DE2853705C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
Metallgegenständen nach dem Oberbegriff des Patentan
spruchs 1.
Turbinenantriebsbauteile mit von einer Nabe auswärts ab
stehenden Flügeln oder Schaufeln wurden gemäß der US-PS
36 69 177 mit Hilfe eines Wachsmodells hergestellt, das
eine der Form der Flügel oder Schaufeln entsprechende
Form hat. Dieses Wachsmodell wird mit einem feuchten Über
zug aus flüssigem keramischem Formmaterial bedeckt. Nach
dem Trocknen des keramischen Formmaterials wird das Wachs
modell entfernt, so daß ein Gießhohlraum entsteht, dessen
Form der Form des Modells entspricht. Danach wird zur For
mung der Nabe und der Schaufeln eine Metallschmelze in
den Formhohlraum gegossen.
Bei der Herstellung von Turbinenantriebsteilen in der zu
vor beschriebenen Weise werden die Turbinenschaufeln und
die Nabe zur gleichen Zeit einstückig aus dem gleichen
Metall gegossen. Zur Erreichung der Vorteile, die sich
aus der unabhängigen Herstellung der Schaufeln von der
Nabe ergeben, wird gemäß der US-PS 40 08 052 ein vorge
formter Metallteil in einem Formhohlraum positioniert, in
den danach eine Metallschmelze eingegossen wird. Dieses
bekannte Verfahren erfordert eine Herstellung der Gießform
unabhängig von der Turbinenschaufel bzw. anderen Vorform
lingen.
Bei einem in der US-PS 10 05 736 beschriebenen Gießver
fahren wird eine Vielzahl von Laufschaufeln in einer kreis
förmigen Gruppierung in einer Sandform angeordnet. Der
Sand wird dabei um die Schaufeln herumgepackt und in einem
Ofen getrocknet. Mit dem getrockneten Kern wird dann ein
Sandformmantel und ein Formkasten verbunden, die eine der
Nabe des Turbinenrades entsprechende Form haben. Dazu ist
festzustellen, daß das Verfahren nach dieser Patentschrift
ein verhältnismäßig schwieriges Sandformverfahren ist und
sich nicht zur Verwendung mit keramischen Formen eignet.
Aus der DE-OS 22 00 226 ist ferner bereits ein Verfahren
zur Herstellung von Metallgegenständen, die eine Vielzahl
von einer Nabe auswärts abstehender Flügelkörper aus Metall
aufweisen, bekannt, bei welchem die Flügelkörper in einer
Form zu einer kreisförmigen Gruppierung angeordnet werden,
worin die Wurzelenden der Flügelkörper aneinandergrenzen,
woraufhin die Wurzelenden der Flügelkörper mit in die Form
eingegossener Metallschmelze zur Bildung einer sie verbin
denden Nabe umgossen werden. Die Form ist bei diesem be
kannten Verfahren aus gegeneinandergepreßten einzelnen Form
teilen aufgebaut.
Bei der Herstellung eines Erzeugnisses mittels einer kera
mischen Form ist zu beachten, daß der Wärmedehnungskoeffi
zient des keramischen Formmaterials sich von dem Wärmedeh
nungskoeffizienten etwa eingelegter Metall-Vorformlinge
wesentlich unterscheidet. Wenn daher eine keramische Form
um einen Metall-Vorformling in einer Weise ausgebildet
wird, wie dies bei dem Herumpacken von Sand um den Metall-
Vorformling nach dem Verfahren gemäß der US-PS 10 05 736
der Fall ist, würde die verhältnismäßig große Wärmedehnung
des Metall-Vorformlings zu einer Beschädigung der Form
führen, wenn diese zusammen mit dem Vorformling vor dem
Gießen eines Erzeugnisses vorgewärmt wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem gat
tungsgemäßen Verfahren zur Herstellung der Gießform auch
die Beschichtung der Flügelkörper mit keramischem Form
material zu ermöglichen, ohne daß die Gefahr besteht, daß
die Gießform aufgrund der beim Einfüllen der Metallschmelze
in die Form auftretenden Erwärmung der Flügelkörper bricht.
Diese Aufgabe wird bei dem gattungsgemäßen Verfahren er
findungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Patent
anspruchs 1 gelöst.
Bei einer besonders zweckmäßigen Ausführungsform der Erfin
dung werden Bereiche der getrennt ausgebildeten Metall-
Flügelkörper mit einem dünnen Wachsüberzug versehen. Die
Flügelkörper werden dann in einem Kreis angeordnet und mit
einem feuchten Überzug aus keramischem Formmaterial bedeckt.
Das keramische Formmaterial trocknet unter Bildung eines
ringförmigen Formwandabschnittes mit Aussparungen, die eine
der Form der Flügelkörper entsprechende Form haben. Der
Wachsüberzug wird dann beim Brennen des keramischen Form
materials aus den Aussparungen entfernt. Beim Abkühlen
führt dies zu der Ausbildung eines Zwischenraums zwischen
den Flügelkörpern und den Seitenwänden der Formaussparun
gen, in denen die Flügelkörper angeordnet sind. Der Form
aufbau wird dann durch die Verbindung der oberen und un
teren Formwandabschnitte mit dem ringförmigen Formwand
abschnitt vervollständigt, der die Flügelkörper bzw.
Schaufeln enthält.
Vor dem Eingießen einer Metallschmelze in den Formaufbau
wird dieser auf eine verhältnismäßig hohe Temperatur vor
erhitzt. Wenn der Formaufbau und die metallischen Flügel
körper erhitzt werden, dehnen sich die letzteren stärker
aus als das diese umgebende keramische Formmaterial. Auf
grund ihres höheren Wärmeausdehnungskoeffizienten füllen
die metallenen Flügelkörper die Aussparungen, in denen sie
angeordnet sind, vollständig aus, wenn der Formaufbau vor
dem Gießvorgang vorgewärmt ist. Die vorliegende Erfindung
ist zwar vorteilhaft zum Gießen eines Gegenstandes brauch
bar, der eine Vielzahl von einer Nabe auswärts abstehende
Flügelkörper wie Schaufeln aufweist, jedoch kann die Er
findung auch zur Herstellung anderer Arten von Gegenstän
den benutzt werden.
Einzelheiten einer besonderen Ausführungsform der Erfin
dung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung und
der Zeichnung. Es zeigt
Fig. 1 eine schematisierte Darstellung eines Turbinen
antriebsbauteils mit einer Vielzahl von einer
Nabe auswärts abstehender Turbinenschaufeln,
Fig. 2 einen Querschnitt eines Teils eines Formaufbaus
zum Gießen des in Fig. 1 dargestellten Turbinen
antriebsteils,
Fig. 3 einen vergrößerten Schnitt eines Teils des in
Fig. 2 dargestellten Formaufbaus, aus der die
Beziehung zwischen einer Metallschaufel und
einer Ausnehmung dargestellt ist, in der ein
Schaufelabschnitt angeordnet ist,
Fig. 4 einen Schnitt mit Darstellung der Art und Weise,
in der eine Metallschaufel in einem Formhohlraum
gehalten ist, während Wachs um den Fuß- bzw. Wur
zelbereich der Metallschaufel herum eingeführt
wird,
Fig. 5 einen vergrößerten Teilschnitt, der die Beziehung
zwischen dem Wachs um den Fußbereich der Schaufel
in dem in Fig. 4 dargestellten Formhohlraum und
einem verhältnismäßig dünnen Wachsüberzug dar
stellt, der nachfolgend auf dem eigentlichen
Schaufelbereich aufgebracht wird, und
Fig. 6 eine Teilschnittdarstellung, die zeigt, auf welche
Weise der wachsbedeckte Fußabschnitt der Schaufel
gehalten wird, während die Schaufel mit einem
feuchten Überzug aus keramischem Formmaterial be
deckt wird.
Ein Turbinentriebwerksteil 10 (Fig. 1) umfaßt generell eine
kreisrunde Nabe 12 und eine Vielzahl radial auswärts abste
hender Turbinenschaufeln 14. Die Turbinenschaufeln 14 und
die Nabe sind vorteilhafterweise aus verschiedenen Metallen
hergestellt. So bestanden bei einem speziellen Ausführungs
beispiel die Turbinenschaufeln aus NiTaC-13-Metall, während
die Nabe 12 aus IN-792-Metall bestand. Zusätzlich waren die
Turbinenschaufeln vorteilhafterweise durch ein elektrochemi
sches Bearbeitungsverfahren hergestellt und elektrolytisch
poliert. Es versteht sich, daß die Nabe und die Schaufeln,
falls erwünscht, auch aus anderem Metallen und auf andere
Art hergestellt werden können. So können die Turbinenschau
feln 14 beispielsweise gegebenenfalls in einem Gießverfahren
mit gerichteter Erstarrung hergestellt werden.
Bei der Herstellung des Turbinentriebwerkteils 10 wird die
Nabe 12 vorteilhafterweise um die Fußendabschnitte 20 (siehe
Fig. 2 und 3) der Turbinenschaufeln 14 herum gegossen, wozu
ein Formaufbau 22 (siehe Fig. 2) verwendet wird. Der Formauf
bau 22 umfaßt einen keramischen, ringförmigen Wandteil 24,
in dem eine Vielzahl in kreisförmiger Gruppierung angeordnete
Aussparungen 26 vorhanden sind. In jeder der Aussparungen 26
des Wandteils 24 ist eine vorgeformte Metall-Turbinenschaufel
14 angeordnet.
Zur Schaffung eines im wesentlichen kreisrunden Formhohlraums,
in dem die Nabe 12 des Turbinentriebwerkteils 10 um die Fuß
bereiche 20 der Schaufeln 14 herum gegossen werden kann, um
faßt der Formaufbau 22 einen kreisrunden Bodenwandteil 30,
der mit einem kreisrunden Flansch 32 des Formwandteils 24
durch ein geeignetes Bindemittel 34 verbunden ist. Zusätz
lich ist ein Aufsatz bzw. ein oberer Formteil 38 mit einem
oberen Flansch 40 des Formwandteils 24 durch einen kreisrun
den Bindemittelkörper 42 verbunden. Der obere und der untere
Formteil 38 und 30 bilden zusammen mit dem Formwandteil 24
einen Formhohlraum 46, in den die Fußenden einer Vielzahl
von Schaufeln 14 aus Metall hineinragen. In den Formhohlraum
46 wird eine Metallschmelze eingegossen, die diesen ausfüllt
und die Fußendbereiche der Schaufeln 14 verbindet.
Die metallenen Schaufeln 14 haben ein höheres Wärmedehnungs
maß als das keramische Formmaterial, das den Wandteil 24
bildet. Zur Anpassung der Ausdehnung der metallenen Schau
feln 14 ist zwischen diesen und den Oberflächen der sie auf
nehmenden Aussparungen 26 ein Zwischenraum vorhanden, so lan
ge der Formwandteil 24 und die Schaufeln Raumtemperatur haben.
Wenn der Formwandteil 24 und die Schaufeln 14 vor dem Gießen
auf eine Temperatur von etwa 980°C bis 1040°C
vorgeheizt werden, dehnen sich die Schaufeln so weit aus,
daß sie die Aussparungen 26 in der in Fig. 3 dargestellten
Weise vollständig ausfüllen. Beim Fehlen des Ausdehnungsfrei
raums für die einzelnen Schaufeln 14 kann die durch die Wär
medehnung eintretende Belastung zu einem Bruch des relativ
spröden keramischen Formmaterials führen, aus dem der Wand
teil 24 besteht. Der Freiraum zwischen den einzelnen Schau
feln 14 und den Seitenwänden der Aussparungen 26 bei Raum
temperatur ist so bemessen, daß die Schaufeln durch die Wär
medehnung in enge Anlage an die Oberflächen der Aussparungen
26 kommen und die Aussparungen in der in Fig. 3 dargestell
ten Weise vollständig ausfüllen, wenn sowohl die Schaufeln
14 als auch der Formwandteil 24 vorgewärmt sind.
Es ist vorgesehen, daß der Formwandteil 24 umherbewegt wird,
wenn die Schaufeln 14 und der Formwandteil Raumtemperatur
haben. Während dieser Handhabung des Formwandteils 24 ist es
wünschenswert, daß jede der Schaufeln 14 in der zugehörigen
Aussparung 26 verbleibt. Es ist außerdem wünschenswert, daß
die losen Schaufeln 14 so in ihren Aussparungen 26 positio
niert sind, daß jede der Schaufeln nach dem Vorheizen zusam
men mit dem Formwandteil 24 eine vorgegebene Ausrichtung ge
genüber der zugehörigen Aussparung hat, wobei ein Kopfendteil
50 in der Schaufel 14 an eine Stirnfläche 52 der Aussparung
26 anstößt.
Um die Schaufeln 14 in den Aussparungen 26 festzuhalten und
bei Raumtemperatur gegenüber den Aussparungen einwandfrei zu
orientieren, sind die identischen Schaufeln jeweils mit meh
reren Vorsprüngen versehen, die sich dem Wandteil 24 anlegen
und die Schaufeln in der vorgesehenen Lage halten. So hat
jede der Schaufeln 14 einen (entsprechend der Darstellung in
Fig. 3) aufwärtsstehenden Haken bzw. Vorsprung 56, der in
einen entsprechend gestalteten Bereich der Aussparung 26 ein
greift. Der Vorsprung 56 die Schaufel gegen eine radiale
Einwärtsbewegung (d. h. gemäß der Darstellung in Fig. 3 eine
Bewegung nach links) fest, so lange die lose Schaufel 14 und
der Formwandteil 24 Raumtemperatur haben. Entsprechend greift
ein radial abstehender Vorsprung bzw. eine radial abstehende
Nase 60, die am Kopfende 50 der Schaufel 14 ausgebildet ist,
in einen entsprechend gestalteten Vorsprungsteil der Ausspa
rung 26 ein, wodurch die Schaufel in Vertikalrichtung (gemäß
der Darstellung in Fig. 3) in der Aussparung positioniert
wird. Durch den Eintritt der Vorsprünge 56 und 60 der Schau
fel 14 mit dem Formwandteil 24 wird die lose Schaufel 14 in
der Aussparung 26 in einer solchen Position gehalten, daß ih
re Erwärmung zu einer Wärmedehnung führt, durch die die Aus
sparung in der in Fig. 3 dargestellten Weise ausgefüllt wird.
Nach einem Merkmal der Erfindung werden die identischen Me
tallturbinenschaufeln 14 während der Herstellung des kerami
schen Formwandteils als Teil eines Modells verwendet. Um die
Turbinenschaufeln 14 als Modelle verwenden zu können, werden
deren Fußendabschnitte 20 zunächst in der in Fig. 4 dargestell
ten Weise mit Wachs bedeckt. Danach werden die Schaufelab
schnitte 64 der Schaufeln in heißes Wachs eingetaucht, wodurch
auf diesen ein dünner Überzug entsteht.
Die mit Wachs überzogenen Turbinenschaufeln 14 werden dann
in kreisförmiger Anordnung in der in Fig. 6 dargestellten
Weise in einer Tauchbefestigung gehalten, während sie in
flüssiges keramisches Formmaterial eingetaucht werden. Der
dabei entstehende feuchte Überzug aus keramischem Formmate
rial, der den Schaufeln aufliegt, wird dann getrocknet. Der
Wachsüberzug über den Schaufelbereichen 64 und den Fußteilen
20 der Turbinenschaufeln wird dann aufgeschmolzen und von dem
Formwandteil 24 entfernt, wenn dieser durch Beheizung bei
einer verhältnismäßig hohen Temperatur aushärtet. Der ent
stehende ringförmige Formwandteil 24 mit den von ihren zu
gehörigen Aussparungen 26 radial einwärtsstehenden Turbinen
schaufeln 14 kann dann mit dem oberen und dem unteren Form
teil 38 und 30 in der zuvor erläuterten Weise verbunden wer
den.
Zur Herstellung des Wachsüberzugs über dem Fußteil 20 der
Schaufel 14 wird diese in einer Form 68 (siehe Fig. 4) posi
tioniert. Die Metallform 68 besitzt einen Hohlraum 70 mit
einem aufwärtsgerichteten Bereich, in dem der Hakenteil 56
der Schaufel 14 aufgenommen wird. Entsprechend weist der
Hohlraum 70 auch einen (gemäß der Darstellung in Fig. 4)
nach rechts vorstehenden Bereich auf, der den Nasenteil 60
der Schaufel 14 aufnimmt. Ein Paar Positionierungsglieder 74
und 76 greift in Kerben 78 und 80 ein, die im Fußendab
schnitt 20 der Schaufel 14 ausgebildet sind, damit eine ein
wandfreie Lageanordnung der Schaufel in dem Hohlraum 70 er
folgt.
Ein Gummisitz bzw. eine Gummidichtung 84 umgibt den eigent
lichen Schaufelbereich 64 der Turbinenschaufel 14 und erfaßt
diesen fest, um so einen Fußbereich 86 des Hohlraums 70 ge
genüber dem Teil des Hohlraums abzudichten, in dem der Schau
felbereich 64 angeordnet ist. Danach wird heißes Wachs unter
Druck in den Fußbereich 86 des Schaufelhohlraums 70 einge
führt. Dieses heiße Wachs bildet einen Überzug 90 über den
Fußendabschnitt 20 der Turbinenschaufel 14.
Der Wachsüberzug 90 über dem Fuß der Turbinenschaufel 14
weist ein Paar genau positionierter zylindrischer Knöpfe
bzw. Warzen 92 und 94 auf, die von entgegengesetzten Sei
ten der Turbinenschaufel 14 nach außen abstehen. Die Wachs
vorsprünge oder Warzen 92 und 94 sind in ihrer Lage in be
zug auf die Turbinenschaufel 14 genau angeordnet und werden
nachfolgend zur Positionierung der Schaufel in der Ein
tauchbefestigung gemäß Fig. 6 verwendet. Zusätzlich zu den
Positionierungswarzen 92 und 94 (Fig. 4) umfaßt der Wachs
überzug 90 einen Hauptabschnitt 98, der eine im wesentlichen
gleichmäßige Dicke hat und den Fußteil 20 der Turbinenschau
gel 14 vollständig umschließt. Es ist hinzuzufügen, daß der
Wachsüberzug 90 entweder aus einem natürlich vorkommenden
Wachs oder aus einem synthetischen Polymermaterial wie Poly
styren hergestellt werden kann und daß hier unter dem Be
griff Wachs sowohl natürliche Wachse als auch synthetische
Wachse vieler verschiedener Zusammensetzungen zu verstehen
sind. Nachdem der Wachsüberzug 90 um den Fußendteil 20 der
Turbinenschaufel 14 sich verfestigt hat, wird diese aus der
Form 68 entfernt. Zu diesem Zeitpunkt ist nur der Fußend
teil 20 der Turbinenschaufel mit Wachs überzogen, während
die Metalloberfläche des eigentlichen Schaufelteils 64 frei
liegt.
Zum Ausgleich der Wärmedehnung des Schaufelteils 64 der Tur
binenschaufel 14 in der Formaussparung 26 (Fig. 3) wird die
ser durch Eintauchen in einen Körper aus heißem, flüssigem
Wachs mit einem dünnen Wachsüberzug versehen. Dies führt zu
einem verhältnismäßig dünnen Überzug 104 (siehe Fig. 5) über
dem Schaufelteil 64 der Turbinenschaufel 14. Bei einer spezi
ellen Auführung hatte der dünne Wachsüberzug 104 eine Dicke
von etwa 0,076 mm (0,003 inches). Der dünne Wachsüberzug 104
erstreckt sich und verbindet sich mit dem Wachsüberzug 90,
der auf dem Fußteil 20 der Turbinenschaufel 14 in der Form 68
(siehe Fig. 4) aufgetragen worden ist. Nachdem der Schaufel
teil 64 zur Bildung des dünnen Überzugs 104 eingetaucht ist,
ist somit die Turbinenschaufel 14 beinahe vollständig mit
Wachs bedeckt.
Nachdem eine Vielzahl von Turbinenschaufeln 14 in der zuvor
erläuterten Weise mit Wachs überzogen ist, werden diese in
einer kreisförmigen Gruppierung in einer Tauchbefestigung 110
(siehe Fig. 4) angeordnet. Die Tauchbefestigung 110 wird zur
Halterung der Schaufeln 14 verwendet, während diese in eine
Aufschlämmung aus keramischem Formmaterial zur Ausbildung
eines feuchten keramischen Formmaterial-Überzuges über dem
Schaufelteil 64 der Turbinenschaufeln eingetaucht werden.
Dieser keramische Überzug wird zur Ausbildung des ringförmi
gen Formwandteils 24 (siehe Fig. 2) getrocknet und gebrannt.
Die Tauchbefestigung 110 umfaßt ein Paar kreisrunder Alumini
umscheiben 112 und 114, die durch ein Distanzteil 116 aus Alu
minium (siehe Fig. 6) voneinander getrennt sind. Die Scheiben
112 und 114 sind mit zylindrischen Löchern 120 und 122 verse
hen, die in kreisförmiger Gruppierung in der Nähe der Umfangs
seitenflächen der Scheiben angeordnet sind. Die Löcher 120
und 122 in den Scheiben sind zur Aufnahme der Wachsknöpfe bzw.
-warzen 92 und 94 exakt positioniert, welche in den Wachskör
pern 90 im Fußendbereich 20 der Turbinenschaufel 14 ausgebil
det sind. Die Löcher werden zur exakten Positionierung der
Turbinenschaufeln 14 untereinander verwendet. Die um den Fuß
endteil 20 der Turbinenschaufeln ausgebildeten Wachskörper 90
sind dabei so bemessen, daß sie in Anlage aneinander kommen,
wenn die Turbinenschaufeln 14 in einer kreisförmigen Anord
nung um den Umfang der Scheiben 112 und 114 herum angeordnet
werden.
Wenn die Turbinenschaufeln 14 in einer kreisförmigen Anord
nung um den Umfang der Scheiben 112 und 114 herum angeordnet
sind, wird ein Paar ringförmiger Wachskörper 126 und 128
durch Spritzformung um die Wachskörper 90 herum geformt, wo
bei sie die Fußendbereiche 20 der Turbinenschaufeln 14 um
schließen. Die ringförmigen Wachskörper 126 und 128 übergrei
fen die Endflächenbereiche 130 und 132 der Scheiben 112 und
114.
Zur Ausbildung des kreisförmigen Formwandteils 24 (siehe Fig.
2 und 3) wird die Tauchbefestigung 110 in eine Aufschlämmung
aus flüssigem keramischem Formmaterial eingetaucht. Obgleich
viele verschiedene Arten von Aufschlämmungen aus keramischem
Formmaterial verwendet werden können, sei beispielsweise er
wähnt, daß die Aufschlämmung erschmolzene Kieselsäure, Zirkon
und andere feuerfeste Materialien in Kombination mit Binde
mittels enthalten kann. Chemische Bindemittel wie Äthylsili
kat, Natriumsilikat und kolloidale Kieselsäure können hierbei
verwendet werden. Zusätzlich kann die Aufschlämmung auch ge
eignete Filmbildner wie Alginate enthalten, durch die die Vis
kosität gesteuert wird, sowie Benetzungsmittel zur Steuerung
der Fließeigenschaften und der Modellbenetzbarkeit.
Der zu Anfang auf das Modell aufgetragene Aufschlämmungsüber
zug enthält in üblicher Weise fein zerteiltes feuerfestes Ma
terial zur Herstellung einer sorgfältigen Oberflächenglättung. Eine
typische Aufschlämmung für einen ersten Überzug kann etwa
29% kolloidale Kieselsäure-Suspension in Form eines 20%igen bis
30%igen Konzentrates enthalten. Erschmolzene Kieselsäure mit einer
Teilchengröße von 325 mesh oder kleiner in einer Menge von
71% kann zusammen mit weniger als 1 bis 10 Gewichtsprozent
eines Netzmittels verwendet werden. Das spezifische Gewicht
der Aufschlämmung des keramischen Formmaterials kann gene
rell im Bereich von 1,75 bis 1,80 liegen, wobei die Viskosi
tät 40 bis 60 sec, gemessen mit einer Zahn-Tasse Nr. 5 bei
24 bis 29,5°C (75 bis 85°F) beträgt. Nach dem Auftrag des
Anfangsüberzugs wird die Oberfläche mit feuerfesten Materia
lien überschichtet, die eine Teilchengröße von 60 bis 200
mesh haben.
Zwischen jedem der Tauchüberzüge werden ringförmige Oberflä
chenbereiche 138 und 140 auf den Wachsmaterialkörpern 126
und 128 (siehe Fig. 6) abgestreift, um das feuchte keramische
Formmaterial von diesen Flächen zu entfernen. Dies ergibt ein
Paar ringförmiger Unterbrechungen in dem feuchten keramischen
Überzug, das die Formfesthaltung 110 überzieht. Die Unterbre
chungen trennen den feuchten keramischen Mantel in drei gene
relle Bereiche, d. h. in einen Mittel- oder Hauptbereich, der
die Turbinenschaufeln 14 bedeckt, und ein Paar kreisförmiger
Endbereiche, das die kreisförmigen Hauptseitenflächen 142 und
144 der Aluminiumscheiben 112 und 114 bedeckt. Wenn der Man
tel aus keramischen Formmaterial nachfolgend getrocknet ist,
werden die Teile des Mantels, die die seitlichen Oberflächen
142 und 144 der Aluminiumscheiben 112 und 114 überdecken, ent
fernt, wodurch der die Turbinenschaufeln 14 überdeckende Mit
telbereich zu dem ringförmigen Formwandteil 24 wird.
Nachdem ein Mantel oder Überzug aus dem keramischen Formmate
rial in der gewünschten Dicke über den Turbinenschaufeln 14
aufgebaut ist, wird dieser getrocknet und dann bei etwa
1040°C (1900°F) eine Stunde lang gebrannt, damit die Form
teile sorgfältig aushärten. Es ist dazu darauf hinzuweisen,
daß bei den verhältnismäßig niedrigen Temperaturen in der An
fangsphase des Brennens das die Turbinenschaufeln umgebende
Wachs schmilzt und aus den Aussparungen 26, die die eigent
lichen Schaufelabschnitte 64 der Turbinenschaufeln enthalten,
abgezogen wird. Dies führt zur Bildung eines Freiraums zwi
schen dem eigentlichen Schaufelteil der Turbinenschaufeln
und den inneren Seitenflächen der Aussparungen.
Sobald der die Turbinenschaufeln 14 bedeckende Überzug durch
den Brennvorgang gehärtet und das Wachs abgezogen ist, ist
der Formteil 24 zur Verbindung mit dem oberen und dem unte
ren Teil 38 bzw. 30 des Formaufbaus 32 bereit (siehe Fig. 2).
Die Art, in der die Formteile miteinander verbunden sind,
entspricht der in der DE-OS 27 02 293 offenbarten Art. Die
Art und Weise der Verbindung dieser Formteile soll deshalb
hier nicht weiter beschrieben werden.
Die Herstellung des Gegenstandes 10 wird dadurch abgeschlos
sen, daß eine Metallschmelze in den Formhohlraum 46 gegossen
wird. Diese Metallschmelze fließt um den Fuß- bzw. Wurzel
teil 20 jeder der in den Aussparungen 26 angeordneten Turbi
nenschaufeln 14 in die kreisförmige Formwand 24 zur Verbin
dung der Turbinenschaufeln. Sobald die Metallschmelze in dem
Formhohlraum 46 unter Bildung der Nabe 12 erstarrt ist, wird
der Formaufbau 22 von dem Gußteil abgebrochen, das dann ge
eigneten Endbearbeitungsvorgängen unterzogen wird.
Die vorangehenden Ausführungen machen deutlich, daß die vor
liegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines Me
tallgegenstands 10 schafft, bei dem ein oder mehrere Flügel
körper wie Turbinenschaufeln 14 mit einem Basisteil bzw.
einer Nabe 12 verbunden sind. Wenn das Verfahren zum Gießen
eines Gegenstandes mit einer Vielzahl von Flügelkörpern wie
Turbinenschaufeln 14 verwendet werden soll, die von einer
Nabe 12 auswärts abstehen, werden die Schaufelabschnitte 64
der voneinander unabhängigen Metall-Turbinenschaufeln 14
mit einem dünnen Wachsüberzug 104 bedeckt. Die Flügelkörper
bzw. Turbinenschaufeln 14 werden dann in einem Kreis ange
ordnet und mit einem feuchten Überzug aus keramischem Form
material versehen. Das keramische Formmaterial trocknet
dann und bildet einen ringförmigen Formwandteil 24 mit Aus
sparungen 26, deren Form der Form der Flügelkörper der Tur
binenschaufeln 14 entspricht. Der Wachsüberzug 104 wird dann
von den Aussparungen 26 beim Brennen des keramischen Form
materials entfernt. Beim Abkühlen führt dies zur Bildung
eines Freiraums zwischen den Turbinenschaufeln 14 und den
Seitenwänden der Formaussparungen 26, in denen die Turbi
nenschaufeln angeordnet sind. Der Formaufbau 22 wird dann
durch die Verbindung oberer und unterer Formwandteile 38
und 30 mit dem ringförmigen Formwandteil vervollständigt,
der die Flügelkörper bzw. Turbinenschaufeln 14 enthält.
Vor dem Gießen der Metallschmelze in den Formaufbau 22 wird
dieser auf eine verhältnismäßig hohe Temperatur vorgewärmt.
Wenn der Formaufbau 22 und die aus Metall bestehenden Turbi
nenschaufeln 14 erwärmt werden, dehnen sich die letzteren
in einem größeren Maße aus als das sie bedeckende keramische
Formmaterial. Aufgrund des größeren Wärmedehnungskoeffizien
ten füllen die aus Metall bestehenden Turbinenschaufeln 14
die Aussparungen 26, in denen sie angeordnet sind, nach dem
Vorwärmen des Formaufbaus vor dem Gießvorgang vollständig
aus. Wenn die vorliegende Erfindung auch vorteilhaft zum
Gießen eines Gegenstandes 10 mit einer Vielzahl von Flügel
körpern wie Turbinenschaufeln 14 verwendbar ist, die von
einer Nabe 12 auswärts abstehen, lassen sich mit dem erfin
dungsgemäßen Verfahren auch andere Arten von Gegenständen
herstellen.
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung von Metallgegenständen (10),
die eine Vielzahl von einer Nabe (12) auswärts abstehender
Flügelkörper (14) aus Metall aufweisen, bei welchem die
Flügelkörper (14) in einer Form zu einer kreisförmigen
Gruppierung angeordnet werden, worin die Wurzelenden (20)
der Flügelkörper aneinandergrenzen, woraufhin die Wurzel
enden der Flügelkörper mit in die Form (22) eingegossener
Metallschmelze zur Bildung einer sie verbindenden Nabe (12)
umgossen werden,
dadurch gekennzeichnet, daß
- a) die Flügelkörper (14) mit einer ersten Material schicht (104) versehen werden;
- b) auf der kreisförmigen Gruppierung von Flügelkörpern (14) eine Schicht aus einem flüssigen Keramikform material aufgebracht wird, während sich die mit der ersten Materialschicht versehenen Flügelkörper (14) auf einer ersten Temperatur befinden;
- c) das Keramikformmaterial getrocknet wird, wodurch eine kreisrunde Wand (24) mit einer kreisförmigen Gruppierung von Hohlräumen (26) entsteht, worin jeweils ein Flügelkörper (14) aufgenommen ist;
- d) die erste Materialschicht (104) entfernt wird, so daß zwischen jedem der Hohlräume (26) und dem darin auf genommenen Flügelkörper ein Zwischenraum entsteht;
- e) die Flügelkörper (14) dann auf eine zweite, die erste überschreitende Temperatur erwärmt werden, wobei die Flügelkörper durch Wärmedehnung den Zwischenraum im wesentlichen ausfüllen; und
- f) die Metallschmelze in die Form (22) eingegossen wird, während die Flügelkörper (14) auf die zweite Temperatur erwärmt sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die axial einander gegenüberliegenden Seiten der kreisför
migen Gruppierung von Flügelkörpern (14) zwischen zwei
kreisrunden Halteplatten (112, 114) gehalten werden, welche
über den Wurzelenden (20) der Flügelkörper (14) liegen,
während die Flügelteile (64) dieser Flügelkörper (14) von
den Halteplatten auswärts abstehen, daß auch die Halte
platten mit flüssigem Keramikformmaterial beschichtet wer
den, daß in der so aufgebrachten Schicht aus Keramikformma
terial eine erste kreisförmige Unterbrechung (138) über der
ersten Halteplatte (112) angebracht wird und eine zweite
kreisförmige Unterbrechung (140) über die zweiten Halte
platte (140) angebracht wird und daß derjenige Teil der
Schicht aus Keramikformmaterial, welcher über den Flügel
teilen (64) liegt, an diesen Unterbrechungen (138, 140) von
demjenigen Teil der Schicht aus Keramikformmaterial abge
trennt wird, der den von der kreisförmigen Gruppierung von
Flügelkörpern entfernt liegenden Teil der Halteplatten (112,
114) bedeckt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß an den Wurzelenden (20) der Flügelkörper (14)
Positionierungselemente (92, 94) aus dem Material der ersten
Materialschicht gebildet werden, und daß diese Positionie
tungselemente (92, 94) mit entsprechenden Flächen (120, 122)
einer Tauchhalterung (110) in Eingriff gebracht werden, um
die Flügelkörper (14) genau zu positionieren.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Flügelkörper (14) mit Vorsprüngen
(56, 60) versehen werden, durch welche die Flügelkörper
nach der Entfernung der ersten Materialschicht (104) in
den jeweiligen Hohlräumen (26) gehalten werden.
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