DE3048864C2 - Achse, insbesondere Hinterachse für Personenkraftwagen, mit unabhängig von einander geführten Rädern - Google Patents
Achse, insbesondere Hinterachse für Personenkraftwagen, mit unabhängig von einander geführten RädernInfo
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Description
όΌ 48 8Ö4
Feder trägt, in Draufsicht hinter der Radmittenquerebcnc
liegt und eine Länge aufweist, die größer ist als die Länge eines für den unteren Lenker gebildeten
Ersatzlenkers, der sich in Rückansicht als die Strecke zwischen dem ideellen Anlenkpunkt des unteren Lenkers
am Radträger und dem Schnittpunkt der Schwenkachse des unteren Lenkers mit dem in die Rückansicht
projezierten Schnittpunkt ergibt, der in Draufsicht durch den Schnittpunkt der Schwenkachse mit der Radmittenquerebene
bestimmt ist.
In dieser Ausgestaltung ist einmal durch Verschiebung
des Momentanzentrums nach der jeweiligen Kurveninnenseite die unvermeidliche Radlastdifferenz zwischen
kurvenäußerem und kurveninnerem Rad mit der Folge einer Vergrößerung der Gesamt-Seitenführungskraft
verringert und es ist zum anderen durch die mögliche große tatsächliche Länge der Federstrebe ein großes
Federübersetzungsverhältnis verwirklicht, und zwar bei einer insgesamt kompakten Ausgestaltung der Radaufhängung
und den dadurch erzielten Vorteilen für die Gesamtkonzeption des Fahrzeuges.
Um ferner den oberen Lenker im Vergleich zum unteren Lenker möglichst lang zu machen ist es zweckmäßig,
auch diesen geteilt auszubilden, zumal sich auf diese Weise die sonstigen Anforderungen an den Aufbau
des Fahrzeuges, so insbesondere an die Führung von dessen Längsträger zweckmäßig verwirklichen lassen.
Für den geteilten oberen Lenker weisen dessen Streben vorteilhaft einen gegenüber der Radmittenlängsebene
nach außen versetzten ideellen Anlenkpunkt am Radträger auf. Hierzu kann der obere Lenker
mit Vorteil durch eine in Draufsicht in Querrichtung verlaufende Sturzstrebe und eine schräg nach vome und
innen verlaufende Zugstrebe gebildet sein. Der radträgerseitige Anlenkpunkt der Sturzstrebe liegt dabei
bevorzugt etwa in der Radmittenquerebene, während der entsprechende Anlenkpunkt der Zugstrebe in
Bezug auf die Fahrtrichtung des Fahrzeuges davor "liegt, und zwar bei einem Verlauf der Zugstrebe schräg nach
vorne und innen.
Die ErfiHung wird im folgenden anhand der Zeichnungen
näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Achse eines Personenkraftwagens mit unabhängig voneinander
geführten Rädern, in ihrem Aufbau etwa entsprechend der Darstellung in Bussien, Bild 8, Seite 53-4 des
Ergänzungsbandes zur 18. Auflag; des »Automobiltechnischen Handbuches«, wobei das Momentanzentrum
für die Konstruktionslage sowie für eine Kurvenfahrt eingetragen ist.
Fig. 2a und 2b Schenadarstellungen der durch die Seitenführungskräfte bei Kurvenfahrt im jeweiligen
Momentaj.zentrum in Abhängigkeit von dessen Lage bedingten Kräften, und zwar in Fig. 2a bei nach der
Kurvenaußenseite verschobenem Momentanzentrum und in Fig. 2b bei nach der Kurveninnenseite verschobenem
Momentanzentrum,
Fig. 3 eine Draufsicht auf die eine Achsseite einer
unabhängigen Radaufhängung in schematisierter, die Erfindung veranschaulichender Darstellung, deren
zweite, hier nicht dargestellte Achsseite spiegelbildlich zur Längsmitte des Fahrzeuges angeordnet und ausgebildet
ist,
Fig. 4 eine Seitenansicht der Radaufhängung gemäß Fig. 3,
Fig. 5 eine Rückansicht der in den Fig. 3 und 4 dargestellten Radaufhängung, wiederum schematisiert
dargestellt, und
Fig. 6 in Rückansicht schematisiert eine Gesamlachse mit Radaufhängungen gemäß der vorgeschilderten,
in den Fig. 3 bis 5 erläuterten Radaufhängung, wobei die oberen und die unteren Lenker durch ihre
Ersatzlenker symbolisiert sind und die Lage des Momentanzentrums auch für die Kurvenfahrt dargestellt
ist.
Bei der Darstellung gemäß Fig. 1, die im Schema in Rückansicht eine Radaufhängung mit unabhängigen
ίο Radführungen zeigt, sind mit 40g und 406 die Räder bezeichnet, von denen bezogen auf die dargestellte
Kurvenfahrt — Pfeil R — das Rad 40a ein kurvenäußeres und das Rad 406 ein kurveninneres Rad bilden.
Den Rädern 40a, 406 sind Radführungen zugeordnet,
die in der gezeigten Schemadarstellung durch obere Führungslenker 41a, 416 und untere Führungslenker
42a und 426 gebildet sind. Diese Führungslenker sind in der Konstruktionsdarstellung jeweils in Volumen dargestellt.
Bezogen auf die Konstruktionsgrundstellung ergeben sich durch Verlängerung von jeweils oberem und unterem
Führungslenker im Schnittp· -x.t dei jeweiligen
Verlängerungsgeraden die Momentaiipcle, hier mit MFa
und Mn bezeichnet. Weiter sind mit 44a und 446 PoI-strahlen
bezeichnet, die die Verbindungsgerade zwischen dem jeweiligen Momentanpol MPa bzw. Mn mit
dem Αΐ-fstandspunkt 43a bzw. 436 des jeweiligen Rades
40a bzw. 4Oi) bilden. Durch den Schnittpunkt der Polstrahlen
44a, 446 ist das Momentanzentrum M für die Konstruktionsgrundstellung bestimmt, das entsprechend
dem symmetrischen Aufbau der Achse in der Fahrzeuglängsmittelebene liegt.
Bezogen auf die Kurvenfahrt — Pfeil R - nach rechts ergibt sich unter dem Einfluß der Fliehkräfte am kurvenäußeren
Rad 40a eine Einfederung, und am kurveninneren Rad 406 eine Ausfederung. Die Radaufstandspunkte
liegen dann hönenversetzt zur Ausgangslage und sind mit 43a' bzw. 436' bezeichnet.
Den Ein- bzw. Ausfederlagen der Räder 40a und 406 entsprechen die Lenkerlagen 41a'. 42a' bzw. 4ii>' und
426', die Lenker sind in diesen Lagen strichliert bzw. strichpunktiert dargestellt. Entsprechend der Verlagerung
der Lenker ergibt sich eine Verlagerung der Momentanpole, die mit MPa', und MPb', in diesen verlagerten
Stellungen, die der Kurvenfahrt R entsprechen,
bezeichnet sind. Auch in diesem Fa1I ist durch die
Polstrahlen, hier mit 44a' bzw. 446' bezeichnet, das Momentanzentrum bestimmt, nunmehr als Momentanzentrum
für das wechselseitige Federn mit Mw! bezeichnet.
Dieses Momentanzentrum M„,, das durch den Schnittpunkt der die Radaufstandspunkte 43a' bzw.
436' durchstoßenden Polstrahlen 44a' bzw. 446' bestimmt ist, ist nach der Kurveninnenseite hin gegenüber
der Fahrzeuglängsmittelebene verlagert.
Anhand der Fig. 2a und 2b soll nun erläutert werden, wie sich die Lage des Momentanzentrums für das wechselseitige Federn im Hinblick auf die durch die Seitenführungskräfte bedingten Kräfte auswirkt.
Anhand der Fig. 2a und 2b soll nun erläutert werden, wie sich die Lage des Momentanzentrums für das wechselseitige Federn im Hinblick auf die durch die Seitenführungskräfte bedingten Kräfte auswirkt.
In Fig. 2a ist nierbei ein Fahrzeug unterstellt, dessen Momentanzentru"i für das wechselseitige Federn M„,
nach der Kurvenaußenseite hin verlagert ist.
Füf dieses Fahrzeug, dessen Räder mit 50a bzw. 5Qb
bezeichnet sind und das einen schematisch angedeuteten Aufbau 51 aufweist, der, wie schematisch über die
Federn 52 angedeutet, federnd gegenüber den Rädern abgestützt ist, werden in den Radaufstandspunkten 53a
und 536 angreifende Seitenführungskräfte unterstellt. Entsprechend der angenommenen Kurvenfahrt nach
TO OVJT
rechts — Pfeil R — ist im Aufstandspunkt 53a des Rades
50a eine Seitenführungskraft gegeben, die größer ist als jene, die im Radaufstandspunkt 536 des kurveninneren
Rades 506 wirksam ist. Aus den Seitenführungskräften Sa, Si, resultieren im Momentanzentrum für das wechselseitige
Federn Mw, angreifende Kräfte R0 und Rb, die
zur resultierenden Gesamtkraft Rc führen. Verlegt man
diese resultierende Gesamtkraft R0 entsprechend der
horizontalen Wirkungsrichtung der Fliehkraft in Horizontal- und Vertikalkomponenten, so ergibt sich eine
der Fliehkraft entgegenwirkende Kraftkomponente KF
und eine in Höhenrichtung wirkende Kraftkomponente KA. die. wie Fig. 2 zeigt, nach oben gerichtet ist und
dementsprechend eine Entlastung des Fahrzeugaufbaues bewirkt. Insgesamt tritt somit, wie dargestellt,
eine Vergrößerung der Radlastdifferenzen zwischen kurvenäußerem und kurveninnerem Rad ein, und damit
eine Minderung der Gesamt-Seiienführungskraft.
In Fig. 2b sind, abgesehen von der Lage des Momentanzentruins
M„ füi das wechselseitige Federn, gleiche
Ausgangsgegebenheiten unterstellt und dementsprechend auch gleiche Bezugszeichen verwendet. Bedingt
durch die Verschiebung des Momentanzentrums für das wechselseitige Federn Mra nach der Kurveninnenseite
ergibt sich aber ein wesentlich flacherer Verlauf für die resultierende Ra der kurvenäußeren Seitenführungskraft
5„, mit der Folge, daß die in Höhenrichtung wirkende Kraftkomponente KA hier sogar nach unten
gerichtet ist.
Der Fahrzeugaufbau erfährt dementsprechend auch keine Anhebung, mit der Folge, daß sich entsprechend
bessere Verhältnisse im Hinblick auf die Gesamt-Seitenführungskraft ergeben.
Die Fig. 3 bis 5 zeigen nun ein praktisches Ausführungsbeispiel für eine Achse, bei der diese Vorteile
genutzt sind. Gezeigt ist hier eine unabhängige Radaufhängung für die angetriebenen Hinterräder 1 eines Perscnenkraft'.vagens
mit einem Radiräger 2, der übsr
e'nen geteilten oberen, durch eine Sturzstrebe 3 und
eine Zugstrebe 4 gebildeten Lenker einerseits und einen unteren Lenker andererseits geführt ist, der aus einer
Federstrebe 5 und einer Schubstrebe 6 aufgebaut ist. Zur Führung des Radträgers 2 ist ferner noch eine
Spurstange 7 vorgesehen.
Die Sturzstrebe 3 verläuft nahezu horizontal in Fahrzeugquerrichtung
und liegt mit ihrer Achse im wesentlichen in der Radmittenquerebene 8. Ihr radträgerseitiger
Anlenkpunkt ist mit 9 bezeichnet, ihr aufbauseitiger Anlenkpunkt mit 10.
Die Zugstrebe 4 verläuft in der Draufsicht unter einem Winke' von etwa 35'' zur Sturzstrebe 3. Ihr vor
der Radmittenquerebene 8 liegender radträgerseitiger Anlenkpunkt ist mit 11, ihr aufbauseitiger Anlenkpunkt
mit 12 bezeichnet. In Rückansicht ist die Zugstrebe 4 gegenüber der Sturzstrebe 3 leicht nach unten und
außen geneigt.
Die Federstrebe 5 verläuft in Draufsicht bezogen auf die Fahrtrichtung F leicht nach hinten geneigt bezüglich
der Radmittelquerebene 8. Ihr radträgerseitiger Anlenkpunkt ist mit 13, ihr aufbauseitiger Anlenkpunkt
mit 14 bezeichnet. Is Rückansicht verläuft die Federstrebe
5 nahezu horizontal und i^r radträgerseitiger
Anlenlpunkt 13 ist :n der Draufsicht gegenüber der
Radmittenquerebene 8 nach hinten versetzt. Der Winkel zwischen der Radmittenquerebene 8 und der
Erstreckungsrichiung der Federstrebe 5 in Draufsicht
beläuft sich auf etwa 10'.
Die Schubstrebe 6 verläuft in Draufsicht schräg nach vorne und innen, und zwar unter einem Winkel von
etwa 65° zur Radmittenquerebene 8. Ihr radträgerseitiger Anlenkpunkt ist mit 15, ihr aufbauseitiger Anlenkpunkt
mit 16 bezeichnet. Der radtragerseitige Anlenkpunkt 15 liegt mit Abstand vor der Radmittenquerebene
S. Ihre Achse verläuft in der Draufsicht etwa durch den radträgerseitigen Anlenkpunkt 9 der Sturzstrebe.
Bezüglich der Spurstange 7 sind der radtragerseitige
Bezüglich der Spurstange 7 sind der radtragerseitige
ίο Anlenkpunkt mit 17 und der aufbauseitige Anlenkpunkt
mit 18 bezeichnet. Zur Radmittenquerebene 8 schließt die Spurstange 7 in der Draufsicht einen Winkel
von etwa 25° ein. In der Draufsicht liegt ferner ihr aufbauseitiger Anlenkpunkt 18 im wesentlichen dekkungsgleich
mit dem aufbauseitigen Anlenkpunkt 12 der Zugstrebe 4. Bezogen auf die Fahrtrichtung /·' liegt
der Anlenkpunkt 11 der Zugstrebe etwa mittig zwischen dem Anlenkpunkt 15 der Schubstrebe 6 und dem
Anlenkpunkt 17 der Spurstange 7. Der Versatz des AriSerikpur.ktcs 15 der Schübstrebs 6 zur Radir.itlc«
querebene 8 in Fahrtrichtung F entspricht etwa dem Abstand des radträgerseitigen Anlenkpunktes 13 der
Federstrebe 5 von der Radmittenquerebene 8 in Gegenrichtung.
Die Anlenkpunkte 14 und 16 von Federstrebe 5 und Schubstrebe 6 bilden die theoretische Schwenkachse 19
des unteren Lenkers. In der Draufsicht liegen die Anlenkpunkte 18 und 12 etwa auf dieser Schwenkachse
19, die ZUi Radmittenquerebene 8 in Draufsicht einen
sich nach außen öffnenden Winkel von etwa 55' einschließt. Der Abstand der Anlenkpunkte 18 und 12 vom
Anlenkpunkt 14 der Federstrebe 5 entspricht etwa dem Vierfachen des Abstandes der Anienkpunkte 12 und 18
vom Anlenkpunkt 16 der Schubstrebe 6.
Die theoretische Schwenkachse 20 des oberen Lenkers ist in der Draufsicht durch die Anlenkpunkte 10
und 12 von Sturzstrebe 3 und Zugstrebe 4 bestimmt. Die Schnittpunkte der Achsen 19 und 20 mit der Radmittelquerebene
8 sind in Fahrzeugquerrichtung versetzt und es liegt der Schnittpunkt 32 der Schwenkachse
19 weiter innen als der SchnittpunKt 33 der Schwenkachse 20.
In Rückansicht verläuft die Spurstange 7 gegenüber einer Horizontalen durch die Radmitte unter einem
Winkel von etwa 5—10° schräg nach außen und unten, während die Schubstrebe 6 unter einem Winkel von
etwa 35° schräg nach außen und unten gegenüber der gleichen Bezugsgeraden verläuft.
Aufbauseitig sind alle Anlenkpunkte an einem Tragkörper 21 angeordnet, der seinerseits sich im wesentlichen
in Fahrtrichtung F erstreckt und an seinem vorderen und hinteren Ende über elastische Abstützungen 22
und 23 in nicht näher dargestellter Weise am Aufbau befestigt ist. Der Tragkörper 21 ist Bestandteil eines
hier nicht weiter gezeigten Fahrschemels, der zumindest zwei in Querrichtung verlaufende Verbindungsstreben
zwischen den beiden Tragkörpern 21 aufweist.
In der Seitenansicht gemäß Fig. 4 verlaufen Schubstrebe 6 und Spurstange 7 im wesentlichen parallel und
unter einem Winkel von etwa 20° schräg nach vorne und oben gegenüber einer horizontalen Bezugsgeraden. Die
Federstrebe 5 verläuft gegenüber der gleichen Bezugsgeraden schräg nach hinten und oben, und zwar unter
einem Winkel von etwa 10°.
Oberer und unterer Lenker sind also als geteilte Lenker ausgebildet und bestehen jeweils aus zwei Streben,
so daß gegenüber dem Radträger ideelle Anlenkpunkte gegeben sind, die dessen aufrechte Schwenk-
achse bestimmen. Für den oberen Lenker ist dieser ideelle Anlcnkpunkt als Schnittpunkt der Achsen von
Sturzstrebe 3 und Zugstrebe 4 außerhalb der Radmittenlängsebene 25 gelegen und mit 24 bezeichnet. Für
den unteren Lpnker ist dieser Schnittpunkt mit 26 bezeichnet und er liegt, wiederum in Draufsicht, bezüglich
der Radmittenlängsebene nach innen versetzt.
Projiziert man, wie in den Fig. 3 und 5 angedeutet, die A^lenkpunkte 24 und 26 sowie die Schnittpunkte 32
und 33 der Achsen 19 und 20 mit der Radmittenquerebene
8 in die Rückansicht gemäß Fig. 5, so sind damit -für die geteilten oberen und unteren Lenker die sogenannten
Ersatzlenker festgelegt, die strichpunktiert in Fig. 5 angedeutet sind und die mit 27 für den oberen
Ersatzlenker und 28 für den unteren Ersatzlenker bezeichnet sind.
Diese Ersatzlenker 27 und 28 sind in der Schemadarstüllung
der Achse gemäß Fig. 6 anstelle der tatsächlichen Lenker eingezeichnet. Es zeigt sich hierbei, daß
der obere Lenker 27 länger als der untere Lenker 28 ist. Weiter sind in der Schemadarstellung gemäß Fig. 6
Momentanzentren angegeben, wobei das Momentanzentrum für das gleichseitige Ein- und Ausfedern, bezogen
auf die bezeichnete Konstruktionsgrundstellung, die mit M bezeichnet ist, analog der Darstellung gemäß
Fig. 1 ist.
Jeweils die Federbewegung nur einer Radseite betrachtet, liegt das Momentanzentrum für das Ausfedern
MA oberhalb, und das Momentanzentrum für das
Einfedern ME unterhalb.
Analog zur Darstellung gemäß Fig. 1 sind die entspre henden Momentanpole gebildet und mit MPa und
Mn, bezeichnet, deren Polstrahlen 44a und 44b sich im
Momentanzentrum M schneiden. Die Polstrahlen 44a und 44b verlaufen durch die Radaufstandspunkte 43ö
und 43έ>.
Bezogen auf die Kurvenfahrt nach rechts - Pfeil R — federn die kurveninneren Räder aus und die kurvenäußeren
Räder ein. Dementsprechend ergeben sich nunmehr Aufstandspunkte 43£>' bzw. 43a'. Bezogen auf
diesen Zustand des wechselseitigen Federns ergibt sich, analog zur Darstellung gemäß Fig. 1, ein Momentanpol
Λί;.α, für das kurvenäußere Rad und ein Momentanpol
Mn, für das kurveninnere Rad. Die entsprechenden
Polstrahlen 44a' und 44b' schneiden sich im Momentanpol für das wechselseitige Federn M1n, der wie bei der
Darstellung gemäß Fig. 1 auf der Kurveninnenseite liegt. Es ist damit für die Konstruktion gemäß Fig. 3
und 5 aufgezeigt, daß diese die dargelegten Vorteile im Hinblick auf die Verbesserung der Gesamtseitenfuhrungskraft
beim wechselseitigen Federn ergibt, und zwar in Verbindung mit den sonstigen Vorteilen, die
sich aus dem Baukonzept gemäß Fig. 3 bis 5 einstellen, so insbesondere der günstigen Federübersetzung bei
kleiner und kompakter Gesamtbauweise.
Maßgebend für das Übersetzungsverhältnis von Feder und Stoßdämpfer ist nämlich die tatsächliche
Länge der Federstrebe, die bei der praktischen Ausgestaltung gemäß Fig. 3 bis 5 größer ist als die entsprechende
Länge des Ersatzlenkers 28. Hierbei sind bezogen auf die Federstrebe 5 Feder und Stoßdämpfer, die
in den Fig. 3 bis 5 bei 30 und 31 angedeutet sind, auf
der Längsachse der Federstrebe angeordnet, so daß sich keine Lagerverspannungen ergeben. Eine einteilige
Ausgestaltung des unteren Lenkers würde dies nicht ermöglichen, da Feder und Stoßdämpfer dann jeweils
etwa auf einer Geraden angeordnet sein müßten, die senkrecht zur Schwenkachse 19 durch den ideellen
Anlenkpunkt 26 verläuft, wenn keine ungleichmäßige Belastung der Anlenkungen 14 und 16 für Federstrebe 5
und Schubstrebe 6 in Kauf genommen werden sollen. Letzteres ist praktisch aber nicht möglich, wenn, wie
aus Komfortgründen erforderlich, die Streben jeweils elastisch zumindest an ihrem einen Ende angelenkt
sind.
Hierzu 5 Blatt Zeichnungen
Claims (9)
1. Achse, insbesondere Hinterachse für Personenkraftwb.gen
mit unabhängig voneinander geführten Rädern., bei der jede Radführung einen oberen und
einen Hinteren Lenker für einen Radträger aufweist und bei der über den oberen und den unteren Lenker
der Radführung ein bezogen auf die Konstruktionslage in Rückansicht in der Fahrzeuglängsmittelebene
liegendes Momentanzentrum bestimmt ist, das bei Kurvenfahrt aus der Fahrzeuglängsmittelebene nach
der jeweiligen Kurveninnenseite hin auswandert, dadurch gekennzeichnet, das zur Verschiebung
di;s Momentanzentrums M^ nach der Kurveninnenseite,
bezogen auf die jeweiligen wirksamen Hebellängen, der untere Lenker (Ersatzlenker 28)
kürzer als der obere Lenker (Ersatzlenker 27) ausgebildet und durch einen geteilten Lenker gebildet ist,
der aus zwei voneinander unabhängigen Streben (Federstrebt·, i, Schubstrebe 6) besteht, von denen
die eine als Federstrebe (5) die Feder trägt, in Draufsicht
hinter der Radmittenquerebene (8) liegt und eine Länge aufweist, die größer ist als die Länge
eines für den unteren Lenker gebildeten Ersatzlenkers (28), der sich in Rückansicht als die Strecke
zwischen dem ideellen Anlenkpunkt (26) des unteren Lenkers am Radträger (2) und dem Schnittpunkt
der Schwenkachse (19) des unteren Lenkers mit den in die Rückansicht projizierten Schnittpunkt ergibt,
der in Draufsicht durch den Schnittpunkt (32) der Schwenkachse (ί9) mit der Radmittenquerebene (8)
bestimmt ist.
2. Achse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Federstrebe (5) von ihrem radträgerseitigen
Anlenkpunkt (D) schräg nach hinten und innen verläuft.
3. Achse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die andere Strebe des unteren
Lenkers als Schubstrebe (6) schräg nach vorne und innen verläuft.
4. Achse nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Schubstrebe (6) vor der Radmittenquerebene
(8) am Radträger (2) angelenkt ist.
5. Achse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der obere
Lenker als geteilter Lenker ausgebildet ist.
6. Achse nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Streben des geteilten oberen Lenkers
einen in der Draufsicht gegenüber der Radmittenlängsebene (25) nach außen versetzten ideellen oberen
Anlenkpunkt (24) für den Radträger (2) bestimmen.
7. Achse nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der obere Lenker eine in Querrichtung
verlaufende Sturzstrebe (3) aufweist.
8. Achse nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der obere Lenker eine
schräg nach vorne und innen verlaufende Zugstrebe (4) aufweist.
9. Achse nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der radträgerseitige
.Anlenkpunkt (9) der iSturzstrebe (3) etwa in der
Radmittenquerebene (8) und der entsprechende
Anlenkpunkt der Zugstrebe (4) gegenüber der Radmittenquerebene (8) in Bezug auf die Fahrtrichtung
(F) davorliegt.
Die Erfindung betrifft eine Achse, insbesondere eine Hinterachse für Personenkraftwagen mit unabhängig
voneinander geführten Rädern, bei der jede Radführung einen oberen und einen unteren Lenker für
einen Radträger aufweist und bei der über den oberen und den unteren Lenker der Radführung ein bezogen
auf die Konstruktionslage in Rückansicht in der Fahrzeuglängsmittelebene liegendes Momentanzentrum
bestimmt ist, das bei Kurvenfahrt aus der Fahrzeuglängsmittelebene
nach der jeweiligen Kurveninnenseite hin auswandert.
Bei einer bekannten, in Praxis ausgeführten Achse (BOd 3.4/15 in Reimpell, Band 1, Ausgabe 1970, Seite
122) ist der untere Lenker durch einen einstückigen Querlenker gebildet, der am Aufbau und am Sadträger
is m eine in Fahrzeuglängsrichtung verlaufende Schwenkachse angelenkt ist, während der obere Lenker
durch die zwischen Radträger und Hinterachsgetriebe verlaufende Antriebswelle bestimmt ist. Der untere
Lenker, der über zwei Federn gegenüber dem Aufbau abgestützt ist, ist verhältnismäßig lang und es läßt sich
dadurch eins gute iJbersetzung für die Federn und die
innerhalb derselben angeordneten Stoßdämpfer erreichen, wie dies an sich erwünscht ist. Diese Art der
Ausgestaltung in Verbindung mit der dargestellten Lage und Anordnung von oberem und unterem Lenker hat
auch zur Folge, daß sich das Momentanzentrum beim wechselseitigen Fedeia in eine Richtung verlagert, nämlich
nach der Kurvenaußenseite, die zu einem verstärkten Anheben des Fahrzeugaufbaues und dessen Schwerpunkt
führt. In entsprechender Weise vergrößern sich dadurch die Radlastdifferenzen zwischen Kurvenaußen-
und Kurveninnenseite, wodurch die Gesamt-Seitenführungskraft verkleinert wird.
Es ist des weiteren aus Bussien, Bild 8 auf Seite 534 im Ergänzungsband zur 18. Auflage des »Automobiltechnischen
Handbuches« eine schematische Darstellung einer Achse der eingangs als bekannt vorausgesetzten
Art zu entnehmen, bei der die Radführungen in der dargestellten Rückansicht durch im v\ .!«entliehen gleichlange und nur schwach gegeneinander geneigte Lenker
gebildet sind und für die das Momentanzentrum bezogen auf die Konstruktionslage dargestellt ist. Untersucht
man diese Radaufhängung auf eine mögliche Verlagerung des Momentanzentrums bei Kurvenfahrt, so
zeigt eine entsprechende zeichnerische Auswertung dieser Schemadarstellung, daß dieses sich beim der Kurvenfahrt
entsprechenden wechselseitigen Federn nach der Kurveninnenseite hin verlagert. Im Hinblick auf die
Veränderung der Radlastdifferenzen zwischen Kurvenaußen- und Kurveninnenseite sowie die Gesamtseitenführungskraft
erweist sich dies als zweckmäßig.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, sich diesen Vorteil, nämlich die Erzielung einer möglichst gross
ßen Gesamt-Seitenführungskraft bei Kurvenfahrt zunutze zu machen, und zwar in Verbindung mit einer
möglichst kompakten Ausgestaltung der Radaufhängung und bei einem günstigen Federübersetzungsvehältnis
für die auf den unteren Lenkern abgestützten Fedem.
Gemäß der Erfindung wird dies bei einer Achse der eingangs genannten Art dadurch erreicht, daß zur Verschiebung
des Momentanzentrums nach der Kurveninnenseite, bezogen auf die jeweiligen wirksamen
Hebellängen, der untere Lenker kürzer als der obere Lenker ausgebildet und durch einen geteilten Lenker
gebildet ist, der aus zwei voneinander unabhängigen Streben besteht, von denen die eine als Federstrebe die
Priority Applications (7)
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|---|---|---|---|
| DE3048864A DE3048864C2 (de) | 1980-12-23 | 1980-12-23 | Achse, insbesondere Hinterachse für Personenkraftwagen, mit unabhängig von einander geführten Rädern |
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Publications (2)
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