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Vorrichtung zur Herstellung von Kapokvliesen. Man kennt bereits Vorrichtungen
zur Behandlung des Kapoks zwecks Erzielung einer verfilzten Oberfläche. In allen
früheren Vorrichtungen wurden die Kapokfasern nach dem Entkörnen und öffnen wie
bei der Herstellung von Baumwolle auf Karden bearbeitet, bei .velchen man die Kombination
der mit Nadeln versehenen Flächen verwendet, die bewegt und gegeneinander verschoben
werden und zwischen welchen die zu bearbeitenden
Fasern eingeführt
werden. Diese Vorrichtungen haben keine praktischen Ergebnisse geliefert, denn die
sehr feinen Kapokfasern brechen und fallen auseinander,wenn die Kardengarnituren
ziehend auf die Fasern einwirken.
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Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine verbesserte Vorrichtung
für die Bearbeitung des Kapok, die den Zusammenhang der Fasern enthält und dennoch
ihre Verfilzung gestattet. Zu diesem Zweck werden die in bekannter Weise vorher
geöffneten Faserur durch einen festliegenden Kamm, der sie parallel legt, auf eine
Kardentrommel geblasen, die weder Arbeitswalzen noch Garnituren besitzt. Die Fasern
werden einfach abgelagert und hierauf mit Hilfe von weichen rotierenden Bürsten,
die um die Kardentrommel angeordnet sind, zwischen die gegeneinander versetzten
Nadeln dieser letzteren eingeführt. Auf diese Weise lagern sich die Fasern neben
und übereinander, indem sie eine Art mechanischer Wellung erleiden. Nach einer gewissen
Anzahl von Umläufen der Karde, die eine Schicht von entsprechender Dicke erzeugt,
entfernt man diese Schicht cler Kardentrommel als Wattevlies. Nach der Abnahme des
Vlieses vom -Tambour unterwirft man die Schicht einer Erwärmung, die die Kräuselung
der Enden der gewellten Fasern und damit ihre Verfilzung vollendet.
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In den Zeichnungen veranschaulicht beispielsweise Abb. i im senkrechten
Schnitt ein Ausführungsbeispiel der Maschine, während Abb. 2 die Vorrichtung nach
Abb. i von der entgegengesetzten Seite aus gesehen darstellt.
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Der zunächst entkörnte Kapok wird in den Trichter i übergeführt, welcher
oberhalb von zwei zylindrischen Gehäusen 12, 13 angeördnet ist. Diese Gehäuse liegen
übereinander und stehen miteinander in Verbindung. Ir. diesen Gehäusen sind Schlägerarme
14, 15 angeordnet, die sich in entgegengesetzten Richtungen drehen. Durch diese
Schlägereinrichtungen wird der Kapok geöffnet und fällt dann in einen Behälter 16,
in dem die Düsen 2 angeordnet sind. Die aus diesen Düsen austretende Druckluft bläst
die Kapokfasern in einen Schacht 18, der am Oberende eine schmale Öffnung i9 besitzt,
die sich in der ganzen Länge der Kratzentrommel4 erstreckt. Die Düsen :2 können
durch Ventilatoren ersetzt werden, die parallel zueinander angeordnet sind. Die
durch diese Ventilatoren erzeugten Luftwirbel erleichtern die gleichmäßige Verteilung
des Kapoks auf der ganzen Länge der Kratzentrommel. In dem Schacht 18 können nötigenfalls
versetzt zueinander Nadeln 3 angeordnet sein, durch welche die Kapokbüschel, wie
oben beschrieben, ause}naadergezogen werden. Die Zähne der Kratzentrommel sind in
an sich bekannter Weise an den Enden stark abgebogen und sind versetzt zueinander
auf einem Gewebeband angebracht, welches äußerst weich und biegsam ist und mit Kautschukeinlagen
versehen sein kann. Dieser Kratzenbeschlag ist in bekannter Weise so nachgiebig,
daß die Kapokfasern nicht zerrissen werden können.
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Während der Kapok auf die Trommel aufgetragen wird, dreht sich die
Trommel .4 langsam in der Neigungsrichtung der Zähnchen des Kratzenbeschlages. Nachdem
die Fasern sich auf der Trommel aufgelagert haben, werden die Fasern zwischen die
Zähnchen des Beschlages mit Hilfe der sich drehenden Bürsten 5 - gedrückt, welche
am Umfang der Trommel, und zwar oberhalb derselben, angeordnet sind. Diese Bürsten
5 ,werden zweckmäßig aus Seidenborsten gebildet, die anWalzen aus Holz oder einem
anderen Material angebracht sind. Die Achsen dieser Bürsten werden von segmentartigen
Platten 21 getragen, welche paarweise in den Seitenwandungen des Gestells 23 der
Maschine angelenkt sind. Zwei gegenüberliegende .Platten 21 sind durch einen Deckel
miteinander verbunden, durch welche eine Kappe für die Trommel gebildet wird, unter
welcher dis Bürsten 5 liegen. Die in dieser Weise gelagerten Bürsten 5 können je
nach Bedarf der Trommel - genähert oder von derselben entfernt werden, wenn die
Einwirkung dieser Bürsten auf die Trommel aufhören soll. Das Entfernen der Bürsten
@ von der Trommel 4 wird in dem dargestellten Ausführungsbeispiel mit Hilfe eines
Getriebes hervorgebracht, welches aus einer Rillenscheibe 24 besteht: Letztere ist
auf einer Welle 22 angebracht, um welche sich die segmentartigen Platten 21 frei
drehen können und die man mit Hilfe einer Kurbel 25 in Umdrehung setzen kann. In
der Rille der Scheibe 24 sind die einen Enden von zwei Ketten oder Schnüren befestigt,
die über auf dem Arm 26 angebrachten Scheiben laufen und deren andere Enden j e
an einer Platte 21 angebracht sind.
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Der Abnahmekamm 6 liegt diametral der Zuführvorrichtung gegenüber.
Dieser Kamm erstreckt sich parallel zu der Trommel 4 und dient dazu, das Vlies von
der Trommel abzunehmen und es auf das Abführtuch 7 überzuleiten. Dieser Kamm sitzt
auf einer Stange, die ihrerseits auf den Enden von Hebeln angebracht ist, die sich
um die Zapfen 27 drehen lassen. Der Kamm 6 steht einerseits unter Einwirkung einer
Feder, welche bestrebt ist, den Kamm von der Trommel 4 wegzudrücken und anderseits
unter Einwirkung einer Daumenscheibe 28, welche nur dann durch eine Transmissionskette
in Umdrehung gesetzt wird, wenn die Trommel 4 sich entgegengesetzt
zu
der Richtung dreht, in der sie während des Krempelns gedreht wird.
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Die Arbeitsweise dieser Vorrichtung ist folgende: Nachdem der Kapok
auf die Kratzentrommel aufgeblasen worden ist, streichen die Bürsten 5 die Fasern
zwischen die Zähnchen des Trommelbeschlages. Es bildet sich hierdurch ein Vlies,
dessen Dicke je nach der zugeführten Kapokmenge zunimmt. Während dieser Drehung
der Trommel werden die Kapokfasern, die von den Bürsten mitgenommen werden und die
sich von der Trommel loslösen, durch Zentrifugalkraft gegen die Decken 17 geschleudert,
welche die Platten 21 miteinander verbinden. Die Fasern werden diesen Decken entlang
gleiten und fallen schließlich in geeignete Behälter, die an den Enden dieser Decken
angeordnet sind. Hat das Vlies die gewünschte Dicke erreicht, so hält man die Trommel
4 an und hebt die Bürsten 5 mit Hilfe der Kurbel 25 von der Trominel weg. Hierauf
läßt man die Trommel 4 in umgekehrter Richtung sich drehen, und zwar darf diese
Trommel nur eine einzige Drehung in dieser Richtung und. mit nicht allzu großer
Geschwindigkeit ausführen, damit die Kapokfasern beim Abnehmen durch den Kamm 6
nicht zerrissen werden können. Bei dieser Drehung der Trommel in umgekehrter Richtung
tritt auch der Kamm 6 in Tätigkeit und nimmt das Wattevlies von der Trommel ab.
Das Vlies legt sich auf das Tuch 7 auf, welches über der Heizvorrichtung 9 bewegt
wird. Letztere kann in irgendwelcher Weise erwärmt werden. Die Kapokfasern, welche
auf mechanischem Wege durch die versetzt zueinander angeordneten Zähnchen der Kratzentrommel
4 gewellt sind, werden sich unter Einwirkung der Hitze an den Enden kräuseln und
dadurch hängen sie sich gegenseitig ineinander fest, ohne daß ihre Lage wesentlich
verändert wird. Nachdem das Vlies über die Heizvorrichtung gelangt ist, tritt dasselbe
zwischen die Glätt- und Preßwalzen 8, io, durch welche dem- Vlies eine gewisse Festigkeit
gegeben wird.
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Zur Durchführung -der oben erwähnten Arbeitsvorgänge trägt die Welle
der Trommel 4 einerseits zwei Scheiben 4o, 41 von verschiedenem Durchmesser, von
denen die eine 40 die Bürsten 5 unter Vermittlung einer Kette 39 und die andere
31 den Abnehmerkamm-6 betätigt, anderseits (Abb.3) zwei andere Scheiben 42, 43,
von denen die eine 42 das Tuch ohne Ende 7 durch einen gekrausten Riemen und die
andere 43 die Schlägerarme ler 7ufiilirvor ricbtung inTätigkeit setzt.
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Ulm den Transport des Wattevlieses zu erleichtern, kann man dasselbe.
in bekannter Weise zwischen zwei Streifen 29, 3o aus Musselin oder Papier oder einem
anderen Material einführen. Diese Streifen können sich von den Spulen 31, 32 (Abb.
i) abwickeln, von denen die eine 31 oberhalb und die andere 32 unterhalb des Transporttuches
7 angeordnet ist. Das in dieser Weise von den Streifen eingeschlossene Vlies kann
danach wie üblich durchnäht oder gesteppt werden. Man könnte auch das Vlies in bekannter
Weise durch Leimen oder in anderer Weise fixieren und zwar könnte man dasselbe auf
einen einzigen Streifen auftragen, welcher dann als Halt für das Vlies diente. In
diesem Fall -,würde man die Musselin- oder Papierstreifen von einer Rolle 33 abnehmen,
von welcher aus die Streifen mit ihrer Klebstoffwalze 34 (Abb. i) in Berührung gebracht
werden. Dieser geleimte Streifen würde dann auf das Vlies durch die Preßwalzen 35,
36 . aufgedrückt werden. Diese Walzen können hohl sein und werden durch die Walzen
8, io mitgenommen, welche sich gegen den Innenumfang der zylindrischen Wandungen
35, 36 anlegen. Durch die Vergrößerung des Durchniessers dieser Preßwalzen im Verhältnis
zu dem Durchmesser der Mitnehmerwalzen 8, io wird auch die Druckoberfläche vergrößert.
Die zylindrischen Preßwalzen 35, 36 können durch seitliche Rollen 37, 38 geführt
werden. Diese Einrichtung für den Transport des Wattevlieses und das Leimen bildet
jedoch keinen Teil der vorliegenden Erfindung.