DE3429346C2 - - Google Patents

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DE3429346C2
DE3429346C2 DE19843429346 DE3429346A DE3429346C2 DE 3429346 C2 DE3429346 C2 DE 3429346C2 DE 19843429346 DE19843429346 DE 19843429346 DE 3429346 A DE3429346 A DE 3429346A DE 3429346 C2 DE3429346 C2 DE 3429346C2
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decontamination
water vapor
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DE19843429346
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DE3429346A1 (de
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Manfred Dipl.-Ing. Dr.-Ing. Dr. 3111 Eimke De Pokroppa
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Bundesministerium der Verteidigung
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Bundesministerium der Verteidigung
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61LMETHODS OR APPARATUS FOR STERILISING MATERIALS OR OBJECTS IN GENERAL; DISINFECTION, STERILISATION OR DEODORISATION OF AIR; CHEMICAL ASPECTS OF BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES; MATERIALS FOR BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES
    • A61L2/00Disinfection or sterilisation of materials or objects, in general; Accessories therefor
    • A61L2/02Disinfection or sterilisation of materials or objects, in general; Accessories therefor using physical processes
    • A61L2/04Heat
    • A61L2/06Hot gas
    • A61L2/07Steam

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  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Epidemiology (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Animal Behavior & Ethology (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Public Health (AREA)
  • Veterinary Medicine (AREA)
  • Drying Of Solid Materials (AREA)
  • Apparatus For Disinfection Or Sterilisation (AREA)

Description

Die Erfindung geht aus von einem Verfahren zur Dekontami­ nation von Bekleidungsteilen und Ausrüstungsgegenständen in einer wärmeisolierten Kammer.
Ein solches Verfahren ist bekanntgeworden durch die Ver­ öffentlichung im "Lehrbuch der Militärchemie", Bd. 2 von 1977, Kap. 21.2.6.1, Militärverlag der Deuschen Demokratischen Republik.
Danach ist es bekannt, die Dekontamination von Gegenständen in einer Kammer durchzuführen. Verwendet wird hier jedoch ne­ ben Wasserdampf auch Ammoniak (NH3). Der überhitzte Wasser­ dampf wird durch die wäßrige Ammoniaklösung geleitet. Die Dekontamination erfolgt daher bei einer maximalen Reaktions­ temperatur von 100°C, da die Sättigungstemperatur der wäß­ rigen Ammoniaklösung höchstens 100°C beträgt. Daher behandelt es sich hier in erster Linie um eine flüssig-flüssig-Re­ aktion und kaum um eine Gasphasenreaktion durch Verdunstung des Kampfstoffes.
Weiterhin ist ein Verfahren zur Dekontamination von Gegen­ ständen veröffentlicht worden in der Zeitschrift "Soldat und Technik" 23. Jahrgang, Ausgabe 11/1980, Seite 651 bis 652. In diesem bekannten Fall werden Bekleidungsgegenstände und Ausrüstungsgegenstände durch heißen Dampf und getrennt zuge­ gebenes erwärmtes Gas zum Zwecke der Trocknung dekontami­ niert. Dieses geschieht in einer Kammer, die für eine maxi­ male Temperatur von 100°C ausgelegt ist und gleichzeitig einen Druckraum mit einem Druck von maximal 4 bar dar­ stellt. Die eingehängten Bekleidungs- und Ausrüstungsgegen­ stände werden mit heißem Dampf beaufschlagt und in einer sich daran anschließenden Phase durch Heißluft getrocknet. Außerdem ist für eine Dekontamination von Bekleidungsstellen und Ausrüstungsgegenständen ein Abgasstrahl- oder Frei­ strahlverfahren nicht anwendbar, da überhitzter Wasserdampf im Freistrahl bei Atmosphärendruck sofort kondensiert und damit seine Wirksamkeit bei der Entgiftung in erheblichem Maße verliert.
Der Nachteil der bekannten Verfahren besteht darin, daß der Dekontaminationsvorgang sehr zeitaufwendig ist, da er in 2 Phasen nacheinander durchgeführt werden muß. Bei den bekann­ ten Verfahren befinden sich die dekontaminierten Gegenstän­ de in einem feuchten Zustand und müssen in einer anschließ­ enden Phase getrocknet werden. Bei Verwendung von Ammoniak müssen die dekontaminierten und getrockneten Gegenstände zusätzlich noch entlüftet werden. Unvorteilhaft ist auch die Tatsache, daß die Dekontamination nur unter Druck durch­ führbar ist. Dieses führt dazu, daß die Kammer als Druck­ kammer ausgebildet werden muß und darüber hinaus evtl. mit einer Druckschleuse auszustatten ist. Eine solche Kammer ist wegen ihrer baulichen Größe, wenn überhaupt, nur sehr schwer verlastbar und bringt große Auf- und Abbauzeiten mit sich, da eine Fülle von Hilfsaggregaten mit aufgebaut und trans­ portiert werden müssen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Dekontamina­ tionsverfahren zu schaffen, welches sowohl eine schnelle De­ kontamination als auch eine einfache Verlastbarkeit der De­ kontaminationsmittel gewährleistet und dabei wenig Betriebs­ kosten verursacht.
Die Erfindung wird ausgehend von den Merkmalen des Oberbe­ griffes des Hauptanspruches durch seine kennzeichnenden Merkmale gelöst.
Die Erfindung bringt durch ihre vorteilhaften Merkmale eine erhebliche Leistungssteigerung. Die Anwendung der billigsten und fast überall verfügbaren Dekontaminationsmittel Wasser und Luft, unter Zuhilfenahme geeigneter Energie, ist fast überall möglich. Durch den Einsatz von überhitztem Wasser­ dampf kann das Dekontaminationsverfahren bei nahezu Umge­ bungsdruck durchgeführt werden. Der Einsatz von einer Druck­ kammer ist somit nicht mehr erforderlich, was einen weiteren Vorteil mit sich bringt, da der apparative Aufwand nun sehr gering ist. Bei gleichzeitigem Vorhandensein von Wasserdampf ist eine höhere Temperaturbelastung unter schonender Behand­ lung der verschiedenen Materialien sowie gleichmäßige Tem­ peraturverteilung möglich. Ein Trocknungsprozeß nach der De­ kontamination ist nicht mehr erforderlich, da das Verfahren mit überhitztem Wasserdampf arbeitet. Wasser- und ölabwei­ sende Imprägnierung sowie Ausrüstung gegen Flächenbeflammung von Textilien wird beim Dekontaminationsprozeß nicht zer­ stört. Bekleidung und permeable Schutzbekleidung können in relativ kurzer Zeit dekontaminiert werden, wobei sich insbe­ sondere auch Gummi oder gummierte Teile ebenfalls dekontami­ nieren lassen.
Das Verfahren eignet sich darüber hinaus auch zur Dekonta­ mination von Nervenkampfstoffen, wie z. B. VX. Der Dekonta­ minationsprozeß kann durch geeignete Zusätze zum Wasser­ dampfheißluftgemisch beschleunigt werden. Es kommt darüber hinaus bei den zu kontaminierenden Gegenständen nicht zu Ab­ rieb bzw. Auswachsverlusten, da die mechanische Bean­ spruchung nicht gegeben ist.
Der hohe Wasserdampfanteil macht sich materialschonend be­ merkbar. Die wärmeisolierte Kammer ist wegen ihrer geringen Baugröße leicht verlast- und verfahrbar und kann somit als mobile Einrichtung ortsunabhängig eingesetzt werden.
Anhand eines Ausführungsbeispiels soll die Erfindung näher erläutert werden.
Die einzige Zeichnung (Fig. 1) zeigt ein Blockschaltbild des thermischen Verfahrens.
In einem nicht näher beschriebenen Heißluftgenerator 1 wird angesaugte Umgebungsluft auf Temperaturen von über 100°C, beispielsweise 550°C und höher mittels irgendeiner Energie erwärmt. Die Energie kann beispielsweise aus den Abgasen einer Gasverbrennungsmaschine genommen werden oder vom Mo­ tor des verlastenden Fahrzeuges stammen.
In einem Wasserdampfgenerator 2 wird durch Erhitzung von Wasserdampf überhitzter Wasserdampf erzeugt. Heißluft und Wasserdampf werden in einer Mischkammer 3 zusammengeführt, wobei ein Wasserdampf-Heiß­ luftgemisch entsteht. An die Stelle der Heiß­ luft kann jedes andere beliebige erwärmte Gas treten. Es ist beispielsweise möglich, Gase aus Verbrennungsprozessen für die Dekontamination zu verwenden.
Das Gemisch wird anschließend einer isolierten Reaktions­ kammer 4 zugeführt, in welcher der Dekontaminationsprozeß bei verschiedenen Temperaturen, wie z. B. 170°C und ver­ schiedenen Verhältnissen von Wasserdampf und erwärmtem Gas durchgeführt werden kann. Die Kammer ist, um eine Konden­ sation des Wasserdampfes zu verhindern und eine praktisch gleichmäßige Temperaturverteilung zu erzielen, mit einem Isolationsmaterial ausgestattet.

Claims (6)

1. Verfahren zur Dekontamination von Bekleidungsteilen und Ausrüstungsgegenständen in einer wärmeisolierten Kammer, dadurch gekennzeichnet,
  • - daß ein überhitzter Wasserdampf erzeugt wird,
  • - daß in einem Heißluftgenerator ein Heißgas von über 100°C erzeugt wird,
  • - daß aus dem überhitzten Wasserdampf und dem Heißgas ein Wasserdampf-Heißluftge­ misch erzeugt wird das der wärmeisolierten Kammer zugeführt wird, und die kontaminierten Bekleidungs­ teile und Ausrüstungsgegenstände in einem Vorgang bei annäherndem Umgebungsdruck und Temperaturen von über 100°C dekontaminiert und getrocknet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Gemisch verwendet wird, daß zu 60% aus Wasserdampf und zu 40% aus er­ wärmtem Gas besteht.
3. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß dem Wasserdampf-Heißluftge­ misch ein den Dekontaminationsvorgang beschleunigender Zu­ satz beigegeben wird.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Heißgas Abgase aus Ver­ brennungsprozessen verwendet werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Verbrennungsprozeß in einer Verbrennungsmaschine durchgeführt wird.
6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekenn­ zeichnet, daß es zur Dekontamination von mit Nervenkampf­ stoffen, wie VX, kontaminierten Gegenständen eingesetzt wird.
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