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Die Erfindung betrifft einen Teleskopstock für verkürzbare Schirme mit mindestens zwei verdrehsicher ineinander geführten Teleskopteilen, die in ihrem Querschnitt polygonal sind bzw. zumindest eine polygonale Führungsmuffe aufweisen und in ihrer Auszug- und Einschub-Stellung gegeneinander arretierbar und ent-arretierbar sind.
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Prismatische Teleskopstöcke dieser Art, wie sie beispielsweise aus dem DE-Patent 7 51 769 (Haupt) oder dem US-Patent 21 65 967 (Haupt) bekannt sind und auch nach wie vor in der Schirm-Industrie praktiziert werden, erfüllen bisher eine reine funktionelle Aufgabe dahingehend, daß sich die Teleskopteile des Teleskopstocks zufolge ihres viereckigen oder sechseckigen Polygon--Querschnitts ohne Aufwand spezieller Ausgestaltungen oder Teile exakt ineinander führen und gegen Verdrehung sichern, um damit die erforderliche exakte Ausrichtung der verschiedenen Bauteile des Schirmes zueinander, wie des Schirmgriffes und bestimmter Auslösemechanismen am unteren Stockende gegenüber der Dachkinematik am oberen Stockende, im Sinne der Öffnungs- und Schließfunktionen des Schirmes zu gewährleisten. Wegen der starken Toleranzschwankungen des Polygon-Rohr-Ausgangsmaterials ist es zum Beispiel auch aus den obengenannten Schriften bekannt wie auch gängige Praxis, Polygonrohr mit Rundrohr im Teleskopstock zu kombinieren, wobei dem aus Rundrohr gefertigten Teleskopteil polygonale Reduzierungen bzw. Muffen angeformt sind in genauer Anpassung an den Polygon-Querschnitt des prismatischen Teleskopteiles. In jedem Falle verhält es sich so, daß sich ein polygonales Querschnitts-Profil umso mehr dem eines runden Querschnitts-Profils annähert, je mehr Kanten es hat. Weil demnach die Verdrehsicherheit und genaue Führung eines polygonalen Teleskopstocks bzw. eines mit polygonalen Führungs-Muffen ausgestatteten Teleskopfstocks mit weniger Kanten bzw. Facetten zunimmt und mit mehr Kanten bzw. Facetten abnimmt bzw. gar unmöglich wird, werden in der Regel bisher von der Schirm-Industrie nur Teleskopstöcke für verkürzbare Schirme mit einem Polygon-Profil von nicht mehr als bis zu sechs Kanten bzw. Facetten praktiziert. Da die Verdrehsicherheit und Führung außerdem auch noch von den Toleranzschwankungen des Rohrmaterials beeinflußt wird, gestaltet sich die Verwendung von Polygonrohr mit mehr als sechs Kanten oder Facetten für Teleskopstöcke von verkürzbaren Schirmen als problematisch bzw. unmöglich. Andererseits ist es jedoch wünschenswert, ein zu sehr funktionell geprägtes Aussehen bei einem Taschenschirm zu vermeiden und auch dem sehr augenfälligen Teleskopstock eines solchen Schirmes ein mit dem funktionalen Äußeren mindestens gleichwertiges schmückend-gefälligeres Aussehen zu verleihen. Dem steht aber ein Teleskopstock mit wenigen Kanten gemäß seiner bisherigen Machart als zu klobig und funktionell entgegen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Teleskopstock für verkürzbare Schirme der eingangs definierten Art zu schaffen, der sowohl funktionell optimal ist und eine exakte Verdrehsicherheit und Führung der Teleskopteile ineinander gewährleistet als auch ein ästhetisch effektvolles Aussehen ermöglicht, ohne daß sich Funktion und Ästhetik tangieren und ohne daß es eines Mehraufwandes oder zusätzlicher Teile für Drehsicherheit und Führung bedarf.
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Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß die polygonalen Teleskopteile bzw. die polygonalen Führungsmuffen jeweils mindestens zehn Facetten umfassen und mindestens eine davon in Längsrichtung konkav bzw. konvex gekrümmt ist, wobei die konkav bzw. konvex gekrümmten Facetten ineinander greifende Verdrehsicherungen und Längsführungen des Teleskopstockes bilden. Hierdurch ist ein Teleskopstock für verkürzbare Schirme, sogenannte Taschenschirme, mit mindestens zwei verdrehsicher ineinander geführten Teleskopteilen geschaffen, der einerseits das effektvolle Aussehen eines brillierend funkelnden Prismatoids hat ähnlich einem schmuckstückartigen Kantenschliff und der aber auch andererseits - und zwar trotz seiner einer kreisrunden Querschnittsform sehr stark angenäherten viel-facettigen Polygonalität - eine exakte, verdrehsichere Führung der Teleskopteile ineinander ermöglicht. Die konkaven bzw. konvexen Facetten sind dabei so vollständig im Erscheinungsbild dieses Teleskop-Prismatoids integriert, daß sie optisch nicht auffallen und ebenso wie die übrigen Facetten brillieren und mit diesen im Design verfließen.
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Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung und eine zusätzliche Funktion ohne Mehraufwand ergibt sich dadurch, daß die konkaven bzw. konvexen Facetten mittels abgestufter Enden in ausgezogenen Zustand des Teleskops aufeinandertreffende Gegenanschläge bilden als Sicherung einer Ent-Teleskopierung der Teleskopteile.
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Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung ist dadurch gekennzeichnet, daß jeweils zwei diametral gegenüberliegende Facetten konkav bzw. konvex gekrümmt sind.
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Eine vollkommen einheitliche Ausgestaltung des Stockteleskops als viel-facettiges Prismatoid ist dadurch erzielbar, daß alle Facetten des Polygon-Profils einheitlich jeweils als konkave bzw. konvexe Facetten verformt sind.
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Der Erfindungsgegenstand ist nachfolgend anhand der in der Zeichnung veranschaulichten Ausführungsbeispiele näher beschrieben. Es zeigt
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Fig. 1 einen Schirm-Teleskopstock mit zwei Teleskopteilen, die jeweils zehn Facetten haben,
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Fig. 2 einen vergrößerten Querschnitt gemäß dem Schnitt A-A des Teleskopstockes von Fig. 1,
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Fig. 3 einen dreiteiligen Schirm-Teleskopstock mit jeweils zehn Facetten,
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Fig. 4 einen Querschnitt durch diesen Stock gemäß dem Schnitt C-C von Fig. 3,
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Fig. 5 einen zweiteiligen Schirm-Teleskopstock in einer kombinierten Form von zehn und vierzehn Facetten, in einem vergrößerten Maßstab, und
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Fig. 6 einen Querschnitt durch den Stock gemäß dem Schnitt B-B von Fig. 5.
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Der dargestellte Teleskopstock eines verkürzbaren Schirmes bzw. Taschenschirmes beliebiger Bauart hat zumindest zwei ineinander verdrehsicher geführte rohrförmige Teleskopteile 1 und 2 etwa gemäß Fig. 1 und 2 oder aber auch mehr als zwei solcher Teleskopteile, zum Beispiel drei Teleskopteile 1, 2 und 3 entsprechend Fig. 3 und 4. Bei dem Teleskopstock gemäß den Fig. 1 und 2 ist das im Teleskopteil 2 geführte Teleskopteil 1 mit einem Griff 4 des Schirmes verbunden, während das äußere Teleskopteil 2 an seinem oberen Ende das nicht gezeigte Schirmdach trägt. Bei dem dreiteiligen Teleskopstock gemäß den Fig. 3 und 4 ist das dünnste innere Teleskopteil 1 mit dem Schirmgriff 4 verbunden und in dem mittleren Teleskopteil 2 verdrehsicher geführt, das seinerseits in dem äußeren Teleskopteil 3 verdrehsicher geführt ist, welches das nicht gezeigte Schirmdach trägt. Die Teleskop--Anordnung kann selbstverständlich auch umgekehrt sein, so daß also dann das am Schirmgriff 4 fixierte Teleskopteil 1 dachseitig wäre und das oben als dachseitig beschriebene Teleskopteil 2 bzw. 3 griffseitig. der Teleskopstock kann aber auch mehr als drei Teleskopteile umfassen.
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Die Teleskopteile 1 und 2 bzw. 1, 2 und 3 sind mittels eines an sich bekannten, nicht näher gezeigten Verriegelungs- und Auslösemechanismus in ihrer eingeschobenen und/oder ausgeschobenen Stellung gegeneinander arretierbar und auslösbar. Zu diesem Mechanismus gehören zum Beispiel auch an sich bekannte Kugelrasten 5 innerhalb der Teleskopteile 1, 2 und 3. Der Auszug und/oder der Einschub der Teleskopteile kann manuell oder automatisch erfolgen mittels ebenfalls nicht gezeigter, an sich bekannter Mittel.
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Um den Auszug und den Einschub der Teleskopteile 1, 2 und 3 zum Zwecke der erforderlichen Richtungs-Stabilität zwischen dem Schirmgriff 4 und dem nicht gezeigten Schirmdach verdrehsicher zu gestalten, werden bei den bisher praktizierten Schirm--Teleskopstöcken polygonalen Querschnitts in der Regel Teleskopteile mit nicht mehr als sechs Facetten-Flächen bzw. Kanten verwendet. Das sind Polygon-Querschnitte, die eine praktikable Verdrehsicherheit und Geradführung der Teleskopteile ineinander gewährleisten, ohne daß es dafür der Anordnung besonderer oder zusätzlicher Mittel bedarf. Polygon-Querschnitte, die eine darüber hinausgehende Anzahl von Kanten haben, gewährleisten diese Eigenschaft nicht mehr bzw. mit nicht mehr genügender Sicherheit und werden folglich entweder nicht angewandt oder aber unter Aufwand zusätzlicher Mittel für die Verdrehsicherheit und Führung verwendet. Der Umstand der ungenügenden Verdrehsicherheit und Führung ergibt sich daraus, daß der Polygon-Querschnitt der Teleskopteile sich mit steigender Anzahl von Kanten bzw. Facetten mehr und mehr einem kreisrunden Querschnitt annähert, so daß die Kanten Führung und Halt verlieren. Diese Instabilität in bezug auf die Führung und Verdrehsicherheit des Stockteleskops wird noch durch die Umstände vergrößert, daß dieses an sich auch noch einen verhältnismäßig kleinen Querschnitt hat und außerdem auch noch das dafür verwendete Rohrmaterial regelmäßig einigen Querschnitts-Toleranzen in der Fertigung unterworfen ist. Andererseits erscheint aber ein polygonaler Teleskopstock etwa in der derzeitig üblichen marktgängigen Ausführung infolge der Verwendung polygonalen Rohrmaterials mit nur wenigen Kanten bzw. Facetten in seinem Aussehen zu sehr mechanisch-funktionell in der Gesamtbetrachtung des Schirm-Designs.
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Um demgegenüber dem Teleskopstock ein schmückendes Aussehen zu verleihen, haben die Teleskopteile 1 und 2 bzw. 1, 2 und 3 jeweils mindestens zehn Kanten K bzw. Facetten F bzw. deren Führungsmuffen M entsprechende Kanten K bzw. Facetten F. Diese Facettierung gibt dem Teleskopstock das Aussehen eines prismatoiden Schmuckgegenstandes, wobei die Facetten F bzw. die Kanten K wie effektvoll brillierende Kanten-Schliffe erscheinen. Dieser durch die große Anzahl von Facetten F und Kanten K erzielte Effekt wird, damit das sich einem kreisrunden Querschnitt angenäherte Polygon-Profil der Teleskopteile 1, 2, 3 bzw. der Führungsmuffen M seine Verdrehsicherheit und Längsführung nicht verliert, und jedenfalls auch kein zusätzlicher Extra-Aufwand dafür erforderlich wird, noch dadurch kombiniert, daß zumindest eine Facette F insgesamt in ihrer Breite b im Polygon-Profil von Kante K zu Kante K und parallel zur Teleskop-Achse X-X konkav oder konvex, also nach innen oder nach außen gekrümmt ist entsprechend den Facetten F&min;, und zwar in gerundeter Form R oder in geknickter Form N (Fig. 2). Die längsverschieblich ineinandergreifenden konkaven bzw.konvexen Facetten F&min; bilden die Verdrehsicherungen und Längsführungen für die Teleskopteile 1, 2, 3 bzw. für die Führungsmuffen M in voller Einheitlichkeit im Aussehen mit dem viel-facettig brillierenden Stock-Prismatoid, ohne in diesem Design aufzufallen, obwohl die gekrümmt verformten Facetten F&min; auch Funktionselemente darstellen. Anstelle einer solchen Facette F&min; je Teleskopteil 1, 2, 3 oder Führungsmuffe M können jeweils auch zwei, sich diametral gegenüber liegende Facetten F&min;, F&min; vorgesehen sein (Fig. 4). Es können aber auch alle Facetten F einheitlich, also rundum im Polygon-Profil als konkave bzw. konvexe Facetten F&min; verformt sein, etwa gemäß dem Ausführungsbeispiel von Fig. 5, 6, so daß das Polygon-Querschnitts-Profil ählich einem Zahnkranz als Hohl-Zacken bzw. Hohl-Zahn-Verformung Z erscheint.
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Von den Teleskopteilen 1, 2, 3 kann das äußere Teil 2 bzw. 3 zum Beispiel auch im Querschnitt teilweise rund und teilweise polygonal sein (Fig. 1, 2), wobei das polygonale Teilstück von einer Führungsmuffe M gebildet ist zum Führen und zur Drehsicherung des benachbarten Teleskopteiles 1 bzw. 2. Alle Facetten F&min;, also sowohl die runden und eckigen R, N als auch die gezahnten Hohl-Verformungen Z zur Drehsicherung und Führung der Teleskopteile 1, 2, 3 können stufenlos auslaufen oder aber einenendes unter Bildung einer Stufe F&min;&min; abrupt enden ( Fig. 1 und 3). Die Stufe F&min;&min; kann zum Beispiel mit einer der Facetten F im Bereich der Führungsmuffe M des Teleskopteiles 2 (Fig. 1) oder des Teleskopteiles 3 (Fig. 3) liegen und im ausgezogenen Zustand der Teleskopteile 1, 2, 3 mit einem Gegenanschlag an dem jeweils anderen, benachbarten Teleskopteil (zum Beispiel Teil 1 mit Teil 2 und Teil 2 mit Teil 3) zusammenwirken. Dadurch ist ein völliges Auseinanderziehen, also eine unerwünschte Trennung der Teleskopteile 1, 2, 3 vermeidbar, ohne daß es dafür zusätzlicher bzw. separater Mittel bedarf.
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Die Variante eines zweiteiligen Teleskopstockes gemäß Fig. 5 zeigt einen besonders schön brillierenden Schmuckeffekt infolge eines vierzehn Facetten F bzw. F&min; aufweisenden Polygon-Querschnitts des Teleskopteiles 2. Dieser Effekt wird noch dadurch unterschiedlich chanchierend gestaltet, daß dem vierzehn-facettigen Teleskopteil 2 eine Führungsmuffe M mit zehn Facetten F&min; angeformt ist. Die drehfeste Führung des Teleskopteiles 1 in der Führungsmuffe M wird hier durch alle als Hohlzacken Z ausgebildeten Facetten F&min; bewirkt in Verbindung mit einer dementsprechend angepaßten Hohlzacken-Profilierung Z der Facetten F&min; des Teleskopteiles 2.