-
Verfahren und Vorrichtung zum Abtragen von gelagertem Kunstdünger.
Die bisher bekannten Abtragemaschinen für Düngemittel o. dgl. in Lagerhaufen haben
sich nicht einzuführen vermocht. Es haften ihnen Übelstände,an, z. B. sind die Maschinen
zu schwer und ungenügend beweglich, oder sie leisten zu wenig und werden demnach
zu teuer in der Anschaffung und Unterhaltung. Die Übelstände sind wohl .darauf zurückzuführen,
@daß zum Abtragen unigünstig wirkende Becherwerke, Kratzer o. dgl. gewählt sind.
-
Vorliegende Erfindung geht von einem anderen Grundgedanken aus. Es
wird ein um eine senkrechte Achse .hin und her gedrehter Schwenkarm verwendet, der
eine lange, geneigte, mit Messern oder Spitzen. versehene Mulde trägt. Der Vortrieb
wird so eingestellt, daß z. B. eine Schicht von 3 bis ro mm abgeschnitten wird.,
und die Form und Stellung der Mulde ist so, daß die Schneiden nur -mit der Schärfe
in ,die Masse eingreifen, sonst aber kein zum Schmieren Anlaß gebendes Gleiten oder
Pressen auf die Masse ausüben. Die Rückbewegung beginnt mit einem Einklappen -der
Mulde, dann folgt erst die Rückschwenkung ganz frei vor der Abtragefläche. Inder
Endstellung folgt wieder durch ein Stück toten gubes Idas Vorklappen der Mulde,
bevor die Schwenkbewegung für das Abtragen wieder einsetzt. Diese Abtrageweise nimmt
Rücksicht auf die Beschaffenheft -der Masse. Das Superphosphat, z. B. im --Haufen,
wind unter dem Lagerdruck gewöhnlich nur 'so weit fest, daß man mitteldicke Schichten
mit ziemlich geringer Kraft abtragen kann, wobei die Masse zu Pulver zerfällt. Wird
zu dick geschnitten, so wird viel Kraft benötigt, und bei zu dünner Schicht tritt
oft Neigung zum Schmieren ein. Während der Zeit für die Rückschwenkung des Armes
(die halbe Arbeitszeit) erfolg der gleichmäßige Vortrieb ohne Abtragung, und diese
setzt deshalb sofort mit der gewünschten Stärke ein, im Gegensatze zu Elevatoren
oder anderen Vorrichtungen, bei denen eine Reihe von Abtrageschneiden in kurzen
Abständen einander folgen und somit mehr pressend und gleitend als schneidend wirken,
also* viel unnötige Kraft fordern und ungünstig auf die Beschaffenheit der Ware
einwirken. Die Mulde mit gebogenen oder eckigen Wänden hat solche Form, daß das
abgelöste und teils .absprühende Gut in der Mulde selbst gesammelt wird und in ihr
heruntergleitet; ihr unterer Teil dient als Sammel- und Zubringebehälter für den
Elevator. Dieser leitet das ihm zugeführte Gut in en D.oppeltrommelsie b, welches
das Gut über die ganze Länge eines Sammelrumpfes und auf Abzapfstutzen verteilt,
während der Siebrückstand von eingebauten Fördertaschen hochgehoben und in Zulaufrinnen
ausgeworfen wird, die es Zerkleinerungswalzen und darauf dem Elevator wieder zuführen.
Die Mulde ist entsprechend der Böschungsneigung schräg gestellt, und die Seitenwände
können Leitrinnen tragen, um das heruntergleitende Gut aus den oberen Höhen, z.
B. sogleich den hochgehenden Förderbechern zuzuleiten und .den unteren Sammelbehälter
der Mulde zu entlasten.
-
Der Schwenkarm hat solche Länge, daß er eine breite Abtragefläche
bestreicht. Verwendet
man zwei gegeneinander arbeitende Schwenkarme,
so kann man eine Fläche von 4 m Breite oder mehr abtragen. Die Schwenkarme können
hohe Mulden tragen, leicht sein, erzielen dabei große Leistung, und .der Kraftangriff
liegt niedrig über dem Erdboden. Dadas Fahrgestell einen niedrig liegenden Schwerpunkt
.hat, wird es standsicher und kann zur flotten Fortbewegung ohne Verwendung von
Laufschienen klein und leicht gebaut sein.
-
Die Erfindung ist in den Zeichnungen in der Ausführungsform :dargestellt,
bei welcher zwei gegeneinander arbeitende Schwenkarme auf einem fahrbaren Gestell
angeordnet sind.
-
Fig. i ist ein Horizontalschnitt nach der Linie A-B der Fig. 2, Fig.2
ist ein Längsschnitt nach -der Linie C-D der Fig. i, Fig.3 ist ein Querschnitt nach
der Linie E-F der Fig. i, Fig.4 und 5 stellen den Antrieb und die Umlegevorrichtung
der Arme in größerem Maßstabe dar.
-
Der auf dem Fahrgestell i gelagerte Motor 2 treibt durch die Zahnräder
3, 4, 5, 6 die Wellen 7, 8 der Zerkleinerungswalzen 9, 911. Von der Welle 8 wird
durch das Schneckengetriebe io die Welle i i, und von dieser durch die Zahnräder
12, 13 die Kurbelstangen 14,15 und dadurch die Wellen 16, 17 mit den Zahnsegmenten
18, ig und durch diese wieder die Zahnsegmente 2o, 21 der stehenden Wellen 22, 23
und somit die Schwenkarme 24, 25 getrieben.
-
An den Schwenkarmen sind die Mulden 26, 27 befestigt, von welchen
Leitrinnen 28; 29 und 30, 31 zu dem Trichter 32 eines Elevators 33 führen, der von
der Welle 7 durch Kettengetriebe 34 angetrieben wird. Der Elevator 33 wirft das
Gut in den keilförmigen Zulauf 35 für,die Trommelsiebe 36, 37, unter denen ider
Sammelrumpf 38 mit dien Abzapftrichtern 39 bis 43 sich befindet.
-
Die Trommelsiebe 36,37 tragen an ihren Außenseiten Fördertaschen
44 für die Siebrückstände, die in die Zulaufrinnen 45, 46 ausgeworfen wenden, zu
den Walzen 9, 90, und nach der Zerkleinerung über die Rutsche 47 wieder in
den Elevator 33 gelangen.
-
Auf den Zahnsegmenten 20,:21 sitzen Mitnehmer 48, 49, die sich in
den Aussparungen 50, 51 der Arme 24, 25 frei bewegen (toter Hub). Dieses geschieht
in den beiden Endstellungen, also immer' bei der Umkehrung der Armbewegung, damit
sich während dieser Zeit die Mulden 26,27 durch de Schubstangen 52, 53 und
die Winkelhebel 54, 55, für Leergang und Arbeitsgang einstellen. Die Armschwenkung
beginnt erst dann, wenn die Mitnehmer 48, 49 in den Aussparungen 5o, 5 i zum Anschlag
kommen.
-
Die Mulden 26, 27 tragen die Leitrinnen 28, 29 und 30, 31, von denen
die oberen Teile 28, 3o an den Mulden 26, 27 sitzen und mit ihnen die Umlegung ausführen,
während die unteren Teile 29, 31 an den Armen 24, 25 um wagerechte oder geneigte
Achsen 56, 57 drehbar befestigt sind und mit Laufrollen 58, 59 auf den Laufbahnen
6o, 61 rollen, die zum Elevatortrichter 32 führen.
-
Die Mulde 27 ist im Arbeitsgang gezeigt (Fig. i und 4) und es ist
ersichtlich, daß Leitrinne 31 so lange .hochgeklappt ist und das abgetragene Gut
aus dem oberen Muldenteil aufnimmt, bis die Rolle 59 an dem oberen Rand des Trichters
32 angekommen ist. Von diesem Punkt ab rollt die Rolle 59 in den Trichter 32 hinab
und die Rinne 31 neigt sich dabei. Das Gut wird entleert und fällt unmittelbar in
die aufsteigenden Elevatorbecher. In dieser Stellung isst die andere Rinne 29 gezeigt.
Nur -das Gut aus dein unteren Drittel der Mulde, welches bei der Rückschwenkung
auf dem Fußboden im Haufen gerade vor dem Elevator liegen bleibt,- wird beim Vorrücken
durch .die Becher vom Fußboden hochgeschöpft: Die Siebe sitzen. auf der Welle 63
und werden von Welle 8 durch Kettentrieb 64. angetrieben.
-
Die Zahnräder 65, 66, 67, 68, 69, die Wellen 66a, 70, der Schneckentrieb
71 und die vorderen Laufräder 75, 76 dienen für schnelles Vor- und Rückfahren,
oder die Räder 65, 66, 72, 73, die Welle 73a und. Schneckengetriebe 74, Welle
70, Schneckentrieb 71 in die Laufräder 75, 76 dienen für langsames Fahren im Arbeitsgang.
Wenden und Kurvenfahren erfolgt durch hinteres Laufrad 77 in Gabellagerung 78 mit
Schneckentrieb 79 mit Welle und Steuerrad 8o und 81.
-
Man kann die Vorrichtung auch mit mehr als zwei Schwenkarmen ausrüsten-
und statt des Doppeltrommelsiebes ein Rüttelsieb o. -dgl. wählen; dies auch unter
Umständen nebst dien Walzen ganz fortlassen.
-
Die Abtragemulden sind an den Schwenkarmen entweder in der ganzen
Höhe oder im oberen Teile leicht abnehmbar, um in Lager= hallen unter niedrige Gebäudekonstruktionen
durchfahren zu könne.