DE308364C - - Google Patents

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DE308364C
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B22CASTING; POWDER METALLURGY
    • B22CFOUNDRY MOULDING
    • B22C11/00Moulding machines characterised by the relative arrangement of the parts of same

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Casting Devices For Molds (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVl 308364 -KLASSE 31 e. GRUPPE
RUDOLF GEIGER in RAVENSBURG, Württbg.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 23. Juni 1914 ab.
Bei den bislang bekanntgewordenen Formkastenabhebe- und -Zusammensetzvorrichtungen geschah das Abheben bzw. Zusammensetzen der Formkasten von großen Abmessungen unter Zuhilfenahme der in den größeren Gießereien meist vorhandenen Hebezeuge, wie Laufkranen. Zu diesem Zweck wurde an der Kette des Kranes ein Querbalken befestigt, an dessen beiden Enden je eine Kette oder Seil zum Einhängen
ίο in die beiden seitlich vorstehenden Ansätze des Formkastens vorgesehen waren. Je nachdem, ob der Kran gehoben oder gesenkt wurde, wurde das Abheben bzw. Zusammensetzen der Form bewirkt. Das Verfahren hat jedoch den großen Nachteil, daß außer der größeren Anzahl von Arbeitern, die zur Aufrechterhaltung der wagerechten Balance des abzuhebenden Formkastens erforderlich sind, stets eine mehr oder weniger große Zerstörung der Form beim Abheben bzw. Zusammensetzen eintritt.
Gegenstand der Erfindung ist eine insbesondere für Gußformen größerer Abmessungen bestimmte Formkastenabhebe- und -Zusammensetzvorrichtung, bei der die genannten Ubelstände dadurch beseitigt werden, daß zum Abheben oder Zusammensetzen der Formkasten eine über dem Formherd angeordnete Vorrichtung benutzt wird, deren hängend angeordnete Hubstücke zwangläufig geführt werden. Dabei kann die Führung der Hubstücke mit einstellbaren Stiften und mit Wendelager Versehen sein. Durch diese Anordnung, die ein genaues senkrechtes Abheben bzw. Zusammensetzen der Formkasten gewährleistet, ist ein Abbröckeln bzw. Zerstören der Form, was bei dem oben geschilderten älteren Verfahren stets zu beobachten war, vollständig ausgeschlossen. Es ist hierbei auch ganz gleichgültig, ob Unter und Oberkasten nach dem Stifteabhebe-, Abstreif-, Durchzug- oder Wendeverfahren abgehoben werden und ob die Form durch Hand-, pneumatische Stampfung oder durch die Rüttelformmaschine verdichtet wird.
Die Hubbewegung kann entweder durch elektrische Kraft, Druckluft oder Wasserdruck hervorgerufen werden. Am besten eignet sich die elektrische Antriebskraft, wobei sich als sehr, vorteilhaft herausgestellt hat, wenn der Elektromotor eine mit Links- und Rechtsgewinde versehene, horizontal gelagerte Schraubenspindel antreibt, welche die Hubbewegungen durch Zwischenschaltung von' zwei Wandermuttern hervorruft.
Auf der beiliegenden Zeichnung ist die Erfindung in einer bespielsweisen Ausführungsform veranschaulicht, wobei die Hubbewegung durch einen Elektromotor bewirkt wird.
Fig. ι stellt eine Seitenansicht der Vorrichtung im Augenblick des Abhebens dar.
Fig. 2 ist dieselbe Ansicht beim Zusammensetzen von Ober- und Unterkasten.
Fig. 3 ist eine Seitenansicht der Führung der Hubstücke."
Fig. 4 ist eine Seitenansicht eines Formkastenteils, -
Fig. 5 eine obere Ansicht der Hubwinde.
α ist die Gießereisohle, auf der z. B. eine Rüttelformmaschine 5 Aufstellung gefunden hat. Auf letzterer liegt die Modellplatte c, an der das Modell d befestigt ist. Über dem Modell befindet sich auf der Modellplatte a.ufruhend ein verdichteter Kasten e. Das Abheben des
Kastens wird durch eine über dem Formherd angebrachte, in der Hauptsache aus zwei zwangläufig geführten, hängend angeordneten Ketten bestehende Vorrichtung bewirkt. Die beiden Führungen f, die in dem Ausführungsheispiel als Kolben ausgebildet sind, gleiten in den entsprechend ausgebildeten Zylindern g, wodurch die als Hubstücke dienenden Ketten eine zwangläufige Führung erhalten. Natürlich können
ίο die Zylinder g auch nachstellbar eingerichtet werden, um die Genauigkeit der zwangläufigen Führung auf die Dauer aufrechtzuerhalten. Die Verbindung der Kolben f mit dem abzuhebenden Kasten wird entweder durch die als Schrauben ausgebildeten und verstellbaren Stifte h oder durch den als Wendelager ausgestalteten hakenförmigen Ansatz i hergestellt. Das Heben bzw. Senken der Kasten geschieht durch Verschieben von zwei Muttern k und I auf einer mit Rechts- und Linksgewinde versehenen, durch einen Elektromotor m angetriebenen und horizontal gelagerten Schraubenspindel η, wobei die beiden Muttern durch Ketten o. dgl. mit den unteren, mit Ansätzen 0 Versehenen Teilen der beiden Hubelemente f verbunden sind. Damit das Anheben bzw. Senken auf beiden Seiten des Kastens gleichmäßig geschieht, sind die Ganghöhen der beiden mit Rechts- und Linksgewinde versehenen Schraubenspindelteile genau gleich.
Die ganze Vorrichtung selbst ist auf einem wagenartigen Gestell untergebracht, das mittels Rollen ft auf den Laufschienen q von einer Stelle der Gießerei nach der anderen gebracht werden kann. Eine andere Ausführungsart bestände darin, daß man die . Laufschienen q nicht fliegend über der Gießereisohle, sondern auf letzterer selbst anordnen würde. Es würde dann ein mit Rollen versehenes Gestell notwendig sein, in dem die mit Rechts- und Linksgewinde versehene Schraubenspindel über der Gießereisohle gelagert ist, so daß also auch in diesem Falle die zwangläufig geführten Hebelelemente hängend angeordnet sind.
Im folgenden sei nun die Wirkungsweise der neuen Vorrichtung bei den einzelnen Abhebebzw. Zusammensetzverfahren beschrieben.
Wird nach dem Stiftenabhebeverfahren gearbeitet, so ist der Arbeitsgang folgender:
Nachdem der Formkasten bzw. die Form verdichtet ist, werden die beiderseitigen Stifte A so eingestellt, daß diese genau an den seitlichen Lappen r des Formkastens angreifen. Sodann wird der Formkasten e entklammert, d. h. von der Modellplatte freigemacht. Hierauf wird das Hubwerk in Tätigkeit gesetzt, d. h. in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel der Elektromotor angelassen. Die beiderseitigen Justierschrauben h. greifen nun an dem Formkasten an und heben denselben genau senkrecht nach oben. Durch das zwangläufige, vollkommen parallele Anheben wird die Form einwandfrei vom Modell abgehoben, d. h. Beschädigungen sind vollständig ausgeschlossen. Die ganze Vorrichtung samt abgehobenem Kasten wird sodann nach der Gießstelle ausgefahren. Bei kleineren Betrieben geschieht dies durch Handbetrieb, bei größeren dagegen'kann diese Bewegung auch durch einen besonderen Elektromotor ausgeführt werden. Befindet sich der schwebende Kasten genau oberhalb des auf der Gießereisohle ruhenden Unterteils, so wird, das Hubwerk umgekehrt eingeschaltet, d. h. der schwebende Kasten setzt sich auf das zugehörige andere Kastenteil. Durch die zwangläufigen, parallelen Bewegungen der Hubelemente geschieht auch das Zusammensetzen peinlichst genau, ohne daß hierbei Beschädigungen der Formen auftreten. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Vorteil der neuen Vorrichtung besteht darin, daß die gesamten Operationen, also das Kastenabheben, Ausfahren des Kastens und das Zusammensetzen der beiden Form- bzw. Kastenteile durch einen einzigen Arbeiter ausgeführt werden können, während bei den bisher bekannten Verfahren zunächst zum Ausfahren des abgehobenen Kastens ein Laufkran usw. benötigt wurde und zum Zusammensetzen der Form noch mehrere Arbeiter erforderlich sind, die an dem schwebenden Kasten zur Aufrechterhaltung der wagerechten Balance angreifen.
Soll nach dem Abstreifverfahren gearbeitet werden, so greifen die Abhebestifte h beiderseitig nicht an den Kastenlappen r an, sondern unter dem Abstreifkamm bzw. der Durchzugsplatte. . ■■,
• Bei dem Wendeverfahren wird auf folgende Weise verfahren:
Der verdichtete Kasten bleibt zunächst mit der Modellplatte Verbunden. Letztere wird da- lbo gegen von dem Rütteltisch entklammert, d.h. freigemacht. Die Anhubelemente werden nun so eingestellt, daß die Wendelager i beiderseitig unter die Zapfen s des Kastens greifen, worauf die Hubwinde in Bewegung gesetzt und der Kasten samt unten hängender Modellplatte hochgehoben wird. In dieser Lage wird dann der Kasten gewendet, d. h. um 180 ° gedreht, so daß die Modellplatte sich nun oben befindet. Alsdann wird der Kasten wieder abgelassen, bis er auf dem Rütteltisch, Absetzwagen o. dgl. aufsitzt. Hierauf werden die Abhebestifte h so eingestellt, daß diese unter der Modellplatte c angreifen. Diese wird darauf von dem Formkasten entklammert und die Hubwinde in Tätigkeit gesetzt, wobei die fertige Form, d. h. der Formkasten, unten sitzen bleibt, während das Modell nach oben aus der Form gezogen wird. Der fertige Kasten e wird hierauf nach der Gießstelle gefahren und ein leerer wieder auf die Maschine gebracht. Die Modellplatte wird sodann wieder abgelassen, bis sie auf. dem leeren
Formkasten aufsitzt, und hierauf mit dem Kasten verriegelt. Letzterer wird sodann an den Zapfen s angehoben und gewendet und wieder auf den Formtisch abgelassen, worauf die Formarbeit von neuem beginnen kann. Auch bei diesem Verfahren ist zur Bedienung des ganzen Prozesses, also Abheben, Ausfahren und Zusammensetzen, nur ein einziger Mann erforderlich.

Claims (3)

  1. Patent-Ansprüche:
    i. Formkastenabhebe- und -Zusammensetzvorrichtung mit hängenden Hubstücken, dadurch gekennzeichnet, daß die hängenden Hubstücke (f) zwangläufig geführt werden.
  2. 2. Formkastenabhebe- und -Zusammensetzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Führung der Hub-. stücke mit einstellbaren Stiften (h) und mit Wendelager (i) versehen ist.
  3. 3. Formkastenabhebe- und -Zusammensetzvorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Hubstücke (f) durch Verschieben zweier Muttern (k und I) auf einer mit Rechts- und Linksgewinde versehenen Schraubenspindel auf und nieder bewegt werden.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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