DE313271C - - Google Patents

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DE313271C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01CAMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
    • C01C1/00Ammonia; Compounds thereof
    • C01C1/02Preparation, purification or separation of ammonia
    • C01C1/08Preparation of ammonia from nitrogenous organic substances

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Analytical Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Fertilizers (AREA)

Description

AUSGEGEBEN AM 7. JUL11919
in BERLIN.
Bekanntlich machen die hauptsächlich Chlormagnesium enthaltenden Endlaugen der Kaliindustrie insofern viel Schwierigkeit, als weder volle Verwendung dafür vorhanden, noch Ableitung ohne weiteres zulässig ist. Ebenso gehen große Mengen menschlichen und tierischen Harns verloren, indem sie Belästigung hervorrufen. Es wurde nun gefunden, daß man beide Übelstände in einfacher Weise beseitigen kann, ίο wenn man harnhaltige Flüssigkeiten mit Kaliendlaugen' in passender Weise vermengt und erhitzt; es wird dann infolge der Einwirkung von Harnstoff auf das Chlormagnesium der Endlaugen Salmiak gebildet nach der Gleichung:
CON2H4+MgCl2+2H2O
= C O2+ 2 NH4 Cl + Mg O.
Man hat zwar bereits vorgeschlagen, Kalisalze, insbesondere kieseritartige, zum Haltbarmachen dem Dünger oder der Jauche beizumischen; hierbei wurde jedoch die Umsetzung des Chlormagnesiums mit dem Harnstoff zu Salmiak weder erkannt noch benutzt. Die altbekannte Bildung von Salmiak beim Erhitzen von Harn u. dgl. mit Kochsalz beruht auf einer trockenen Destillation, welche für das vorliegende Verfahren nicht ■ in Frage kommt. Wenn man den Harn mit Endlauge ih unbestimmtem Verhältnis kalt versetzt, bleibt das Gemisch wochen- und monatelang unverändert, das Chlormagnesium verhindert die Fäulnis.
Erst wenn man die Umsetzung durch Kochen herbeiführen will, ist nach Festsetzung des Harnstoff- und des Chlormagnesiumgehalts das Verhältnis beider gemäß obiger Gleichung herzustellen. Die beim Erhitzen entwickelte Kohlensäure reißt etwas Ammoniak bzw. Ammoniumcarbonat mit; es ist zwar nicht viel, aber man kann es in Schwefelsäure auffangen, wenn nachher diese Säure benutzt wird. Man erkennt dann den Abschluß des" Prozesses an dem Aufhören der Gasblasen.
Die Hauptmenge des Stickstoffs aus dem Harn geht beim Erhitzen in die Form des Salmiaks über. Dieser kann das Abdampfen der Lösung bezahlt machen, er ist aber nicht sofort rein zu erhalten. Man dampft daher im luftverdünnten Räume oder mit sonst verfügbaren Mitteln bis auf etwa ein Drittel des Gesamtvolumens ab und setzt Kalk zu, um den Salmiak zu zersetzen und Ammoniak zu entwickeln, welches in an sich bekannter Weise, in Schwefelsäure eingeleitet wird. Der Kalk kann auch sofort zugesetzt werden.
So erhält man ein als Düngemittel zu benutzendes Ammoniumsulfat.
Der nach beendeter Ammoniakentwicklung bleibende Rückstand kann als Kalkdünger dienen oder, nachdem er trocken gemacht ist, 60,
als Bergw^rkVetsat^^lg;u|zt werden; er enthält noch Phos j>hatef und geringe Mengen Stickstoff. BeispMlY iöo% Erifflauge von 30 Prozent Chlormagnesium und 950 g Harn von 2 Prozent Harnstoff geben 33,7 g Salmiak oder nach dem Destillieren mit Kalk 41,5 g Ammoniumsulfat. Die Reaktion verläuft somit quantitativ: Ausbeute = 100 Prozent.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung von Ammoniak oder Ammoniumverbindungen aus Harn, dadurch gekennzeichnet, daß man den Harn oder harnstoffhaltige Flüssigkeiten mitchlor^ magnesiumhaltigen Endlaugen der Kalifabriken mit oder ohne Kalkzusatz erhitzt.
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