DE3023959C2 - Verfahren und Vorrichtung zum Anspinnen eines Fadens in einem Spinnrotor einer Offenend-Spinnvorrichtung - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Anspinnen eines Fadens in einem Spinnrotor einer Offenend-Spinnvorrichtung

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DE3023959C2
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Peter Dipl.-Ing. Dr. 7410 Reutlingen Artzt
Gerhard Prof. Dipl.-Ing. Dr. 7410 Reutlingen Egbers
Heinz Ing.(grad.) 7430 Metzingen Müller
Heinz Dipl.-Ing. Neher
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Rieter Ingolstadt GmbH
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    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01HSPINNING OR TWISTING
    • D01H4/00Open-end spinning machines or arrangements for imparting twist to independently moving fibres separated from slivers; Piecing arrangements therefor; Covering endless core threads with fibres by open-end spinning techniques
    • D01H4/48Piecing arrangements; Control therefor
    • D01H4/50Piecing arrangements; Control therefor for rotor spinning

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Description

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Anspinnen eines Fadens in einem Spinnrotor einer Offenend-Spinnvorrichtung, bei welchem ein Faden in die Spinnvorrichtung zurückgeliefert wird und sich im Spinnrotor befindet, bevor die Zuführung von Fasern in den Spinnrotor beginnt, wobei in der Ansetzphase vorübergehend eine gegenüber der normalen Liefermenge erhöhte Fasermenge in den Spinnrotor eingespeist wird, sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Es wurden immer wieder Versuche unternommen, die Fadenansetzer beim Offenend-Spinnrotor zu verbessern, wobei die Reihenfolge von Fadenrücklieferung und Faserspeisebeginn variiert wurde. So ist es beispielsweise bekannt, zunächst Fasern in den Spinnrotor einzuspeisen und dann den Faden in den Spinnrotor zurückzuführen (CH-PS 6 06 527). Auf diese Weise legt sich das in den Spinnrotor zurückgelieferte Fadenende auf einen bereits vorhandenen Faserring auf, in den die dem Fadenende erteilte Torsion übertragen werden muß, damit der Faserring aufgsspreii,:" und in das Fadenende eingebunden werden kann. Da das übertragbare Torsionsmoment des Fadenendes begrenzt ist, kann nur mit geringer Faservorspeisung gearbeitet werden. Dies aber bedingt eine Dünn- oder Schwachstelle im Faden im Bereich des Fadenansetzers.
Um beim Fadenanspinnen die Schwierigkeiten beim Aufsprengen des Faserringes zu vermindern, ist es auch bereits bekannt, vor dem Anspinnen den im Bereich der Auflösewalze befindlichen Faserbart abzuschneiden, die auf diese Weise abgetrennten Fasern abzuführen und den vor der Rücklieferung des Fadenendes in den Spinnrotor gebildeten Faserring aus gekürzten Fasern auf-ubauen (DE-OS 25 07 153). Ein solcher Faserring läßt sich sehr leicht aufsprengen, da der Faserring nur eine sehr geringe Festigkeit aufweist. Da aber auch hier der Faserring aufgesprengt wird, kann er zur Festigkeitserhöhung der auf diese Weise erzielten Fadenansetzer nicht beitragen.
Es ist auch bekannt, mit der Farerspeisung erst nach durchgeführter Fadenrücklieferung zu beginnen (DE-OS 15 60 298). Da der Faden jedoch nur sehr kurze Zeit in der Fasersammeirinne verbleiben darf, da sonst die Gefahr des Abdrehens auftritt, können nur relativ wenig Fasern in den Spinnrotor eingespeist werden, so daß auch auf diese Weise eine Schwachstelle im Ansatzbereich entsteht.
Zur Milderung einer fehlenden Fasermenge beim Anspinnen ist es auch bekannt, während einer begrenzten Zeitdauer nach dem Start der Fasereinspeisung das Ver-
hältnis der Momentanwerte der Fasereinspeisegeschwindigkeit zu den Momentanwerten der Führungsgröße größer zu wählen als das nach der Hochlaufphase erreichte Verhältnis ihres Betriebswertes zum Betriebswert der Führungsgröße (CH-PS 6 06 527, Unteranspruch 4 bzw. DE-OS 27 54 795). Die Durchführung eines derartigen Verfahrens erfordert jedoch nicht nur komplizierte Steuervorrichtungen, sondern diese Steuervorrichtungen sind auch nicht geeignet, die Liefergeschwindigkeit für die kurze Dauer des Anspinnens derartig zu erhöhen, daß sich eine nennenswerte Auswirkung für den Ansetzer ergibt
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zu schaffen, mit deren Hilfe auf einfache Weise und mit einfachen Mitteln relativ kurze Ansatzstellen im Faden mit ausreichender Festigkeit und möglichst geringen Abweichungen von der normalen Fadenstärke erzeugt werden können.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem gattungsgemäßen Verfahren dadurch gelöst, daß beim Unterbrechen des Spinnvorganges zwischen einer Liefervorrichtung und einer Auflösevorrichtung eine vorbestimmte Fasermenge gespeichert wird, die in άατ Ansetzphase freigegeben wird, während gleichzeitig die Faserlieferung im Umfang des normalen Spinnprozesses einsetzt. Auf diese Weise wird erreicht, daß das Fadenende keinen bereits im Spinnrotor vorhandenen Faserring aufsprengen muß, sondern daß sich der Faserring über dem Fadenende bildet. Einzelne Fasern, die durch die weiterlaufende Auflösewalze bei stillgesetzter Liefervorrichtung unvermeidbar nachgekämmt werden, sind hierbei ohne Bedeutung. Da das Fadenende während der Einspeisung der Fasern die ihm erteilte Drehung laufend an den sich bildenden Faserring überträgt, ist der Faserring am Einbindepunkt stets offen, so daß das Problem, den Faserring aufsprengen zu müssen, gar nicht erst auftritt. Da kurzzeitig eine erhöhte Fasermenge in den Spinnrotor eingespeist wird, wird auch für den Zeitpunkt des Anspinnens eine Fasermenge bereitgestellt, die gewährleistet, daß die im Faden entstehende Ansetzstelle eine relativ hohe Festigkeit aufweist.
Die vorübergehend erhöhte Faserspeisung wird dabei so gewählt, daß der durch das Ende des rückgespeisten Fadenendes gebildete und unvermeidbare Sprung in der Fadenstärke möglichst gering?. Abweichungen von der normalen Fadenstärke aufweist. Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn der Faden so weit in den Spinnrotor zurückgeliefert wird, daß er sich auf 20% bis 40% des Innenumfanges des Spinnrotors ablegt, und die gespeicherte Fasermenge 30% bis 50% der Fasermenge beträgt, die während des normalen Spinnprozesses in einem Faserring vorhanden ist. Auf diese Weise wird im Bereich des Fadenendes die Dickstelle in akzeptablen Grenzen gehalten, ohne daß gleichzeitig hieran anschließend eine zu schwache Dünnstelle auftritt.
Zur Durchführung des Verfahrens ist bei einer gattungsgemäßen Vorrichtung zwischen der Liefervorrichtung und der Auflösevorrichtung ein Faserspeicher angeordnet, der bei Unterbrechen des Spinnvorganges Fasern aufnimmt, die er in der Ansetzphase beim Anlaufen der Liefervorrichtung zusätzlich freigibt. Der Faserspeicher stellt die fürs Anspinnen gewünschte erhöhte Fasermenge bereit. Die Anordnung des Faserspeichers nach der Liefervorrichtung stellt einerseits sicher, daß die gespeicherte Fasermenee auch tatsächlich schlagartig in den Spinnrotor gespeist werden kann, während seine Anordnung vor der Auflösewalze gewährleistet, daß die Fasern in üblicher Weise vereinzelt und nicht als unkontrollierter Batzen in den Spinnrotor gelangen.
Gemäß einer baulich einfachen und auch auf einfache Weise zu steuernde Ausführung ist erfindungsgemäß eine Speisemulde vorgesehen, die um eine in Nähe des Umfanges der Auflösewalze angeordnete Schwenkachse derart verschwenkbar ist, daß sich zum Speichern der Fasern ein Zwickel zwischen der Auflösewalze und der Speisemulde bildet. Wenn das Auflösewalzengehäuse ίο auf seiner der Auflösewalze abgewandten Seite Gleitflächen für die Speisemulde aufweist, so ist die Schwenkachse vorteilhafterweise als Anschlag für die Speisemulde ausgebildet Während der üblichen Schwankungen in dem der Spinnvorrichtung vorgelegten Faserband gleitet die Speisemulde in bekannter Weise auf den Gleitflächen, ohne den Gleitanschlag zu erreichen. Beim Stillsetzen der Speisung wird die Speisemulde soweit in Richtung zum Anschlag gedruckt, daß sich die Spekemulde am Anschlag anlegt und dem weiteren Druck nur durch eine Schwenkbewegung ausweichen kann, wodurch zwischen Auflösewalze und Speisemulde ein den Faserspeicher bildender Zwickel entsteht. Prinzipiell ist es möglich, separate Steuerelemente zum Klemmen des Faserbandes und zum Verschwenken der 'Speisemulde zwecks Bildung des Faserspeichers vorzusehen. Gemäß einer bevorzugten Ausführung des Anmeldegegenstandes jedoch weist die Speisemulde auf der der Auflösewalze abgewandten Seite der Klemmstelle eine Anschlagfläche auf, mit welcher ein Klemmelement während des ersten Teils der Schwenkbewegung der Speisemulde zusammenarbeitet, während es beim zweiten Teil der Schwenkbewegung sich an der Klemmstelle an der Speisemulde abstützt und sich von der Anschlagfläche abhebt.
Um ein präzises Steuern des Fadenansetzens zu ermöglichen, erfoigt die Freigabe der Faserspeisung in Abhängigkeit von der wiedererlangten Fadenspannung des in den Spinnrotor zurückgelieferten Fadens, >veshalb erfindungsgemäß der Faserspeicher steuermäßig mit einem den Faden überwachenden Fadenwächter verbunden ist.
Alternativ zu einem rein mechanisch arbeitenden Fadenspeicher kann auch ein pneumatischer Fadenspeicher vorgesehen werden. Vorzugsweise is· dieser dabei als eine dem Faserband zwischen der Liefervorrichtung und der Auflösewalze zugewandte Mündung einer Saugleitung ausgebildet, in welcher in kurzem Abstand von der Mündung ein Sieb angeordnet ist. Zur Steuerung des Faserspeichers ist zweckmäßigerweise der Luftstrom in der Saugleitung umkehrbar, wobei dem Faserspeicher vorteilhafterweise ein Zeitglied zur Steuerung der Saug- bzw. Blasluft zugeordnet ist, doch kann die Steuerung des Faserspeichers auch dadurch erfolgen, daß dieser Faserspeicher durch eine Blende abdeckbar ist.
Die Ausführungsbeispiele werden nachstehend anhand von Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt
F i g. 1 im Scheme die Ansetzstelle in einem Faden, wenn vor der Rücklieferung des Fadenendes bereits Fasern in den Spinnrotor geliefert werden;
Fig.2 im Schema die Ansetzstelle in eir.env Faden, wenn gleichzeitig mit der Rücklieferung des Fadenendes Fasern in den Spinnrotor geliefert werden;
F i g. 3 im Schema ('.ie Ansetzstelle in einem Faden, wenn gleichzeitig mit der Rücklieferung des Fadenendes schlagartig eine größere Fasermenge in den Spinnrotor geliefert und die Faserlieferung dann normalisiert wird;
F i g. 4 den Erfindungsgegenstand im Schnitt während des normalen Spinnvorganges;
F i g. 5 die in F i g. 4 gezeigte Vorrichtung bei der Bewegung in die Speicherstellung;
F i g. 6 die in F i g. 4 gezeigte Vorrichtung in der Speicherstellung bei durch Klemmung stillgesetztem Faserband; und
Fig. 7 eine abgewandelte Ausführung der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
Zunächst soll das Wesen der Erfindung anhand eines Vergleiches der Fig. 1 bis 3 erläutert werden. Mit LMst der Umfang der Sammelrinne eines Spinnrotors 3 (Fig.4) dargestellt, in der durch Vorspeisen ein Faserring R gebildet wird, bevor zum Anspinnen ein Fadenende Ein den Spinnrotor 3 zurückgeliefert wird, das sich dann auf den infolge der Faservorspeisung bereits vorhandenen Faserring R ablegt. Durch die Rotation des Spinnrotors 3 wird dem Fadenende E eine Drehung erteilt (Kig. 1). Wenn die Fliehkraft gering ist, so wäizt sich das Fadenende E lediglich auf dem Faserring R ab, ohne dieses einzubinden, so daß die Erfolgsquote beim Anspinnen gering ist, selbst wenn der Fadenabzug etwas verzögert einsetzt. Abhilfe kann hier nur durch eine sehr geringe Faservorspeisung erreicht werden und durch Vorspeisung kurzer Fasern, so daß der Faserring R leicht aufgesprengt werden kann. 1st infolge einer hohen Rotordrehzahl auch die Fliehkraft sehr groß, so muß der Fadenabzug früher einsetzen, um ein Abdrehen des Fadenendes E zu vermeiden. Durch die erhöhte Anpreßkraft ist es zwar leichter, den Faserring R zu sprengen, doch steht hierfür nur eine relativ kurze Zeit zur Verfügung.
Während des Ansetzvorganges werden in üblicher Weise Fasern Fin den Spinnrotor 3 gespeist, die sich auf dem Fadenende Esowie auf den Fasern des Faserringes R ablegen. Je nachdem, über welchen Teil des Umfanges LJ ucT oüffiificlnnnc uc5 Spinnrötörä u5S FaucPiCiidc E bei der Rücklieferung gelegt wurde, haben die Fasern F, die nach der Fadenrücklieferung in den Spinnrotor gelangen, eine Stärke d erlangt, die in der Regel bei ca. 30% der normalen Fadenstärke D liegt. Da beim Anspinnen der Faserring R aufgesprengt werden muß, dient allein die Stärke d am Ende des rückgelieferten Fadenendes E der Verbindung des rückgelieferten Fadenendes E mit dem neugebildeten Faden G, so daß trotz der optisch vorhandenen Fadenstärke eine Schwachstelle — von ca. 30% — im Faden C entsteht. Un diesen Vorgang des Sprengens des Faserringes R zu verdeutlichen, sind in Fig. 1 der mit dem rückgelieferten Fadenende Ein Verbindung stehende Teil R 1 des Faserringes R und der mit dem neugebildeten Faden C in Verbindung stehende Teil R 2 des Faserringes R versetzt zueinander dargestellt.
F i g. 2 zeigt eine Ansetzstelle, wie sie entsteht, wenn keine Fasern vorder Rücklieferung des Fadenendes Ein den Spinnrotor 3 geliefert werden. Die Ansetzstelle ist dann optisch schwächer, doch in bezug auf die der Verbindung dienende Stärke d des neugebildeten Fadens besteht hier kein Unterschied zu der in F i g. 1 gezeigten Ansetzstelle.
Da die Fasern F des durch vor der Rücklieferung des Fadenendes Ein den Spinnrotor gebildeten Faserripges R nichts zur Festigkeit der Ansetzstelle im Faden beitragen, da der Faserring R ohnehin aufgesprengt werden muß, kann eine Festigkeitserhöhung nur dadurch erzielt werden, daß das Fadenende E möglichst weit auf dem Umfang t/des Spinnrotors abgelegt wird. Dies ist aber infolee der Gefahr des Abdrehens des Fadenendes E und seiner hierdurch bedingten kurzen Verweildauer im Spinnrotor 3 nur in beschränktem Umfang möglich. In der Praxis nimmt das rückgelieferte Fadenende Ein der Regel ca. 30% des Umfanges t/des Spinnrotors ein.
Das Wesen der erfindungsgemäßen Lösung wird nun anhand der F i g. 3 erläutert. Um eine gute Festigkeil der Ansetzstelle zu erreichen, wird die auf das rückgclicfcrte Fadenende E gespeiste Fascrmenge M erhöht. Gleichzeitig setzt die normale Faserspeisung ein. Die ίο zusätzlich auf das Fadenende E aufgespeiste Fasermenge M wird schlagartig und nur für sehr kurze Dauer zugeführt. Angestrebt wird, daß nach Rücklieferung des Fadenendes E der Umfang U des Spinnrotors sich mit einer solchen Fasermenge füllt, die einerseits eine ausreichende Garnstärke d* am Ende des Fadenendes E gewährleistet, die aber andererseits auch beim Übergang der Ansetzstelle in den normalen Faden G einen zu großen Stärkesprung vermeidet. Da die Fasermenge M schlagartig freigegeben wild, siclii Sie zur Stärkung der Ansetzstelle im Bereich des Endes des rückgelicferten Fadenendes E bereits zur Verfügung. Der durch diese Fasermenge M gebildete Faserring muß auch nicht zur Einbindung in das Fadenende E aufgesprengt werden, so daß er restlos zur Verbindung des alten Fadenendes Emit dem neuen Faden G beiträgt.
Die gewünschte Garnstärke d.\ — auch in Abhängigkeit von dem zur Verspinnung gelangenden Fasermaterial — unJ: die Länge L des sich im Spinnrotor 3 ablegenden Abschnittes des Fadenendes E werden fcstgelegt, woraus sich dann die schlagartig freizugebende Fasermenge M ergibt. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die schlagartig freigegebene Fasermenge M 30% bis 50% der Fasermenge entspricht, die während des normalen Spinnprozesses in einem Faserring R vorhanden ist. Wenn gleichzeitig das Fadenende E sich über 20% bis 40% des Umfanges U des Spinnrotors ablegt, so beträgt (unter Zugrundelegung von Mittelwerten der obigen Zahlen) die Stärke cfo etwa 70% der normalen Fadenstärke D. so daß eine erhebliche Fcstigkeitssteigerung der Ansetzstelle gegenüber bisherigen Fadenansetzern festgestellt werden kann. Die Erfolgsquote beim Fadenansetzen steigt somit beträchtlich, so daß das Fadenansetzen jetzt auch bei Bedingungen, z. B. höherer Geschwindigkeit der Spinnstelle, vorgenommen werden kann, bei denen ein Ansetzen bisher nicht möglich war.
Ein erstes Ausführungsbeispiel wird nachstehend anhand der F i g. 4 bis 6 erläutert. Wie Fig. 4 zeigt, wird dem Inneren des Spinnrotors 3 in üblicher Weise mit Hilfe einer Liefervorrichtung 1 und einer Auflösewalze 2 ein in Einzelfasern 40 aufgelöstes Faserband 4 zi'geführt, wo die Einzelfasern 40 in die Sammelringe gelangen und sich zu einem Faserring R formieren. Der Faserring R wird in bekannter Weise in ein Fadenende E eines Fadens G eingebunden, der durch ein Fadenabzugsrohr 30 mittels eines Fadenabzugswalzenpaares (nicht gezeigt) abgezogen und in üblicher Weise auf einer Spule (nicht gezeigt) aufgewickelt wird. Der Faden G wird dabei auf seinem Weg zur Spule durch einen Fadenwächter 31 überwacht. Der für das Spinnen erforderliche Unterdruck im Spinnrotor 3 wird in bekannter und deshalb nicht gezeigter Weise erzeugt.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel weist die Liefervorrichtung 1 eine angetriebene Lieferwalze 10 sowie eine sich elatisch an dieser abstützende Speisemulde 11 auf.
Die Auflösewalze 2 ist in einem Gehäuse 20 angeordnet, das auch die Speisemulde 11 trägt, während die Lieferwalze 10 unabhängig vom Gehäuse 20 gelagert
ist. Der Speisemulde 11 zugeordnet ist ein Klemmhebel 5, der mit seinem Klemmende 50 in Fasertransportrichtung vor dem Klenrnbereich 12 der Liefervorrichtung 1 mit der Speisemulde 11 zusammenarbeitet und hier eine Klcmmslclie 15 für das Faserband 4 bilden kann. Der Klemmhebel 5 weist einen Faserbandführungstrichter 51 auf, sr· daß das Faserband 4 zwischen Speisemulde 11 und Klemmende 50 des Klemmhebels 5 hindurch zur Lieferwalze 10 gelangen kann. Das Antriebsende 52 des zweiarmigen Klemmhebels 5 liegt durch Einwirkung eincr Druckfeder 53 am Stößel 54 eines Elektromagneten 55 an. Der Faserbandführungstrichter 51 ragt in Faserbandtransportrichtung über den Klemmhebel 5 hinaus, endet jedoch vor dem Klemmende 50 des Klemmhebels 5. Der Klemmhebel 5 ist ferner so zu der Speisemulde 11 angeordnet und beweglich, daß während des ersten Teils seiner Schwenkbewegung sich der Faserbandführungstrichter 51 an einer Anschlagfläche 110 der Speisemulde 11 abstützt, ohne daß das Klemmende 50 klemmend auf das Faserband 4 einwirkt, daß aber bei der weiteren Schwenkbewegung des Klemmhebels 5 sich das Klemmende 50 auf der Speisemulde 11 abstützt, wobei sich der Faserbandführungstrichter 51 wieder von der Speisemulde 11 abhebt
Das Gehäuse 20 ist mit einer dünnen Folie 21 ausgekleidet, die im Bereich der Liefervorrichtung 1 eine Zuführungsöffnung 210 und im Bereich eines in den Spinnrotor 3 führenden Faserspeisekanal 22 eine Abführöffnung 21 i aufweist. An der Außenseite dieser Folie 21 stützt f'zh die Speisemulde 11 ab, so daß diese bei ihren Bewegungen infolge Schwankungen im zugeführten Faserband 4 stets in Anlage an dieser Folie 21 verbleibt. Weitere Möglichkeiten der radialen Abstützung einer Gleitmulde zeigt die DE-OS 24 48 584.
Außerhalb des normalen Bewegungsbereiches der Speisemulde U ist in unmittelbarer Nähe der Folie 21 auf der der Lieferwalze 10 abgewandten Seite der Speisemulde 11 ein Anschlag 23 angeordnet, der eine Gleitbewegung der Speisemulde 11 über den üblichen Rahmen hinaus verhindert. Wenn in Faserbandtransportrichtung vor dem Klemmbereich 12 ein Druck auf die Speisemulde 11 ausgeübt wird, so wird, wenn die Speisemulde 11 den Anschlag 23 erreicht hat, dieser Druck in eine Schwenkbewegung der Speisemulde 11 umgesetzt. Die anhand der Fig.4 bis 6 im Aufbau beschriebene Vorrichtung arbeitet wie folgt:
Während des normalen Spinnprozesses ist das Klemmende 50 des Klemmhebels 5 von der Speisemulde 11 abgehoben, so daß die Lieferwalze 10 infolge ihrer Drehung das Faserband 4 durch den Faserbandführungstrichter 51 und unter dem Klemmende 50 des Klemmhebels 5 hindurchzieht und in den Wirkungsbereich der Auflösewalze 2 bringt, die das Faserband 4 in üblicher Weise in Einzelfasern 40 auflöst die dann zur Verspinnung in den Spinnrotor 3 gelangen.
Tritt nun ein Fadenbruch ein, so wird der hierdurch freigegebene Fühler 310 des Fadenwächters 31 durch eine vorgespannte Druckfeder 311 verschwenkt und schließt einen Kontakt 312, wodurch der Elektromagnet 55 erregt wird und mit Hilfe des Stößels 54 den Klemmhebel 5 verschwenkt. Der Klemmhebel 5 legt sich an die Anschlagfläche 110 an und verschiebt hierdurch die Speisemulde 11 so weit, daß sie in Anlage an den Anschlag 23 gelangt Die Speisemulde 11 wird somit mit Hilfe ihres Faserbandführungstrichters 51 verschwenkt, ohne daß dabei das Klemmende 50 des Klemmhebels 5 bereits das Faserband 4 klemmt (F i g. 5). Hierdurch entsteht zwischen der der Auflösewalze 2 zugewandten Seite der Speisemulde 11 und der Auflösewalze 2 ein Faserspeicher 6 in Form eines Zwickels, in den der Faserbart des weiterhin zugeführten Faserbandes 4 gelangt, wenn auch noch in geringem Umfang Einzelfasern 40 aus dem Faserband 4 ausgekämmt werden und in den Spinnrotor 3 gelangen.
Der Klemmhebel 5 setzt seine Schwenkbewegung fort. Durch die Schwenkbewegung sowohl der Speisemulde 11 als auch des Klemmhebels 5 gelangt nun das Klemmende 50 des Klemmhebels 5 an der Klemmstelle 15 in Klemmkontakt mit dem Faserband 4 und der Speisemulde 11, während sich die Speisemulde 11 und der Faserbandführungstrichter 51 voneinander entfernen (F i g. 6). Somit wird die Faserbandzuführung zur Auflösewalze 2 durch Klemmung des Faserbandes 4 eingestellt, während der Faserspeicher 6 weiterhin vergrößert wird.
Zum Anspinnen wird nun ein Fadenende E in das Fadenabzugsrohr 30 eingeführt, das aufgrund des im Spinnrotor 3 herrschenden Unterdruckes in den Spinnrotor 3 gesaugt wird und sich aufgrund der durch den rotierenden Spinnrotor 3 erzeugten Fliehkraft in die Sammelrinne des Spinnrotors 3 legt. Gleichzeitig signalisiert der Fadenwächter 31, um dessen Fühler 310 das rückgelieferte Fadenende E herumgeführt ist, das erneute Vorhandensein der normalen Spinnspannung, wodurch der Elektromagnet 55 stromlos wird. Der Stößel 54 gibt nun den Klemmhebel 5 frei, dessen Klemmende 50 durch Einwirkung der Druckfeder 53 das Faserband 4 und unmittelbar darauf mit dem Faserbandführungstrichter 51 die Speisemulde 11 restlos freigibt. Durch das Zurückschwenken des Klemmhebels 5 und das Zurückkehren der Speisemulde 11 in ihre Arbeitsstellung, in der sie die Klemmung des Faserbandes 4 zwischen sich und der Lieferwalze 10 wieder herstellt, wird schlagartig die im Faserspeicher 6 gespeicherte Fasermenge M (Fig.3) freigegeben, während gleichzeitig die normale Faserspeisung wieder einsetzt. Außerdem wird in nicht gezeigter Weise der Abzug des Fadens G in Betrieb gesetzt.
Mit Hilfe der vorbeschriebenen Vorrichtung werden somit bei Einstellen des Spinnvorgangs Fasern F zwischen der Liefervorrichtung 1 und der Auflösewalze 2 gespeichert, die beim Anspinnen schlagartig freigegeben werden, während gleichzeitig die normale Faserlieferung einsetzt
Der Erfindungsgegenstand ist nicht auf die in den F i g. 4 bis 6 gezeigte Ausbildung eingeschränkt, sondern kann in verschiedenster Weise abgewandelt werden. So kann als Faserspeicher 6 beispielsweise zwischen der Liefervorrichtung 1 und der Auflösewalze 2 eine Saugleitung münden, die in kurzem Abstand von ihrem dem Faserband 4 zugekehrten Ende ein Sieb aufweisen kann und die in Abhängigkeit von einem Ansprechen des Fadenwächters 31 wirksam oder unwirksam werden kann. Beispielsweise werden hier bei Auftreten eines Fadenbruchs Fasern angesaugt, die beim Anspinnen wieder freigegeben werden (z. B. durch Umkehrung des Luftstromes), wobei durch ein Zeitglied sichergestellt werden kann, daß die Saug- bzw. Blasluft nur so lange, wie unbedingt erforderlich, wirksam ist
Es ist auch nicht unbedingt erforderlich, daß, um das Schwenken der Speisemulde 11 zu bewirken, ein Anschlag 23 vorgesehen wird. F i g. 7 zeigt ein Ausführungsbeispiel, bei dem eine Speisemulde 13 vorgesehen ist, die schwenkbar auf einer Schwenkachse 14 gelagert ist die ihrerseits an der Stelle angeordnet ist, wo gemäß den F i g. 4 bis 6 der Anschlag 23 angeordnet ist.
Auch bei einer solchen Ausführung wird bei der über das übliche Maß hinausgehenden Schwenkbewegung der Speisemulde 13 ein Faserspeicher 6 zwischen der der Auflösewalze 2 zugewandten Fläche der Speisemulde 13 und der Auflösewalze 2 selber gebildet.
Vorteilhafterweise dient ein einziges Steuerorgan sowohl der Steuerung des Faserspeichers 6 als auch der Steuerung der Klemmung des Faserbandes 4. Es ist aber auch möglich, hierfür getrennte Steuerelemente vorzusehen. Gemäß F i g. 7 ist beispielsweise ein Klemmorgan 7 vorgesehen, das mit einem an der Speisemulde 13 vorgesehenen Anschlag 130 zusammenarbeitet. Das Klemmorgan 7 wird in der gezeigten Ausführung durch den Stößel eines Elektromagneten 70 gebildet, der in Abhängigkeit von einem Ansprechen des Fadenwächters 31 (Fig. 4) gesteuert wird. Der zum Klemmen des Faserbandes 4 vorgesehene Klemmhebel 8 ist hierbei unabhängig vom Klemmorgan 7 und mit einer durch Zwischenschalten eines geeigneten Zeitgiiedes (nicht gezeigt) voreinstellbaren Verzögerung steuerbar.
Es liegt auch im Rahmen der Erfindung, einen steuerbaren Faserspeicher 6 — z. B. durch eine schwenkbare Speisemulde 11 bzw. 13 — und eine mit Hilfe einer Kupplung stillsetzbaren Lieferwalze 10 vorzusehen, so daß auch hier die Faserspeicherung und das Stillsetzen und Einschalten der Faserlieferung unabhängig und somit verstellbar zueinander erfolgen können.
Es ist auch möglich, die Liefervorrichtung 1 als Eingangswalzenpaar eines Streckwerkes auszubilden, wobei dann natürlich der Faserspeicher entsprechend auszubilden und anzupassen ist, z. B. in Form eines zwischengeschalteten pneumatischen Faserspeichers. Dieser Faserspeicher kann auch kombiniert pneumatischmechanisch arbeiten, indem z. B. eine Blende einen pneumatischen und umschaltbaren Faserspeicher abdeckt bzw. freigibt.
In den gezeigten Ausführungsbeispie'en sind der Faserspeicher 6 und die Liefervorrichtung (über den Klemmhebel 5 bzw. 8) stets in Abhängigkeit vom Fadenwächter 31 aus steuerbar. Es ist aber auch denkbar, diese Elemente — eventuell auch nur zusätzlich — manuell oder von einer anderen Steuerstelle aus, z. B. der Haupteinschaltvorrichtung der Maschine, anzusteuern.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen
50
55
60
65

Claims (12)

Paten tansp rüche :
1. Verfahren zum Anspinnen eines Fadens in einem Spinnrotor einer Offenend-Spinnvorrichtung, bei welchem ein Faden in die Spinnvorrichtung zurückgeliefert wird und sich im Spinnrotor befindet, bevor die Zuführung von Fasern in den Spinnrotor beginnt, wobei in der Ansetzphase vorübergehend eine gegenüber der normalen Liefermenge erhöhte Fasermenge in den Spinnrotor eingespeist wird, dadurch gekennzeichnet, daß beim Unterbrechen des Spinnvorganges zwischen einer Liefervorrichtung und einer Auflösevorrichtung eine vorbestimmte Fasermenge gespeichert wird, die in der Ansetzphase freigegeben wird, während gleichzeitig die Faserlieferung im Umfang des normalen Spinnprozesses einsetzt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Faden so weit in den Spinnrotor zarückgeüefert wird, daß er sich auf 20% bis 40% des Innenumfanges des Spinnrotors ablegt, und die gespeicherte Fasermenge 30% bis 50% der Fasermenge beträgt, die während des normalen Spinnprozesses in einem Faserring vorhanden ist
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2, mit einer Liefervorrichtung und einer Auflösevorrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Liefervorrichtung (1) und der Auflösevorrichtung (2) ein Faserspeicher (6) engeordnet ist, der bsi Unterbrechen des Spinnvorganges Fasern (F) aufnimmt, die er in der Ansetzphase beim Anlaufen der Liefervorricntung (1) zusätzlich freigibt.
4. Vorrichtung nach Anspruch J, gekennzeichnet durch eine Speisemulde (11,13), die um eine in Nähe des Umfanges der Auflösewalze (7) angeordnete Schwenkachse (23, 14) derart schwenkbar ist, daß sich zum Speichern der Fasern (F) ein Zwickel zwischen der Auflösewalze (2) und der Speisemulde (11, 13) bildet.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, bei der das Gehäuse, welches die Auflösewalze aufnimmt, auf ihrer der Auflösewalze abgewandten Seite Gleitflächen für die Speisemulde aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkachse als Anschlag (23) für die Speisemulde (1) ausgebildet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, mit einem an einer Klemmstelle auf die Speisemulde zur Einwirkung bringbaren Klemmelement, dadurch gekennzeichnet, daß die Speisemulde (11) auf der der Auflösewalze (2) abgewandten Seite der Klemmstelle (12) eine Anschlagfläche (110) aufweist, mit welcher das Klemmelement (5) während des ersten Teils der Schwenkbewegung der Speisemulde (11) zusammenarbeitet, während es beim zweiten Teil der Schwenkbewegung sich an der Klemmstelle (15) an der Speisemulde (11) abstützt und sich von der Anschlagfläche (110) abhebt.
7. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Faserspeicher (8) steuermäßig mit einem den Faden (C) überwachenden Fadenwächter (31) verbunden ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 7, gekennzeichnet durch einen pneumatischen Faserspeicher.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Faserspeicher als dem Faserband
(4) zwischen der Liefervorrichtung (1) und der Auflösewalze (2) zugewandte Mündung einer Saugleitung ausgebildet ist, in welcher in kurzem Abstand von der Mündung ein Sieb angeordnet ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftstrom in der Saugleitung umkehrbar ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß dem Faserspeicher eir, Zeitglied zur Steuerung der Saug- bzw. Blasluft zugeordnet ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Faserspeicher durch eine Blende abdeckbar ist.
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