DE28546C - Neuerung an dem unter Nr. 22620 patentirten Verfahren zur Darstellung von Kupfer-Zinn- und Kupfer-Zink-Legirungen mit oder ohne Zusatz von Blei, welche bestimmte Mengen Eisen oder Mangan enthalten - Google Patents
Neuerung an dem unter Nr. 22620 patentirten Verfahren zur Darstellung von Kupfer-Zinn- und Kupfer-Zink-Legirungen mit oder ohne Zusatz von Blei, welche bestimmte Mengen Eisen oder Mangan enthaltenInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 40: Hüttenwesen.
in DÜSSELDORF.
oder Mangan enthalten.
Zusatz-Patent zu No. 22620 vom 2. November 1882.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 3. Januar 1884 ab. Längste Dauer: !.November 1S97.
In dem Haupt-Patente ist die Einführung von bestimmten Zuschlägen von Eisen in die dort
erwähnten Legirungen durch Auflösen des Eisens in geschmolzenem Zink bis zur Sättigung
und die Desoxydation der in solchen Legirungen stets vorhandenen Oxyde durch Zusatz von
Mangan als Mangan-Kupfer bei event. Ueberschufs von Mangan beschrieben.
Die Neuerung, die an dem Fabrikationsverfahren jetzt zur Anwendung gelangt, besteht
darin, nicht reines Eisen, wie in dem Haupt-Patent erwähnt, sondern ein Eisen zu verwenden,
welches bereits mit Mangan verbunden ist, also in Form von Spiegeleisen, Ferromangan etc.,
und wird dieses letztere genau nach der in dem Haupt-Patent beschriebenen Methode in Zink
aufgelöst, wodurch der nach dem älteren Verfahren erforderlich gewesene Zusatz von Mangan-Kupfer
theilweise oder auch gänzlich vermieden werden kann. Dabei kann auch das in dem
älteren Patent No. 18603 desselben Erfinders beschriebene Desoxydationsverfahren mit Phosphoreisen
gleichfalls zur Verwendung gelangen, jedoch nur in Verbindung mit Mangan, also indem
Mangan-Eisen oder Mangan-Kupfer zu diesem Zweck zugesetzt wird.
In dem Haupt-Patent wird zwar der Zusatz von Ferromangan als nachtheilig . erwähnt. Es
ist aber dieses nur darum der Fall, weil früher dieses Ferromangan in geschmolzenem Zustande
zu dem geschmolzenen Kupfer zugesetzt worden ist, so dafs, da der Schmelzpunkt des Ferromangans,
wie bekannt, sehr hoch liegt, auch trotz der gröfsten Vorsicht das Mangan sich theilweise oder gänzlich oxydirte und aufserdem
die Operation besonderer Oefen bedurfte, welche sehr hohe Hitze erzeugen mufsten und dadurch
einen grofsen Verschleifs an Tiegeln hervorbrachte.
Wird aber auch Ferromangan in der gleichen Weise in Zink aufgelöst, wie das bei dem
Haupt-Patent mit dem reinen Eisen beschrieben worden ist, so sind die vorstehend genannten
Nachtheile vollständig beseitigt.
Die Operation, d. h. das Auflösen, geschieht bei einer verhältnifsmäfsig niedrigen Temperatur,
ca. 9000, der Tiegelverschleifs ist sehr gering und die erzielten Resultate, d. h. also die in
dem geschmolzenen Zink bis zur Sättigung aufgelöste Quantität Spiegeleisen oder Ferromangan
bleibt bei der erwähnten Temperatur stets genau dieselbe. Es wird dabei möglichst reines Spiegeleisen
oder Ferromangan verwendet, wie solches mit garantirtem Mangangehalt in dem Handel
zu kaufen ist, und natürlich immer solches ausgewählt, welches eine dem verlangten Zweck
entsprechende Quantität Mangan enthält. Dieses so gewählte Spiegeleisen oder Ferromangan
wird in Stücken in das geschmolzene Zink gebracht und das Zinkbad so lange erhitzt, bis
das Zink sich zu verflüchtigen anfängt, was ungefähr bei 9000 C. geschieht, also genau in
derselben Weise, wie es im Haupt-Patent für die Auflösung von Eisen beschrieben worden ist,
das Mangan löst sich hierbei mit dem damit verbundenen Eisen gleichmäfsig auf und wird eine
gesättigte Lösung von Eisen und Mangan erhalten, welche an beiden Stoffen zusammen bis
9 pCt. des angewendeten Zinkes enthält.
Das Verhältnifs des Eisens und des Mangans in der so erhaltenen Legirung ist genau dem
Verhältnifs entsprechend, welches zwischen den genannten Stoffen in dem Ferromangan oder
Spiegeleisen, das zur Verwendung gelangte, bestand.
Wird also z. B. ein Ferromangan verwendet, welches 60 pCt. Eisen und 40 pCt. Mangan
enthält, so enthält dann die gesättigte Lösung 5,4 pCt. Eisen und 3,6 pCt. Mangan, zusammen
also 9 .pCt der genannten Stoffe. Diese gesättigte Lösung wird in Barren gegossen und
die letzteren mit oder ohne einem Zusatz von reinem Zink zu dem geschmolzenen Kupfer
genau in derselben Weise hinzugesetzt, wie in dem Haupt-Patent bereits beschrieben ist.
Während der in dem Ferromangan und Spiegeleisen enthaltene Kohlenstoff bei dem
Auflösen in geschmolzenem Zink sich einfach ausscheidet und vernachlässigt werden kann, ist
es nöthig, auf einen etwaigen Gehalt an Silicium zu achten, und falls in den verwendeten Stoffen
(Ferromangan und Spiegeleisen) dieser Gehalt mehr als 5 pCt. beträgt, mufs eine entsprechend
gröfsere Quantität von reinem Zink zugesetzt werden, als im Falle kein Silicium zugegen,
wäre, um der Eigenschaft des letzteren, die Legirung härter zu machen, entgegen zu streben.
Ist der Gehalt an Silicium geringer als 0,5 pCt., so braucht auch hierauf, wie auf den Kohlenstoffgehalt
bei der Berechnung der Zusammensetzung keine Rücksicht genommen zu werden.
Man kann auch genau so, wie in dem Haupt-Patent für das Eisen beschrieben worden ist,
das Ferromangan oder Spiegeleisen statt in dem Zink in dem Kupfer auflösen und dann dieses,
mit oder ohne reines Kupfer, mit Zink zusammenschmelzen.
Diese Methode ist jedoch nicht so gut, wie die zuerst beschriebene, besonders deshalb, weil
kein bestimmtes Resultat möglich ist, ohne das Kupfer auf feinen Mangangehalt zu analysiren,
was bei Auflösung in Zink nicht nöthig wird.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Herstellung von Kupfer -Zink- und Kupfer-Zink-Zinn-Legirungen, welche ganz bestimmte Quantitäten von Eisen und Mangan enthalten, indem Ferromangan oder Spiegeleisen entwedera) in Zink bis zur vollständigen Sättigung aufgelöst und dieses sodann mit oder ohne Zusatz von reinem Zink dem Kupfer oder Kupfer-Zinn zugesetzt wird; oderb) in Kupfer, entsprechend dem Mangangehalte des letzteren, aufgelöst und dann dieses mit oder ohne reines Kupfer mit Zink zusammengeschmolzen wird.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE28546C true DE28546C (de) |
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