DE35130C - Verfahren zur Darstellung von Tetrajodpyrrol, genannt „Jodol" - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Tetrajodpyrrol, genannt „Jodol"

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DE35130C
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pyrrole
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DENDAT35130D
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G. ClAMICIAN und P. SILBER in Rom
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D207/00Heterocyclic compounds containing five-membered rings not condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom
    • C07D207/02Heterocyclic compounds containing five-membered rings not condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom with only hydrogen or carbon atoms directly attached to the ring nitrogen atom
    • C07D207/30Heterocyclic compounds containing five-membered rings not condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom with only hydrogen or carbon atoms directly attached to the ring nitrogen atom having two double bonds between ring members or between ring members and non-ring members
    • C07D207/34Heterocyclic compounds containing five-membered rings not condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom with only hydrogen or carbon atoms directly attached to the ring nitrogen atom having two double bonds between ring members or between ring members and non-ring members with hetero atoms or with carbon atoms having three bonds to hetero atoms with at the most one bond to halogen, e.g. ester or nitrile radicals, directly attached to ring carbon atoms

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Tetrajodpyrrol entsteht nach folgender Gleichung:
C4H4NH + 8 J= C4J4NH+ ^HJ,
wenn man Jod auf Pyrrol in Gegenwart von indifferenten Lösungsmitteln einwirken lä'fst. Man löst z.B. 1 Theil Pyrrol in 10 Theilen Alkohol, giebt eine Lösung von 12 Theilen Jod in 240 Theilen Alkohol zu und lä'fst dieses Gemisch einen Tag stehen. Verdünnt man hierauf mit der vierfachen Menge Wasser, so fällt das Jodol in gelben krystallinischen Flocken aus.
An Stelle der alkoholischen Lösungen kann man auch solche in Holzgeist, Chloroform, Aceton, Schwefelkohlenstoff und Essigäther verwenden.
Die Bildung von Tetrajodpyrrol erfolgt aber in glatterer Weise, wenn man dafür sorgt, dafs die bei der Reaction entstehende Jodwasserstoffsä'ure nicht in freiem Zustande auftreten kann.
Man erreicht dies:
I. Durch Bildung von jodwasserstoffsauren Salzen, also durch Jodiren bei Gegenwart von wässerigen Alkalien, von organischen Basen, von Metalloxyden, von kohlensauren, essigsauren oder auch nur von basischen Salzen.
II. Durch Zerstörung der Jodwasserstoffsäure durch ein Oxydationsmittel, wobei die Reaction nach folgenden beiden Gleichungen stattfinden kann:
1) C4H4NH+^J +2 O = C4J4NH+2H2 O,
2) C4H4NH+ ^HJ + ±0
= C4 J4 N//+4 i/2 O.
Als solche Oxydationsmittel nennen wir: Eisenchlorid, Kupfervitriol, Chlor, Brom, Braunstein, Bleisuperoxyd, bromsaure, chromsaure und mangansaure Salze.
Man kann sich auch der Jodsäure als Oxydationsmittel bedienen, wobei die vorher erwähnten Gleichungen folgende Form erhalten:
1) 5 C4H1NH+ 16 J+4.HJO0,
·= 5 C4J4N H + 12 H2 O,
2) ^C4H4N H+ZH J+^H J O1,
= 3 C4J4NH+ 12H2O.
Das auf die eine oder andere Weise erhaltene Tetrajodpyrrol hat im grofsen Ganzen die in den Berichten der deutschen chemischen Gesellschaft, Bd. XV, S. 2584, angegebenen Eigenschaften.
Es ist ein gelblich weifses, am directen Licht leicht zersetzliches Pulver, das im Wasser ganz unlöslich, im kalten Alkohol und in den Alkalien etwas löslich ist. Es zersetzt sich völlig unter Abgabe von Joddämpfen, wenn es auf 140 bis 1500 erhitzt wird.
Beispiel I.
Pyrrol wird in Wasser von gewöhnlicher Temperatur gelöst oder auch nur suspendirt und dieser Mischung auf 1 Molecül angewendetes Pyrrol 4 Molecule Alkali zugegeben.
Man nimmt z. B. auf 1 Theil Pyrrol 150 bis 300 Theile Wrasser und 3,3 Theile Kalioder 2,4 Theile Natronhydrat. Anstatt der Alkalilösung kann das Pyrrol auch, den angegebenen Verhältnissen entsprechend, mit einer Lösung oder Suspension der Erdalkaüen (z. B. mit Kalkmilch) versetzt werden.
Zu diesem Gemische läfst man nach und nach unter stetem Umrühren eine wässerige Lösung von Jod in irgend einem Jodsalz (z. B. Jodkalium, Jodnatrium oder Jodcalcium) zufliefsen. Obigen Verhältnissen entsprechend, wendet man auf ι Molecül Pyrrol 8 Molecule Jod, d. h. auf ι Gewichtstheil Pyrrol 15 Gewichtstheile Jod an.
Bei Anwendung von reinem Pyrrol färbt sich nach Zusatz der beschriebenen Menge Jod die über dem ausgeschiedenen schmutzig blaugrünen Niederschlag stehende Flüssigkeit braun, ein Zeichen, dafs die Bildung des Tetrajodpyrrols beendigt ist. Bei Anwendung von Robpyrrol läfst sich der Vorgang durch allmälige theilweise Zugabe von Alkali und von Jodlösung leicht controliren und ohne Mühe der Punkt feststellen, bei dem mit Zugabe von Jod-• lösung aufzuhören ist.
Man trennt den auf die eine oder andere Weise erhaltenen schmutzigen Niederschlag von der Flüssigkeit, die durch Eindampfen auf Jodsalze, die immer wieder in den Kreislauf der Operation zum Lösen des Jods zurückkehren, verarbeitet werden können.
Der abgesaugte Niederschlag wird in heifsem Alkohol gelöst, die erhaltene gelbbraune Lösung mit Thierkohle gekocht und nach dem Abfiltriren durch Zusatz von Wasser gefällt.
Beispiel II.
Eine Lösung von 1 Theil Pyrrol in der 300 fachen Menge Alkohol wird mit etwa ι ο Theilen gefälltem Quecksilberoxyd versetzt und zu dieser Mischung läfst man langsam und unter stetem Umrühren eine Lösung von 1 5 Theilen Jod in der 20 fachen Menge Alkohol hinzufliefsen. Es wird dann abfiltrirt, die klare Lösung durch Wasserzusatz gefällt, das abgeschiedene Tetrajodpyrrol, wie schon angegeben, gereinigt. In derselben Weise verfährt man bei Anwendung von Zinkoxyd, Bleioxyd und anderen Oxyden.
Bei Anwendung von Soda, essigsaurem Natron u. s. w. mufs selbstverständlich die alkoholische Lösung entsprechend mit Wasser verdünnt sein.
Beispiel III.
ι Theil Pyrrol, 6 Theile jodsaures Kali und 7 Theile Jodkalium werden in Wasser gelöst, und zu der Lösung wird Alkohol hinzugegeben, bis eine geringe Trübung erscheint. Man läfst dann zu der so erhaltenen Mischung langsam und unter stetem Umrühren verdünnte Schwefelsäure hinzutröpfeln, wobei sich das gebildete Tetrajodpyrrol nach einiger Zeit abscheidet.

Claims (1)

  1. Patent-Anspbuch:
    Verfahren zur Darstellung von Tetrajodpyrrol, genannt »Jodol«, durch Einwirkung von Jod auf Pyrrol in Gegenwart von indifferenten Lösungsmitteln oder unter Anwendung von Substanzen, welche verhindern, dafs die bei der Reaction entstehende Jodwasserstoffsäure in freiem Zustande auftritt. Als solche Substanzen nennen wir: wässerige Alkalien, organische Basen, Metalloxyde, kohlensaure, essigsaure oder basische Salze und die verschiedensten Oxydationsmittel, insbesondere Eisenchlorid, Kupfervitriol, Chlor, Brom, Braunstein, Bleisuperoxyd, bromsaure, chromsaure und mangansaure Salze.
DENDAT35130D Verfahren zur Darstellung von Tetrajodpyrrol, genannt „Jodol" Expired - Lifetime DE35130C (de)

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