DE305083C - - Google Patents

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01GCOMPOUNDS CONTAINING METALS NOT COVERED BY SUBCLASSES C01D OR C01F
    • C01G49/00Compounds of iron
    • C01G49/02Oxides; Hydroxides

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Pharmaceuticals Containing Other Organic And Inorganic Compounds (AREA)

Description

AUSGEGEBEN AM 4. OKTOBER 1919
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verwertung des bei der Enteisenung von Gebrauchswasser durch Belüftung sich abscheidenden Filterschlamms, welcher bisher nur als lästiges Nebenprodukt empfunden und höchstens als Ausfüllmittel benutzt wurde, . im. übrigen jedoch keine besondere gewerbliche Verwendung fand. Dieser Filterrückstand besteht im wesentlichen aus Eisen-Sauerstoff-Verbindungen, die bei der Fällung mitgerissene organische Körper eingeschlossen enthalten. Es hat sich nun gezeigt," daß, wenn man diesen Schlamm trocknet und erhitzt, ein Aufflammen stattfindet, welches darauf zurückzuführen ist, daß 'die organische Substanz überwiegend durch den Sauerstoff der Eisenverbindung verbrannt wird, wobei gleichzeitig entsprechend der Abgabe von Sauerstcff eine Reduktion der. betreffenden Eisenverbindungen stattfindet. Wird nun die Wärmezufuhr, nachdem die Aufflammung sich durch die ganze Masse verbreitet und ihr Ende gefunden hat, unterbrochen, und alsdann die Masse unter möglichster Vermeidung von Luftzutritt abgekühlt, so erhält man einen Körper, welcher ganz vorzüglich zur Herstellung von Eisenverbindungen, insbesondere von organischen Salzen des Eisens geeignet ist. So löst sich dieser Körper beispielsweise sehr leicht in natürlichem Zitronensaft schon bei einer Erwärmung auf 80° C allmählich fast restlos auf. Die so erhaltene Lösung von zitronensaurem Eisen hält sich nach Filtration und entsprechender Konzentration bei geeigneter Aufbewahrung beliebig lange, ohne daß eine Zersetzung eintritt. Sie kann sowohl als leicht aufnahmefähiges Eisenpräparat für medizinische Zwecke, wie auch als Beizmittel u. dgl. in der Industrie Verwendung finden.
Organische Eisenpräparate wurden bisher fast ausschließlich in der Weise hergestellt, daß man Eisen aus einem Eisensälz, z. B. Eisenchlorid, ausfällte und alsdann in den organischen Säurelösungen auflöste. Diese Methode, welche ein langwieriges und trotzdern nicht ganz zuverlässiges Auswaschen erfordert, verteuert die Präparate nicht unbedeutend, während durch das vorliegende Verfahren derartige Präparate nicht nur erheblich billiger erhalten werden, sondern auch das Verfahren selbst viel einfacher und leichter sich gestaltet.
Man kann demnach annehmen, daß in dem aus dem Filterschlamm durch Trocknen und Glühen erhaltenen Körper sich das Eisen. wesentlich in Form einer Verbindung von Eisenoxyd und Eisenoxydul befindet, wobei jedoch die Oxydulmenge überragend vorhanden ist.' Es ist sogar nicht ausgeschlossen, daß sich hierbei auch geringe Mengen von metallischem Eisen in Form von Ferrum reductum bilden. Dem Körper käme demnach die folgende Formel zu:
Fe2 O3 + η Fe O, bzw. Fen On + x. 6g
Ähnlich wie das zitronensaure Eisen lassen

Claims (2)

sich selbstverständlich auch andere organische Eisenverbindungen für medizinische und chemische Zwecke gewinnen. Ebenso kann die Masse infolge der, leicht aufschließbaren Form ■5 des in" ihr ' enthaltenen Eisens als Ausgangsmaterial für alle weiteren Eisensalzc auch anorganischer Natur in Medizin und Technik Verwendung finden. Wird die Masse nach dem durch das Aufflammen gekennzeichneten Reduktionsprozeß unter Zutritt von Luft weiter erhitzt, so geht das Eisen allmählich vollständig in fast reine? Eisenoxyd über und kann wie dieses für alle chemisch-technischen Zwecke verwendet werden. So kann es beispielsweise an Stelle des gebräuchlichen caput mortuum als Farbstoff dienen oder im Gemisch mit Aluminiumpulver, wie das Thermit, zum Schweißen von Eisen benutzt werden. Bei den Versuchen, welche mit diesem Eisenoxyd in fein pulverisierter Form vorgenommen wurden, haben sich noch folgende überraschende Ergebnisse gezeigt. Das durch Mischung des Eisenoxyds mit Aluminiumpulver hergestellte Präparat kann in der Munitionsindustrie Verwendung finden, und zwar sowohl zur Streckung der gebräuchlichen Sprengstoffe, wie auch zur Zündung derselben, wobei die höchst wichtige und technisch bedeutungsvolle Beobachtung gemacht wurde, daß durch die außerordentlich hohe Temperatur, welche beim Verbrennen des Aluminiums durch das Eisenoxyd entwickelt wird (etwa 3000 °), die Wirkung des Sprengstoffes in ganz besonderer Weise gesteigert wird. Man kann demnach das Eisenoxyd in Mischung mit Aluminium- oder auch Magnesiumpulver o. dgl. mit großem Vorteil bei der Herstellung von Granaten und .ähnliehen Geschossen, sowohl zur Füllung der Sprengkammer neben dem eigentlichen Sprengstoff, wie auch in der Brandröhre zur Entzündung des Sprengstoffes benutzen. Ein weiteres, sehr wichtiges Ergebnis der Versuche mit dem Eisenoxydpulver besteht darin, daß dieses Pulver zu Konservierungszwecken für Fleisch- und Wurstwaren sowie andere Lebensmittel ganz vorzüglich geeignet ist. Die Lebensmittel werden entweder in dem Eisenoxydpulver ■ eingebettet oder mit einer dicken Schicht desselben bestreut. Das Eisenoxyd verhindert bei einer derartigen Behandlung vollständig jede Schimmelbildung, hält ganz allgemein alle Fäulnis- und Zersetzungskeime von der Oberfläche der betreffenden Stoffe fern, so daß diese vollständig ihre Frische und damit ihre Genußfähigkeit bewahren. Durch einfaches Abspülen des rein mechanisch oberflächlich haftenden Eisenoxydpulvers können die Lebensmittel völlig gereinigt werden. Das Eisenoxyd selbst ist ja. bekanntlich ganz unschädlich'. Die Fähigkeit des Eisenoxyds zur Frischhaltung von Lebensmitteln ist bisher völlig unbekannt gewesen. Die sterilisierende und konservierende Wirkung ist außer durch den durch das feine Pulver erzielten Luftabschluß und die Aufsaugung der an den Lebensmitteln anhaftenden Feuchtigkeit vielleicht auch dadurch bedingt, daß sich ganz oberflächlich geringe Mengen organischer Eisenverbindungen bilden, die antiseptisch wirken. Patent-Aν Sprüche:
1. Verfahren zur Überführung des bei der Enteisenung von Gebrauchswasser durch Belüftung sich abscheidenden Eisenoxydschlammes in eine stark und leicht reaktionsfähige Form, dadurch gekennzeichnet, daß man ihn trocknet und alsdann so hoch erhitzt, bis ein die ganze Masse durchziehendes Aufflammen eintritt, worauf man letztere nach Beendigung dieser Erscheinung bei möglichstem Luftabschluß abkühlt. :
2. Weitere Ausbildung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Masse nach dem Entflammen bei Luftzutritt längere Zeit weiter erhitzt, bis das Eisen möglichst voll ,tändig in Eisenoxyd übergeführt ist.
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