DE308971C - - Google Patents
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Classifications
-
- H—ELECTRICITY
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- H05B—ELECTRIC HEATING; ELECTRIC LIGHT SOURCES NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; CIRCUIT ARRANGEMENTS FOR ELECTRIC LIGHT SOURCES, IN GENERAL
- H05B31/00—Electric arc lamps
- H05B31/02—Details
- H05B31/06—Electrodes
- H05B31/065—Electrodes for flame arc lamps
Landscapes
- Inorganic Compounds Of Heavy Metals (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT;
PATENTSCHRIFT
Vr 308971 KLASSE 21/. GRUPPE
Bogenlampenelektrode. Patentiert im Deutschen Reiche vom 14. März 1917 ab.
Die Erfindung betrifft eine Bogenlampenelektrode, die beispielsweise für Gleichstrom
als untere Kathode mit einer nicht verbrennbaren oberen Kathode verwendet werden
kann; die aber auch in umgekehrter Anordnung oder für beide Elektroden verwendet
werden kann. Auch kann die andere Elektrode eine gewöhnliche Kohlenelektrode, sein. Die
neue Elektrode besteht im wesentlichen aus einem Reaktionsprodukt einer chemischen
Verbindung, welche beim Erhitzen Sauerstoff abgibt und der solche Leuchtzusätze .beigemengt
sind, welche mit dem frei gewordenen Sauerstoff eine Verbindung eingehen. Die Reaktion findet selbsttätig statt, wenn sie an
irgendeinem Punkt der Masse eingeleitet wird, und ergibt eine feste, zusammenhängende
Elektrode. Als geeignete Beimengung kommt beispielsweise Bariumsuperoxyd, Chromtrioxyd
und Bariumnitrat in Betracht. Es können aber auch andere Materialien verwendet werden, welche einen entsprechend großen
Teil Sauerstoff in gebundener Form aufweisen, welcher bei der Erhitzung frei wird,
und die man als im Feuer Sauerstoff erzeugende Materialien bezeichnen könnte. Hier
kommen in Betracht beispielsweise die Karbide von Titan, Magnesium, Chrom, Cer, Barium, ferner Titannitride, Kohlenstoffnitride
und gewisse Sulfide.
Nach der Erfindung hergestellte Elektroden ergeben ein sehr kräftiges Licht von goldgelber
Farbe. Bei 4 Ampere und ungefähr 75 Volt ergab sich eine sphärische Lichtstärke
von 737 Kerzen, wobei die neue Elektrode 3S
als untere Kathode und als Anode eine Kupferelektrode verwendet wurde. Hierbei war als
Ausgangsprodukt eine Mischung von 34 Prozent Bariumsuperoxyd und 66 Prozent im Widerstandsofen gewonnenes Titankarbid verwendet
'worden.
Tn der Zeichnung ist die neue Elektrode selbst und Apparate dargestellt, mit denen die
Elektrode gewonnen werden kann. Fig. 1 ist ein Längsschnitt durch die Elektrode,
Fig. 2 ein Längsschnitt durch den Kern derselben; Fig. 3 zeigt teils im Schnitt, teils in
Ansicht ein Model zur ' Herstellung der Elektrode, Fig. 4. einen Horizontalschnitt
durch das letztere, Fig. 5 eine Mehrzahl von Modeln in einer zur Durchführung der Reaktion
geeigneten Zusammenfassung; Fig. 6 zeigt die Form einer Schelle, die zur Herstellung der Elektrode verwendet werden
kann. ■ '
Eine Mischung von beispielsweise 34 Teilen Bariumsuperoxyd und 66 Teilen Titankarbid
ist in eine eiserne Schelle 1 (Fig. 6) gefüllt, wie dies beispielsweise bei den bekannten
Magnetitelektroden ebenfalls geschieht. Die Schelle 1 wird unten durch einen Ring 2 und
oben durch eine Scheibe 3 geschlossen. Der Querschnitt der Schelle kann sehr gering sein.
Am oberen Ende wird nun die Schelle bei-
spielsweise durch eine Bunsenflamme erhitzt,
worauf die Reaktion allmählich über die ganze Länge der Schelle fortschreitet. Sie ist in
wenigen" Minuten vollendet; die erkaltete Masse ergibt dann eine harte, feste Elektrode 4,
welche so festen Zusammenhang hat, daß von ihr gegebenenfalls die Eisenschelle abgenommen
werden kann. Wird jedoch vorteilhaft die eiserne Schelle beibehalten oder ein
Äquivalent dafür vorgesehen, so wird die mechanische Beanspruchung der Elektrode
verbessert. Denn diese stellt ein sprödes Produkt dar. An Stelle der Eisenschelle kann
auch eine solche aus Kohle o. dgl. verwendet werden.
In Fig. ι ist eine 'Elektrode ohne Schelle dargestellt. 2 ist ein kurzer Eisenzylinder,
in dem ein Kern 5 aus einem dünnen Eisenrohr oder ein Eisenstab befestigt ist. 4 ist
das Reaktionsprodukt, welches den Kern umgibt.
In Fig. 3 bis S sind Ausführungsformen eines Models dargestellt, das zur Herstellung
der neuen Elekrode verwendet werden kann.
Das Model 6 besteht aus zwei Teilen 7, 8, deren jeder eine Reihe von halbkreisförmigen
Gruben 9 besitzt und die durch Schrauben 10 zusammengehalten werden. Hierdurch ergeben
sich zylinderförmige Kanäle 11, welche
sich von einem Ende des Models zum anderen erstrecken. Jeder der Kanäle wird an
einem Ende mit einem zylinderfÖrmigen Teil 2' versehen, in welchen ein Kern 5 gesteckt
wird, wie es besonders in Fig. 2 und 3 dargestellt ist. Hierauf kann das pulveriörmige
Reaktionsmaterial in die Räume zwischen Kern 5 und der Wand des Kanals 11
gefüllt werden und festgestampft werden. Hierauf wird das obere Ende des Kanals durch eine Scheibe 3 (Fig. 6) geschlossen und
an dieser Scheibe erhitzt. Nach vollzogener Reaktion und Erkalten der Füllung wird das
Model auseinandergenommen und die Elektrode herausgenommen.
An Stelle einzelne Models zu verwenden, können auch mehrere derselben in einem gut
ausgefütterten Kasten 12 (Fig. 5) vereinigt werden. Es wird dann am oberen Ende der
Models ein kleiner Raum 13 frei gelassen und mit Reaktionsmaterial gefüllt. Eine
Öffnung 15 im Deckel 14 wird ebenfalls mit dem Material gefüllt und stellt die Verbindung
mit der Schicht 13 her. Das Material in der öffnung 15 wird dann erhitzt und die Reaktion
eingeleitet.
Der chemische Vorgang bei der Reaktion ist. sehr kompliziert und das erzeugte Produkt
sehr verschieden nach den angewandten Materialien. Bei Anwendung von 34 Teilen
technisch reinen Bariümsuperoxyds und Teilen im Schmelztiegel gewonnenen Titankarbids
ergab die Analyse folgendes Ergebnis: 59,67 Prozent Titankarbid, 11 Prozent
Bariumkarbonat und 27,30 Prozent Bariumtitanat.
Das Ausgangsprodukt kann außer solchen ■ Stoffen, welche Sauerstoff bei der Erhitzung
abgeben, und solchen, die eine Verbindung mit dem frei gewordenen Sauerstoff eingehen,
auch noch solche Stoffe beigemengt erhalten, welche keine dieser beiden Eigenschaften
haben, jedoch zur Lichtfärbung und Stabilisierung des Lichtbogens geeignet sind.
Zweckmäßig wird das Ausgangsprodukt so gewählt, daß 'beim Reaktionsprozeß keine
Gase erzeugt werden.
Der Reaktionprozeß kann auch in einem Schmelztiegel vorgenommen werden.
Claims (4)
1. Bogenlampenelektrode, zu deren Herstellung ein Gemisch von Stoffen gewählt
ist, von dem ein Teil bei Erhitzung-Sauerstoff abgeben kann und das im übrigen
zur Lichterzeugung geeignet ist, da-. durch gekennzeichnet, daß aus diesem Gemisch
die fertige Elektrode durch Sinterung gewonnen wird, wobei der nicht Sauerstoff abgebende Teil des Ausgangs-Produktes,
eine Verbindung mit dem frei werdenden Sauerstoff des anderen Teiles eingeht.
2. Bogenlampenelektrode nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das
Ausgangsprodukt Bariumsuperoxyd und Titankarbid enthält.
3. Bogenlampenelektrode nach Anspruch ι' oder 2, gekennzeichnet durch
einen leitenden Kern oder eine leitende Umhüllung.
4. A^erfahren zur Herstellung von Bogenlampenelektroden nach Anspruch 1
oder folgende, dadurch gekennzeichnet, daß ein Gemenge von Sauerstoff erzeugendem
und Licht erzeugendem Material von einer Stelle aus erhitzt wird, derart, daß die hierdurch erzeugte Reaktion allmählich
die ganze Masse erfaßt, worauf das gesinterte Produkt abgekühlt wird. no
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
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