DE3532076C2 - - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein wärmebeständiges,
hochexpandierbares Bahnmaterial für die Verwendung als Dichtungsmaterial
in einer katalytischen Automobilabgas-Reinigungsanlage aus einem nicht-expandierten
Vermiculit, anorganischen Fasern sowie einem anorganischen Bindemittel
und einem organischen Bindemittel,
und
ein Verfahren zur Herstellung dieses Bahnmaterials.
In der JP-GM 20 523/1973 ist offenbart,
daß ein elastischer, keramischer Wärmeisolator,
zwischen einem
Gehäuse und einem Katalysatorelement, eingebettet in
eine Patrone eines Katalysators, zur Behandlung von
Abgasen verwendet wird. Es ist ebenfalls in der
JP-OS 59 211/1973 offenbart, daß ein
vergießbares, feuerfestes Material,
welches eine ausgezeichnete Wärmebeständigkeit
und Wärmeisolierung besitzt, eingeschichtet und
gehärtet werden kann zwischen einer äußeren Umhüllung
und einer inneren Umhüllung, welche eine Reaktionskammer
im Inneren bildet, einer Abgasreinigungseinrichtung.
Dieses feuerfeste Material, welches ein Aggregat, das im
wesentlichen aus Vermiculit besteht, oder ein anderes
leichtgewichtiges Aggregat und ein hochwärmebeständiges
Bindemittel zum Binden des Aggregats umfaßt, wird in Form
einer Aufschlämmung unter Zugabe von Wasser oder eines
Aktivators zu dem pulverförmigen feuerfesten Material
zum Verbessern seiner Fluidität verwendet.
In der US-PS 34 41 381 ist offenbart, daß eine Katalysatorvorrichtung
mit einem zylindrischen Katalysator, dessen
äußerer Durchmesser kleiner ist als der innere
Durchmesser der Verkleidung, und einem flexiblen elastischen
Material, welches unter Kompression zwischen der
Verkleidung und dem Katalysator vorgesehen ist, um den
Katalysator in der zylindrischen Verkleidung abzudichten,
zum Reinigen von Abgasen verwendet wird. Das flexible,
elastische Material besitzt eine gewellte Metallstruktur,
die metallische Gazen mit vielen kleinen Löchern umfaßt.
In der US-PS 39 16 057 ist offenbart, daß ein wärmeexpandierbares
Bahnmaterial, welches eine solche Elastizität
aufweist, daß es einen verlängerten und wiederholten
mechanischen oder thermischen Stoß aushalten kann,
umfassend 30 bis 85 Gew.-% unexpandierten Glimmer,
60 Gew.-% oder weniger eines anorganischen faserigen
Materials und 10 bis 70 Gew.-% eines anorganischen Bindemittels,
zwischen die innere Wand eines metallischen
Behälters und eine keramische Struktur während des
Verfahrens zum Einsetzen der keramischen Struktur in den
metallischen Behälter eingeschichtet wird.
In der GB-PS 10 23 425 ist ebenfalls offenbart, daß eine
wärmebeständige und wärmeisolierende Zusammensetzung,
die in feinzerteiltes feuerbeständiges Material mit
geringer Dichte umfaßt, beispielsweise ein dünnmaschiges,
feuerfestes, faseriges Material aus Vermiculit, wie Asbest,
Schlackenwolle oder Glasfaser, eine künstliche anorganische
Faser und ein Natriumsilikat-Bindemittel verwendet
werden.
Das in der JP-GM 20 523/1973 offenbarte,
in der Patrone verwendete vorstehend erwähnte
wärmeisolierende Material, welches in Form einer Bahn,
die im wesentlichen aus anorganischer Faser besteht,
vorliegt, besitzt jedoch den Nachteil, daß es einen
Zwischenraum zwischen dem Gehäuse und dem
katalytischen Element bildet, weil sich die Festigkeit
der Bahn verschlechtert aufgrund äußerer Belastung, wie
Vibration. Die in der JP-OS
59 211/1973 offenbarte Abgasreinigungseinrichtung ist
ebenfalls nachteilig, da das hochwärmebeständige und
wärmeisolierende, vergießbare, feuerfeste Material, das
in der Einrichtung verwendet wird, seine Elastizität
verliert, wenn es hohen Temperaturen ausgesetzt wird,
wodurch ein Zwischenraum zwischen der äußeren
Umhüllung und der inneren Umhüllung gebildet wird, durch
den Abgase passieren können. Das in der US-PS 34 41 381
offenbarte, aus Metall hergestellte elastische Material
besitzt den Nachteil, daß das Metallmaterial sich allmählich
in seiner Elastizität verschlechtert und eine
große Wärmeleitfähigkeit besitzt. Die Temperatur der
Einrichtung selbst erhöht sich aufgrund der hohen Wärmeleitfähigkeit
des Metalls, was das Bereitstellen einer
weiteren wärmeisolierenden äußeren Schicht erfordert und
die Struktur kompliziert. Das in der US-PS 39 16 057
offenbarte Bahnmaterial ist nicht nur wegen seiner schwachen
Expandierbarkeit bei niedrigen Temperaturen aufgrund der
großen Menge an Bindemittel nachteilig, sondern auch
wegen seiner wenig zufriedenstellenden Elastizität und
Flexibilität bei hohen Temperaturen. Das in der GB-PS
10 23 425 offenbarte Dichtungsmaterial ist nachteilig
wegen der Schwierigkeit, es um den Katalysatorträger zu
rollen aufgrund der schlechten Flexibilität des
Materials.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein wärmebeständiges
hochexpandierbares Bahnmaterial zur Verfügung zu stellen,
welches
nicht nur hochflexibel und
-elastisch bei Raumtemperatur ist, sondern ebenfalls eine
ausgezeichnete Wärmebeständigkeit und Elastizität nach
wiederholtem Biegen bei hohen Temperaturen besitzt,
sowie ein Verfahren zu seiner Herstellung anzugeben.
Diese Aufgabe wird durch ein wärmebeständiges, hochexpandierbares
Bahnmaterial der eingangs genannten Art gelöst, das dadurch gekennzeichnet
ist, daß es 40 bis 80 Gew.-% nicht-expandierten Vermiculit, in dem die
zwischen den Schichten des nicht-expandierten Vermiculits enthaltenen
Kationen wenigstens teilweise gegen Alkylammoniumionen ausgetauscht sind,
10 bis 50 Gew.-% anorganische Fasern mit einer Kristallisationstemperatur
von mindestens 850°C, 0,1 bis 4 Gew.-% eines anorganischen Bindemittels
und 0,1 bis 4 Gew.-% eines organischen Bindemittels sowie 0,1 bis
5 Gew.-% natürliche organische Fasern, wobei die Gesamtmenge der vorgenannten
Komponenten 100% ergibt.
Fig. 1 ist eine Darstellung, welche die Vermiculitschichten
zeigt, worin (a) einen unbehandelten Vermiculit,
(b) einen Vermiculit worin die Kationen durch Na⁺-Ionen
ausgetauscht sind, und (c) einen Vermiculit, worin die
Kationen durch Alkylammoniumionen ausgetauscht sind,
zeigt. Die Fig. 2 und 3 zeigen jeweils graphisch die
Beziehungen zwischen der Temperatur und dem Expansionsdruck
und zwischen der Zeit und dem Reexpansionskoeffizienten
der Teststücke der Beispiele und Vergleichsbeispiele
der vorliegenden Erfindung im Vergleich.
Im folgenden wird die vorliegende Erfindung näher beschrieben.
In der US-PS 30 01 571 ist offenbart, daß unexpandierter
Vermiculit und synthetischer Tetrafluorsilicatglimmer
unter dem Einfluß von Wärme oder Mikrowellen expandieren.
Sie werden mit Elastizität, Wärmebeständigkeit und anderen
Eigenschaften ausgestattet, wenn sie durch Erwärmen dehydratisiert
werden, was eine Delaminierung und Expansion
verursacht, und expandieren auf eine Länge, die 10- bis
25mal größer ist als die Länge vor der Expansion. Die
interlaminare Bindungsstärke wird jedoch durch Dehydratisierung,
verursacht durch Erwärmen, verschlechtert, und das
Material wird bereits durch eine nur kleine äußere Kraft
in Flocken getrennt, wodurch es schwierig ist, seine
Form selbst zu erhalten.
Wie durch die kurvenmäßige Schnittansicht der Fig. 1-(a)
gezeigt, ist Vermiculit ein wasserhaltiges Mineral mit
einer Struktur laminierter dünner Schichten von Teilchen,
dessen Grundstruktur eine Silicatschicht und eine talkige
Schicht, umfassend MgO oder CaO, umfaßt, wobei das Verhältnis
der zwei Schichten 2 : 1 beträgt. Die zwei Schichten
werden durch intermediäre Sauerstoff- und Hydroxidgruppen
verbunden. Die Zeichen ⚫ und ○ in der Figur
bedeuten Mg2+-Ionen bzw. Silicationen.
Obwohl die Expandierbarkeit von unexpandiertem Vermiculit
proportional zu seinem Teilchendurchmesser erhöht wird,
ist ein kleiner Teilchendurchmesser, vorzugsweise von
0,1 bis 2,8 mm, vorteilhaft zur Herstellung des Bahnmaterials
aufgrund der guten Dispersionseigenschaften.
Die Expandierbarkeit und Elastizität des Bahnmaterials, in
dem der Vermiculit einen solch kleinen Teilchendurchmesser
besitzt, sind jedoch weniger zufriedenstellend.
Erfindungsgemäß wurde nun gefunden, daß ein Vermiculit
mit zufriedenstellenden Eigenschaften erhalten werden
kann, wenn die in den Schichten des Vermiculits enthaltenen
Kationen durch Alkylammoniumionen ersetzt werden
können. Wenn Vermiculit in Wasser dispergiert und ein
Alkylammoniumsalz oder Betain dazugegeben wird, wird das in
der Lösung enthaltene Alkylammoniumion gegen das in dem Vermiculit
enthaltene anorganische Kation ausgetauscht. Beispielsweise,
wie in Fig. 1-(c) gezeigt, wenn das Alkylammoniumion
ein Dodecylammoniumion (C₁₂H₂₅NH₃⁺) ist, sind die Alkylketten
in einem gewissen Winkel zu der Oberfläche der
Silicatschicht angeordnet. Das Bahnmaterial aus dem Vermiculit,
worin die Kationen in den Schichten durch Alkylammoniumionen
ersetzt werden, ist in seiner Reexpandierbarkeit
stark verbessert, wenn das Bahnmaterial wärmeexpandiert,
auf Raumtemperatur gekühlt und wieder erwärmt
wird und ebenfalls in der wiederholten Expandierbarkeit,
wenn die Verfahrensstufen Erwärmen - Kühlen auf Raumtemperatur
- Wiedererwärmen wiederholt werden, verglichen
mit üblichen Bahnmaterialien.
Üblicher, unbehandelter Vermiculit beginnt aufgrund der
Eliminierung von in den Schichten enthaltenen Wassermolekülen
bei einer Temperatur von weniger als 200°C zu
expandieren. Die Dehydratisierung wird schneller bewirkt als
die Temperatur steigt, wobei die meisten der in den
Schichten enthaltenen Wassermoleküle bei etwa 320°C
oder weniger eliminiert werden. Wenn ein aus solch einem
Vermiculit hergestelltes Bahnmaterial als Dichtungsmaterial
zum Tragen eines Katalysators verwendet wird,
expandiert das Dichtungsmaterial schnell, wenn es hohen
Temperaturen ausgesetzt wird, und verschlechtert seine
Expandierbarkeit schnell, nachdem es wiederholt gekühlt
und wiederum hohen Temperaturen ausgesetzt worden ist.
Weiterhin nehmen die Elastizität und Flexibilität des
Bahnmaterials sehr stark ab aufgrund des Abblätterns des
Vermiculits selbst mit dem Ergebnis, daß ein Teil des
Bahnmaterials durch den Druck der Abgase weggeblasen
wird. Die Abgase passieren dann durch die Hohlräume des
Bahnmaterials anstatt durch den Katalysatorträger.
In solch einem Fall kann das Bahnmaterial
nicht als Dichtungsmaterial dienen. Andererseits erhöht
der in dem erfindungsgemäßen Bahnmaterial verwendete
Vermiculit, der Alkylammoniumionen zwischen
seinen Schichten enthält, seine Expandierbarkeit beim
Erwärmen nicht nur, weil die Eliminierung von anhaftendem
Wasser oder Kristallwasser beträchtlich verzögert wird,
sondern auch wenn das Alkylammoniumsalz bei hohen Temperaturen
verbrannt wird. Wenn das erfindungsgemäße Bahnmaterial,
worin der durch die vorstehend beschriebene Behandlung
charakterisierte Vermiculit verwendet wird, als Dichtungsmaterial
zum Tragen eines Katalysators verwendet
wird, wird die Verschlechterung der Expandierbarkeit des
Bahnmaterials beträchtlich verzögert aufgrund des verlängerten
Dehydratisierungsvorgangs, auch wenn es wiederholt
hohen und niedrigen Temperaturen ausgesetzt wird. Weiterhin
wird die Expandierbarkeit des Bahnmaterials bei hohen
Temperaturen erhöht, nicht nur durch die Eliminierung
von Kristallwasser zwischen den Schichten, sondern auch
durch das Verbrennen des Alkylammoniumsalzes. Das erfindungsgemäße
Bahnmaterial zeigt eine bemerkenswerte Reexpandierbarkeit,
welche ausreichend ist, um den Zwischenraum
zwischen dem Behälter und dem Katalysatorträger
zu füllen, welcher bei hohen Temperaturen
aufgrund der Differenz in deren Wärmeexpandierbarkeit
ausgeweitet wird. Deshalb passieren die Abgase nicht
durch die Hohlräume des Dichtungsmaterials, wenn das
erfindungsgemäße Bahnmaterial verwendet wird.
Bei der Behandlung des in dem erfindungsgemäßen Bahnmaterial
verwendeten Vermiculits ist es weiterhin vorteilhaft,
einleitend Mg2+- oder Ca2+-Ionen in dem Vermiculit
durch Na⁺- oder andere Alkalimetallionen zu substituieren.
Das Alkylammoniumsalz, welches zur Behandlung des in dem
erfindungsgemäßen Bahnmaterial verwendeten Vermiculits
verwendet wird, schließt solche ein, die ampholytische
Ionen in einer wäßrigen Lösung ergeben, wie Laurylalkylammoniumbetain
oder Alkylglycin, Tetradecylammoniumacetat
oder andere Alkylammoniumacetate, die Kationen in einer wäßrigen
Lösung ergeben, und Dodecyltrimethylammoniumchlorid
oder andere Alkylammoniumchloride, die Kationen
in einer wäßrigen Lösung ergeben.
Andere Verfahren zum Expandieren von Vermiculit werden
in der JP-OS 18 353/1974 offenbart,
worin Vermiculit kationenausgetauscht und dann mit einem
Peroxid expandiert wird, und in der
JP-OS 34 915/1974, worin Vermiculit in Gegenwart
von Salpetersäure und Ammoniumionen erwärmt wird. Aufgabe
dieser Erfindungen ist es jedoch, Vermiculit im wesentlichen
bei niedrigen Temperaturen stark zu expandieren,
anstatt Vermiculit bei hohen Temperaturen zu erwärmen
und einen Vermiculit zur Verwendung in Konstruktions-,
Wärmeisolierungs-, elektrischen Isolierungs- oder Verpackungsmaterialien
zur Verfügung zu stellen.
Andererseits wird der in dem erfindungsgemäßen Bahnmaterial
verwendete Vermiculit
in das Material in unexpandiertem Zustand eingearbeitet,
um seine Expandierbarkeit zu erhalten und die
Verschlechterung der Elastizität des Bahnmaterials zu
verhindern, welches zum Stützen bzw. Tragen eines Katalysatorträgers
verwendet wird, auch nachdem das Bahnmaterial
wiederholt hohen und niedrigen Temperaturen
ausgesetzt worden ist.
Dementsprechend enthält das erfindungsgemäße Bahnmaterial
einen verbesserten, unexpandierten Vermiculit mit bemerkenswerter
Expandierbarkeit und Reexpandierbarkeit.
Die Menge des in das erfindungsgemäße
Bahnmaterial einzuarbeitenden Vermiculits
muß innerhalb des Bereichs von 40 bis 80 Gew.-% liegen,
da bei einer Menge von weniger als 40 Gew.-% die Expandierbarkeit
unzureichend ist, während es bei einer Menge
von mehr als 80 Gew.-% schwierig ist, die Form des Bahnmaterials
zu erhalten aufgrund einer zu großen Expandierbarkeit.
Im folgenden wird das Verfahren zur Behandlung des in
dem erfindungsgemäßen Bahnmaterial zu verwendenden Vermiculits
näher beschrieben.
Es ist bevorzugt, einleitend in dem Vermiculit enthaltene
Mg2+-Ionen mit Na⁺-Ionen oder anderen Alkalimetallionen
in Gegenwart einer Säure (H⁺) auszutauschen und dann Alkylammoniumionen
einzuarbeiten. Natürlicher Vermiculit enthält
Mg2+-Ionen zwischen seinen Schichten. Um diese Mg2+-Ionen
mit Alkylammoniumionen auszutauschen, wird Vermiculit zu
einer wäßrigen Lösung eines Alkalimetallacetats (beispielsweise
Natriumacetat) gegeben, beispielsweise auf
70°C über 24 h erwärmt, um die Mg2+-Ionen durch Na⁺-
Ionen mit einem großen Ionenradius auszutauschen und
danach ein Alkylammoniumacetat (beispielsweise Tetradodecylammoniumacetat)
zu der wäßrigen Lösung gegeben und unter
Rühren über 5 h gemischt. Es wurde gefunden, daß 5,4%
Alkylammoniumionen zu dem so erhaltenen behandelten Vermiculit
gegeben wurden, verglichen mit unbehandeltem Vermiculit.
Ein anderes Verfahren zum Austauschen der im Vermiculit
enthaltenen Kationen gegen Aklylammoniumionen ist die Herstellung
einer Aufschlämmung einer Materialzusammensetzung, welche
einen Vermiculit, worin die Mg2+-Ionen durch Na⁺-Ionen
durch die vorstehend beschriebene Behandlung mit Natriumacetat
ausgetauscht sind, anorganische Faser, ein organisches
Bindemittel und ein anorganisches Bindemittel
umfaßt, woraus ein Bahnmaterial durch ein Papierherstellungsverfahren
gebildet und in naßem Zustand flachgedrückt
wird, das Imprägnieren des Bahnmaterial
mit einer wäßrigen 7 gew.-%-igen Tetradodecylammoniumacetatlösung
vor oder nach dem Trocknen, wobei die
Menge der wäßrigen Lösung des Tetradodecylammoniumacetats
die gleiche wie die des Bahnmaterials ist, und Durchführen
der Reaktion bei 80°C über 4 h.
Die erfindungsgemäß verwendete anorganische Faser muß so
wärmebeständig sein, daß sie eine Kristallisationstemperatur
von 850°C oder mehr besitzt, da sie ihre faserige
Form bei hohen Temperaturen behalten muß, um der Expansion
des Vermiculits gewachsen zu sein. Da nicht-faserige
Substanzen, welche manchmal in der anorganischen Faser
enthalten sind, sich nicht mit dem Vermiculit verbinden,
ist es wünschenswert, diese
nicht-faserigen Substanzen gründlich zu entfernen. In
der Praxis darf der Gehalt der nicht-faserigen Substanzen
mit einer Länge von 44 µm oder mehr 30% nicht übersteigen.
Als erfindungsgemäß verwendete anorganische Faser
können Siliciumoxid-Aluminiumoxid-keramische Faser,
Aluminiumoxid und Mullitkristallfaser, Siliciumoxidfaser
und dgl. in einer Menge von 10 bis 50 Gew.-% verwendet
werden. Die Menge der anorganischen Faser muß innerhalb
des verstehend angegebenen Bereichs liegen, um die Form
der Bahn zu erhalten, wenn Vermiculit bei hohen Temperaturen
expandiert. Wenn die Menge der anorganischen Faser
kleiner als 10 Gew.-% ist, bricht das Bahnmaterial.
Während, wenn sie 50 Gew.-% übersteigt, die Kompressionsfestigkeit
des Bahnmaterials so groß wird, daß
die hohe Expandierbarkeit und Reexpandierbarkeit des
Bahnmaterials abnimmt.
Im folgenden wird das anorganische Bindemittel beschrieben.
Wie vorstehend beschrieben, ist die Menge des anorganischen
Bindemittels vorzugsweise so gering wie möglich,
um die Expandierbarkeit und Reexpandierbarkeit des
Bahnmaterials zu maximieren. Wie in der US-PS 39 16 057
offenbart, ist ein Bahmmaterial, worin 10 bis 70 Gew.-%
eines anorganischen Bindemittels eingearbeitet sind,
nicht nur in der Flexibilität der anorganischen Faser
verschlechtert, sondern auch in der Expandierbarkeit des
Vermiculits. Weiterhin verstärkt die Verwendung eines
Überschusses an anorganischem Bindemittel die Kompressionsfestigkeit
des Bahnmaterials bei Raumtemperatur und
führt zu einer Verschlechterung der Elastizität. Die
Menge des anorganischen Bindemittels liegt deshalb
im Bereich von 0,1 bis 4 Gew.-%, besonders bevorzugt
bei 1 bis 2 Gew.-%. Als erfindungsgemäß verwendete
anorganische Bindemittel können eine der mehrere
Verbindungen, gewählt beispielsweise aus Sepiolith, Bentonit, Montmorillonit,
Aluminiumoxidsol oder Siliciumoxidsol, verwendet
werden.
Das in dem erfindungsgemäßen Bahnmaterial verwendete
organische Bindemittel als auch das anorganische Bindemittel
verringern die Expandierbarkeit des Vermiculits
bei niedrigen Temperaturen. Weiterhin ist eine große
Menge eines organischen Bindemittels, das in das Bahnmaterial
eingearbeitet wird, wenn es bei hohen Temperaturen
verbrannt wird, nicht als Dichtungsmaterial für
Abgase geeignet. Die Menge des erfindungsgemäß
verwendeten organischen Bindemittels ist so, daß
es im wesentlichen die Form des Bahnmaterials bei der
Behandlung bei Raumtemperatur erhält, d. h. 0,1 bis
4 Gew.-%, bevorzugt 2 bis 3 Gew.-%. Acrylnitril,
Butadienlatex, Vinylacetat, Methylcellulose,
Stärke, Acrylamidharz, Polyurethan oder andere organische
Bindemittel können vorzugsweise verwendet werden.
Die erfindungsgemäß verwendete natürliche organische
Faser erhöht die Festigkeit des nicht erwärmten Bahnmaterials.
Da die natürliche organische Faser nicht an
der anorganischen Faser haftet, verhindert sie nicht das
gegenseitige Ineinandergreifen der anorganischen Fasern
bei niedrigen Temperaturen und erhöht auch nicht die
Expansion des Bahnmaterials selbst. Da die natürliche
organische Faser verbrannt ist, wenn das Bahnmaterial in
der Praxis verwendet wird, ist eine Einarbeitung in
großen Mengen jedoch nicht notwendig. Die bevorzugte
Menge der natürlichen organischen Faser liegt deshalb
innerhalb des Bereichs von 0,5 bis 5 Gew.-%, insbesondere
bevorzugt bei 1 bis 2 Gew.-%. Geeignete, in dem
erfindungsgemäßen Bahnmaterial verwendete natürliche
organische Fasern schließt Seidenfaser, Wolle, Kaschmir,
Mohair, Stroh, Palme, Manilafaser, Leinen, Hanf, Baumwolle,
Kapok, Pulpe und Baumwollinter ein, von denen
eines oder mehrere verwendet werden können.
Ein Bahnmaterial mit ausreichender Flexibilität und
Festigkeit für die Behandlung bei Raumtemperatur kann
ohne Verschlechterung der ausgezeichneten Elastizität
und Expandierbarkeit des Bahnmaterials erhalten werden
durch Haften eines organischen Polymerfilms auf eine oder
beide Oberflächen des Bahnmaterials, umfassend die vorstehend
genannten Komponenten, oder durch hermetisches
Abdichten aller Oberflächen des Bahnmaterials mit einem
organischen Polymerfilm. Der organische Polymerfilm kann
auf das Bahnmaterial mit einem bekannten Kleber gehaftet
oder abgedichtet werden oder durch Schrumpfverpackung,
Vakuumverpackung oder andere Verfahren. Das Haften oder
Abdichten mit einer zu großen Menge des organischen
Polymerfilms hat jedoch einen nachteiligen Einfluß auf
die Elastizität und Flexibilität des Bahnmaterials. Es
wurde als Versuchsergebnis gefunden, daß die bevorzugte
Menge an organischen Polymerfilm 5 Gew.-% oder weniger,
bezogen auf die Menge des anzuhaftenden oder abzudichtenden
Bahnmaterials, beträgt. Das bevorzugte Material des
organischen Polymerfilms schließt regenerierte Cellulose,
Cellulosederivate, Polyolefin, Polyvinylchlorid, Polyvinylidenchlorid,
Polyvinylalkohol, Polyester, Polyethylen,
Polypropylen, Polyamid und Fluorkunststoffe
ein.
Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung.
Ein Bahnmaterial mit der in der nachstehenden Tabelle
angegebenen Zusammensetzung wurde durch die folgenden
Stufen hergestellt. 20 kg 0,4 bis 1,0 mm Vermiculit,
gewählt aus im Handel erhältlichen, uncalcinieren,
unexpandierten Vermiculiten aus Südafrika, wurde in einen
50 l wärmebeständigen Behälter gegeben und mit 40 l
Wasser auf 70°C erwärmt. Dazu wurden 2 kg Natriumacetat
gegeben, und die Mischung wurde unter Rühren 24 h gemischt.
Nachdem die Reaktion abgeschlossen war, wurde
die Reaktionsflüssigkeit gekühlt, die überstehende Flüssigkeit
entfernt und mit einem Heißlufttrockner bei
105°C über 5 h getrocknet. 250 g des so hergestellten,
unexpandierten Vermiculits, 50 g Silicumoxid-Aluminiumoxid-keramische
Faser, enthaltend nicht mehr als 25%
nicht-faserige Substanzen, 7 g
Montmorillonit und 25 ml Acrylonitrilbutadienlatex (Feststoffgehalt:
40%) wurden unter Rühren in 30 l Wasser
ausreichend gemischt, 100 ml einer Lösung aus 10 Gew.-%
im Handel erhältlichem Aluminiumsulfat zugegeben und
weiter unter Rühren gemischt. Getrennt davon wurden 4 g
geschlagener Manilahanf in 10 l Wasser ausreichend gerührt,
um eine Aufschlämmungslösung herzustellen. Die
zwei so hergestellten Aufschlämmungen wurden gemischt
und gerührt und danach in ein Bahnmaterial mit einer
Dicke von 10 mm mit einer viereckigen Handpapierherstellungsmaschine
geformt. Das geformte Bahnmaterial
wurde in nassem Zustand zwischen flache Edelstahlplatten
gelegt und gepreßt und bei 105°C über 3 h getrocknet
unter Bildung eines 45 cm × 23 cm Bahnmaterials mit einer
Dicke von 5 mm und einer Rohdichte bzw. Fülldichte von
0,7 g/cm³. Das erhaltene Bahnmaterial wurde mit 360 ml
einer 10%igen wäßrigen Dimethylalkylbetainlösung
imprägniert und wieder bei 80°C über
4 h wärmebehandelt, wodurch ein erfindungsgemäßes Bahnmaterial
gebildet wurde.
Das so erhaltene Bahnmaterial wurde in viereckige Stücke
von 25 × 50 mm geschnitten, in eine Spannvorrichtung
so eingespannt, daß die Dicke der Bahn 4,1 mm betrug,
und bei 600°C 2 h erwärmt. Die so hergestellten
Teststücke wurden in eine Spannvorrichtung mit einem
Abstand von 5 mm gegeben und in einen röhrenförmigen
Ofen gegeben. Die Temperatur innerhalb des Ofens wurde
so eingestellt, daß sie 600°C in 30 min erreichte. Bei
Erreichen der Temperatur von 600°C wurde Luft, erwärmt
durch einen Wärmeaustauscher, aus einer Luftzufuhreinrichtung,
versehen mit einem Manometer und einem Luftfilter,
zu den Teststücken in einem Abstand von 5 mm
geblasen bei einem Zyklus von 0,5 s Blasen und Einstellen
des Blasens über 1,0 s. Die Temperaturänderungen wurden
mit einem Temperaturfühler, der in der Spannvorrichtung,
in die die Teststücke eingesetzt worden waren, vorgesehen
war, gemessen, als auch die Zeit, bis die Temperatur
plötzlich abfiel, d. h. bis die Luft das Teststück durch
die durch das Entweichen des Materials erzeugten Löcher
durchdrang. Die Ergebnisse sind in der nachstehenden
Tabelle angegeben.
Das erfindungsgemäße Bahnmaterial wurde in rechteckige
Stücke von 25 mm geschnitten, bei 700°C über 1 h erwärmt
und die Dicke der Stücke gemessen, woraus der freie
Expansionskoeffizient gemäß der nachstehenden Formel
berechnet wurde. Die Ergebnisse sind in der nachstehenden
Tabelle angegeben.
Das Bahnmaterial wurde weiterhin in rechteckige Stücke
von 25 mm geschnitten und bei Temperaturen von 200°C,
300°C, 400°C, 500°C, 600°C und 700°C jeweils über
10 min erwärmt. Die erwärmten Bahnmaterialstücke wurden
dann auf eine Dicke von 4,5 mm komprimiert und der Kompressionsdruck,
d. h. Expansionsdruck (kPa) wurde gemessen.
Die Ergebnisse sind in der nachstehenden Tabelle
angegeben.
Das erfindungsgemäße Bahnmaterial wurde in eine Einspannvorrichtung
mit einem Abstand von 4,1 mm eingespannt und
bei 600°C jeweils über 4, 6, 8 und 10 h gebrannt. Das
Bahnmaterial wurde dann aus der Einspannvorrichtung entnommen
und wieder bei 700°C über 1 h in ungeladenem
Zustand gebrannt. Der Reexpansionskoeffizient wurde gemäß
der nachstehenden Formel berechnet. Die Ergebnisse sind
in der nachstehenden Tabelle angegeben.
20 kg 0,4 bis 1,0 mm Vermiculit, gewählt aus im Handel
erhältlichen unexpandierten, uncalcinierten Vermiculiten
aus Südafrika, wurde in einen 50 l wärmebeständigen Behälter
gegeben, 40 l Wasser zugegeben und auf 70°C erwärmt.
Dazu wurden 2 kg Kaliumacetat gegeben, und die
Mischung wurde unter Rühren 24 h gemischt und mit Wasser
gewaschen. Es wurden 40 l Wasser zugegeben, und die
Reaktionsflüssigkeit wurde wieder auf 70°C erwärmt,
Octadiecylammoniumacetat zugegeben
und unter Rühren 5 h gemischt. Nach Abschluß der Reaktion
wurde die Reaktionsflüssigkeit auf Raumtemperatur gekühlt
und bei 105°C über 5 h getrocknet unter Bildung des
erfindungsgemäßen Vermiculits. Ein Bahnmaterial mit einer
Dicke von 5 mm und der gleichen Formulierung wie in Beispiel
1 wurde unter Verwendung des erhaltenen Vermiculits
hergestellt. Die Eigenschafen des Bahnmaterials sind in
der nachstehenden Tabelle angegeben.
Ein Bahnmaterial mit einer Dicke von 5 mm und der gleichen
Formulierung wie in Beispiel 1 wurde auf die gleiche
Weise wie in Beispiel 1 beschrieben hergestellt, mit der
Ausnahme, daß Trimethyldodecylammoniumchlorid
als organisches Ammoniumsalz verwendet
wurde. Die Rohdichte bzw. Fülldichte des erhaltenen Bahnmaterials
betrug 0,7 g/cm³. Die Eigenschaften des Bahnmaterials
sind in der nachstehenden Tabelle angegeben.
Ein 45 × 23 cm Bahnmaterial mit einer Dicke von 5 mm und
der gleichen Formulierung wie in Beispiel 1 wurde auf die
gleiche Weise wie in Beispiel 1 beschrieben hergestellt.
Ein Polyethylenfilm mit einer Dicke von 50 µm wurde auf
die Oberfläche des Bahnmaterials durch ein übliches
Vakuumverpackungsverfahren laminiert, als auch der gleiche
Film mit einer Dicke von 30 µm auf der Rückseite des
Bahnmaterials. Die Eigenschaften des erhaltenen Polyethylen-laminierten
Bahnmaterials werden in der nachstehenden
Tabelle angegeben.
Ein Bahnmaterial mit der in der nachstehenden Tabelle
angegebenen Zusammensetzung wurde gemäß der folgenden
Stufen hergestellt. 215 g eines im Handel erhältlichen,
uncalcinierten, unexpandierten Vermiculits aus Südafrika,
104 g Siliciumoxid-Aluminiumoxid-keramische Faser,
80 ml Styrolbutadienlatex (40%ige
Lösung) und 7 g Montmorillonit wurden unter Rühren
in 40 l Wasser ausreichend gemischt. 100 ml Aluminiumsulfat
(10%ige Lösung) wurden zugegeben, und die Reaktionsflüssigkeit
wurde unter Rühren weiter gemischt. Die
erhaltene Aufschlämmung wurde in ein Bahnmaterial mit
einer Dicke von 10 mm mittels einer rechteckigen Handpapierherstellungsmaschine
geformt. Das erhaltene Bahnmaterial
wurde in nassem Zustand zwischen flachen Edelstahlplatten
gepreßt und getrocknet unter Bildung eines
45 × 23 cm Bahnmaterials mit einer Dicke von 5 mm. Die
Rohdichte bzw. Fülldichte des Bahnmaterials betrug
0,7 g/cm³, und seine Eigenschaften sind in der nachstehenden
Tabelle angegeben.
Ein im Handel erhältlicher, unbehandelter, unexpandierter
Vermiculit aus Südafrika mit der gleichen Formulierung
wie in Beispiel 1 wurde ohne die Alkylammoniumbehandlung
verwendet. Ein 45 × 23 cm Bahnmaterial mit einer
Dicke von 5 mm wurde auf die gleiche Weise wie in Beispiel
1 beschrieben erhalten. Die Rohdichte bzw. Fülldichte
des erhaltenen Bahnmaterials betrug 0,7 g/cm³,
und seine Eigenschaften sind in der nachstehenden Tabelle
angegeben.
Ein Bahnmaterial mit der in der nachstehenden Tabelle
angegebenen Zusammensetzung wurde gemäß den folgenden
Stufen hergestellt. 230 g eines im Handel erhältlichen,
unexpandierten, uncalcinierten Vermiculits aus Südafrika,
110 g Siliciumoxid-Aluminiumoxid-keramische Faser
und 45 ml Styrol-Butadienkautschuklatex
(40%ige Lösung) wurden in 40 ml Wasser ausreichend gemischt.
85 ml Aluminiumsulfat (10%ige Lösung) wurden
zugegeben, und die Reaktionsflüssigkeit wurde unter
Rühren weiter gemischt. Die erhaltene Aufschlämmung wurde
auf die gleiche Weise der Papierherstellung, des Pressens
und Trocknens, wie im Vergleichsbeispiel 1 beschrieben,
zu einem Bahnmaterial geformt. Die Rohdichte bzw. Fülldichte
des erhaltenen Bahnmaterials betrug 0,7 g/cm³,
und seine Eigenschaften sind in der nachstehenden Tabelle
angegeben.
Wie aus den vorstehenden Beispielen und Vergleichsbeispielen
hervorgeht, besitzt das erfindungsgemäße Bahnmaterial
die nachstehenden guten Eigenschaften:
(1) Wie in der vorstehenden Tabelle gezeigt, wurde als
Ergebnis des Heißluftabnutzungs- bzw. -verschleißmodelltests
zur Bewertung der kontinuierlichen Haltbarkeit
unter Verwendung eines Abgasmusters eines Motors gefunden,
daß überhaupt kein Entweichen des Materials in dem
erfindungsgemäßen Bahnmaterial stattfand. Wie aus Vergleichsbeispiel
3 hervorgeht, zeigte ein Bahnmaterial,
das nur ein organisches Bindemittel enthält, in das kein
anorganisches Bindemittel eingearbeitet ist, das schlechteste
Ergebnis.
(2) Wie aus der vorstehenden Tabelle hervorgeht, ist der
freie Expansionskoeffizient des erfindungsgemäßen Bahnmaterials
bei hohen Temperaturen denen der Bahnmaterialien
der Vergleichsbeispiele 1 bis 3 bei weitem überlegen.
(3) Wie aus der vorstehenden Tabelle und Fig. 2 hervorgeht,
ist der Expansionsdruck des erfindungsgemäßen Bahnmaterials
etwas niedriger als der, der in den Vergleichsbeispielen
erhalten wurde, bei einer Temperatur von
200°C, jedoch fast zweimal so groß wie der der Vergleichsbeispiele
bei 400°C oder mehr. Aufgrund dieser
hohen Expandierbarkeit und des hohen Expansionsdrucks
bei hohen Temperaturen wird angenommen, daß das erfindungsgemäße
Bahnmaterial, wenn es zum Tragen eines Katalysatorträgers
verwendet wird, keinen Zwischenraum
zwischen dem Behälter und dem Katalysatorträger
bildet und ausdauernd an dem Katalysatorträger haftet.
(4) Die Überlegenheit in dem Reexpansionskoeffizienten
des erfindungsgemäßen Bahnmaterials gegenüber den Vergleichsbeispielen
1 bis 3 ist besonders bemerkenswert,
wenn die Betriebszeit verlängert ist, wie in der vorstehenden
Tabelle und Fig. 3 gezeigt. Der Expansionskoeffizient
des erfindungsgemäßen Bahnmaterials, welches
über 10 h erwärmt wurde, ist drei- bis sechsmal höher
als der der Vergleichsbeispiele. Daraus geht hervor, daß
das erfindungsgemäße Bahnmaterial seine Elastizität über
einen langen Zeitraum bei hohen Temperaturen beibehält.
(5) Die Bahnmaterialien der Vergleichsbeispiele 1 und 3,
die große Menge organischer Bindemittel enthalten, werden
porös, wenn die organischen Bindemittel bei hohen Temperaturen
verbrannt werden, was zu der kürzesten Warmluftabnutzungs-
bzw. -verschleißzeit und zu einem Entweichen des
Materials führt, wie in der vorstehenden Tabelle gezeigt.
Es geht ebenfalls aus der vorstehenden Tabelle und Fig. 3
hervor, daß die Reexpansionskoeffizienten der Bahnmaterialien
der Vergleichsbeispiele 1 und 3 geringer
sind als die der erfindungsgemäßen Beispiele und des
Vergleichsbeispiels 2.
Wie vorstehend beschrieben, kann das erfindungsgemäße
Bahnmaterial, das hervorragende Eigenschaften, verglichen
mit denen üblicher Dichtungsmaterialien in bezug auf
große freie Expansions- und Reexpansionskoeffizienten
und hohe Expansionsdrucke bei hohen Temperaturen zeigt,
vorteilhaft als Dichtungsmaterial für Abgase in einem
Katalysatorkonverter verwendet werden. Es wird ebenfalls
erwartet, daß das erfindungsgemäße Bahnmaterial einen
sehr breiten Anwendungsbereich für Verpackungsmaterialien
um die Brenner für Gas- oder Petroleumcombustors, Dichtungsmaterialien
für Hochtemperaturgase und feuerbeständige
Safes und Konstruktionsmaterialien und andere
industrielle Materialien besitzt.
Claims (4)
1. Wärmebeständiges, hochexpandierbares Bahnmaterial für
die Verwendung als Dichtungsmaterial in einer
katalytischen Automobilabgas-Reinigungsanlage aus einem
nicht-expandierten Vermiculit, anorganischen Fasern sowie
einem anorganischen Bindemittel und einem organischen
Bindemittel, dadurch gekennzeichnet, daß es enthält 40
bis 80 Gew.-% nicht-expandierten Vermiculit, in dem die
zwischen den Schichten des nicht-expandierten Vermiculits
enthaltenen Kationen wenigstens teilweise gegen
Alkylammoniumionen ausgetauscht sind, 10 bis 50 Gew.-%
anorganische Fasern mit einer Kristallisationstemperatur
von mindestens 850°C, 0,1 bis 4 Gew.-% eines anorganischen
Bindemittels und 0,1 bis 4 Gew.-% eines organischen
Bindemittels sowie 0,1 bis 5 Gew.-% natürliche organische
Fasern, wobei die Gesamtmenge der vorgenannten Komponenten
100% ergibt.
2. Verfahren zur Herstellung des wärmebeständigen,
hochexpandierbaren Bahnmaterials nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß es die folgenden Stufen umfaßt:
- (a) Eintauchen des nicht-expandierten Vermiculits in eine Alkalimetallionen enthaltende wäßrige Lösung und Eintauchen desselben in eine wäßrige Lösung eines Alkylammoniumsalzes und Trocknen des Vermiculits;
- (b) Mischen von 40 bis 80 Gew.-% des in der Stufe (a) erhaltenen Vermiculits mit 10 bis 50 Gew.-% anorganischer Fasern, 0,1 bis 4 Gew.-% eines anorganischen Bindemittels und 0,1 bis 4 Gew.-% eines organischen Bindemittels und Zugabe von 0,1 bis 5 Gew.-% geschlagene natürliche organische Fasern in Wasser unter Bildung einer Aufschlämmung;
- (c) Herstellung eines Bahnmaterials aus der in der Stufe (b) erhaltenen Aufschlämmung unter Anwendung eines Papierherstellungsverfahrens;
- (d) Komprimieren des Bahnmaterials in nassem Zustand durch Flachdrücken; und
- (e) Trocknen des Bahnmaterials.
3. Verfahren zur Herstellung des wärmebeständigen,
hochexpandierbaren Bahnmaterials nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß es die folgenden Stufen umfaßt:
- (a) Eintauchen des nicht-expandierten Vermiculits in eine Alkalimetallionen enthaltende wäßrige Lösung, Entfernen des Vermiculits aus der Lösung und Trocknen des Vermiculits;
- (b) Mischen von 40 bis 80 Gew.-% des in der Stufe (a) erhaltenen Vermiculits mit 10 bis 50 Gew.-% anorganischen Fasern, 0,1 bis 4 Gew.-% eines anorganischen Bindemittels und 0,1 bis 4 Gew.-% eines organischen Bindemittels und Zugabe von 0,1 bis 5 Gew.-% geschlagene natürliche organische Fasern in Wasser unter Bildung einer Aufschlämmung;
- (c) Herstellung eines Bahnmaterials aus der in der Stufe (b) erhaltenen Aufschlämmung unter Anwendung eines Papierherstellungsverfahrens;
- (d) Komprimieren des Bahnmaterials in nassem Zustand durch Flachdrücken;
- (e) Imprägnieren des in der Stufe (d) erhaltenen Bahnmaterials mit einer wäßrigen Lösung eines Alkylammoniumsalzes und
- (f) Trocknen des Bahnmaterials.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch
gekennzeichnet, daß das Bahnmaterial bei einem Druck von
mindestens 980 kPa (10 kg/cm²) komprimiert wird bis die Dicke des
Bahnmaterials um 10% bei einer Temperatur von 600 bis
700°C abnimmt.
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