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Saiteninstrument
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Die Erfindung betrifft ein Saiteninstrument, wie es im Oberbegriff
des Anspruchs 1 vorausgesetzt ist.
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Es ist bekannt z.B. Geigen aus Holzwerkstoffen herzustellen.
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Hierbei werden Geigenkasten, Hals und Griffbrett aus verschiedenen
Hölzern gefertigt. Die Holzqualitäten werden speziell zusammengestellt, um Festigkeit,
Klangqualität und optimale Verarbeitbarkeit zu gewährleisten. Vor allem muß der
Klangkörper extrem dünne Wandstärken haben, um beste Tonqualität zu gewährleisten,
diese Forderung stößt aber an Grenzen, die durch die Festigkeit der Holzwerkstoffe
gegeben sind. Ferner müssen die Stege wenigstens so stark sein, daß Boden und Oberteil
einwandfrei durch Kleben oder Fügen miteinander verbunden werden können.
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Die Herstellung bekannter Saiteninstrumente, etwa aus der Familie
der Geigeninstrumente oder Gitarren etc., ist wegen der komplizierten Herstellung
der Einzelteile recht aufwendig, da diese in mühevoller Kleinarbeit aus verschiedenen
Hölzern ausgesägt, gebogen, gegebenenfalls schichtweise verklebt, gefeilt, geschliffen,
geschnitzt, und anderweitig bearbeitet werden müssen, ehe sie ebenso mühevoll zu
einem Instrument zusammengesetzt und verleimt werden, das dann ebenfalls noch in
vielfältiger Weise verarbeitet werden muß (Glätten, Beizen, Lackieren etc.), ehe
das Instrument fertig ist. Wegen dieses Herstellungsaufwandes sind gute Geigen auch
entsprechend teuer. Die Schwierigkeiten, wirklich wohlklingende Geigen herzustellen,
sind
bekannt: Man denke nur an die zahlreichen Versuche, hinter die Geheimnisse früherer
Meistergeigenbauer zu kommen.
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Die Aufgabe der Erfindung besteht nun in der Schaffung von Saiteninstrumenten,
welche sich unter Anwendung moderner Technologien wesentlich einfacher als nach
den althergebrachten Verfahren und dennoch mit solchen Klangeigenschaften herstellen
lassen, wie sie sonst nur von sehr guten Instrumenten erreicht werden.
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Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs
1 gelöst.
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Durch die Erfindung wird es möglich, Geigen mit hervorragenden Klangeigenschaften
mit relativ niedrigen Kosten herzustellen und somit zu einem günstigen Preis anzubieten.
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Durch die Verwendung geeigneter Kunststoffmaterialien können bei ausreichender
Festigkeit ferner die Wandstärken der einzelnen Teile, und damit das Gewicht des
Instrumentes geringer als bisher gehalten werden.
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Es hat sich überraschenderweise herausgestellt, daß trotz des Vorurteils
gegen Kunststoffe als Klangkörper eines Musikinstrumentes eine erfindungsgemäß ausgebildete
Geige einen erstaunlich guten Klang aufwies, der selbst bekannte Virtuosen beeindruckte!
Bei den Klangeigenschaften, die man etwa von im Kunststoffgehäuse eingebauten Lautsprechern
kennt, war es keineswegs zu erwarten, bei einem so diffizilen Musikinstrument, wie
es eine Geige darstellt, Klangeigenschaften zu erzielen, die mit sehr guten herkömmlichen
konkurrieren können.
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Ein wesentlicher Vorteil des durchsichtigen Kunststoffmaterials besteht
auch in den Effektmöglichkeiten auf der
Bühne: Mit Hilfe einer kleinen
Glühbirne läßt sich das Instrument von Innen beleuchten, so daß bei Abdunklung der
Bühne das Solisteninstrument, etwa die Geige des Kapellmeisters oder die Gitarre
des Bandleaders leuchtend hervorgehoben wird, wobei durch einfach möglich Umschaltung
verschiedenfarbiger Glühbirnchen auch noch die Farbe gewechselt werden kann, in
der das Instrument erstrahlt. Dabei kann man auch mehrere Beleuchtungsbirnchen benutzen:
etwa eins im Hals und eins und ein zweites am entgegengesetzten Ende im Korpus.
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Ein bevorzugtes Herstellungsverfahren für die erfindungsgemäßen Saiteninstrumente
besteht darin, daß deren Einzelteile gleich in der jeweils gewünschten endgültigen
Gestalt in entsprechend ausgebildeten Formen durch Polymerisieren des Kunststoffmaterials
hergestellt werden, so daß anschließend keine weiteren Verformungen mehr notwendig
sind, wie es üblicherweise der Fall ist, wo gewünschte Formen aus handelsüblichem
Plattenmaterial unter Erwärmung gebogen werden.
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Durch die Polymerisation des Kunststoffmaterials bereits in der endgültigen
Form erhalten diese Teile überraschenderweise solche mechanischen Eigenschaften,
wie sie für den Instrumentenbau besonders günstig sind. Außerdem bietet dieses Herstellungsverfahren
die Möglichkeit, eine größere Anzahl bisher einzeln zu fertigender Bestandteile
eines Saiteninstrumentes als einstückige Baugruppe herzustellen, so daß beispielsweise
eine Geige gemäß der Erfindung aus nur drei einzelnen Teilen zusammengesetzt werden
kann, die etwa mit einem geeigneten Klebstoff miteinander verleimt werden oder unter
Anwendung eines Selbstpolymerisates zusammengefügt werden. Die Klangeigenschaften
eines gemäß der Erfindung hergestellten Saiteninstrumentes lassen sich durch Anbringen
einer Lackschicht, wie es bei in bisher üblicherweise hergestellten Geigen üblich
ist, beeinflussen, so daß gegebenenfalls zur weiteren Verbesserung des Klanges eine
solche Lackierung, insbesondere des Inneren des Korpus, vorgesehen werden kann.
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Die Erfindung bietet im Gegensatz zu herkömmlichen Instrumenten auch
die Möglichkeit, bei der Herstellung der Baugruppen Herkunftszeichen, wie Buchstaben
oder Symbole, oder den Namen des künftigen Besitzers, in das Material einzulassen,
etwa in Form von Vertiefungen oder auch in Form eingeformter, umgossener Plättchen,
welche das betreffende Zeichen tragen und eventuell auch aus einem Edelmetall bestehen
können. Derartige Kennzeichnungen sind unveränderbare Bestandteile des Instrumentes.
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Man kann zur Beeinflussung der Festigkeit der einzelnen Teile - und
damit auch des gesamten Instrumentes - Verstärkungseinlagen, etwa Glasfasern, Gewebeeinlagen
etc.
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vorsehen, wie es in der Kunststofftechnik üblich ist, die in der Form
mit der noch flüssigen Kunststoffmasse umgossen werden, ehe diese aushärtet. Auf
diese Weise lassen sich auch extrem dünne Wandstärken bei ausreichender Festigkeit
herstellen, und das Gewicht des Instrumentes kann noch weiter herabgesetzt werden,
so daß auch die statische Muskelbelastung des Musikers entsprechend vermindert werden
kann.
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Die Erfindung sei nun anhand eines in der beiliegenden Zeichnung erläuterten
Ausführungsbeispiels in Form einer Geige im einzelnen erläutert. Die beiliegende
Figur zeigt in auseinandergezogener Darstellung eine aus drei einstückigen Teilen
zusammengesetzte Geige nach der Erfindung.
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In der Figur sind als drei wesentliche Teile einer Geige die Griffbretteinheit
10, das Korpusoberteil 20 und der Korpusboden 30 dargestellt. Die Einheit 20 besteht
aus Hals 11, Wirbelkasten 12, Schnecke 13 und Griffbrett 14 und läßt sich einstückig
in einer Form herstellen. Das Korpusoberteil 20 aus Deckel21 mit den f-förmigen
Schalllöchern 22 und mit den Zargen 23 läßt sich ebenfalls einstückig herstellen.
Das gleiche gilt für den Korpusboden 30.
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Hierzu werden entsprechend ausgebildete Formen mit der noch flüssigen
Kunststoffmasse gefüllt, die dann in der Form polymerisiert und dabei aushärtet.
Der Form kann dann das fertige Teil entnommen werden, das keiner nennenswerten weiteren
Bearbeitung mehr bedarf. Insbesondere erübrigen sich nachträgliche Verformungen,
wie sie häufig bei der Herstellung von Kunststoffteilen aus Halbzeugen unter Erwärmung
vorgenommen werden. Aus diesem Grunde werden die Spannungsverhältnisse der in der
Form polymerisierten Teile
nicht nachträglich verändert, so daß
die Homogenität dieser Teile gewahrt bleibt und die Resonanzeigenschaften, die der
zusammengefügte Schallkörper später hat, nicht verschlechtert werden. Die für die
Klangeigenschaften erforderliche Homogenität und mechanische Festigkeit der Bestandteile
des Schallkörpers oder Korpus ergibt sich bei der beschriebenen Herstellung seiner
Teile von selbst mit gleichbleibend hoher Qualität, so daß die einzelnen Exemplare
von serienmäßig hergestellten Instrumenten sich durch gleichmäßig gute Klangeigenschaften
auszeichnen. Eine solche Homogenität läßt sich bei herkömmlicher Bauweise praktisch
nicht erreichen, sondern man erhält erheblich größere Exemplarstreuungen in der
Qualität der einzelnen Instrumente.
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Nicht nur die Herstellung der einzelnen Teile der hier beschriebenen
Geige - und dies gilt natürlich auch für andere Saiteninstrumente, etwa Celli, Kontrabässe,
Gitarren, Mandolinen etc. - vereinfacht sich durch die Erfindung erheblich, sondern
auch der Zusammenbau zum fertigen Instrument gestaltet sich wegen der geringeren
Anzahl zusammenzufügender Einzelteile und wegen deren besserer Maßhaltigkeit durch
das Formgießen erheblich einfacher. Mit Hilfe eines für das betreffende Material
geeigneten Klebers lassen sich die drei dargestellten Teile relativ leicht miteinander
verbinden, worauf das Instrument dann komplettiert werden kann, indem die hier nicht
im einzelnen angeführten Zusatzteile wie Steg, Saitenhalter, Wirbel etc. hinzugefügt
werden.
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Zur Erzielung besonderer Effekte kann das Instrument auch farbig ausgebildet
werden, indem das Kunstharzmaterial vor der Verarbeitung zu den Einzelteilen des
Instruments entsprechend eingefärbt wird. Man kann dann durchsichtige Instrumente
in praktisch beliebiger Farbgebung herstellen.
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Diese Effekte lassen sich weiter steigern, wenn man im Inneren des
Schallkörpers ein Glühbirnchen anordnet, mit
Hilfe dessen das Instrument
von Innen heraus erleuchtet werden kann. Hierzu läßt sich relativ einfach ein geeigneter
Halter ausbilden, der durch eine an geeigneter Stelle des Schallkörpers angebrachte
Öffnung in diesen eingesetzt wird. Über einen kleinen Schalter läßt sich das aus
einer Batterie gespeiste Birnchen dann beliebig ein- und ausschalten. Statt eines
Birnchens in einem farbigen Schallkörper kann man auch mehrere farbige Birnchen
in einem glasklaren Schallkörper verwenden und mittels eines kleinen Umschalters
die verschiedenfarbigen Birnchen einschalten, so das man das Instrument nach Wunsch
in unterschiedlichen Farben leuchten lassen kann.
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