DE3014166C2 - Verfahren und Vorrichtung zur Lagerung sauerstoffempfindlicher Flüssigkeiten unter Verwendung von Schutzgas in Festdachtanks mit Schwimmdecke - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Lagerung sauerstoffempfindlicher Flüssigkeiten unter Verwendung von Schutzgas in Festdachtanks mit SchwimmdeckeInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie auf eine
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Flüssigkeiten, wie beispielsweise technische Öle oder Treibstoffe, Kohlenwasserstoffe, deren Derivate oder
andere Substanzen, die bei Umgebungstemperatur flüssig sind, können in allseitig geschlossenen Tanks, den
sogenannten Festdachtanks, gelagert werden. Diese Tanks sind mit Über- und Unterdruckventilen als
Sicherheitseinrichtungen ausgerüstet, die auf einen Überdruck von 0,02 bzw. Unterdruck von 0,01 bar
eingestellt sein können. Es hat sich bewährt, insbesondere wenn sauerstoffempfindliche Flüssigkeiten oder
Flüssigkeiten, deren Dampf mit Sauerstoff explosible Gemische zu bilden vermögen, den in solchen
Fesidachtanks über der Fliissigkeitsoberfläche befindlichen Gasraum mit einem Schutzgas zu füllen, das den
Luftsauerstoff aus diesem Gasraum verdrängt und darin gegenüber der umgebenden Atmosphäre einen Überdruck
von 0,005 bis 0,015 bar aufrechterhält. Der Bedarf
an Schutzgas, wie beispielsweise Heizgas, Erdgas, Stickstoff oder andere Inertgase, ist allein abhängig von
der möglichen Absenkung des Drucks im Inneren des Festdachtanks, die durch Entnahme der gelagerten
Flüssigkeit sowie durch Verkleinerung des Volumens der gelagerten Flüssigkeit und Gases infolge des
Absinken der Umgebungstemperatur bewirkt wird. Wenn das Absinken der Umgebungstemperatur, beispielsweise
beim Übergang vom Tag zur Nacht oder nach einem Gewitterregen, sehr rasch eintritt und eine
größere Anzahl solcher Festdachtanks an ein Schutzgasnetz angeschlossen sind, die dann gleichzeitig
versorgt werden müssen, kann aus dem Schutzgasnetz häufig die benötigte Schutzgasmenge nicht in kurzer
Zeit zur Verfugung stehen. Die Folge dieser Mangelsituation ist, daß noch Luft und damit Sauerstoff in die
Tanks eingesaugt wird.
;o Um ein Verdampfen der gelagerten Flüssigkeiten in
dem Festdachtank möglichst weitgehend zu unterbinden, ist auch die sogenannte Schwimmdecke bereits
beschrieben. Die Schwimmdecke besteht aus einem von einem aufstehenden Rand umgebenen Boden, dessen
Durchmesser etwas geringer als die lichte Weite des Tanks ist. An der Außenfläche des aufstehenden Randes
der Schwimmdecke ist eine Dichtung aus einem weichelastischem Material angeordnet, die den aufstehenden
Rand vollständig umgibt. Es hat sich bewährt.
diese Dichtung als Schlauchdichtung auszubilden. Diese Dichtung legt sich mit ihrer freien Oberfläche an die
innere Oberfläche der Tankwandung an. Sie ist normalerweise in dem oberen Drittel des aufstehenden
Randes der Schwimmdecke angeordnet, damit sie nicht
M in ständigem Kontakt mit der eingelagerten Flüssigkeit
steht. Auf diese Weise bildet sich ein von der Unterseite der Dichtung, dem nicht von der Dichtung bedeckten
Teil des auf der Schwimmdecke aufstehenden Randes.
der Oberfläche der eingelagerten Flüssigkeit und der inneren Oberfläche der Tankwandung begrenzter
Ringraum, der mit dem Dampf der eingelagerten Flüssigkeit gefüllt ist Bei einem Absenken des
Flüssigkeitsspiegels im Tank wird stets ein Teil des in dem Ringraum befindlichen Dampfes durch den von
Dichtung und innerer Oberfläche der Tankwandung begrenzten Dichtungsspalt hindurch in den Gasraum
des Tanks entweichen und sich in dem dort befindlichen Gasvolumen verteilen. Umgekehrt wird beim Aufstei- to
gen des Flüssigkeitsspiegels in dem Tank stets Gas aus dem Gasraum in den vorerwähnten Ringraum eindringen.
Bei der Einlagerung von sauerstoff-empfindlichen Flüssigkeiten oder von Flüssigkeiten, deren Dämpfe mit
Luft explosible Gemische bilden, muß der gesamte Gasraum mit Schutzgas gefüllt sein, um hierbei
jeglichen Kontakt mit Luftsauerstoff auszuschließen. Für ein Tanklager mit einer zentralen Schutzgasversorgung,
für das im normalen Betrieb 500 bis 700 Nm3/h Schutzgas aufgewendet werden müssen, können im
Schutzgasverbrauch aber auch Spitzenwerte von 2500 bis 3000NmVh notwendig sein, die b-A großen
Schwankungen der Umgebungstemperatur auch noch überschritten werden können.
Der nachfolgend beschriebenen Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, die bei Festdachtanks mit
Schwimmdecken aufzuwendenden Mengen an Schutzgas drastisch zu vermindern, ohne jedoch die Wirkung
abzuschwächen.
Die Merkmale des Verfahrens zur Lösung dieser Aufgabe sind im Anspruch 1 gekennzeichnet.
Bei dem Verfahren nach der Erfindung wird nur der von Dichtung, Tankwandung und Flüssigkeitsspiegel
der Tankfüllung begrenzte Ringraum mit Schutzgas beaufschlagt. Da dieser Ringraum stets ein kleineres
Volumen hat als beispielsweise der über der Schwimmdecke befindliche Gasraum, der bisher mit Schutzgas
gefüllt worden ist, sind die für die Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung aufzuwendenden
Schutzgasv-'lumen entsprechend erheblich geringer. Sie -to
betragen bei dem vorerwähnten Tanklager 0,07 NmVh und 1 fd ■ m Ringraum oder insgesamt 50 NmVh.
Als Schutzgase werden außer den Inertgasen, wie
beispielsweise Stickstoff, auch Kohlenwasserstoffe enthaltende Gasgemische, wie beispielsweise Heizgas,
Erdgas und dgl. eingesetzt. Da von diesen Schutzgasen stets ein Teil in die umgebende Atmosphäre entweicht
oder abgegeben wird, bewirkt das Verfahren nach der Erfindung eine erhebliche Reduzierung der Umweltbelastung.
Eine bevorzugte Vorrichtung zur Durchführung des Verfahren; nach der Erfindung ist in den Ansprüchen 2
bis 7 gekennzeichnet.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert. In
Fig. 1 ist ein Festdachtank mit Schwimmdecke und einer Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
schematisch dargestellt.
F i g. 2 stellt — ebenfalls in schematiscner Darstellung — den in F i g. 1 mit A bezeichneten Ausschnitt dar. ho
Auf dem Boden der Schwimmdecke I des Festdachtanks ist ein Leitungsvertcilcr 2 angeordnet, dessen
Hauptarm mit der in der Länge veränderlichen Gaszuführungsleitung 3 und dessen andere Arme mit
GasziiführungsleU'jngen 4 verbunden sind, die zu einer &;
unterhalb der Schwimnideckendichtung 5 an der Außenfläche des aufste'i.'nden Randes 6 der Schwimmdecke
1 angeordneten Ringleimng 7 führen und damit verbunden sind, welche in regelmäßigen Abständen in
ihrer Wandung Gasaustrittsöffnungen aufweist. Der für die Durchführung des Verfahrens erforderliche Ringraum
wird außer durch den aufstehenden Rand 6 der Schwimmdecke 1 noch durch die, beispielsweise als
Schaummstoff-gefüllter, flexibler Schlauch ausgebildete Dichtung 5, den Flüssigkeitsspiegel 8 und die Tankwandung
9 begrenzt. In der Gaszuleitung 10, die zur Gaszuführungsleitung 3 führt, ist ein automatisch
arbeitendes Ventil 11 angeordnet, das über eine druckabhängig bzw. mengenabhängig arbeitende Regeleinrichtung
12 gesteuert wird, die in den von diesem Ventil 11 zu der Ringleitung 7 führenden Leitungen
angeordnet ist.
In einer nicht dargestellten Ausführungsform kann die längenveränderliche Gaszuführungsleitung durch
das Festdach des Tanks und den darunter liegenden Gasraum zu dem Boden der Schwimmdecke geführt
und dort mit dem Hauptarm de* Leitungsverteilers verbunden sein.
Gemäß Fig. 1 ist die längenveränderliche Gaszuführungsleitung
3 in der Nähe des Tankbodens durch die Seitenwandung des Tanks und etwa durch die Mitte des
Bodens der Schwimmdecke 1 geführt und dort mit dem Hauptarm des Leitungsverteilers 2 verbunden.
Die längenveränderliche Gaszuführungsleitung 3 kann ein Schlauch aus einem gegen die gelagerte
Flüssigkeit resistenten und flexibel-elastischem Material sein, bei dem die Länge des im Tank befindlichen
Abschnitts größer ist als die Länge des möglichen Weges der Schwimmdecke 1 in dem Tank. Dort, wo die
Gaszuführungsleitung 3 unten in den Tank eingeführt ist, hat es sich bewährt, die Gaszuführungsleitung 3 in
ihrem im Tank befindlichen Abschnitt als Gelenkrohr mit wenigstens drei Gliedern auszubilden, deren
Gesamtlänge etwas größer ist als die Länge des möglichen Weges der Schwimmdecke 1 im Tank
Beim Befüllen des Tanks oder bei Entnahme steigt
bzw. senkt sich die Schwimmdecke 1, die durch die Dichtung 5 gegen die Tankwandung so abgedichtet ist,
daß der Bewegung der Schwimmdecke nur eine minimale Reibung der Dichtung 5 entgegenwirkt. Die
Schlauchdichtung 5 ist an dem aufstehenden Rand 6 der Schwimmdecke I befestigt. Unterhalb der Dichtung 5 ist
die Ringleitung 7 angeordnet und ebenfalls am aufstehenden Rand 6 der Schwimmdecke 1 befestigt und
gibt durch die Gasaustrittsöffnungen in ihrer Wandung stets Schutzgas in den sie umgebenden Ringraum ab, das
ihr aus der Gaszuleitung 10, gesteuert durch das Ventil 11 über die Gaszuführungsleitung 3, den Leitungsverteiler
2 und die Gaszuführungsleitungen 4, stänuig zugeführt wird. Der verhältnismäßig geringe Schutzgasbedarf,
der in dem von der Dichtung 5, dem aufstehenden Rand 6, dem Flüssigkeitsspiegel 8 und der
Tankwandung 9 begrenzten Raum eine Schutzgasatmosphäre stets aufrechterhält, reicht vollständig aus,
infolge der bestehenden Druckverhältnisse jeder. Kontakt der gelieferten Flüssigkeit mi' Luftsauerstoff
zu vermeiden. Der vertikalen Bewegung der Schwimmdecke 1 setzen die Gaszuführungsleitungen keine
Hindernisse oder Hemmungen entgegen. Vielmehr folgen sie diesen Bewegungen und bleiben funktionsfähig,
so daß die erforderliche Schutzgasatmosphäre in der Randzone der Schwimmdecke stets aufrechterhalten
bleibt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (7)
1. Verfahren zur Lagerung von sauerstoff-empfindlichen
Flüssigkeiten unter Verwendung von Schutzgas in Festdachtanks mit Schwimmdecke, bei
denen die Außenfläche des aufstehenden Randes der Schwimmdecke mit einer an der Innenfläche der
Tankwandung gleitenden Dichtung ausgerüstet ist, die einen Abstand zum Flüssigkeitsspiegel der
Tankfüllung aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß in den von Dichtung, Tankwandung
und Flüssigkeitsspiegel der Tankfüllung begrenzten Ringraum ein dem Volumen dieses
Ringraumes etwa entsprechendes Schutzgasvolumen eingeleitet und dieses Schutzgasvolumen unter
einem geringen Überdruck dauernd aufrechterhalten wird.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspmch I, dadurch gekennzeichnet, daß auf
dem Boden der Schwimmdecke (1) ein Leitungsverteiler (2) angeordnet ist, dessen einer Hauptarm mit
einer in ihrer Länge veränderlichen Gaszuführungsleitung (3) und dessen andere Arme mit Gaszuführungsleitungen
(4) verbunden sind, die zu einer unterhalb der Schwimmdecken-Dichtung (5) an der
Außenfläche des aufstehenden Randes (6) der Schwimmdecke (1) angeordneten Ringleitung (7)
führen und damit verbunden sind, welche in regelmäßigen Abständen in ihrer Wandung Gasaustrittsöffnun^en
aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß in der Gaszult uung (10) ein automatisch
arbeitendes Ventil (1 >.) angeordnet ist, das über eine druckabhängig oder meng «abhängig arbeitende
Regeleinrichtung (12) gesteuert wird, die in den von diesem Ventil (11) zu der Ringleitung (7)
führenden Gaszuführungsleitungen (3, 4) angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die längenveränderliche Gaszuführungsleitung
(3) durch das Festdach c'ss Tanks
und den darunter liegenden Gasraum zu dem eingezogenen Boden der Schwimmdecke (1) geführt
und dort mit dem Hauptarm des Leitungsverteilers (2) verbunden ist
5. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die längenveränderliche Gaszuführungsleitung
(3) in der Nähe des Tankbodens durch die Seitenwandung des Tanks und etwa durch die Mitte des Bodens der Schwimmdecke (1) geführt
und dort mit dem Hauptarm des Leitungsverteilers (2) verbunden ist
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die längenveränderliche
Gaszuführungsleitung (3) ein Schlauch aus einem gegen die Lagerflüssigkeit resistenten und flexibelelastischem
Material ist, bei dem die Länge des im Tank befindlichen Abschnitts größer ist als die
Länge des mögjxhen Weges der Schwimmdecke (I) in dem Tank.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die längenveränderliche
Gaszufülirungsleitung (3) in ihrem im Tank befindlichen Abschnitt als Gelenkrohr mit wenigstens
drei Gliedern ausgebildet ist und in ihrer gestreckten Gesamtlänge etwas größer ist als die
Länge des möglichen Weges der Schwimmdecke (1) in dem Tank.
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1980
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