DE286138C - - Google Patents
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- G—PHYSICS
- G11—INFORMATION STORAGE
- G11B—INFORMATION STORAGE BASED ON RELATIVE MOVEMENT BETWEEN RECORD CARRIER AND TRANSDUCER
- G11B3/00—Recording by mechanical cutting, deforming or pressing, e.g. of grooves or pits; Reproducing by mechanical sensing; Record carriers therefor
- G11B3/44—Styli, e.g. sapphire, diamond
- G11B3/46—Constructions or forms ; Dispositions or mountings, e.g. attachment of point to shank
- G11B3/48—Needles
Landscapes
- Pens And Brushes (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Erfindung bezieht sich auf Stifte für Sprechmaschinen und besonders auf solche
Stifte oder Nadeln, die zum Gebrauch bei Sprechmaschinen für die Tonwiedergabe von
im Handel befindlichen Schallplatten dienen. Die- für gewöhnlich bei Sprechmaschinenplatten benutzten Nadeln oder Stifte aus Stahl
sollen nur einmal benutzt werden. Wenn ein Stahlstift einmal zur Wiedergabe der Aufzeichnungen
einer Platte verwendet ist, ist es üblich, ihn fortzuwerfen und durch einen neuen Stahlstift zu ersetzen, wenn die Platte
abgespielt werden soll.
Die Spitze eines Stahlstiftes ist nach einmaliger Verwendung stets in merklicher Weise
abgenutzt. Hierbei entsteht für gewöhnlich eine scharfe Kante, welche dazu neigt, die
Wände der Rille wegzuschneiden oder übermäßig abzunutzen, besonders dann, wenn der
Stift bei einer zweiten Platte mit Rillen nicht genau derselben Form und desselben Querschnittes
benutzt wird oder der abgenutzte Stift unter einem anderen Winkel oder in einer anderen Stellung eingesetzt wird als bei
der ersten Wiedergabe.
Die Erfindung ist nun darauf gerichtet, die Notwendigkeit der Auswechslung des Stiftes
nach jeder Wiedergabe zu vermeiden, und einen Stift zu schaffen, der bei einer großen
Anzahl verschiedener Platten benutzt werden kann, ohne diese erheblich zu beeinträchtigen.
Es hat sich herausgestellt, daß, wenn ein Stift aus Wolfram besteht, dieser Stift wiederholt
.zur Wiedergabe von verschiedenen Platten benutzt Averden kann, ohne daß man die Spitze
des Stiftes wieder herzustellen braucht, und ohne daß die Wände der Schallkurve beschädigt
werden.
Wolfram ist oberflächlich bedeutend wei- eher
als Stahl, und man sollte hiernach eigentlieh annehmen, daß das Wolfram bei der Tonwiedergabe
von einer Schallplatte vermöge der abschabenden Wirkung des Materials der Schallplatte auf den in Eingriff mit der Schallkurve
befindlichen Stift einer weit stärkeren Abnutzung unterliegt als Stahl. Es hat sich
aber herausgestellt, daß ein Stift aus Wolfram zur Wiedergabe der Laute mittels der gewöhnlich
im Handel befindlichen Schallplatten besondere und unerwartete Eigenschaften besitzt.
Es nutzt sich nämlich während der ersten paar Umdrehungen der Wiedergabeplatte, deren Nut mit dem Wolframstift in
Eingriff steht, ein neuer Wolframstift sehr viel stärker ab, als eine Stahlnadel derselben
Größe und Form, während sich nach den ersten paar Umdrehungen der Wolframstift viel weniger abnutzt als ein Stahlstift. Es ist
Tatsache, daß nach den ersten paar Umdrehungen der Wiedergabeplatte und nachdem die erste Abnutzung an dem Stift entstanden
ist, die Abnutzung so wenig fortschreitet, daß
sie tatsächlich vernachlässigt werden kann. Das Maß der Abnutzung, die ein Wolframstift
während der Wiedergabe einer gewöhnlichen Lautplatte erfährt, erklärt sich daraus,
daß, wenn eine Stahlnadel nur zwei- oder dreimal über eine Platte gelaufen ist, ihre Spitze
für gewöhnlich so weit ist, daß sich eine Schulter bildet, welche die Oberfläche der Schallkurve
derart verletzt, daß die Wiedergabe der
ίο Laute sehr unbestimmt wird. Ein Wolframstift
kann dagegen 300 bis 400 mal über dieselbe Platte laufen, ehe die Wiedergabe beginnt
undeutlich zu werden.
Nachdem die Spitze eines Wolframstiftes durch die abschabende Wirkung des Schallplattenmaterials
derart abgenutzt ist, daß die Spitze in die Rille paßt, ist die weitere Abnutzung
der Spitze des Wolframstiftes sehr gering. Es zeigt sich, daß, wenn sich einmal zAvischen dem Ende des Stiftes und den Wänden
der Schallkurve eine bestimmte Tragfläche gebildet hat, die Abnutzung des Wolframstiftes
außerordentlich gering ist.
In der Zeichnung sind einige Ausführungsformen der Erfindung beispielsweise wiedergegeben.
Es sind:
Fig. ι Ansicht der Schalldose einer Sprechmaschine,
die mit einem auf einer Wicdergabeplatte laufenden Wolframstift versehen
ist, der zur besseren Klarstellung in vergrößertem Maßstabe gezeichnet ist,
>
Fig. 2 eine stark vergrößerte Ansicht einer Form des verbesserten Wolframstiftes,
Fig. 3 Schnitt durch die Spitze des Stiftes nach Fig. 2,
Fig. 4 und 5 Ansicht und Schnitt einer geänderten Form eines Wolframstiftes, bei dem
der Stift elliptischen Querschnitt hat,
Fig. 6 schematische Darstellung einer Schallkurve in stark vergrößertem Maßstabe
mit Querschnitten durch in der Ebene der Oberfläche der Platte geschnittene Stifte gemäß
Fig. 2 und 4,
Fig. 7 Schnitt einer weiteren abweichenden Ausführungsform des Stiftes.
In die Schalldose 1 von beliebiger bekannter Bauart ist der neue Stift 2 eingesetzt; die
Platte 3 mag bekannter Art sein, vorzugsweise eine solche, bei welcher die Schallkurve
aus einer wellenförmigen Rille 4 von im wesentlichen gleicher Weite und Tiefe besteht,
und spiralförmig an der Oberfläche der Platte angeordnet ist, während die Seitenwände der
Rille parallel sind und Wellungen entsprechend den Tonwellen aufweisen. Die Rille 4
einer solchen Platte ist in Fig. 6 schematisch angedeutet. Es kann aber auch eine Platte benutzt
werden, bei der sich die Tonwellen in Erhöhungen und Vertiefungen ausprägen. ■
Die in den Fig. 1, 2 und 3 dargestellte Stiftform zeigt einen zylindrischen Teil 5 wesent- j
lieh von derselben Gestalt wie ein gewöhnlicher Stahlstift mit einem kegelförmigen
Teil 6 und einer im Querschnitt kreisrunden Spitze 7, deren Durchmesser etwas geringer
als der Abstand zwischen den oberen Kanten der Wandungen der Schallkurve ist, damit
sich an den Flanken der Spitze zwischen den abgenutzten und nicht abgenutzten Teilen, kein
Ansatz bildet. Dem Ende der Spitze wird zweckmäßig die Form des Querschnittes der
Schallkurve gegeben. Die Spitze 7 besteht aus Wolfram, während.die Teile 5 und 6 auch
aus anderen Stoffen bestehen können.
Die in den Fig. 4 und 5 dargestellte Ausführungsform
unterscheidet sich von den Fig. ,1 bis 3 nur in der Form der Spitze. Hier weist
die Spitze 9 nämlich elliptischen Querschnitt auf, und dieser Stift wird so gebraucht, daß
die längere Achse der Ellipse quer zur Längsachse der Rille 4 gestellt wird. Aus den angegebenen Gründen ist die Längsachse der
Ellipse etwas kürzer als'der Abstand zwischen den oberen Kanten der Wandungen der Rille.
Diese Form des Stiftes kann unter einem geringeren Winkel zur Plattencbcne eingestellt
werden, als der in den Fig. 1 bis 3 dargestellte Stift, ohne daß er die feineren Schwingungen
der Lautrille überbrückt.
In Fig. 7 ist eine weitere Ausführungsform go
wiedergegeben, bei der die Wolframspitze fest in das Ende des konischen Teiles 6' des Hauptteiles
5' des Stiftes eingesetzt ist.
Der einzige Teil des Stiftes, welcher mit der Schallkurve in Eingriff steht, ist die Spitze.
Wenn diese Spitze, nachdem sie viele Male zur Wiedergabe benutzt worden ist, endlich
bis zum Ende des konischen Teiles 6 oder 6' abgenutzt ist, muß der Stift entweder durch
Schleifen o. dgl. angespitzt werden, wenn der Stift ganz aus Wolfram besteht, oder die
Spitze muß z. B. bei der Ausführungsform der Fig. 7 entfernt und durch eine neue
Wolframspitze ersetzt werden. Es ist aber im Auge zu behalten, daß die Spitze des Stiftes
erst nach einer großen Anzahl von Benutzungen zur Wiedergabe bis auf das konische Ende
des Stiftes abgenutzt wird, und daß der Stift, nachdem seine Spitze einmal durch die schabende
Wirkung der Schallplattenkurve so ge- no staltet ist, daß sie mit der Form des Querschnittes
der Schallkurve übereinstimmt, nur wenig mehr abgenutzt wird.
Bei der Benutzung von aus Wolfram bestehenden Stiften ist es zweckmäßig, den Stift
so einzusetzen, daß seine Achse so senkrecht wie möglich zur Plattenebene steht. Allerdings
stellen sich dem Versuch, einen Wolframstift genau unter 900 zur Ebene der Plattenfläche
einzustellen, Schwierigkeiten entgegen. Die geringen Abmessungen der Spitze des Stiftes bringen leicht den ganzen Stift
längs der Rille zum Klappern oder Schwingen, wenn der Stift vollkommen senkrecht zur
Plattenebene eingestellt ist. Es werden aber gute Erfolge erzielt, wenn der Winkel, den
der Stift zur Oberfläche der Platte bildet, wie Fig. ι andeutet, zwischen 80 und 88° beträgt.
Wie dargelegt wurde, nutzt sich ein Wolframstift sehr schnell so weit ab, bis er mit
den Wandungen der Schallkurve überein-
to stimmt, und hierbei nutzt er sich zunächst bedeutend mehr ab als eine Stahlnadel. Infolgedessen
wird der Querschnitt des mit den Wandungen der Schallkurve in Eingriff stehenden
Teiles des Stiftes erheblich größer sein als der eines Stahlstiftes derselben Gestalt. Wird
demnach der Stift unter einem erheblich von 90 ° abweichenden Winkel zur Plattenebene
gestellt, z. B. unter einem Winkel von 450, so würde die mit den Wandungen der Schallkurve
in Eingriff, stehende Fläche am Ende des Stiftes in Richtung der; Nut erheblich ausgedehnt
werden, wie dies in Fig. 6 bei 11 an-. gedeutet ist. Eine so verlängerte Tragfläche
läßt den Stift Stellen der Schallkurve 4 mit feineren und kürzeren Biegungen oder Wellungen 13 leicht überbrücken. Um diesem Bestreben
entgegenzutreten, bildet man die Spitze des Stiftes zweckmäßig in der Querrichtung
elliptisch aus, so daß die anliegenden Flächen 12 des Stiftes in der Längsrichtung
der Schallkurve so kurz wie möglich gehalten werden, wodurch der Stift selbst den feinsten
Schwingungen der Lautrillenwände frei und leicht zu folgen vermag.
Die Beschaffenheit des Tones, der bei Benutzung eines in der angegebenen Weise ausgestalteten
und benutzten Stiftes entsteht, ist im wesentlichen dieselbe wie die bei Benutzung
einer Stahlnadel derselben Form und Abmessungen. Wenn bei der Benutzung eines Wolframstiftes' gegenüber einem Stahlstift
ein wesentlicher Unterschied in der Beschaffenheit des Tones oder Lautes auftritt,
so besteht der Unterschied in der Hauptsache darin, daß bei der Benutzung des Wolframstiftes,
während der Wiedergabe der Töne weniger Kratzen oder Zischen auftritt als bei
Benutzung eines Stahlstiftes.
Eine weitere Eigentümlichkeit des Wolframs bei der Benutzung für die Herstellung
eines Stiftes zur Tonwiedergabe von den üblichen im Handel befindlichen Sprechplatten
ist die, daß Wolfram die Wandungen der Schallkurve der Wiedergabeplatte nicht abnutzt,
sondern glättet.
Als Ausführungsbeispiel einer Wolframlegierung, welche sehr gute Erfolge ergeben
hat, sei Wolframstahl mit etwa 14 Prozent Wolfram bezeichnet.
Ein weiterer und wichtiger Fortschritt durch den Gebrauch eines Wolframstiftes
gegenüber einer Stahlnadel zur Wiedergabe von Plattenaufzeichnungen besteht in der
Tatsache, daß bei der Benutzung eines Wolframstiftes die Wiedergabe der Töne von Anfang
bis zu Ende der Schallkurve klar bleibt. Eine Stahlnadel, wie sie gewöhnlich benutzt
wird, kann während der Wiedergabe einer langen Aufnahme so abgenutzt werden, daß
sich an der Spitze des Stiftes in Richtung der Lautrille eine flache Oberfläche von erheblicher
Ausdehnung bildet, die geeignet ist, die feineren Biegungen in den Wandungen der
Lautrille zu überbrücken. Ein Wolframstift hingegen ist einer solchen Abnutzung nicht
ausgesetzt, da eine verhältnismäßig kurze tragende Oberfläche an der Spitze des Wolframstiftes
bewahrt werden kann, die .den Stift nicht hindert, jenen feineren Schwingungen
genau zu folgen. Der Erfolg ist, daß bei einem Wolframstift die Güte der Wiedergabe
der Laute am Ende im wesentlichen dieselbe ist wie am Anfang.
Claims (2)
1. Sprechmaschinenstift, dadurch gekennzeichnet, daß die Spitze des Stiftes
aus Wolfram oder einer Wolframlegierung besteht.
2. Stift nach Anspruch 1, dadurch ge- go
kennzeichnet, daß er aus Wolframstahl besteht.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE286138C true DE286138C (de) |
Family
ID=541481
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT286138D Active DE286138C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE286138C (de) |
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0
- DE DENDAT286138D patent/DE286138C/de active Active
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