KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 69: Schneidwerkzeuge.
ROBERT PAFFRATH ΨΈΜ in SOLINGEN.
Neuerung an Taschenmessern.
Zusatz zum Patent No. 2630g vom 12. Juli ii
Patentirt im Deutschen Reiche vom 15. October 1884 ab. Längste Dauer: 11. Juli 1898.
Die vorliegende Neuerung bezweckt, die unter P. R. No. 26309 geschützte Construction für
die Fabrikation zu vereinfachen.
Es ist nämlich die Wirkung der Construction im wesentlichen dieselbe, wenn an Stelle
der Führungsstifte c und des Schlitzes in der Seitenwand des Messerkastens, durch welche
Theile die Bewegungsbegrenzung für die beiden Endstellungen der Klinge bewirkt wurde, eine
an letztere angebrachte Nase i, ein Stift oder Einschnitt verwendet wird. Diese Nase i,
welche ohne wesentliche Aenderung durch einen Stift oder Einschnitt ersetzt werden kann,
verhindert in der herausgeschobenen Stellung, Fig. ι, in ähnlicher Weise wie bei der früheren
Construction, das vollständige Heraustreten der Klinge α aus dem Messerkasten, indem Nase i
einen Anschlag in demselben findet. Auf diese Weise sind die immerhin umständlich
anzubringenden Führungsstifte und der Schlitz im Messerkasten vollständig vermieden.
Die zweite Bewegungsbegrenzung bei eingeschobener Messerklinge a, Fig. 2, bildet der
Boden des Messerkastens bezw. die Stifte s s1, welche die darunter liegende Feder h schützen
sollen.
In beiliegender Zeichnung ist in Fig. 1 das Messer mit herausgeschobener, in Fig. 2 mit
hineingeschobener Klinge a, in Fig. 3 mit angehobener Feder /. dargestellt. Fig. 4 und 5
zeigen diesbezügliche Horizontalschnitte.
Die Wirkungsweise bei vorliegender Construction ist im wesentlichen genau dieselbe
wie im Haupt-Patent. Drückt man mit dem Daumen in der Pfeilrichtung, Fig. 2, auf den
drehbaren Hebel f, so giebt derselbe die im Messerkasten lose liegende Klinge α frei, und
durch eine Rückbewegung mit der Hand tritt dieselbe aus dem Messerkasten in die in Fig. 3
dargestellte Stellung. Läfst der Druck auf Hebel f nach, so tritt derselbe unter oder in die
herausgeschobene Messerklinge α und hält dieselbe in dieser Lage fest.
Um die Klinge wieder einzuschieben, drückt man wie vorhin mit dem Daumen auf Hebel
f, Fig. 3, worauf die Messerklinge α niederfällt
und auf den Stiften ss1 Begrenzung
findet.
An Stelle der besonderen im Messerkasten liegenden Spiralfeder h kann auch eine am
Hebel/ sitzende Blattfeder verwendet werden, welche dem Hebel / Federung ertheilt.
Patenτ-Ansρrüch:
An dem unter P. R. No. 26309 geschützten Taschenmesser die Ersetzung der Führungsstifte c an der Messerklinge α und des Schlitzes
in der Seitenwand des Messerkastens durch eine an der Klinge α angebrachte Nase i (Stift
oder Einschnitt) zum Zwecke, der Klinge in der herausgeschobenen Stellung, Fig. 1, einen
Anschlag zu geben.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
BERLIN. GEDRÜCKT IN DER REICHSDRUCKEREI.