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Fadenwechselvorrichtung für Rundstrickmaschinen. Gegenstand der Erfindung
ist eine Vorrichtung für Rundstrickmaschinen, durch die zwei Fadenführer bei einer
jeden von mehreren_ aufeinanderfolgenden Maschenreihen abwechselnd aus- und eingeschaltet
werden sollen, in der Art, daß ein Teil der Ware, etwa die Sohle eines Strumpfes,
aus anderem Faden gearbeitet wird als der übrige Teil der betreffenden Reihen. Nach
der Erfindung sollen von den Fadenführern, die in bekannter Weise durch Schubstangen
von einer Mustertrommel aus gehoben und gesenkt werden, die beiden in Betracht kommenden
eine gemeinsame Schubstange besitzen, die mit jedem der beiden Fadenführer mittels
eines durch einen Kurvenschlitz des Fadenführers hindurchgehenden Bolzens verbunden
ist. Die Kurvenschlitze sind so gekrümmt, daß eine seitliche Bewegung der Schubstange
ein Senken des einen und ein darauffolgendes Heben des anderen Fadenführers zur
Folge hat.
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Das Heben und Senken eines einzelnen Fadenführers durch seitliches
Schwenken der ihn steuernden Schubstange mittels einer mit dem Nadelzylinder umlaufenden
Schubkurve ist bereits bekannt. Auch ist schon vorgeschlagen worden, zwei Fadenführer
abwechselnd dadurch in und außer Arbeitsstellung zu bringen, daß eine mit zwei um
18b° gegeneinander versetzten Nocken versehene Welle, deren Nocken auf kurvenförmige
Ausnehmungen der Fadenführer wirkten, jedesmal dann, wenn ein Fadenwechsel stattfinden
sollte, zwei aufeinanderfolgende Vierteldrehungen ausführte. Hierdurch wurden beide
Fadenführer auf kurze Zeit gleichzeitig in Arbeitsstellung gebracht und dann der
vorher gesenkte Fadenführer angehoben und dadurch ausgeschaltet. Die Stelle, an
der der Fadenwechsel stattfand und die Strecke, auf der die beiden Fadenführer gleichzeitig
eingeschaltet waren und ihre Fäden sich daher überschnitten, war dabei von der Bauart
der Maschine abhängig. Die Anordnung nach der Erfindung besitzt nicht nur den Vorzug
größerer Einfachheit, sondern ermöglicht auch, durch Auswechseln der mit dem Nadelzylinder
umlaufenden Schubkurve die Stellen des Fadenwechsels und das Überschneiden der Fäden
beliebig zu verändern.
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In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der Fadenwechselvorrichtung
an einer Rundstrickmaschine dargestellt. Es sind: Abb. i eine teilweise geschnittene
Seitenansicht der gesamten Fadenwechselvorrichtung, Abb.2 ein Grundriß der mit dem
Nadelzylinder umlaufenden Schubkurve, Abb. 3 und ¢ Seitenansichten der beiden Fadenführer,
Abb. 5 eine teilweise geschnittene Vorderansicht der Schubstange von der rechten
Seite der Abb. i aus gesehen, Abb. 6, 7 und 8 schematische Darstellungen, die auf
der rechten Seite verschiedene Stellungen der Schubkurve und auf der linken Seite
die entsprechenden Stellungen der Fadenführer zeigen.
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In dem gezeichneten Ausführungsbeispiel ist die Fadenwechselvorrichtung
an einer Maschine mit umlaufendem Nadelzylinder 26o angebracht, jedoch könnte mit
entsprechenden Änderungen auch der Nadelzylinder feststehen und das SchloB umlaufen.
Der Nadelzylinder trägt Nadeln nl und n2 und ein mit ihm umlaufendes Platinenbett
295. Die Fadenführer FZ und Fe sind um eine feststehende Achse
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schwingbar und ruhen in Arbeitsstellung mit ihrem vorderen Ende auf einer Platte
559. Sie werden durch Schubstangen 46o bewegt, die unten in einem Lager 451, das
an einen feststehenden Zapfen 45o angeschraubt ist, und oben in einem Lager 462
geführt und von Schubkurven 5o2 auf einer Mustertrommel gesteuert.
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Die beiden Fadenführer FZ und F3, die während einer Anzahl aufeinanderfolgender
Runden abwechselnd, jeder für etwa die Hälfte der Runde, in Arbeitsstellung kommen
sollen, haben eine gemeinsame Schubstange 46o, die am oberen Ende einen Bolzen g
trägt. Dieser greift durch gekrümmte Führungsschlitze in den Fadenführern. Der Führungsschlitz
im FadenführerF2 hat einen von links nach rechts ansteigenden Teil 5 und einen Teil
7, der, wenn der Fadenführer sich in Arbeitsstellung befindet, in der Richtung verläuft,
in der sich der Zapfen g bewegt, wenn die Stange 46o seitlich um ihr unteres Lager
451 als Schwingungsmittelpunkt geschwenkt wird. Schwingt die Stange 46o von rechts
nach links, so wird der Fadenführer F2, während der Zapfen g sich durch den Teil
7 des Führungsschlitzes bewegt, in seiner Arbeitsstellung verbleiben, tritt der
Zapfen g dagegen in den Teil 5, so wird der Fadenführer F2 in eine unwirksame Stellung
gehoben. Der Führungsschlitz im Fadenführer F3 ist symmetrisch dazu angeordnet mit
einem von rechts nach links ansteigenden Teil 6 und einem dem Teil 7 gleichgerichteten
Teil B. Der Fadenführer F3 wird daher, wenn die Schubstange von links nach rechts
schwingt, zunächst in Arbeitsstellung bleiben und gehoben werden, wenn der Zapfen
g in den Teil 8 tritt. Bei der in Abb. 4 und 7 gezeichneten mittleren Stellung des
Zapfens g befinden sich beide Fadenführer gleichzeitig in Arbeitsstellung.
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Das seitliche Ausschwingen der Stange 46o wird durch eine am Platinenbett
295 angebrachte Schubkurve 296 bewirkt. Die Schubstange 46o hat eine Nase d, die,
wenn sich die Stange in ihrer tiefsten Stellung befindet, der Schubkurve 296 gegenübersteht.
Eine am Lager 462 befestigte Blattfeder '3 drückt die Stange gegen die Schubkurve
an. Über dem Lager 451 trägt die Stange eine exzentrisch befestigte Scheibe 418,
die sich bei gesenkter Stange auf das Lager 418 stützt. Durch Drehen dieser Scheibe
kann die Höhenlage der Stange 46o eingestellt werden.
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Die Schubkurve 296 hat einen mittleren, gleichförmig hohen Teil b
und an den Enden Ansätze, die vor dem vollständigen Abfallen einen halbhohen Teil
c besitzen. Die Schubkurve 296 umfaßt etwa die Hälfte des Umfangs des Platinenbettes.
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Solange die Schubstange 46o auf der Schubkurve 502 schleift,
sind beide Fadenführer F2, Fg in die in Abb. i strichpunktierte Stellung gehoben.
Wird die Stange 46o freigegeben, so sinken die Fadenführer in die in Abb. i mit
ausgezogenen Linien gezeichnete Stellung, während die Nase d in Höhe der Schubkurve
296 gelangt. Solange sie auf dem Teil a des Platinenbettes 295 schleift (Abb.6),
befindet sich der Zapfen g in dem in seiner Schwingungsrichtung verlaufenden Führungsschlitz
7 des Fadenführers FZ und in dem ansteigenden Führungsschlitz 8 des Fadenführers
F3. Letzterer Fadenführer ist daher angehoben, und der Fadenführer F2 befindet sich
in Arbeitsstellung.
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Gelangt die Nase d auf den halbhohen Teil c (Abb. 7), so schwingt
die Stange 46o in eine mittlere Stellung, bei der sich beide Fadenführer F2, F3
in Arbeitsstellung befinden.
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Schleift die Nase d auf dein hohen Teil b
der Schubkurve
(Abb.8), so ist die Stange 46o nach links geschwenkt, und der Zapfen g befindet
sich in dem ansteigenden Führungsschlitz 5 des Fadenführers F2 und in dem eben verlaufenden
Führungsschlitz 6 des Fadenführers F3. Der Fadenführer F3 ist daher in Arbeitsstellung
und der Fadenführer F2 angehoben.
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Während die Nase d auf dem halbhohen Teil c schleift, befinden sich
beide Fadenführer gleichzeitig in Arbeitsstellung, und die dieser Stelle gegenüberstehenden
Nadeln nehmen beide Fäden zusammen auf. Die Länge des halbhohen Kurventeils c bestimmt
daher die Anzahl der Nadeln, auf denen sich die beiden Fäden beim Fadenwechsel überschneiden.