DE3329686C2 - Spurweitenkonstante Achsaufhängung, insbesondere Hinterachsaufhängung, für Kraftfahrzeuge - Google Patents
Spurweitenkonstante Achsaufhängung, insbesondere Hinterachsaufhängung, für KraftfahrzeugeInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine spurweitenkonstante Achsaufhängung,
insbesondere Hinterachsaufhängung, für Kraftfahrzeuge der im Obergriff
des Patentanspruchs 1 genannten Art, wie sie beispielsweise aus der
DE-PS 21 03 399 oder DE-OS 22 20 119 bekannt sind.
Insbesondere derartige Verbundlenker- oder Koppellenkerachsen haben sich
bestens bewährt und finden zunehmend Anwendung, weil sie nicht nur eine
insgesamt vergleichsweise leichte Konstruktion darstellen, sondern auch
gute Fahreigenschaften vermitteln. Darüber hinaus besitzen sie den we
sentlichen Vorteil, daß für ihre schwenkbare Anlenkung insgesamt ledig
lich zwei aufbauseitige Lagerstellen erforderlich sind, die in vorteil
hafter Weise im Bereich vorhandener Längsträger der Bodengruppe ange
ordnet werden können.
Bekannt sind auch derartige Achsaufhängungen, bei denen einzelne starre
Längslenker vorgesehen sind, die dann jedoch - im Hinblick auf die von
ihnen ebenfalls abzustützenden Seitenkräfte - mit aufbauseitigen Lagern
mit sehr breiter Lagerbasis ausgestattet sind.
Diese bekannten Achsaufhängungen verwenden zur Fahrzeugabfederung im
allgemeinen am Radträger (Achszapfen) oder am Längslenkerende angrei
fende Federbeine oder Schraubenfedern mit separaten Teleskop-Stoß
dämpfern. Die aufbauseitige Befestigung dieser Federvorrichtungen be
dingt im allgemeinen mehr oder weniger weit ins Fahrzeuginnere hineinra
gende Karosserieausbuchtungen (Federdome), durch die der im Fahrzeuginnern
zur Verfügung stehende Raum, insbesondere aber die sogenannte Durch
ladebreite, d. h. die lichte Weite zwischen den beiden Federdomen, un
ter Umständen erheblich beeinträchtigt wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Achsaufhängung der im
Oberbegriff des Patentanspruchs 1 genannten Art so zu verbessern, daß
unter Beibehaltung der Spurweitenkonstanz größere Durchladebreiten er
möglicht werden. Darüber hinaus soll die Achsaufhängung derart ausge
bildet werden, daß der konstruktive Aufwand für die aufbauseitige An
lenkung der Längslenker möglichst verringert wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale
des Patentanspruchs 1 gelöst. Erfindungsgemäß wird also zur Fahrzeug
abfederung eine quer zur Fahrzeuglängsrichtung verlaufende, mittig am
Fahrzeugaufbau abgestützte Blattfederanordnung vorgesehen, bei der die
Anlenkung der freien Federenden an den Längslenkern mittels besonderer
zapfenförmiger Kraftübertragungsglieder in der Weise vorgenommen ist,
daß sich einerseits eine weitgehend verzwängungsfreie Anlenkung ergibt
und daß andererseits zumindest ein Teil der an den Fahrzeugrädern an
greifenden Seitenkräfte unmittelbar in Höhe der Radachsen direkt über
die querverlaufende Blattfederanordnung in den Fahrzeugaufbau eingelei
tet werden kann, wodurch sich eine entsprechende Entlastung der aufbau
seitigen Lager der Längslenker ergibt; diese können demzufolge entweder
kleiner oder in Fahrzeuglängsrichtung weicher, d. h. komfortabler ge
baut werden bzw. bei einzeln angelenkten Längslenkern kann die Lagerba
sis der aufbauseitigen Lager verkleinert werden.
Zur Fahrzeugabfederung eine quer zur Fahrzeuglängsrichtung verlaufende,
mittig am Fahrzeugaufbau abgestützte Blattfederanordnung vorzusehen, ist
auch in Verbindung mit Längslenkern an sich bereits bekannt. Hierbei
handelt es sich jedoch nicht um spurweitenkonstante Achsaufhängungen.
Bei einer bekannten Achsaufhängung dieser Art (US-PS 3 147 815) werden
die angetriebenen Hinterräder eines Kraftfahrzeuges sowohl durch Längs
lenker als auch durch Querlenker geführt. Eine mittig am Fahrzeugauf
bau abgestützte querverlaufende Blattfederanordnung ist in einem gewis
sen Abstand hinter den Antriebshalbwellen liegend angeordnet. Ihre
freien Enden sind über etwa senkrecht verlaufende Zugstangen an nach
hinten gerichteten Fortsätzen der Längslenker befestigt, wobei die Zug
stangen sowohl an der Blattfederanordnung als auch an den Längslenkern
mittels größerer Gummielemente allseitig winkelbeweglich angelenkt
sind.
Bei einer anderen bekannten Achsaufhängung dieser Art (DE 29 27 486 A1)
übernimmt eine quer zur Fahrzeuglängsrichtung ausgerichtete Blattfeder
anordnung neben ihrer eigentlichen Fahrzeugfederungsfunktion die Auf
gabe eines Querführungsgliedes sowie zusätzlich die Aufgabe eines Sta
bilisators. Als weitere Radführungsglieder sind dabei jeweils ein
Längslenker sowie ein Dämpferbein vorgesehen, welche sämtlich durch all
seitig winkelbewegliche Gelenke am Fahrzeugaufbau angelenkt sind. Die
Blattfederanordnung ist am Fahrzeugaufbau derart angelenkt, daß sie um
ihre Längsachse verdrehbar ist. Ihre freien Enden sind mit den Radträ
gern je durch ein in Fahrzeuglängsrichtung im wesentlichen unnachgiebi
gen Gelenk mit etwa in Fahrzeuglängsrichtung verlaufender Gelenkachse
verbunden. Während die Blattfederanordnung bei gleichsinnigem Ein- und
Ausfedern - unter Änderung der Spurweite - im wesentlichen nur auf Bie
gung beansprucht wird, da sie sich in ihrer aufbauseitigen Anlenkung
um ihre Längsachse verdrehen kann, wird sie bei einseitigem oder bei
gegensinnigem Ein- und Ausfedern zusätzlich stark auf Torsion bean
sprucht. Bei dieser bekannten Achsaufhängung ist das Ein- und Ausfedern
mit starken Spurweitenänderungen verbunden.
Anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles werden
die Erfindung und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung nachstehend
näher erläutert.
In der Zeichnung zeigen in vereinfachter schematischer Darstellung und
zum Teil im Schnitt
Fig. 1 die Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Achs
aufhängung,
Fig. 2 diese Achsaufhängung von unten in Richtung des
Pfeiles II gesehen und
Fig. 3 die Blattfederanordnung in Richtung des Pfeiles
III gesehen bei verschiedenen Auslenkungen.
In der Zeichnung ist die Radaufhängung einer nicht angetriebenen Hin
terachse dargestellt. Die Fahrzeugräder 1 werden über biege- und tor
sionssteife Längslenker 2 geführt, die um eine quer zur Fahrzeuglängs
richtung verlaufende Achse 8 und im wesentlichen in einer Vertikal
ebene schwenkbar am Fahrzeugaufbau 3 angelenkt sind. Am freien Ende
der Längslenker sind die Radzapfen (Achsschenkel) 4 der Fahrzeugräder
1 befestigt.
Als Längslenker 2 können - wie im rechten Teil der Fig. 2 dargestellt -
einzelne Längslenker vorgesehen sein, die aufbauseitig mittels eines
Lagers vergleichsweise breiter Basis angelenkt sind, um auch am Fahr
zeugrad angreifende Seitenkräfte abstützen zu können.
Die Längslenker können aber auch - wie im linken Teil der Fig. 2 darge
stellt - Teile einer bekannten Verbund- oder Koppellenkerachse sein, bei
denen die beiden biege- und torsionssteifen Längslenker im Bereich ihrer
aufbauseitigen Anlenkachse 8 durch eine form- und winkelsteif an ihnen
befestigte biegesteife, jedoch torsionsweiche Querstrebe 9 miteinander
verbunden sind. Die erforderlichen aufbauseitigen Lenkerlager sind im
Vergleich zu denen einzelner Längslenker klein, da für die Abstützung
der an den Fahrzeugrädern angreifenden Seitenkräfte die sehr weite Ba
sis des Lenkerverbundes (Abstand zwischen den beiden Lagern) wirksam
ist.
Zur Fahrzeugabfederung ist eine quer zur Fahrzeuglängsrichtung verlau
fende Blattfederanordnung 5 vorgesehen, die mittig am Fahrzeugaufbau 3
abgestützt ist und im Ausführungsbeispiel aus nur einem Federblatt be
steht. Die Anlenkung am Fahrzeugaufbau kann in üblicher Weise mittels
zweier Schellen o. ä 10 erfolgen.
Die Anlenkung der Blattfederanordnung an den beiden Längslenkern 2 er
folgt mit Hilfe von zapfenförmigen Kraftübertragungsgliedern 6, die an
den freien Enden der Blattfederanordnung - von dieser abgewinkelt und
in einer quer zur Fahrzeuglängsrichtung verlaufenden, zumindest annä
hernd vertikalen Ebene liegend - form- und winkelsteif befestigt sind,
wie dies in den Fig. 1 und 3 zu erkennen ist. Mit ihren freien En
den sind diese Kraftübertragungsglieder 6 an den Längslenkern 2 mit
Hilfe von Gelenken 7, welche zumindest annähernd allseitig Winkelbe
wegungen zulassen. Neben üblichen Kugelgelenken, die dies in idealer
Weise ermöglichen, können auch Metall/Gummi-Elemente, wie sie z. B. zur
Anlenkung von Teleskop-Stoßdämpfern üblich sind, eingesetzt werden.
Die Blattfederanordnung 5 ist bei unbeladenem Fahrzeug, d. h. bei Leer
last, an ihren Enden nach unten durchgebogen, so daß sie z. B. die in
Fig. 3 mit 5′′ bezeichnete Lage einnimmt. Diese Grund-Durchbiegung der
Blattfederanordnung einerseits und der Winkel, unter dem die zapfenför
migen Kraftübertragungsglieder 6 von der Blattfederanordnung ab stehen
andererseits, sind derart bemessen, daß die freien Enden der zapfenför
migen Kraftübertragungsglieder 6 dann, wenn sie nicht durch äußere
Eingriffe daran gehindert werden, bei Variation ihrer Belastung von Leer
last bis Vollast eine zumindest annähernd geradlinige vertikale Aus
lenkbewegung vollführen. In Fig. 3 ist diese geradlinige vertikale
Auslenkbewegung gestrichelt angedeutet.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind die zapfenförmigen Kraftüber
tragungsglieder 6 etwa rechtwinklig zur Blattfederoberfläche ausgerich
tet. Man erkennt sehr leicht, daß bei Auslenkung der Blattfederanordnung
aus ihrer in Fig. 3 mit 5′′ bezifferten (Leerlast) -lage in Richtung
Vollast einerseits eine Vergrößerung der wirksamen Länge (Projektion
auf die Fahrbahn) der Blattfederanordnung 5 stattfindet, gleichzeitig
aber die abgewinkelten zapfenförmigen Kraftübertragungsglieder 6 räum
lich gegenläufig verschwenkt werden. Bei entsprechender Abstimmung der
Grund-Durchbiegung der Blattfederanordnung 5 einerseits und insbeson
dere der Winkelstellung der Kraftübertragungsglieder 6 andererseits
läßt sich die zumindest annähernd geradlinige vertikale Auslenkbewegung
der freien Enden der Kraftübertragungsglieder 6 ohne Schwierigkeit er
zielen.
Da die freien Enden der zapfenförmigen Kraftübertragungsglieder 6 durch
die erfindungsgemäße Ausbildung zumindest annähernd geradlinige verti
kale Auslenkbewegungen vollführen, ist es in vorteilhafter Weise mög
lich, sie unter Verzicht auf Schwenklaschen o. ä. allseitig winkelbe
weglich, jedoch kraftübertragend an den Längslenkern 2 anzulenken, ohne
daß sie dadurch beim Ein- und Ausfedern der Fahrzeugräder 1 wesentlichen
Verzwängungen unterworfen sind. Lediglich die kreisbogenförmigen Aus
lenkbewegungen der Längslenkerenden müssen durch die Drehelastizität
der Blattfederanordnung 5 überbrückt werden.
Die erfindungsgemäße spurweitenkonstante Achsaufhängung bietet den we
sentlichen Vorteil, daß der Raum zwischen den beiden Fahrzeugrädern 1
voll für den Fahrzeuginnenraum ausgenutzt werden kann, insbesondere
eine entsprechend große Durchladebreite zur Verfügung steht. Darüber
hinaus werden die aufbauseitigen Lager der Längslenker 2 dadurch, daß
zumindest ein Teil der an den Fahrzeugrädern angreifenden Seitenkräfte
unmittelbar in Höhe der Radachsen von der Blattfederanordnung 5 aufge
nommen werden, entlastet, so daß sie baulich entsprechend verkleinert
werden können, was u. U. ebenfalls zu einer verbesserten Raumnutzung
führen kann. Statt die aufbauseitigen Längslenkerlager baulich zu ver
kleinern, wäre es aber auch möglich, sie unter Beibehaltung ihrer Bau
größe in Fahrzeuglängsrichtung weicher zu gestalten, was durch den da
durch erzielten Längsfedereffekt eine Verbesserung des Fahrkomforts zur
Folge hätte.
Claims (2)
1. Spurweitenkonstante Achsaufhängung, insbesondere Hinterachsaufhän
gung, für Kraftfahrzeuge,
mit biege- und torsionssteifen Längslenkern, insbesondere Längs
lenkern einer Verbund- oder Koppellenkerachse, die einenends um
eine quer zur Fahrzeuglängsrichtung verlaufende Achse und in einer
Vertikalebene schwenkbar am Fahrzeugaufbau angelenkt sind und ande
renends Radzapfen (Achsschenkel) der Fahrzeugräder tragen, gekenn
zeichnet durch folgende Merkmale:
- a) Zur Fahrzeugabfederung ist eine quer zur Fahrzeuglängsrichtung verlaufende Blattfederanordnung (5) vorgesehen, die mittig am Fahr zeugaufbau (3) abgestützt ist.
- b) An den freien Enden der Blattfederanordnung (5) sind von ihr ab gewinkelte, in einer quer zur Fahrzeuglängsrichtung verlaufenden, zumindest annähernd vertikalen Ebene liegende Kraftübertragungsglie der (Zapfen 6) starr, d. h. form- und winkelsteif befestigt.
- c) Die Blattfederanordnung (5) ist bei unbeladenem Fahrzeug (Leer last) an ihren Enden nach unten durchgebogen.
- d) Die Grund-Durchbiegung (Leerlast) der Blattfederanordnung (5) einerseits und die Abwinklung der Kraftübertragungsglieder (Zapfen 6) andererseits sind derart bemessen, daß die freien Enden der Kraft übertragungsglieder (Zapfen 6) bei einer freien, unbehinderten Aus lenkung der Blattfederanordnung (5) zwischen Leerlast und Vollast eine zumindest annähernd geradlinige vertikale Auslenkbewegung voll führen.
- e) Die freien Enden der Kraftübertragungsglieder (Zapfen 6) sind an den Längslenkern (2) mittels zumindest annähernd allseitig winkel beweglicher Gelenke (7) angelenkt.
2. Achsaufhängung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kraftübertragungsglieder (Zapfen 6)
etwa rechtwinklig zur Blattfederoberfläche ausgerichtet sind und
daß die Grund-Durchbiegung (Leerlast) der Blattfederanordnung (5)
so bemessen ist, daß die Enden der Blattfederanordnung (5) auch bei
Vollast und maximaler Einfederung der Fahrzeugräder (1) nicht höher
als bis in Höhe des am Fahrzeugaufbau (3) abgestützten Teils der
Blattfederanordnung ausgelenkt werden.
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| 8120 | Willingness to grant licenses paragraph 23 | ||
| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
| D2 | Grant after examination | ||
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
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