
gemäß Fig. 11 und 12 in die gehäuseseitige Stiftbohrung 8 hineindrückt
entgegen der Kraft der Stiftfeder. Mittels des Schlüssels 11 zusammen
mit der Zwischenplättchen-Anhebenadel 27 ist dann der Zylinderkern in
seine Grundstellung zurückzudrehen, wobei das Zwischenplättchen 14 in
der Stiftbohrung 8 verbleibt. Nach Abziehen des Schlüssels 21′ mit Zwi
schenplättchen-Anhebenadel 27 wird der Zustand des Schließzylinders
gemäß Fig. 3 herbeigeführt.