DE286244C - - Google Patents

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DE286244C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C11ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11CFATTY ACIDS FROM FATS, OILS OR WAXES; CANDLES; FATS, OILS OR FATTY ACIDS BY CHEMICAL MODIFICATION OF FATS, OILS, OR FATTY ACIDS OBTAINED THEREFROM
    • C11C1/00Preparation of fatty acids from fats, fatty oils, or waxes; Refining the fatty acids

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Description

KAISERLICHES A
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 23«. GRUPPE
Dr. ISAAC LIFSCHÜTZ in HAMBURG.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 26. November 1913 ab.
Mit dem hohen Aufschwung und stetigen Wachsen der Wollindustrie wird die Frage nach der rationellen Verwertung des Wollfettes — des quantitativ bedeutendsten Abfallstoffes der rohen Wolle — immer dringender. Der Konsum des Wollfettes als Salbenbasis (Lanolin usw.) sowie seine Verwertung als Fettersatz für Schmier- bzw. Einfettungszwecke sind jetzt schon nicht im entferntesten ausreichend, die Produktion der Wollwäschereien an Wollfett zu verbrauchen. Es hat daher an Versuchen nicht gefehlt, aus dem Wollfett andere Produkte herzustellen und namentlich seine quantitativ sehr erheblichen wachsartigen, Bestandteile als Kunstwachs dem hierfür sehr aufnahmefähigen Markte zuzuführen. Alle diese Versuche haben jedoch bisher keine befriedigenden Ergebnisse geliefert, u. a. auch deswegen, weil bei ihnen das Wollfett erst in
so ein Zwischenprodukt verwandelt und aus diesem dann die Wachsmasse gewonnen wurde. Gegenstand der Erfindung ist nun ein Verfahren, durch das das Wachs direkt gewonnen werden kann, und zwar beruht sie auf der neuen Beobachtung, daß die Löslichkeit der Fettsäuren des Wollfettes als solcher oder als Alkaliseifen sowie der Alkohole desselben in Alkoholen, wie Holzgeist oder Spiritus (oder auch sonstigen mit Wasser mischbaren Mitteln), fast regelmäßig mit den Schmelzpunkten der entsprechenden freien Fettsäure und der Alkohole im umgekehrten Verhältnis steigt und sinkt, so daß sich z. B. die Lanocerinsäure (vom Schmelzpunkt 104 ° C) oder das lanocerinsaure .Alkali und die festen Cholesterine (Schmelzpunkte: 145° bzw. 1370C) in 60 bis 70 Prozent Spiritus gar nicht oder am schwersten, die ölsäure (Schmelzpunkt 15" C) oder deren Alkaliseifen und die weiche »Cholesterinfraktion 20« aber am leichtesten lösen.
Wäscht man daher das Verseifungs- oder Spaltungsprodukt des Wollfettes mit Spiritus bei gewöhnlicher Temperatur genügend aus, so gehen die leicht schmelzbaren und flüssigen Bestandteile in Lösung, während die schwerer schmelzbaren wachsartigen Anteile als fester, kristallinisfiher Brei zurückbleiben, welcher nach Beseitigung des Spiritus und Freilegung des darin enthaltenen sauren Teils eine hellgelbe, wachsartige, bei 65 bis 68° C schmel- zende Masse liefert. Diese besteht größtenteils aus den schwerer schmelzenden Alkoholen und Fettsäuren des Wollfettes.
Ein Beispiel der Ausführung des Verfahrens ist folgendes:
1000 kg rohes, saures oder neutrales Handelswollfett werden verseift (gespalten), das Reaktionsprodukt wird in ein geeignetes Waschgefäß abgelassen und dort mit 60 bis 7oprozentigem Spiritus bei gewöhnlicher Temperatur ausgewaschen. Der nach genügendem Waschen feste weiße Brei wird mit dem gleichen Volumen Wasser, das mit der nötigen Menge Mineralsäure vermischt war, versetzt und bis zum Abdestillieren des Spiritus erhitzt. Nach kurzer Klärung wird das Wasser abgelassen und die geschmolzene Wachsmasse nach eventueller Reinigung mit Bezug auf Farbe und Geruch in Formsatten aμfgefangen. Man erhält so nach dem Erkalten eine hell-
Iz. Aiißage. ausgegeben am ig. Februar tgm.)
gelbe, geruchfreie Wachsmasse, die im Bruch dem Carnaubawachs, im Schnitt, Schmelzpunkt und Knetbarkeit dagegen dem Bienenwachs sehr ähnlich ist.
S Wie schon aus dem Wesen des Verfahrens hervorgeht, läßt sich durch Verwendung von stärkerem Spiritus der Schmelzpunkt noch wesentlich erhöhen.
Die Ausbeute an Wachs beträgt — je nach
ίο der Beschaffenheit des Rohmaterials — 35 bis 40 Prozent vom rohen sauren Wollfett bzw. 45 bis 50 Prozent vom rohen Neutralwollfett.
Die spirituosen Waschlaugen kann man in an sich bekannter Weise verwerten, indem, man sie in üblicher Weise auf Wollfettsäure verarbeitet. Sie enthalten den verlustfreien Rest des aufgewendeten Rohmaterials.
Das Verfahren kann auch so geleitet wer-
ao den, daß man sofort nach der Verseifung oder sonstigen Spaltung des Materials das Produkt aussäuert oder von dem sonstigen Spaltmittel befreit und die freigelegten Spaltungsprodukte mit Spiritus oder Holzgeist auswäscht. Der zurückgebliebene Brei wird analog wie oben behandelt. Die Waschlaugen ergeben das gleiche Produkt wie die obigen Waschlaugen.
Die technischen Vorteile dieses Verfahrens gegenüber den bisher bekannten sind folgende:
i. Die Einheitlichkeit des Lösungsmittels und die Möglichkeit, Spiritus allein und in verdünntem Zustande als Lösungs- und Waschmittel zu verwenden.
2. Die wachsartige Beschaffenheit des Produktes, sein hoher Schmelzpunkt, seine gute •Ausbeute sowie die Möglichkeit, völlig einheitlich und nicht fraktionsweise zu arbeiten.
"3. Bei der Einfachheit der wenigen Manipulationen und dem relativ geringen Raumaufwand ist man in der Lage, das Wollfett in nur zwei Produkte zu spalten, von denen selbst das minderwertigere, die Wollfettsäure, weit marktfähiger und wertvoller als das Ausgangsmaterial selbst ist.
Im allgemeinen kennzeichnet sich das vor-Hegende Verfahren durch ein Produkt, welches aus den nur hochschmelzbaren Fettsäuren und ebensolchen Alkoholen des Wollfettes besteht, was es den wirklichen Wachsarten durch seine hohe Verseifbarkeit sehr ähnlich macht. Hierdurch unterscheidet sich auch das Verfahren von bereits bekannten Verfahren, welche lediglich auf eine totale Trennung der Spaltungsprodukte des Wollfettes in technisch reine Fettsäuren und ebensolche Alkohole hinauslaufen.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Gewinnung einer Wachsmasse aus Wollfett o. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß das in beliebiger Weise verseifte oder gespaltene Wollfett mit einem wasserlöslichen Lösungsmittel.insbesondere mit Spiritus oder Holzgeist, bei gewöhnlicher Temperatur so lange ausgewaschen wird, bis die festen Bestandteile nach eventueller Reinigung ein wachsähnliches Produkt ergeben, während die Waschlaugen in an sich bekannter Weise zu Fettsäuren verarbeitet werden. können.
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