-
Anlage zum Einfüllen, Lagern und Abfüllen feuergefährlicher Flüssigkeiten.
Die Erfindung betrifft eine Anlage zum Einfüllen, Lagern und Abfüllen feuergefährlicher
Flüssigkeiten, bei-: der im Kreislauf stets dieselbe Menge Neutralgas verwendet
wird.
-
Gemäß der Erfindung sind eine Reihe Lagerbehälter außer mit einer
absperrbaren Zapfleitung und einer absperrbaren Fülleitung für die feuergefährliche
Flüssigkeit noch mit drei Schutzgasleitungen absperrbar verbunden, von denen zwei
Leitungen unter Einschaltung einer Pumpe und eines oder mehrerer Druckgasbehälter
zu einem Kreislauf vereinigt sind. Die dritte Gasleitung - die Ausgleichleitung
-ist mit der zur Saugseite der Pumpe führenden Gasleitung verbunden in sie ist ein
Ventil eingeschaltet, das beim Steigen des Drucks in der Gasausgleichsleitung über
den Atmosphärendruck einen in die Stromzuführung des Antriebsmotors der Pumpe eingeschalteten
Schalter so lange schließt, bis die Pumpe die überschüssige Gasmenge aus den Lagerbehältern
durch die Ausgleichleitung hindurch abgesaugt und in einen der Druckgasbehälter
gedrückt hat, während ein in die Saugleitung eingeschalteter Schalter die Stromzuführung
zum Motor - der Pumpe so lange selbsttätig schließt, wie der Unterdruck in der Saugleitung
ein festgesetztes hlaß überschreitet.
-
Dank -dieser Einrichtungen kann man dadurch, (laß man in den Lagerbehältern
den Druck des Schutzgases unter den atmosphärischen herabsetzt, die aufzuspeichernde
feuergefährliche Flüssigkeit in jene Lagerbehälter schaffen. Dadurch, !däß man das
im Druckgasbehälter befindliche verdichtete Gas auf die feuergefährliche Flüssigkeit
der Lagerbehälter einwirken läßt, kann man die Flüssigkeit aus diesen zum Ausfließen
bringen.
-
Durch dieses Verfahren wird das in den Lagerbehältern befindliche
Schutzgas unendlich oft wiederbenutzt und spielt nur die Rolle eines Schutzmittels.
Die einzigen vorkominen.den Schutzgasverluste ergeben sich aus der Auflösung des
Gases in der feuergefährlichen Flüssigkeit bei atmosphärischem Druck. Die Anlage
setzt sich zusammen: i. aus einer Gruppe von Lagerbehältern i zur Aufspeicherung
der feuergefährlichen Flüssigkeit, die im Grundriß der Fig. i dargestellt sind,
aus einem oder mehreren zur Aufnahme des verdichteten Gases bestimmten Gasbehältern
2, in der Fig. ? im Aufriß dargestellt, 3. ans einem Verdichter 3, der von einem
Elektromotor angetrieben wird, und aus Rohrleitungen und -.%Teßvorrichtungen, .die
in folgender Weise betrieben werden: a) Leitungsnetz für die feuergefährliche Flüssigkeit:
Eine gemeinschaftliche Fülleitung 5 führt die feuergefährliche Flüssigkeit aus Zisternenwagen
in die Lagerbehälter i durch Vermittlung von Abzweigrohren 6, in denen sich Absperrmittel
7 befinden.
-
Andere Abzweigungen 8 mit Absperrhähnen g führen die Flüssigkeit in
eine gemeinschaftliche Zapfleitung i o, die in ein mit einem Absperrventil i i ausgerüstetes
Rohr mündet, das nach den Verbrauchsstellen o. dgl. führt. Auf jedem Lagerbehälter
i befindet sich: ein Standglas 1z, das die Spiegelhöhe der Flüssigkeit
im
Lagerbehälter angibt, und ein den Druck anzeigendes Manometer 13.
-
b) Leitungsnetz für das Gas: Von jedem Lagerbehälter i geht ein Gasrohr
14 ab, das sich in drei Leitungen 15, 16 und 17 verzweigt, die mit den Absperrmitteln
18, i9 und 2o versehen sind. Diese Leitungen führen nach drei Rohren, nämlich einer
Saugleitung 21, die dazu bestimmt ist, das Gas der Lagerbehälter i nach der Verdichtungspumpe
3 zu führen, die es nach den Gasbehältern 2 weiterbefördert. Die Zweigleitung i6
führt nach einer Druckleitung 22, die dazu bestimmt ist, das in den Gasbehältern
2 verdichtete Gas nach seiner Entspannung in einem Druckminderventil in den Lagerbehälter
i zu schaffen. Die Zweigleitung 17 führt zu einer Ausgleichleitung 23, welche .die
Aufgabe hat, in denjenigen Lagerbehältern, die augenblicklich nicht zum Entleeren
oder Füllen verwendet werden, atmosphärischen Druck aufrechtzuerhalten. j Die Bedien-
und Sicherheitsvorrichtungen werden auf folgende Weise betrieben: In einer mit .der
Saugleitung 2 i in Verbindung stehenden Zweigleitung c ist ein Schalter 24 angeordnet,
der den Stromkreis zu dein die Pumpe 3 antreibenden Motor 4 schließen und unterbrechen
kann. Der Schalter 24 ist nämlich mit einem Kolben 25 verbunden, der durch eine
Feder 26 von regelbarer Spannung in der Gleichgewichtslage erhalten und in solcher
Weise eingestellt wird, daß der Strom zu dem Motor 4 geschlossen wird, sooft der
Druck der Saugleitung 21 beispielsweise über o,8 Atmosphäre steigt; dagegen wird
der Strom zum Motor 4 abgestellt, sobald der Druck wieder auf diese Spannung heruntergebracht
ist.
-
Ein mit der Ausgleichleitung 23 in Verbindung stehender Schalter 27
schließt den Stromkreis Zum Motor :4, sooft der Druck in der Ausgleichleitung über
den atmosphärischen steigt, und unterbricht ihn, sobald dieser Druckwiederhergestellt-ist.
Dieser Schalter 27 besitzt die gleiche Einrichtung wie der Schalter 24.
-
Ein ausbalanciertes Sicherheitsventil 28 (Fig. 2 und 4), das in die
nach dem Schal-, G ter 27 führende Abzweigleitung a eingeschaltet ist, ist dazu
bestimmt, die Abzweigleitung a abzusperren, sooft im Lagerbehälter i i atmosphärischer
Druck herrscht, und sie zu öffnen, sooft dieser Druck überschritten wird. Die Stange
des Ventils 28 trägt einen in einem Zylinder 3o beweglichen Kolben 29, dem eine
a einstellbare Feder 3 i das Gleichgewicht hält. Die Feder 3 1 wird in der
Weise eingestellt, daß das weiter unten angegebene Ergebnis erzielt wird. Die Kammer
des Zylinders 30, t in dem sich .der Kolben 29 bewegt, steht dauernd durch Oas Zweigrohr
33 mit der Ausgleichleitung 23 in Verbindung.
-
Die Wirkungsweise der Anlage ist folgende: Zuerst werde angenommen,
alle Lagerbehälter i seien mehr oder weniger mit feuergefährlicher Flüssigkeit gefüllt,
und man habe die Absicht, die Anlage in Ruhe zu belassen. Sämtliche Absperrmittel,
mit Ausnahme der Absperrmittel 20, sind dann geschlossen. Folglich steht der Gasraum
sämtlicher Lagerbehälter i durch die Ausgleichleitung 23 hindurch mit dem Zylinder
30 in Verbindung.
-
Nimmt man nun an, aus irgendeiner Ursache beginne der Drück in den
Lagerbehältern i über den atmosphärischen zu steigen, so wird sogleich -das in die
Zweigleitung a der Ausgleichleitung 23 eingeschaltete Sicherheitsventil 28 abwärts
gedrückt. Infolgedessen überträgt sich der Druck auf das in der Zweigleitung a (Fig..
2) befindliche Gas, der Schalter 27 wird niedergedrückt und schließt den Stromkreis
zum Motor 4. Die Pumpe 3 setzt sich in Bewegung und saugt das Gas aus der Leitung
23 an, um es nach den Gasbehältern 2 zu fördern.
-
Sobald der Atmosphärendruck in den Lagerbehältern i wiederhergestellt
ist, schließt sich unter der Einwirkung der Feder 3 1 das Ventil 28 und der
Schalter 27 unterbricht den zum Motor 4 fließenden Strom; der Druck des die feuergefährliche
Flüssigkeit in den Lagerbehältern schützenden Gases wird also stets der Atmosphärenspannung
gleich erhalten.
-
Um aus einem der Lagerbehälter i feuergefährliche Flüssigkeit abzulassen.,
schließt man den Ausgleichhahn 2o dieses Lagerbehälters; man öffnet dann den zugehörigen
Hahn 19, der aus der Druckleitung 22 das Preßgas eintreten läßt, und öffnet,den
in der zugehörigen Leitung 8 befindlichenAbsperrhahn9. Schließlich erhält man, indem
man auf den unter Federwirkung stehenden Hebel des Absperrmittels i i drückt, den
Ablauf -.der feuergefährlichen Flüssigkeit aus dem Lagerbehälter nach der Verbrauchsstelle
infolge des Druckes, den das Druckgas aus der Leitung 22 auf die Oberfläche der
feuergefährlichen Flüssigkeit im Lagerbehälter ausübt.
-
Was die übrigen Lagerbehälter i anbelangt, so «-erden sie in der nämlichen
Lage erhalten wie während der Ruhezeit der Anlage. Wenn in der Schutzgasatmosphäre
eine Druckerhöhung entstehen sollte, so verschwindet diese sogleich infolge !der
bereits erläuterten Einrichtung.
-
Sobald die Entleerung beendet ist, schließt man die Hähne 9 und i9
des betreffenden Lagerbehälters und öffnet dann wieder den Ausgleichhahn 2o. In
diesem Augenblick verteilt sich der in dem ganz oder teilweise entleerten
Lagerbehälter
herrschende Überdruck in die Ausgleichleitung 23 und in den Gasraum der anderen
Lagerbehälter; zugleich aber setzt sich der Motor 4 nebst der Pumpe 3 in Bewegung
und stellt selbsttätig in ..der Ausgleichleitung 23 und allen Lagerbehältern den
atmosphärischen Druck wieder her.
-
Will man in einem der Lagerbehälter Flüssigkeit aufspeichern, so schließt
man den Ausgleichhahn 2o des betreffenden Lagerbehälters, öffnet den zur Saugleitung
21 führenden Hahn 18 und das Absperrmittel 7. In diesem Augenblick schließt der
in die Zweigleitung c der Saugleitung 21 eingeschaltete Schalter 24 den Stromkreis
zum Motor 4, da ja im Lagerbehälter atmosphärischer Druck vorhanden ist, also ein
Druck, der mehr als o,8 Atmosphären beträgt. Der Motor 4, also auch die Pumpe 3,
setzen sich in Bewegung und erzeugen im Lagerbehälter einen Unterdruck. Drückt man
nun auf den Hebel des Hahnes 34., so wird ein Heber in Gang gesetzt, der in den
zu entleerenden Zisternenwagen eintaucht und dessen Inhalt in den betreffenden Lagerbehälter
1 überführt. Der Entleerungsvorgang setzt sich durch einfache Heberung fort, indem
die Pumpe 3 sich darauf beschränkt, eine Gasmenge aus dem Lagerbehälter wegzuschaffen,
die der Menge der einfließenden feuergefährlichen Flüssigkeit gleich ist. Nach Beendigung
dieses Vorganges schließt man die Hähne 7 und 18 und öffnet den Ausgleichhahn 2o.
-
Sollte während dieses Vorgangs in dem Gasraum "der übrigen Lagerbehälter,
deren Ausgleichhähne äo allein offen stehen, aus irgendwelchen Gründen ein Überdruck
zustande kommen, so öffnet sich das Sicherheitsventil 28; der Schalter 27 wird niedergedrückt
und schließt den zuvor schon durch den-Schalter 24 geschlossenen Stromkreis zum
Motor 4 nochmals. Die Druckpumpe saugt also, indem sie aus dem zu füllenden Lagerbehälter
das Gas absaugt, zugleich aus den übrigen Lagerbehältern der Anlage das überschüssige,
über Atmosphärendruck stehende Gas ab.
-
Sollte der zu füllende Lagerbehälter bereits gefüllt sein, bevor der
Atmosphärendruck in den übrigen Lagerbehältern wiederhergestellt ist, so bleibt
dennoch das Ventil 28 abgehoben. Der Schalter 27 hält also den Stromkreis zum Motor
4 noch geschlossen, auch nachdem der Schalter 24 ihn unterbrochen hat. Die Pumpe
3 dreht sich weiter, bis in den Lagerbehältern 1 der gesamten Anlage der Atmosphärendruck
wiederhergestellt ist.
-
Es kommt .darauf an, j eglichen Lufteintritt in die Lagerbehälter
1 der Anlage zu vermeiden, wenn ein Zisternenwagen entleert worden ist. Zur Erzielung
dieser Wirkung ist unmittelbar vor dem Hahn 34 der Heberleitung eine Sicherheitsvorrichtung
35 angeordnet, die in Fig. 3 in lotrechtem Schnitt dargestellt ist. Sie enthält
einen Schwimmer 36, der, falls er völlig in die einfließende feuergefährliche Flüssigkeit
untergetaucht ist, ein Ventil 37
von seinem Sitz abhebt, es aber sogleich
wieder schließt, wenn ein Teil des Schwimmers 36 nicht mehr mit feuergefährlicher
Flüssigkeit bedeckt ist.
-
Im Augenblick des Angehens des Hebers hebt der Arbeiter, der auf das
Ventil 34 drückt, mit Hilfe eines Hebels 38 den Schwimmer 36 und das Ventil 37.
Da der Heber augenblicklich angeht, ist der Schwimmer 36 sogleich vollständig von
der einfließenden feuergefährlichen Flüssigkeit umgeben, hält also das Ventil 37
offen. Der Arbeiter läßt dann den Hebel 38 los. Sobald der Zisternenwagen
leer ist, ist der Schwimmer 36 nicht mehr in feuergefährliche Flüssigkeit eingetaucht.
Das unter Federdruck stehende Ventil 37 schließt augenblicklich die Zuleitung und
verhindert so den Eintritt von Luft in die Fülleitung 5. Der durch die Stellung
des Zeigers 39 und durch den Ventilschlag benachrichtigte Arbeiter gibt sofort den
unter Federwirkung stehenden Hebel des Hahnes 34 frei; ein Glasfenster 40 gestattet
ihm auch, sich davon zu überzeugen, daß der Füllvorgang beendigt ist.
-
Es ist zu beachten"daß bei keinem Vorgang das Schutzgas nach außen
entleert wird; vielnrehrdurchläuft es einen geschlossenen Kreisprozeß und wird immer
wieder verwendet.
-
Außerdem wirkt der mechanische und selbsttätige Teil der Anlage allein
infolge Öffnensder an den Lagerbehältern angeordneten Hähne. Dieser Teil der Anlage
kann daher in beliebiger Entfernung von den Lagerbehältern selbst angebracht sein
und sogar jeglicher dauernden Überwachung entbehren, was sehr wichtig ist, wenn
die aufzuspeichernden und- zu handhabenden Flüssigkeiten Kohlenwasserstoffe sind.
-
Die beschriebene Anlage ermöglicht auch die Wiedergewinnung der Dämpfe,
die von der aufgespeicherten feuergefährlichen Flüssigkeit .an das Schutzgas abgegeben
worden sind; diese Dämpfe schlagen sich im Gasbehälter z nieder, und ein Rohr 41
von geringem Durchmesser vermag diese Flüssigkeit in einen der Lagerbehälter der
Anlage zurückzuführen.