DE3501433C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine hohle Nockenwelle mit einem einen kreisring
förmigen Querschnitt aufweisenden Schmierölkanal und mit Verbindungsboh
rungen zwischen dem Schmierölkanal und den Nockenwellenlagern
sowie den Außenflächen der Nocken. Eine solche Hohlwelle ist bereits
aus der DE-PS 3 63 862 bekannt.
Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Herstellen der erfindungs
gemäßen hohlen Nockenwelle.
Hohle Nockenwellen für Brennkraftmaschinen sind bereits bekannt.
Derartige Nockenwellen zeichnen sich durch ein geringes Gewicht
aus. Da jedoch die Durchgangsbohrung einer solchen Hohlwelle typischer
weise ein großes Volumen aufweist, ist eine nicht unbeträchtlich
lange Zeitdauer erforderlich, um diese Durchgangsbohrung beim Start
der Brennkraftmaschine mit Schmieröl zu füllen. Infolge eines Schmieröl
mangels kann es deshalb in der Startphase bei diesen bekannten
hohlen Nockenwellen zu Verschleißerscheinungen kommen.
In der genannten DE-PS 3 63 862 ist eine Vorrichtung zur Verteilung
von Schmieröl mittels sich drehender Wellen beschrieben, bei welchen
der Ölzutritt in zwei Adern geteilt ist. Dabei wird insbesondere die
Unterteilung des Ölzutrittes in zwei Adern dazu genutzt, eine gleichmäßi
ge Schmierung in räumlich voneinander entfernteren Maschinenteilen
zu gewährleisten.
Die erste der beiden Ölzutrittsadern ist durch ein zentrales Rohrstück
gebildet, mit deren Hilfe das Schmieröl hauptsächlich den von der
Eintrittsstelle des Schmieröls am weitesten entfernt liegenden Verbraucher
stellen zuführbar ist. Die zweite der beiden Ölzutrittsadern ist als
einen kreisringförmigen Querschnitt aufweisender Kanal zwischen einem
äußeren Rohr und der Außenwandung des zentralen Rohrabschnittes
ausgebildet und dient zur Ölversorgung näherliegender Verbrauchsstellen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße hohle
Nockenwelle so auszubilden, daß kein Schmierölmangel in der Startphase
auftritt. Die Nockenwelle soll einfach herzustellen, leicht und
dauerhaft sein.
Im Rahmen dieser Aufgabe will die Erfindung auch ein Verfahren
zur Herstellung einer erfindungsgemäßen hohlen Nockenwelle angeben.
Vorrichtungsmäßig wird die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe
durch den Gegenstand des Anspruchs 1 und verfahrensmäßig wird
die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe durch den Gegenstand
des Anspruchs 9 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind jeweils in den Unter
ansprüchen angegeben.
Die Lösung der Aufgabe ergibt
sich insbesondere daraus, daß der aus einem durch Spritzgießen
eines harzartigen Werkstoffes hergestellte Kern das Volumen der Durch
gangsbohrung, d. h. des Innenhohlraumes der Nockenwelle, so verklei
nert, daß bereits in der Startphase, also bei noch nicht voller Leistung
der Ölförderpumpe, ein hinreichender Schmieröldruck im ringförmigen
Schmierölkanal und der Hohlwellen-Außenwandung vorhanden ist,
so daß eine hinreichende Schmierung der Nocken mit Hilfe der Verbin
dungsbohrungen zwischen dem Schmierölkanal und den Nockenwellen-La
gern sowie der Außenflächen der Nocken gewährleistet ist.
Der durch Spritzgießen hergestellte Kern ist bei geeigneter Werkstoff
wahl nicht nur schmierölbeständig, sondern auch leicht und korrosions
beständig.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen
und unter Bezug auf die Zeichnung näher beschrieben. In dieser
zeigt
Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine erfindungsgemäße Nockenwelle,
Fig. 2(a) einen Längsschnitt durch eine andere Ausführungsform
der Nockenwelle nach der Erfindung,
Fig. 2(b) einen Querschnitt durch die in Fig. 2(a) gezeigte Nockenwelle
bei Betrachtung von der Linie A-A in Fig. 2(a),
Fig. 3 einen Längsschnitt durch eine Nockenwelle und eine Spritzgieß
maschine zwecks Erläuterung des erfindungsgemäßen Verfahrens
zur Herstellung eines Kerns mittels Spritzgießen und
Fig. 4 und 5 Längsschnitte durch Ausführungsbeispiele
von Endgliedern einer erfindungsgemäßen Nockenwelle.
Fig. 1 zeigt eine allgemein mit dem Bezugszeichen 10 bezeichnete erfindungs
gemäße Nockenwelle, die ein Rohrstück 13 mit einer sich entlang der
Rohrstück-Längsachse erstreckenden Durchgangsbohrung 25 umfaßt. Das
Rohrstück 13 weist auch eine innere zylindrische Fläche 27 auf.
Ein aus einem leichtgewichtigen harzartigen Werkstoff gebildeter Kern 15
ist in der Durchgangsbohrung 25 angeordnet und derart innerhalb
derselben positioniert, daß ein einen kreisringförmigen Querschnitt
aufweisender Schmierölkanal 14 zwischen der inneren zylindrischen
Fläche 27 des Rohrstücks 13 und einer Außenwandung des Kerns 15
gebildet ist. Wellen-Endglieder 17 a, 17 b sind an den Enden 31 a, 31 b des Rohrstücks 13 vor
gesehen. Die Endglieder 17 a, 17 b sind gestaltet, um mit
den jeweiligen Enden des Rohrstücks 13 im Eingriff zu sein.
Sie umfassen Vertiefungen 29 a, 29 b, die so bemessen und
geformt sind, daß sie die axialen Enden 35 a, 35 b des Kerns 15,
wie in Fig. 1 gezeigt, passend aufnehmen.
Der in Fig. 1 dargestellte Kern 15 ist durch Spritzgießen eines härt
baren, flüssigen, harzartigen Werkstoffes gebildet worden, wie noch
zu beschreiben ist. Der Kern 15 weist vorzugsweise ein innerhalb
desselben in Längsrichtung verlaufendes Durchgangsloch 18 auf. Der
ringförmige Schmierölkanal 14 ist zwischen der Innenfläche 27 des
Rohrstücks 13 und der Außenwandung des Kerns 15 ausgebildet. Das
Volumen des ringförmigen Schmierölkanals 14 ist kleiner als das Gesamt
volumen der Durchgangsbohrung der in herkömmlichen hohlen Nockenwellen
verwendeten hohlen Rohre, so daß das Schmieröl nach dem Starten
des Motors schnell den Schmierölkanal 14 füllen und zu den Nockenwellen
lagern sowie den Außenflächen der Nocken, wie nachstehend beschrieben
ist, strömen kann.
Wie in Fig. 1 zu sehen ist, sitzt eine Mehrzahl von Lager
teilen 11 und Nocken 12 fest auf dem Außenumfang
des Rohrstücks 13. Jedes Lagerteil 11 und Nockenteil 12
ist mit einer Schmieröl-Einlaß/Auslaß-Leitung 16 ver
sehen, die mit dem Schmierölkanal 14 in Verbindung steht, um zu
ermöglichen, daß Schmieröl in den Schmierölkanal 14 ein- oder ausströ
men kann. Hohle Nockenwellen werden charakteristischerweise durch
wenigstens eines ihrer Lager mit Schmieröl versorgt, woraufhin das
Öl durch das Durchgangsloch und zu den Nocken und zu den anderen
Lagern strömt.
Die gegenüberliegenden Enden 31 a, 31 b des Rohrstückes 13 und die
Enden 35 a, 35 b des Kerns 15 sind in die jeweiligen
Wellen-Endglieder 17 a, 17 b eingesetzt. Eines der Wellen-
Endglieder, z. B. das in Fig. 1 auf der linken Seite an
geordnete Glied 17 a, kann eine Rolle und das andere, z. B.
das Glied 17 b rechts in Fig. 1, kann vorzugsweise eine
Kapsel sein.
Ein anderes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Nockenwelle ist in den Fig. 2(a) und 2(b) gezeigt. In
diesem allgemein mit dem Bezugszeichen 100 bezeichneten
Ausführungsbeispiel sind Bauteile der Nockenwelle, die
identisch mit denen des in Fig. 1 gezeigten Ausführungs
beispieles sind, mit den gleichen Bezugszeichen bezeichnet.
Die Nockenwelle 100 umfaßt einen Kern 105 mit einem massi
ven Querschnitt und mit Enden 135 a, 135 b. Dieser Kern ist
durch Spritzgießen eines harzartigen Materials ge
bildet. Die Nockenwelle 100 weist ferner wenigstens
einen Abstandshalter 109 auf, der den Kern 105 umgibt
und zwischen der Innenfläche 27 des Rohrstücks 13 und der
Außenwandung des Kerns 105 angeordnet ist. Die verbleiben
den Bauteile in diesem Ausführungsbeispiel mit der Aus
nahme der Wellen-Endglieder 117 a, 117 b sind in der glei
chen Art wie diejenigen im ersten Ausführungsbeispiel
konstruiert.
Die Abstandshalter 109 sind entlang der Längsachse an
geordnet, so daß sie Vibrationen des Rohrstücks 13 und
des Kerns 105 während des Betriebes bei rotierender Welle,
wie der Fachmann erkennt, verhindern. Der Abstandshalter
109 umfaßt, wie in Fig. 2(b) gezeigt, vorzugsweise einen
ringförmigen Körper 109′ und zwei Paar Vorsprünge 109′′,
die am ringförmigen Körper 109′ abstehen und mit Abständen
symmetrisch um diesen herum angeordnet sind. Teile des
Schmierölkanals 14 sind durch Bereiche gebildet, die um
geben sind von der Außenwand des ringförmigen Körpers 109′,
den Seitenwänden der Vorsprünge 109′′ und der Innenflä
che des Rohrstücks 13. Die Abstandshalter 109 sollten
aus einem Material bestehen, das weder eine Neigung zur
Verformung bei der Anbringung in dem Schmierölkanal 14
aufweist, noch dazu neigt, durch das in dem Kanal 14
strömende Schmieröl beschädigt zu werden.
Die in den Fig. 1 und 2(a) gezeigten Kerne 15 bzw. 105
werden aus einem harzartigen Material durch Spritzgießen
unter Verwendung eines der nachstehenden Verfahren hergestellt.
Wie in Fig. 3 dargestellt, wird die Form
210 zuerst in die Durchgangsbohrung 25 des Rohrstücks 13
eingesetzt. Die Form 210 umfaßt einen zylindrischen Hohl
raum 221, der auf die Formachse ausgerichtet ist und einen
geringeren Durchmesser aufweist als die Durchgangsbohrung 25.
Sodann wird ein geschmolzener harzartiger Werkstoff 214 von einer an einer
Spritzgußmaschine 211 vorgesehenen Düse 212 in den Hohl
raum 221 eingespritzt. Nachdem der Werkstoff ausgehärtet ist,
wird die Form 210 aus dem Rohrstück 13 herausgezogen, um
den Kern zu bilden. Der durch Spritzgießen unter
Verwendung der Form 210 nach Fig. 3 geformte Kern ist
ein solcher mit einem darin ausgebildeten Durchgangsloch.
Beim Spritzgießen des Kerns kann ein Wellen-
Endglied an dem der Füllmaschine entfernten
Ende des Rohrstücks angebracht werden. Das Wellenende
kann auch einen bei eingesetzter Form mit dem Formhohl
raum in Verbindung stehenden Vertiefungsbereich zur For
mung des Kernendes in der Vertiefung aufweisen. Das Abziehen
der Form wird erleichtert, wenn das Wellen-End
glied einen Vertiefungsbereich
großen Durchmessers aufweist.
Die Fig. 4 und 5 zeigen Einzelheiten von Abwandlungen
des in Fig. 2(a) dargestellten Ausführungsbeispiels.
Aus ihnen ist zu erkennen, daß Endbereiche 313 bzw. 413 erwei
terten Durchmessers der Kerne 305 und 405 durch
die korrespondierenden Wellen-Endglieder 317 und 417
mit geeigneter Ausbildung gehalten werden. Die
Endglieder 317 und 417 sind mit Vertiefungsbereichen 340
bzw. 440 geringen Durchmessers und mit vergrößerten
Vertiefungsbereichen 350 bzw. 450 versehen. Während
des Spritzgießens strömt das flüssige Material von der
Formmaschine durch den Formhohlraum, durch die Ver
tiefungsbereiche geringen Durchmessers und hinein in die
vergrößerten Vertiefungsbereiche, wo es aushärten kann.
Auf diese Weise kann gemäß den in den Fig. 4 und 5 dar
gestellten Ausführungsformen
ein Herausziehen der Kerne 305 und 405 zu
sammen mit der Form (nicht gezeigt) aus dem Rohrstück 13
beim Herausziehen der Form aus dem Rohrstück 13 nach Be
endigung des Spritzgießvorganges und nach dem Aushärt
vorgang verhindert werden. Die Beispiele für das Formen
der in den Fig. 4 und 5 gezeigten Teile 313 und 413 erweiter
ten Durchmessers sind an einem Kern ohne Durchgangs
loch dargestellt, jedoch ist es auch möglich, die je
weiligen Wellen-Endabschnitte so auszubilden, daß ein
Vertiefungsbereich erweiterten Durchmessers darin zur
Aufnahme eines Kerns mit einem Durchgangsloch geformt
ist. Ein solcher hohler Kern
ist leichter als ein Kern ohne
Durchgangsloch, woraus sich eine weitere entsprechende
Gewichtsersparnis der Nockenwelle ergibt.
Claims (10)
1. Hohle Nockenwelle mit einem einen kreisringförmigen Querschnitt
aufweisenden Schmierölkanal (14) und mit Verbindungsbohrungen
zwischen dem Schmierölkanal und den Nockenwellenlagern sowie
den Außenflächen der Nocken,
gekennzeichnet durch
einen zentralen, den Raum um die Nockenwellenachse gegen
den Zutritt von Schmieröl abschließenden und die innere Begren
zung des Schmierölkanals (14) bildenden Kern (15, 105, 305, 405)
aus einem durch Spritzgießen verarbeiteten harzartigen Werkstoff.
2. Nockenwelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Kern (15) hohl ist.
3. Nockenwelle nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch
ein Paar Endglieder (17 a, 17 b; 117 a, 117 b; 317; 417) an den
axialen Enden (31 a, 31 b) der Nockenwelle (10, 100), die jeweils
mit einer darin ausgebildeten Vertiefung (29 a, 29 b; 340, 350;
440, 450) zur Aufnahme des jeweiligen axialen Endes (35 a,
35 b; 135 a, 135 b) des Kerns (15, 105) versehen sind.
4. Nockenwelle nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3, gekenn
zeichnet durch eine Einrichtung zum Verhindern einer relativen Axialbe
wegung zwischen einem Ende des Kerns (305, 405) und dem
jeweiligen Endglied (317, 417).
5. Nockenwelle nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die Einrichtung zum Verhindern einer relativen Axialbewegung
einen an einem Ende des Kerns (305, 405) ausgebildeten erweiter
ten Teil (313, 413) umfaßt, dessen Durchmesser größer ist
als der Außendurchmesser des Kerns (305, 405), und daß die
jeweilige Endglied-Vertiefung einen komplementären, erweiterten
Bereich (350, 450) aufweist.
6. Nockenwelle nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 5,
gekennzeichnet durch einen oder mehrere Abstandshalter (109),
die den Kern (105) umgeben und die gegebenenfalls mit gegensei
tigem axialen Abstand angeordnet sind.
7. Nockenwelle nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß
der Abstandshalter (109) einen den Kern (105) umgebenderweise
berührenden, ringförmigen Körper (109′) und eine Mehrzahl
von radial von dem Körper (109′) vorspringenden und die
Innenfläche (27) der Nockenwelle (10) berührenden Elementen
(109′′) umfaßt.
8. Nockenwelle nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet,
daß der Abstandshalter (109) axial so angeordnet ist, daß
Vibrationen bei Rotation der Nockenwelle (100) reduziert werden.
9. Verfahren zum Herstellen einer hohlen Nockenwelle nach einem
der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine
zylinderförmige Form in eine in bekannter Weise hergestellte
hohle Nockenwelle eingebracht wird, daß ein flüssiger, harzarti
ger Werkstoff in den Formhohlraum hineingespritzt wird und
daß die Form nach Aushärten des harzartigen Werkstoffes abgezo
gen wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß eine
Nockenwelle mit einem daran angebrachten Endglied verwendet
wird, das eine Vertiefung aufweist, die bei in die Nockenwelle
eingesetzter Form mit dem Formhohlraum in Verbindung steht,
und daß das Einspritzen so erfolgt, daß der eingespritzte,
harzartige Werkstoff durch den Formhohlraum in die Vertiefung
hineinströmt.
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