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Die Erfindung betrifft einen Bezeichnungsträger für elektrische Leitungen gemäß Gattungsbegriff des Patentanspruches 1. Die Erfindung betrifft ferner ein Spritzgußwerkzeug zur Herstellung eines Stranges von an ihren Rastverbindungen lösbar aneinanderhängenden derartigen Bezeichnungsträgern. Die Herstellung im Strang ist für die Handhabung, Lagerhaltung und Verarbeitung im Zusammenhang mit dem Aufbringen des eigentlichen Bezeichnungselementes sowie für die gemeinsame Aufbringung mehrerer Bezeichnungsträger gleichzeitig auf einem elektrischen Leiter von Vorteil.
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Bei dem bekannten Bezeichnungsträger der gattungsgemäßen Art (DE-OS 33 00 908) ist zwar dadurch, daß an das obere Trägerstück zwei Klemmlaschen angeformt sind, die als sich nur über einen Teil der Trägerstückbreite erstreckende Stege ausgebildet sind, eine gewisse Flexibilität und Anpaßbarkeit eines derartigen zusammengesetzten Stranges von Bezeichnungsträgern erreicht, wie es für die Verarbeitung günstig ist, doch müssen die bekannten Bezeichnungsträger aufgrund ihrer Raumform im übrigen in der üblichen Weise einzeln hergestellt und im Bedarfsfall dann im nachhinein mühsam zum Strang verknüpft werden. Das zu ihrer Herstellung benötigte Spritzgußwerkzeug ist im übrigen kompliziert.
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Bei einem weiteren bekannten Bezeichnungsträger (DE-PS 9 69 956) geht zwar der schmale Klemmsteg von einer der Stirnflächen des Trägerstückes aus. Auch dies allein führt noch nicht zu einem vereinfachten Spritzgußwerkzeug. Da bei diesem Bezeichnungsträger Rastmöglichkeiten an den Stirnseitenflächen nicht vorgesehen sind, scheidet von vornherein eine sinnvolle Strangbildung aus.
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Aus der DE-OS 29 38 622 läßt sich schließlich ein Spritzgußwerkzeug zur Herstellung von Formteilen aus Kunststoff entnehmen, das mehrteilig ausgebildet ist und einen Schieber aufweist, der ausschließlich beim Anfangsguß für einen Formverschluß sorgt, während dieser Schieber für das dann folgende An-, Ein- und Umgießen funktionslos bleibt.
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Soweit man bislang Spritzgußwerkzeuge für die taktweise Herstellung eines Stranges von an ihren Rastverbindungen noch lösbar aneinanderhängenden Bezeichnungsträgern eingesetzt hat, resultieren hieraus relativ starre Bezeichnungsträgerstränge, die ohne Gefahr der Strangauflösung kaum gerichtet und zurechtgebogen werden können und bei denen insbesondere auch eine Anpassung eines Strangabschnittes an damit zu bestückende elektrische Leiter, die normalerweise auch nicht völlig gerade vorliegen, problematisch ist. Diese Spritzgußwerkzeuge haben auch einen relativ komplizierten Aufbau.
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Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Bezeichnungsträger der gattungsgemäßen Art zu schaffen, der zu seiner Herstellung im flexiblen Strang eines wesentlich vereinfachten Spritzgußwerkzeuges bedarf.
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Die erfindungsgemäße Lösung ergibt sich aus dem kennzeichnenden Teil des Patentanspruches 1. Da bei Bezeichnungsträgern einheitlicher Breite bei deren Strangherstellung ein zuvor spritzgegossener Bezeichnungsträger mit seiner gesamten nachlaufenden Stirnfläche das Formnest bei der Herstellung des nächsten Bezeichnungsträgers begrenzen muß, kann man das Formnest sich in Ausstoßrichtung entsprechend der Strangbilderichtung nicht konisch verbreitern lassen, da dies zu nicht zu lösenden Abdichtungsproblemen im betroffenen Begrenzungsbereich des Formnestes führt. Das Fehlen der konischen Verbreiterung aber führt zu so großen Ausstoßproblemen, daß man bislang den das Formnest seitlich begrenzenden Formteilen des Spritzgußwerkzeuges eine kleine Bewegungsmöglichkeit gibt. Darüber hinaus muß dafür Sorge getragen werden, daß der zuvor spritzgegossene Bezeichnungsträger in seiner das Format begrenzenden Lage durch seitliche spannbackenähnliche Formteile gehalten wird.
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Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Bezeichnungsträgers ist es nun aber möglich, beim Spritzgießen das Formnest bei jedem Spritztakt rückwärtig aufgrund der Raumform des Bezeichnungsträgers durch eine Schieberplatte teilverschließbar zu machen, wobei die Schieberplatte bis unter das mit ihrer nachlaufenden Stirnflächenseite das Formnest begrenzende Trägerstück des zuvor spritzgegossenen Bezeichnungsträgers gefahren werden kann und der Schieber mit einer oberseitigen Haltenase in die Aussparung an die Unterseite des Trägerstückes eingreifen kann. Die Ausgestaltung des Bezeichnungsträgers ermöglicht der Schieberplatte somit die Doppelfunktion einerseits der Teilbegrenzung des Formnestes und andererseits der Fixierung des zuvor gespritzten Trägerstückes für dessen Funktion der rückseitigen Formnestbegrenzung.
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Bei dieser Formnestgestaltung bestehen dank der Schieberplatte aber auch keinerlei Abdichtungsprobleme selbst dann, wenn man, wie vorgesehen, den in der Schließlage rückwärtig durch die Schieberplatte begrenzten Teil des das Formnest seitlich und unten begrenzenden Formteiles sich in Ausstoßrichtung zur Schieberplatte hin, konisch verbreitern läßt, so daß sich dann auch entsprechend konisch sich verbreiternde Stege am Bezeichnungsträger ergeben. Es hat sich gezeigt, daß sich auf diese Weise die Bezeichnungsträger problemlos mit ungefährlichen Drücken und schmalen Ausstoßern aus dem Formnest ausstoßen lassen, ohne daß zusätzliche Öffnungsbewegungen der angrenzenden Formteile erforderlich wären.
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Die jetzt nur noch benötigte ein- und auszufahrende Schieberplatte führt zu einem denkbar einfachen Aufbau des Spritzgußwerkzeuges, wobei hervorzuheben ist, daß bei Spritzgußwerkzeugen mit einer Mehrzahl nebeneinander angeordneter Formnester zur gleichzeitigen Herstellung mehrerer Stränge derartiger Bezeichnungsträger für alle Formnester mit einer gemeinsamen Schieberplatte gearbeitet werden kann.
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Die besondere resultierende Ausgestaltung des Spritzgußwerkzeuges ist im Anspruch 2 gekennzeichnet. Weitere bevorzugte Ausgestaltungen des Spritzgußwerkzeuges sind in den entsprechenden Unteransprüchen gekennzeichnet.
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Ein Ausführungsbeispiel eines derartigen Bezeichnungsträgers sowie eines Spritzgußwerkzeuges zu seiner Strangherstellung werden nachstehend unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher beschrieben. Es zeigt
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Fig. 1 das Schema eines Spritzgußwerkzeuges zur Herstellung eines Stranges derartiger Bezeichnungsträger mit Schemadarstellung der Bezeichnungsträger in Seitenansicht,
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Fig. 2 eine Schemadarstellung eines derartigen Bezeichnungsträgers und des Spritzgußwerkzeuges zu seiner Herstellung in Vorderansicht.
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Die Bezeichnungsträger für elektrische Leiter haben ein oberes Trägerstück 1, auf dem das eigentliche Bezeichnungssymbol durch Bedrucken, Bekleben oder dergleichen aufgebracht wird. Die Trägerstücke 1 haben an ihrer einen Stirnflächenseite einen Rastvorsprung 2 und an ihrer anderen Stirnflächenseite eine Rastaufnahme 3 zur Aufnahme eines derartigen Rastvorsprunges 2. An die Trägerstücke 1 sind den zu bestückenden elektrischen Leiter umgreifende Klemmlaschen angeformt, wobei hier nun diese Klemmlaschen als von der einen Stirnflächenseit des Trägerstückes 1 ausgehende, schmale, sich nur über einen Teil der Breite des Trägerstückes 1 erstreckende Stege 4 ausgebildet sind. Die Stege 4 gehen dabei von derjenigen Stirnflächenseite der Trägerstücke 1 aus, die im Rahmen der Strangherstellung (siehe Fig. 1) die vorlaufende ist. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Stege 4 etwa halb so breit wie die Trägerstücke 1. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist im Bereich der freien Enden der die Klemmlaschen bildenden Stege 4 für den sicheren Halt auf dem elektrischen Leiter ein Clipverschluß 5, 6, 7 vorgesehen, wobei die Stege 4 durch ihre aus Fig. 2 ersichtliche Winkelform in ihrem oberen, an das Trägerstück 1 angrenzenden Bereich ebenfalls noch klemmend auf den umschlossenen Leiter einwirken.
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Nach ihrer Herstellung im Strang, nach der die Bezeichnungsträger in dem Strang an ihren Rastverbindungen lösbar aneinanderhängen (Fig. 1), sind die einzelnen Bezeichnungsträger gegeneinander gut beweglich, da sich zwischen den einzelnen die Klemmlaschen bildenden Stegen 4 erhebliche Freiräume befinden und von daher Strangabschnitte so geschmeidig und anpaßbar sind, daß ein gemeinsames gleichzeitiges Aufsetzen mehrerer Bezeichnungsträger in Form eines Strangabschnittes auf einen elektrischen Leiter, auch dann, wenn dieser in relativ ungerader Form vorliegen sollte, möglich ist.
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Die Stege 4 der Bezeichnungsträger verbreitern sich in ihrer Breitenerstreckungsrichtung bis hin zu ihrer hinteren, mit der Stirnflächenseite des Tragstückes 1 abschließenden Hinterkante konisch, was im Zusammenhang mit der Darstellung des Werkzeuges in Fig. 1 angedeutet ist und im Zusammenhang mit dem Werkzeug in seiner Bedeutung noch beschrieben wird.
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Ferner ergibt sich unterseitig in den Tragstücken 1 in Verlängerung der vorderen Begrenzungskante der Stege 4 durch die besondere Form der Schieberplatte eine Aussparung 8, deren Bedeutung ebenfalls im Zusammenhang mit dem Werkzeug näher beschrieben wird.
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Das in Fig. 1 dargestellte Spritzgußwerkzeug besteht aus einem vorderen Formteil 9, das bei dem Formnest, in dem der Bezeichnungsträger gespritzt wird, im wesentlichen die Vorderseite, insbesondere auch die vordere Begrenzungskante des Steges 4, die Unterseite des Trägerstückes 1 sowie die vordere Stirnseitenfläche des Trägerstückes einschließlich des Rastvorsprunges 2 begrenzt. In dem Formteil 9 sind Ausstoßer 10, 11 verschieblich geführt, wobei die paarweise vorgesehenen Ausstoßer 10 beim Ausstoßen auf die Stege 4, der Ausstoßer 11 auf den Rastvorsprung 2 des Trägerstückes 1 einwirkt. An das vordere Formteil 9 schließt sich ein Formteil 12 an, das im wesentlichen die seitliche Begrenzung des Formnestes, und zwar sowohl die innere wie die äußere seitliche Begrenzung insbesondere der Stege 4, aber auch eines Teiles des Trägerstückes 1 und insbesondere der Oberseite des Trägerstückes 1 bildet. Das Formteil 12 hat ein Oberteil 12 a, das sich zur Führung des sich bildenden Stranges sowie zum phasenweisen Zusammenwirken mit dem noch zu beschreibenden Schließelement des Formnestes nach hinten verlängert.
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Zum rückwärtigen Teilschließen des Formnestes ist nun eine Schieberplatte 13 vorgesehen, die im Laufe der Strangherstellung jeweils, wie in Fig. 1 dargestellt, bis unter denjenigen Teil des Tragstückes 1 des soeben fertiggestellten Bezeichnungsträgers zu verfahren ist, der nicht von dem Steg 4 bedeckt ist. Die Schieberplatte 13 fährt somit praktisch zwischen die Stege 4 des zuvor fertiggestellten Bezeichnungsträgers und die Rückseite des Formnestes, und zwar an der Rückseite des unteren Bereiches des Formteiles 12 entlang. Mit der Rückseite dieses Formteiles 12 bildet die Schieberplatte 13 von daher eine Trennungslinie, längs der beim Spritzgießen in ausreichendem Maße Luft aus dem Formnest ausweichen kann.
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Die restliche rückwärtige Begrenzung des Formnestes geschieht durch die nachlaufende Stirnflächenseite des zuvor fertiggestellten Bezeichnungsträgers (siehe Fig. 1). Er wird dabei in dieser Formbegrenzungslage durch die eingefahrene Schieberplatte 13 fixiert, die zu diesem Zweck oberseitig noch eine Haltenase 14 hat, die in die schon genannte Aussparung 8 des Trägerstückes 1 dieses Bezeichnungsträgers eingreift. Die Rastausnehmungen 3 der Bezeichnungsträger werden dabei durch jeweils den Rastvorsprung 2 des in der Formnestbegrenzungslage befindlichen, zuvor hergestellten Bezeichnungsträgers gebildet.
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Zur Erleichterung des Ausstoßens durch die Ausstoßer 10, 11 ist ferner derjenige Bereich des Formteiles 12, der die Stege 4 seitlich und unten begrenzt, entsprechend also demjenigen Abschnitt, der rückwärtig von der Schieberplatte 13 geschlossen wird, in Ausstoßrichtung zur Schieberplatte 13 hin konisch verbreitert, was in Fig. 1 für die untere Begrenzungslinie angedeutet ist. Durch den Einsatz der Schieberplatte 13 entstehen hier insoweit Abdichtungsprobleme nicht.
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Für die Anfangsspritzung, d. h. für die Bildung des Beginnes des Stranges, kann die Schieberplatte 13 ganz bis an die Unterseite des Oberteiles 12 a des Formteiles 12 herangefahren werden und das Oberteil 12 a weist an entsprechender Stelle eine Aufnahme 15 für die Haltenase 14 der Schieberplatte 13 auf. Es wird nun ein erstes Formteil gespritzt, das allerdings in der vorderen Stirnflächenseite keine Rastausnehmung 3 aufweisen kann und von daher als Bezeichnungsträger ungeeignet ist und nachher vom Strang abgenommen wird. Dieses Formteil hat allerdings den Rastvorsprung 2 und von daher werden dann bei der nachfolgenden taktweisen Spritzung immer wieder vollständige Bezeichnungsträger in lösbar zusammenhängendem Strang auf die vorstehend geschilderte Weise dargestellt.
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Wie in Fig. 2 angedeutet, können in einem derartigen Spritzgußwerkzeug mehrere Formnester nebeneinander angeordnet sein, so daß die gleichzeitige Herstellung mehrerer Stränge derartiger Bezeichnungsträger möglich ist. In diesem Fall können alle nebeneinanderliegenden Formnester durch eine gemeinsame Schieberplatte 13 entsprechend teilgeschlossen werden.