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Die Erfindung bezieht sich auf eine in einen Fahrzeug- Bremskreis zwischen einem Hauptbremszylinder sowie einen Rad-Bremszylinder einzugliedernde hydraulische Blockierschutzeinrichtung zur Verhinderung eines Blockierens der Räder bei einem Bremsvorgang und insbesondere auf ein Steuerventil zur Steuerung eines hydraulischen Leistungsdrucks, der einer Blokkierschutzeinrichtung von einer hydraulischen Leistungsdruckquelle im Ansprechen auf einen Hauptbremszylinderdruck angelegt ist.
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Eine herkömmliche hydraulische Blockierschutzeinrichtung der oben angegebenen Bauart umfaßt einen Brremsdruck- Steuerkolben, der in einen hydraulischen Bremskreis zwischen einen Hauptbremszylinder sowie Rad-Bremszylinder eingebaut ist, um die Kapazität des Bremskreises bei einer axialen Verschiebung des Kolbens zu erhöhen oder zu vermindern, ein im Bremskreis angeordnetes Absperrventil, das in Abhängigkeit von der Axialverschiebung des Kolbens geschlossen wird, eine hydraulische Leistungsdruckquelle in Form einer von einer Antriebsmaschine des Fahrzeugs getriebenen Fluidpumpe zur Anlegung eines hydraulischen Leistungsdrucks an den Kolben ein Steuerventil zur Steuerung des haydraulischen Leistungsdrucks entsprechend einem Hauptbremszylinderdruck des Hauptbremszylinders und ein elektrisch betätigtes Ventil, das in Übereinstimmung mit einem Gleit- oder Rutschzustand des Fahrzeugs erregt wird, um den an den Kolben gelegten Leistungsdruck zu steuern.
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Bei der oben beschriebenen Anordnung weist das Steuerventil einen Steuerkolben, dem an seinen entgegengesetzten Enden der Hauptbremszylinder- bzw. der Leistungsdruck angelegt werden, und ein Ventilsitzelement auf, das so angeordnet ist, daß es im Zusammenwirken mit einem Absperrteil des Kolbens den Leistungsdruck im Ansprechen auf eine axiale Verschiebung des Steuerkolbens steuert. Wenn im Betrieb der Bremsdruck-Steuerkolben bei Anliegen des Hauptbremszylinderdrucks am Steuerkolben in großem Maße axial verlagert wird, tritt eine plötzliche Änderung im Leistungsdruck auf, was Pulsationen im Leistungsdruck und Vibrationen am Steuerkolben hervorruft, woraus unangenehme Geräusche im Bremssystem resultieren.
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Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, ein verbessertes Steuerventil für eine Blockierschutzeinrichtung zu schaffen, das Vibrationen am Steuerkolben, die durch Pulsationen im Leistungsdruck hervorgerufen werden, zuverlässig zu verhindern.
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Der Lösung dieser Aufgabe dient erfindungsgemäß ein Steuerventil für eine hydraulische Blockierschutzeinrichtung, die in ein Fahrzeug-Bremssystem zwischen einem Haupt-Bremszylinder und einem Rad-Bremszylinder einzubauen ist, mit einem Gehäuse, das mit einer ersten Eintrittsöffnung zum Anschluß an eine hydraulische Leistungsdruckquelle sowie mit einer ersten Austrittsöffnung zum Anschluß an die Blockierschutzeinrichtung, mit einer zweiten Eintrittsöffnung zum Anschluß an den Hauptbremszylinder und mit einer zweiten Austrittsöffnung zum Anschluß an einen Fluidbehälter versehen ist, mit einer in einer Axialbohrung des Gehäuses hin- und herbewegbar aufgenommenen Steuerkolbenanordnung, die das Innere des Gehäuses in eine erste sowie zweite Fluidkammer unterteilt, von denen die erste Fluidkammer in offener Verbindung mit der ersten Ein- sowie zweiten Austrittsöffnung und die zweite Fluidkammer in offener Verbindung mit der zweiten Eintrittsöffnung steht, wobei die Steuerkolbenanordnung an ihrem einen Ende mit einem in der ersten Fluidkammer freiliegenden Absperrteil ausgestaltet ist, und mit einer innerhalb der ersten Fluidkammer zwischen der ersten Ein- sowie zweiten Austrittsöffnung angeordneten Ventilsitzeinrichtung, die mit dem Absperrteil an der Steuerkolbenanordnung zur Steuerung des Fluidflusses von der ersten Eintritts- zur zweiten Austrittsöffnung in Abhängigkeit von der Druckdifferenz zwischen der ersten sowie zweiten Fluidkammer zusammenarbeitet, das dadurch gekennzeichnet ist, daß innerhalb der ersten Fluidkammer ein Stütztelement mit einer Axialbohrung angeordnet ist, in der der eine Endabschnitt der Steuerkolbenanordnung fluiddicht axial verschiebbar zur Ausbildung eines dritten Fluidraumes aufgenommen ist, und mit einer Drosselstelle zur Fluidverbindung zwischen der ersten Fluidkammer und dem dritten Fluidraum versehen ist, so daß die Kapazität des dritten, ringförmigen Fluidraumes bei einer Bewegung der Steuerkolbenanordnung zur Beschränkung von deren Vibration vergrößer- oder verkleinerbar ist.
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Weitere Ziele, sowie die Merkmale und Vorteile der Erfindung werden aus der folgenden, auf die Zeichnung Bezug nehmenden Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform deutlich. Es zeigt
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Fig. 1 einen Längsschnitt durch ein gemäß der Erfindung ausgebildetes Steuerventil, das in ein mit einer hydraulischen Blockierschutzeinrichtung ausgestattetes Fahrzeug-Bremssystem eingegliedert ist;
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Fig. 2 einen vergrößerten Längsschnitt durch den Hauptteil des Steuerventils;
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Fig. 3 ein Diagramm zur Leistungsdruck-Steuercharakteristik des Steuerventils.
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Die Fig. 1 zeigt schematisch ein Fahrzeug-Bremssystem, bei dem zur Verhinderung eines Blockierens der Hinterräder 17 bei einem Bremsvorgang eine hydraulische Blockierschutzeinrichtung 23 in einem Bremskreis 16 angeordnet ist, der einen Tandem- Hauptbremszylinder 12 mit Hinterrad-Bremszylindern verbindet, und ein Steuerventil 22 in den Bremskreis 16 eingegliedert ist, das auf einen Hauptzylinderdruck vom Hauptbremszylinder 12 anspricht, um einen von einer Fluidpumpe 20 der Blockierschutzeinrichtung 23 angelegten hydraulischen Leistungsdruck zu steuern. Der Hauptbremszylinder 12 ist mit einem Bremsverstärker 11 ausgestattet, der durch Niederdrücken des Bremspedals 10 betätigt wird, und der Hauptbremszylinder 12 ist unmittelbar mit den die Vorderräder 14 bedienenden Vorderrad- Bremszylindern 15 über einen Vorderrad-Bremskreis 13 verbunden. Die Fluidpumpe 20 wird von einer Antriebsmaschine des Fahrzeugs getrieben und ist mit ihrer Saugseite an einen Fluidbehälter 29 angeschlossen sowie an ihrer Druckseite über das Steuerventil 22 mit einer Servolenkvorrichtung 21 und der Blockierschutzeinrichtung 23 verbunden. Ein übliches Dosierventil 19 ist im Bremskreis 16 angeordnet.
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Die Blockierschutzeinrichtung 23 weist ein Gehäuse 24 auf, das mit Einlaßöffnungen 24 a und 24 c sowie mit einer Auslaßöffnung 24 b und einer Ablaßöffnung 24 d versehen ist. Am Gehäuse 24 ist eine Magnetventilanordnung 27 angebracht und im Gehäuse 24 befinden sich ein Absperrventil 26, ein Umgehungsventil 28 und eine Bremsdruck-Steuerkolbenanordnung 25. Die Einlaßöffnungen 24 a und 24 c sind mit dem Haupt- Bremszylinder 12 über den Bremskreis 16 bzw. das Steuerventil 22 verbunden. Die Auslaßöffnung 24 b ist an die Hinterrad-Bremszylinder 18 angeschlossen, während die Ablaßöffnung 24 d mit dem Fluidbehälter 29 in Verbindung steht.
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Die Bremsdruck-Steuerventilanordnung 25 ist von der Differentialkolben-Bauart und weist einen kleinkalibrigen Kolben 25 a sowie einen großkalibrigen Kolben 25 b auf, die aneinanderstoßen und in einer axialen Bohrung des Gehäuses 24 hin- und herbewegbar sind. Der kleinkalibrige Kolben 25 a liegt zu einer Bremsdruckkammer 30 hin frei, während die eine Stirnseite des großkalibrigen Kolbens 25 b zu einer Leistungsdruckkammer 31 hin freiliegt. Die Bremsdruckkammer 30 steht über eine Axialbohrung 33, eine Kammer 34 sowie einen Kanal 35 mit der Einlaßöffnung 24 a und über einen Kanal 36, eine Axialbohrung 37 sowie eine Kammer 38 mit der Auslaßöffnung 24 b in Verbindung.
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Das Absperrventil 26 ist in der Kammer 34 angeordnet und befindet sich unter dem Druck einer Schraubendruckfeder mit einem axialen Ansatz 25 c des Kolben 25 a in Anlage, um im Normalzustand einen Fluidfluß von der Einlaßöffnung 24 a über die Kammer 34 sowie die Axialbohrung 33 zur Bremsdruckkammer 30 zuzulassen. Wenn die Kolbenanordnung 25 (in der Fig. 1) nach links verschoben wird, dann schließt das Absperrventil 26 die Axialbohrung 33, so daß der Fluidfluß von der Einlaßöffnung 24 a zur Bremsdruckkammer 30 unterbrochen wird.
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Die Magnetventilanordnung 27 umfaßt einen ersten sowie zweiten Ventilkolben 27 a bzw. 27 b, die jeweils von einer Schraubenfeder abwärts gerichtet belastet sind, und eine erste sowie zweite Magnetwicklung 27 c bzw. 27 d, die erregt werden, um den zugeordneten Ventilkolben 27 a bzw. 27 b aufwärtszubewegen. Im nicht angeregten bzw. entregten Zustand der ersten Magnetwicklung 27 c befindet sich der erste Ventilkolben 27 a in seiner unteren Stellung, in der er die Einlaßöffnung 24 c über einen Durchgang 40 mit einer Kammer 39 verbindet und einen mit der Ablaßöffnung 24 d frei verbundenen Durchgang 41 schließt. Wird im Ansprechen auf eine Erregung der ersten Magnetwicklung 27 c der ersten Ventilkolben 27 a aufwärtsbewegt, dann wird die Kammer 39 vom Durchgang 40 abgesperrt und über den Durchgang 41 mit der Ablaßöffnung 24 d verbunden. Im entregten Zustand der zweiten Magnetwicklung 27 d befindet sich der zweite Ventilkolben 27 b in seiner unteren Lage, so daß die Leistungsdruckkammer 31 über einen Durchlaß 43 mit einer frei mit der Kammer 39 verbundenen Kammer 42 in Verbindung steht und ein Durchlaß 44 geschlossen wird. Bei einer Aufwärtsbewegung des zweiten Ventilkolbens 27 b im Ansprechen auf die Erregung der zweiten Magnetwicklung 27 d wird die Kammer 42 über beide Durchlässe 43 und 44 mit der Leistungsdruckkammer 31 verbunden.
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Beide Magnetwicklungen 27 c und 27 d sind elektrisch an eine Steuereinheit 45 angeschlossen, mit der ein Radblockierfühler 45 a verbunden ist und die im Ansprechen auf ein elektrisches Signal vom Fühler 45 a ein Ausgangssignal erzeugt. Der Fühler 45 a ist am Fahrzeuggetriebe angebracht, um eine Drehung einer Abtriebswelle des Getriebes zu erfassen und in Abhängigkeit von einem Blockieren der Hinterräder 17 das elektrische Signal abzugeben. Wenn vom Fühler 45 a ein Blockieren der Hinterräder 17 festgestellt wird, werden beide Magnetwicklungen 27 c und 27 d durch das Ausgangssignal von der Steuereinheit 45 erregt, um die Blokkierschutzeinrichtung 23 zu aktivieren. Falls es erforderlich ist, den Bremsdruck weiterhin an die Hinterrad-Bremszylinder 18 anzulegen, wird zuerst die Magnetwicklung 27 c in Abhängigkeit vom Ausbleiben des Ausgangssignals der Steuereinheit 45 und anschließend die zweite Magnetwicklung 27 d fall- oder wahlweise entregt.
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Das Umgehungsventil 28 weist ein Ventilglied 28 a auf, das als Kugel ausgebildet, in der Kammer 38 angeordnet und von einer Schraubendruckfeder zur Axialbohrung 37 hin belastet ist. Die Kugel 28 a befindet sich mit einem axialen Vorsprung eines Stufenkolbens 28 b in Anlage, und dieser Kolben 28 b ist in einer zum Umgehungsventil 28 koaxialen und abgesetzten Bohrung hin- und herbeweglich angeordnet, wobei er eine Leistungsdruckkammer 46 bildet, die frei mit der zweiten Einlaßöffnung 24 c in Verbindung steht. Wenn der Leistungsdruck in der Kammer 46 auf einer normalen Höhe gehalten wird, schließt die Kugel 28 a eine Bypassbohrung 47 und öffnet gegen den Federdruck die Axialbohrung 37 durch Anlage an dem axialen Vorsprung des Stufenkolbens 28 b. Fällt der Leistungsdruck in der Kammer 46 auf Grund eines Schadens an der Fluidpumpe 20 auf den Wert "Null" ab, so wird der Stufenkolben 28 b durch den Druck des Hauptbremszylinders 12 nach links verschoben, wobei die Kugel 28 b die Axialbohrung 37 schließt und die Bypassbohrung 47 öffnet, um einen direkten Fluidfluß von der Einlaßöffnung 24 a durch die Kammer 38 zur Auslaßöffnung 24 b zu ermöglichen.
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Wie die Fig. 1 und 2 zeigen, weist das Steuerventil 22 ein Gehäuse 48 auf, das mit einer ersten sowie zweiten Eintrittsöffnung 48 a bzw. 48 d versehen ist, von denen die eine an die Fluidpumpe 20 und die andere über den Bremskreis 16 an den Hauptbremszylinder 12 angeschlossen ist. Das Gehäuse 48 hat ferner eine erste sowie zweite Austrittsöffnung 48 c bzw. 48 b, von denen die eine mit der Servolenkvorrichtung 21 und die andere mit der Einlaßöffnung 24 c der Blockierschutzeinrichtung 23 verbunden ist. Innerhalb des Gehäuses 48 sind eine Steuerkolbenanordnung 49, ein Stütz- oder Führungselement 50, ein Ventil-Ringsitz 51 und eine Schraubendruckfeder 52 angeordnet., Die Steuerkolbenanordnung 49 besteht aus einem ersten und einem zweiten Kolben 49 a bzw. 49 b, von denen der erste verschiebbar in einer axialen Bohrung im Gehäuse 48 aufgenommen ist und eine mit der zweiten Eintrittsöffnung 48 d offen in Verbindung stehende Fluidkammer 53 bildet. Der zweite Kolben 49 b ist als Stufenkolben ausgebildet und verschiebbar in einer abgesetzten Axialbohrung des Stützelementes 50 aufgenommen, wobei er eine zur zweiten Austrittsöffnung 48 b hin offene Fluidkammer 54 begrenzt. Das Stützelement 50 ist im Gehäuse 48 fluiddicht angeordnet, um eine Luftkammer 55 zu bilden, und wird durch die Schraubendruckfeder 52, die sich mit ihrem einen Ende am Ventil-Ringsitz 51 abstützt, an seinem Platz gehalten.
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Der Ventil-Ringsitz 51 hat eine mittige Axialbohrung 51 a und wird von der Feder 52 gemäß Fig. 1 und 2 nach links gerichtet belastet. An der einen Stirnfläche ist der Ventil- Ringsitz 51 mit einer ersten ringförmigen Sitzfläche 51 b kleinen Durchmessers und an der anderen Stirnfläche mit einer zweiten ringförmigen Sitzfläche 51 c großen Durchmessers versehen. Die erste Sitzfläche 51 b kann mit einem Absperrteil des Kolbens 49 b zusammenwirken und eine erste veränderbare Drossel bilden, während die zweite ringförmige Sitzfläche 51 c mit der inneren Stirnfläche 48 e des Gehäuses zusammenwirken und eine zweite veränderbare Drossel bilden, kann die zu ersten veränderbaren Drossel parallel ist. Im Ventil-Ringsitz 51 ist ferner eine axiale Drosselöffnung 51 d ausgebildet, die eine Drosselung des Fluidflusses von der ersten Eintrittsöffnung 48 a zur zweiten Austrittsöffnung 48 b bewirkt, wenn sowohl die erste wie auch die zweite veränderbare Drossel geschlossen sind. Die Kraft der Feder 52 wird so bestimmt, daß sie eine nach rechts gerichtete Bewegung des Ventil- Ringsitzes 51 solange beschränkt, bis der hydraulische Leistungsdruck ein erstes vorbestimmtes Niveau erreicht.
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In Fig. 3 ist eine hydraulische Steuerdruckcharakteristik des Steuerventils 22 in bezug zum Druck des Hauptbremszylinders 12 dargestellt. Im unbetätigten Zustand des Hauptbremszylinders 12 ist die Steuerkolbenanordnung 49 auf Grund des Druckwerts "Null" in der Fluidkammer 53 in ihrer rechten Hubendlage, so daß die erste veränderbare Drossel nicht wirksam ist und einen ungehinderten Fluidfluß von der Pumpe 20 über die erste Eintrittsöffnung 48 a., die mittige Axialbohrung 51 a im Ventil-Ringsitz 51, die erste veränderbare Drossel und die zweite Austrittsöffnung 48 b zur Servolenkvorrichtung 21 zuläßt. Damit wird der hydraulische Leistungsdruck von der Pumpe 20 auf einem niedrigen Niveau oder auf einem durch einen Strömungswiderstand im Rücklauf zwischen der zweiten Austrittsöffnung 48 b sowie dem Fluidbehälter 29 hervorgerufenen Gegendruck p 0 gehalten. Während der Druck im Hauptbremszylinder auf ein erstes vorbestimmtes Niveau p 1 ansteigt, wird die Steuerkolbenanordnung 49 durch den hydraulischen Leistungsdruck p 0 nach rechts gedrückt. Dabei wird die am Kolben 49 bwirkende Kraft p 0 × A 1 gleich der am Kolben 49 a wirkenden Kraft P 1 × A 2, wobei A 1 die linksseitige Querschnittsfläche des Kolbens 49 b und A 2 die rechtsseitige Querschnittsfläche des Kolben 49 a sind.
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Bei einer weiteren Erhöhung des Drucks im Hauptbremszylinder auf ein zweites vorbestimmtes Niveau P 2 verschiebt sich die Steuerkolbenanordnung 49 nach links und bewirkt die erste veränderbare Drossel zwischen dem Absperrteil am Kolben 49 b und der ersten ringförmigen Sitzfläche 51 b, so daß der hydraulische Leistungsdruck schnell auf ein zweites vorbestimmtes Niveau p 1 ansteigt. In diesem Zustand ist das Verhältnis des hydraulischen Leistungsdrucks zum Druck im Hauptbremszylinder durch A 2/A 3 bestimmt, wobei A 3 die wirksame Innenfläche der ersten veränderbaren Drossel ist, und es gibt die Gleichung p 1 × (A 4 - A 3) = F, wobei A 4 die wirksame Innenfläche der zweiten veränderbaren Drossel zwischen der zweiten ringförmigen Sitzfläche 51 c und der inneren Stirnfläche 48 e des Gehäuses und F der Ausgangsdruck der Feder 52 ist. Bei einer weiteren Erhöhung des Drucks im Hauptbremszylinder auf ein drittes vorbestimmtes Niveau P 3 verschiebt sich der Ventil-Ringsitz 51 entgegen der Kraft der Feder 52 und kommt mit dem Absperrteil der Steuerkolbenanordnung 49 in Anlage, so daß die erste veränderbare Drossel geschlossen und die zweite veränderbare Drossel wirksam ist, so daß der hydraulische Leistungsdruck auf einem vorbestimmten Niveau gehalten ist. In diesem Zustand ist das Verhältnis des hydraulischen Leistungsdrucks zum Druck im Hauptbremszylinder durch A 2/A 3 bestimmt. In Fig. 3 gibt der schraffierte Bereich eine Beziehung zwischen dem hydraulischen Leistungsdruck und dem Druck im Hauptbremszylinder wieder, wenn das Umgehungsventil 28 in der Blokkierschutzeinrichtung 23 in der üblichen Weise geöffnet ist, um einen unmittelbaren Fluidfluß vom Hauptbremszylinder 12 zu den Hinterrad-Bremszylindern 18 herbeizuführen.
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Bei der besprochenen Ausführungsform ist das Steuerventil 22 dadurch gekennzeichnet, daß mittels eines großkalibrigen Abschnittes des Kolbens 49 b in der abgestuften Axialbohrung des Stützelementes 50 ein Fluid-Ringraum 56 und im Stützelement 50 eine radiale Drosselstelle 50 a ausgebildet sind. Die radiale Drosselstelle 50 a ist zur Austrittsöffnung 48 b hin gerichtet, um eine Fluidverbindung zwischen dem Fluid- Ringraum 56 und der Fluidkammer 54 herzustellen. Mit einer solchen Anordnung wird die Kapazität des Fluid-Ringraumes 56 in Abhängigkeit von einer Linksbewegung der Steuerkolbenanordnung 49 vergrößert und in Abhängigkeit von einer Rechtsbewegung dieser Anordnung 49 verkleinert. Wenn die Bremsdruck-Steuerkolbenanordnung 25 bei Anlage des Drucks des Hauptbremszylinders an der Fluidkammer 53 des Steuerventils 22 in großem Maße axial verschoben wird, neigt die Steuerkolbenanordnung 49 auf Grund einer plötzlichen Änderung des hydraulischen Leistungsdrucks zu einem Vibrieren in ihrer axialen Richtung. In diesem Fall bewirkt die Drosselstelle 50 a im Stützelement 50 die Drosselung des Fluidflusses zwischen der Fluidkammer 54 und dem Fluid-Ringraum 56. Die axiale Vibration der Steuerkolbenanordnung 49 wird somit durch den Drosselungseffekt an der Drosselstelle 50 a aufgezehrt oder eingeschränkt, um ein Auftreten von unangenehmen Geräuschen beim Bremsvorgang zu verhindern.
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Vorstehend wurden der Aufbau und die Arbeitsweise der bevorzugten Ausführungsform der der Erfindung zugrunde liegenden Konzeption beschrieben. Es ist jedoch klar, daß der Fachmann, wenn er sich mit dem Grundgedanken der Erfindung vertraut gemacht hat, Abänderungen und Abwandlungen vornehmen kann, die selbstverständlich in den Rahmen der Erfindung fallen. So kann beispielsweise der Ventil-Ringsitz in geeigneter Weise abgeändert oder das Absperrventil 26 so angeordnet werden, daß es von einem weiteren Solenoid im Ansprechen auf das Arbeiten des Bremsdruck- Steuerkolbens geschlossen wird. Obgleich bei der erläuterten Ausführungsform die Blockierschutzeinrichtung nur im Hinterrad-Bremskreis angeordnet ist, so kann sie auch in einem Hinterrad-Bremskreis, der einen Tandem- Hauptbremszylinder mit Hinterrad-Bremszylindern verbindet, und zwei unabhängigen Vorderrad-Bremskreisen, die den Tandem-Hauptbremszylinder mit Vorderrad-Bremszylindern verbinden, angeordnet sein.
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Ein Steuerventil für eine hydraulische Blockierschutzeinrichtung umfaßt somit erfindungsgemäß ein Gehäuse das mit einer ersten Eintrittsöffnung zum Anschluß an eine Fluidpumpe, mit einer ersten Austrittsöffnung zum Anschluß an die Blockierschutzeinrichtung, mit einer zweiten Eintrittsöffnung zum Anschluß an einen Hauptbremszylinder und mit einer zweiten Austrittsöffnung zum Anschluß an einen Fluidbehälter versehen ist und in dem eine Steuerkolbenanordnung hin- und herbewegbar angeordnet ist, um eine erste, offen mit der ersten Ein- sowie der zweiten Austrittsöffnung verbundene Fluidkammer und eine zweite, offen mit der zweiten Eintrittsöffnung verbundene Fluidkammer zu bilden. In der ersten Fluidkammer ist ein federbelasteter Ventil-Ringsitz angeordnet, der mit einem Absperrteil an der Steuerkolbenanordnung zusammenwirkt, so daß ein Fluidfluß von der ersten Eintrittsöffnung zur zweiten Austrittsöffnung in Abhängigkeit von einer Druckdifferenz zwischen den Fluidkammern gesteuert wird. In der ersten Fluidkammer ist ein Stützelement mit einer Axialbohrung angeordnet, in der ein großkalibriger Abschnitt der Steuerkolbenanordnung verschiebbar aufgenommen ist, um einen Fluid-Ringraum zu bilden. Das Stützelement weist ferner eine Drosselstelle auf, die einen Fluidfluß zwischen der ersten Fluidkammer und dem Fluid-Ringraum in Abhängigkeit von einer Axialbewegung der Steuerkolbenanordnung wirksam werden läßt.