DE2807980C2 - Galvanisches Element mit negativer Zinkelektrode - Google Patents
Galvanisches Element mit negativer ZinkelektrodeInfo
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Description
Beschreibung
Die Erfindung betrifft ein galvanisches Element mit einer negativen Zinkelektrode und einer positiven
Elektrode, die mit einem wäßrigen, stark alkalischen Elektrolyten in Kontakt stehen.
Ein bekanntes Element dieser Art ist die Alkali-Mangan-Zelle. Als Material für die negative Elektrode wird im
allgemeinen Zinkpulver verwendet Die Zinkelektrode ist der kritische aktive Bestandteil der hier in Betracht
kommenden Systeme, da sie die Eigenschaft hat sich bei längerer Stromentnahme, bei hoher Belastung schon
verhältnismäßig rasch zu passivieren. Man hat diesem Mangel der leichten Passivierbarkeit meist durch Vergrößerung
der spezifischen Oberfläche abzuhelfen gesucht, wie es bei der Verarbeitung von pulverförmigen
Elektrodenmaterialien geschieht, um die Stromdichte pro Flächeneinheit zu verringern. Bei Zinkblechen oder
Zinkbechern jedoch, die in Anlehnung an die bei Leclanche-Zellen übliche Technik eine sehr viel rationellere
Fertigung alkalischer Primärelemente gestatten würden, bleibt das Passivierungsproblem im vollen Umfang
bestehen. Die weitgehende Freihaltung einer Zinkblechelektrode von passivierenden Deckschichten während
des Entladebetriebes ist daher ein besonderes Anliegen der Erfindung.
Unter anodischer Belastung finden an der Zinkelektrode im alkalischen Elektrolyten folgende Reaktionen
statt:
Zn + 2OH- = Zn(OH)2+ 2 e~ (1)
Zn(OH)2 = ZnO + H2O (2)
Bei einem großen Laugeüberschuß erfolgt zunächst eine Auflösung des gebildeten Zinkhydroxids oder Oxids
unter Bildung von Zinkaten
Zn(OH)2 + KOH = K[Zn(OH)3] (3)
Bei geringer Laugekonzentration oder Übersättigung der Lauge mit Zinkat fällt bei weiterer Belastung das
Zink wieder als Hydroxid oder Oxid aus. Diese Ausfällung erfolgt bei ruhendem oder festgelegtem Elektrolyten
in unmittelbarer Umgebung der höchsten Zinkatanreicherung, also auf der Elektrode. Die Bedeckung der
Elektrode ist ebenfalls abhängig von der Stromdichte, da bei höheren Stromdichten mehr Zink gelöst wird und
der Konzentrationsausgleich mit dem benachbarten, weniger zinkathaltigen Elektrolyten mit der Zinkauflösung
nicht Schritt hält.
Aus der FR-PS 20 33 501 ist ein mit Borsäure gepufferter alkalischer Elektrolyt bekannt, der neben der
Borsäure noch Zusätze von Sulfaten, Sulfamaten, Chloriden oder Perchloraten, die letzteren vorzugsweise,
enthält.
Der pH-Wert eines solchen Elektrolyten ist stark gegen den Neutralpunkt hin verschoben, woraus sich verschiedene Nachteile ergeben.
Der pH-Wert eines solchen Elektrolyten ist stark gegen den Neutralpunkt hin verschoben, woraus sich verschiedene Nachteile ergeben.
So ist in einem solchen Elektrolyten Zn(OH)2 weniger löslich. Ferner erhält man durch das Abstumpfen der
Alkalilauge mit Borsäure einen Elektrolyten geringerer Leitfähigkeit, als wie sie die Alkalilauge allein besitzt.
Die DE-PS 6 90 105 empfiehlt in einem solchen Fall, Elektroden mit besonders geringem Widerstand zu benutzen,
wobei insbesondere Zinkelektroden geeignet sind, bei denen das Zink weitgehend zerteilt und beispielsweise
in eine poröse Metallplatte eingebracht ist
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dessen Alkalinität so schwach ist, daß bei Zusatz eines Ammoniumsalzes die Bildung löslicher Zinkammoniumsalze
gegenüber der Zinkhydroxidfällung begünstigt ist. Letztere wird erst durch einen Alkalihydroxidzusatz
ausgelöst.
Aus der FR-PS 14 56 881 sind Versuche bekannt, die Selbstentladung bei Zink/Luftzellen durch Zusätze zum
alkalischen Elektrolyten zu unterdrücken, wobei sich Chrom-VI-oxid als wirksam erwies, K2SÜ4 hingegen nicht.
Gemäß der GB-PS 13 64 874 wird bei einer Zink-Sekundärzelle durch Zugabe eines wasserlöslichen PoIyäthers
oder Polyesters zum Elektrolyten das Dendritenwachstum verhindert, wobei im Falle des Vorliegens
eines sauren Elektrolyten auch Zinksalze anwesend sein können.
Das Vorhandensein eines stark alkalischen Elektrolyten dagegen bringt gegenüber der Zelle mit schwach
alkalischem oder sogar neutralem Elektrolyten andere Schwierigkeiten mit sich. Wegen der ungenügenden
Wasserstoffflberspannung am Zink muß dieses im allgemeinen amalgamiert sein, und dem Elektrolyten muß eine
bestimmte Menge Zinkoxid zugesetzt werden. Nachteilig ist auch, daß in alkalischen Lösungen das Zink nach
Durchgang einer bestimmten Strommenge pro Oberflächeneinheit sehr stark passiviert wird. Dem aber konnte
bisher nur durch eine außerordentliche Vergrößerung der Zinkoberfläche entgegengearbeitet werden.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine die Passivierung hindernde Maßnahme zu finden, die
auch bei hoher anodischer Belastung des Zinks anhaltend wirksam und zuverlässig ist
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß der Elektrolyt und/oder die positive Elektrode als die Passivierung der
Zinkelektrode verhindernden Zusatz ein lösliches Chlorid und/oder Sulfat enthält.
An anodisch mit konstantem Strom belasteten Zinkblechen, die infolge wachsender Belegung ihrer Oberfläche
ein Grenzstromverhalten zeigen, wurde nämlich gefunden, daß die Belastung im Grenzstrombereich wesentlich
langer aufrechterhalten werden kann, wenn dem Elektrolyten die Salze K2SO4, KCl, (NH4J2SO4 und
NH4CI, einzeln oder in Gemischen, zugesetzt werden. Der günstige Einfluß dieser Zusätze zeigte sich überraschenderweise
bei sehr hoher Laugekonzentration wie in 8 η KOH besonders augenfällig.
Neben den bereits genannten Zusätzen sind a.ich die Zinksalze ZnCl2 und ZnSC4 geeignet Da man sehr
häufig in zinkathaltigen Elektrolytlaugen arbeitet, würde sich bei diesen Zusätzen die sonst übliche Eintragung
von ZnO erübrigen.
Die Belastbarkeitsdauer im Grenzstrombereich, d. h, mit einem bei konstant bleibendem Elektrodenpotential
von der Elektrode gerade noch zu verkraftenden maximalen Strom, wird durch den Zusammenbruch der
Elektrodenspannung (z. B. gegen eine Hg/HgO-Elektrode gemessen) beendet
Tabelle 1 läßt den Einfluß verschiedener erfindungsgemäßer Zusätze auf die Belastbarkeitsdauer bei einer
bestimmten, durch Stromspannungsmessungen zuvor ermittelten Grenzstromstärke erkennen. Als Versuchselektroden dienten Zinkbleche aus Hüttenzink mit einer beidseitigen Arbeitsfläche von 27,88 cm2. Der Elektrolyt
war stets an ZnO gesättigt, ebenso an den jeweiligen Zusätzen, da diese auch als Bodenkörper vorlagen.
(8nKOH,ZnO-gesättigt) Grenzstromstärke 90 mA/cm2
min
ohne „,. „
1OgKCl · '"""
160 g Äthylendiamintetraessigsäure (Na-SaIz) 10 g Äthylendiamintetraessigsäure (Na-SaIz)
K2S04ges.
9 RAloctiinn 1 Q βζ
j. Belastung a,\i
1OgNH4Cl
| 8,75 | |
| 10,85 | |
| 035 | |
| 7,60 | |
| 1. Belastung | 17,90 |
| 2. Belastung | 19,85 |
| 3. Belastung | 25,13 |
| 1. Belastung | 11,12 |
| 2. Belastung | 13,11 |
| 3. Belastung | 13,83 |
| 1. Belastung | 13,71 |
| 2. Belastung | 16,37 |
| 1. Belastung | 14,50 |
| 2. Belastung | 15,27 |
| 1. Belastung | 18,80 |
| 2. Belastung | 19,61 |
| 3. Belastung | 19,62 |
10g(NH4)2SO4 ö
2. Belastung 16,37
10 g Mischung 1 :1 KCl + K2SO4
1 g Mischung 1 :1 KCl + K2SO4
? riplnctnntT IQAI
Während die Elektrodenbleche bei Abwesenheit erfindungsgemäßer Salzzusätze einen weißen Belag zeigen,
ist dieser Belag in Gegenwart der Zusätze auf charakteristische Weise sehr dunkel gefärbt und außerdem porös.
Nach Stromunterbrechung fällt dieser Belag ab. Bei wiederholter Belastung mit dem unveränderten Grenzstrom
werden überraschenderweise, wie in der Tabelle 1 festgehalten, längere Betriebszeiten als unter der 1. Belastung
beobachtet. Dies beweist, daß keine anhaltende Passivierung der Zinkoberfläche erfolgt ist.
Der lockere, poröse Charakter und die leichte Ablösbarkeit des dunklen Belages weist auf gewisse basische
Zinksalze hin, die ein "Doppelschichtengitter" bilden, bei dem die "Hauptschichten" aus Zn(OH)2 aufgebaut sind,
während in den "Zwischenschichten" die Salzionen einesteils gesetzmäßig auf festen Gitterplätzen angeordnet
Durch die Einlagerungen in den Zwischenschichten werden die Hauptschichten auseinandergedrängt; hierdurch
werden die Hauptschichten gegeneinander verschoben, so daß eine Auflockerung der Fällung eintritt.
Außerdem ist bekannt, daß frisch gefälltes Zinkhydroxid leicht Fremdionen adsorbiert. Hierdurch werden die
Fällungen ebenfalls aufgelockert bzw. es erfolgt keine Fällung auf dem Zinkblech. Ebenfalls könnten diese
Zusätze als Kristallisationskeime im Elektrolyten dienen.
Mit Sicherheit läßt sich aus dem losen Verbund zwischen dem Elektrodenblech und seinem dunklen Belag
schließen, daß dieser seine Entstehung nicht einem epitaktischen Aufwachsprozeß verdankt. Vielmehr ist anzu-
nehmen, daß nach
Zn + SO4 2" = ZnSO4 + 2e~ (4)
eine primäre Bedeckung durch Zinksulfat erfolgt, welches, da es leicht löslich ist, nur für begrenzte Zeit an der
Zinkoberfläche haftet und anschließend mit dem daneben gebildeten Zn(OH)2 bzw. ZnO im alkalischen Elektiolyten
ausfällt Hierbei werden die Sulfationen wieder frei bzw. sofort zu K2SO4 gebunden, weil dessen Löslichkeit
in 8 η KOH (ca. 0,5 g/l nach eigenen Messungen) sehr gering ist
Eine ähnliche Wirkung wie bei den erfindungsgemaßen Zusätzen wäre von dem als "Komplexon" bekannten
Äthy'endiamintetraazetat zu erwarten gewesen, weil es lösliche Zinkkomplexverbindungen bildet Wie aber aus
Tabelle 1 hervorgeht, wird das Grenzstromverhalten im Gegenteil durch diesen Zusatz schlechter. Vermutlich
bilden sich hier inhibierende Schichten aus, die ebenfalls die Zn-Oberfläche abdecken.
Die Anwendung der Zusätze gemäß der Erfindung geschieht bei einer Konzentration im Elektrolyten, die
vorzugsweise nahe der Sättigung liegt Zur sicheren Erreichung der Sättigungskonzentration ist im Elektrolyten
noch überschüssiger Bodenkörper vorhanden, so daß man gegebenenfalls auch im Bereich der Übersättigung
arbeitet
Bei Einsatz von (NH4J2SO4 oder NH4Cl ist es zweckmäßig, das Ammoniumsalz nicht direkt in den Elektrolyten
zu geben, sondern es dem aktiven Material der positiven Elektrode beizumischen, sofern dieses aus einem
Metalloxid aus der Gruppe MnO2, AG2O, AgO und HgO gebildet wird.
Aber auch die anderen Salzzusätze gemäß der Erfindung können zumindest teilweise und unabhängig davon,
ob der Elektrolyt an ihnen bereits gesättigt ist, mit Vorteil in die positive Elektrode eingebaut werden. Da diese
meist als Pulverpreßeiektrode gefertigt ist gelangen die Zusätze erst nach und nach in den Elektrolyten. Auf
diese Weise geht von der positiven Elektrode eine Depotwirkung aus.
Ein wichtiges Feld für die Anwendung der erfindungsgemäßen Zusätze sind vor allem auch alkalische Zink/
Luft- bzw. Zink/Sauerstoffelemente. Ihre positiven Elektroden sind meist mehrschichtig aufgebaut wobei z. B.
eine poröse, hydrophobe Folie aus Polytetrafluorethylen auf der Gasseite liegt und eine kunststoffgebundene,
katalytisch aktivierte Kohleschicht dem Elektrolyten zugewandt ist. Dieser ist zweckmäßigerweise mit Verdik-
, kungsmitteln wie Carboxymethylcellulose oder einem Carboxyvinylpolymer immobilisiert
Der eingedickte Elektrolyt selbst kann mit Vorteil als Depot für die Salzzusätze dienen, in dem man zu der
schon vorhandenen Menge einen Überschuß des betreffenden Salzes von 0,05 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 0,5
bis 3 Gew.-%, einrührt Die Verwendung eines der Zinksalze ist unproblematisch, da sich in dem hochviskosen,
alkalischen Medium kein kompakter Zn(OH)2-Niederschlag absetzen kann. Dieser liegt vielmehr über das ganze
Elektrolytvolumen in feindisperser Verteilung vor.
Die erfindungsgemäßen Zusätze verdienen wegen ihrer depassivierenden Wirkung im alkalischen Elektroly-
ten vor allem im Hinblick auf die Verwendung kompakter Zn-Elektroden Interesse, weil deren elektrochemische
Ausnutzbarkeit bisher unbefriedigend war. Es konnte bei teilentladenen Zinkblechen durch Gewichtsanalysen
festgestellt werden, daß die in den charakteristischen dunklen Belag eingegangene und dann von der Elektrode
abgefallene Zinkmenge nahezu der bei der Entladung erzielten Coulomb-Ausbeute entsprach. Damit ist auch
nachgewiesen, daß das Zink in Gegenwart der erfindungsgemäßen Zusätze keinem Korrosionsangriff unterliegt
Gewöhnlich wird an Zinkblechen in starker Alkalilauge Lochfraßkorrosion beobachtet, deren Ursache in einer
weitgehenden Abdeckung der Zinkoberfläche durch Passivschichten zu suchen ist, wodurch die Belastung der
freien Bereiche unverhältnismäßig stark anwächst Durch die Zusätze gemäß der Erfindung wird eine solche
Entwicklung offenbar verhindert
Die besonderen Vorteile der Salzzusätze sind aber durchaus nicht auf kompakte Zn-Elektroden beschränkt.
Auch bei den elektrochemisch aktiveren Zn-Pulverpreßelektroden ist ihre Depassivierungswirkung ganz augenfällig.
Dies zeigten Tests, bei denen handelsübliche Alkali-Manganzellen mit derartigen Elektroden, wie sie
beispielsweise in Blitzlichtgeräten Verwendung finden, einer Dauerentladung über Prüfwiderstände von 1 und
2 Ohm ausgesetzt wurden. Im Falle eines erfindungsgemäßen K2SO4-Zusatzes zu den Zellen konnte deren
Entladezeit um ca. V3 gegenüber den Normalwerten verlängert werden.
Claims (6)
1. Galvanisches Primärelement mit einer negativen Zinkelektrode und einer positiven Elektrode, die mit
einem wäßrigen, stark alkalischen Elektrolyten in Kontakt stehen, dadurch gekennzeichnet, daß der
Elektrolyt und/oder die positive Elektrode als die Passivierung der Zinkelektrode verhindernden Zusatz ein
lösliches Chlorid und/oder Sulfat enthält.
2. Galvanisches Element nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Zusatz ein Alkalimetallsalz, ein
Ammoniumsalz oder ein Zinksalz ist
3. Galvanisches Element nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Konzentration des
ίο Salzzusatzes im Elektrolyten zwischen 0,2 Gew.-% und dem Gebiet der Obersättigung, vorzugsweise beim
Sättigungsgebiet liegt
4. Galvanisches Element nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die positive Elektrode
von einem Metalloxid aus der Gruppe MnO2, Ag2O, AgO und HgO gebildet wird oder eine durch Luft oder
O2 depolarisierte Elektrode ist
5. Galvanisches Element nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektrolyt über die
Sättigung hinaus zusätzlich 0,05 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 0,5 bis 3 Gew.-% des Salzzusatzes enthält
6. Galvanisches Element nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet daß der Elektrolyt durch ein
Verdickungsmittel festgelegt ist
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