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Wasserfüll- und Entleereinrichtung
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für Ackerschleppertreibradreifen Die Erfindung betrifft eim Wasserfüll-
und Entleereinrichtung für Ackerschleppertreibradreifen mit einem in die Ventilöffnung
der Radreifen einführbaren Füllschlauch, der an dem einführbaren Ende schräg abgeschnitten
ist.
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Es ist ein kombiniertes Wasserfüll- und Leerventil unter der Bezeichnung
"Hanauer Maus" bekannt, welches aus einem auf das Schlauchventil aufschraubbaren
Ventilkörper aus Metall besteht, der in seiner Innenbohrung ein Röhrchen mit Zwischenraum
zur Bohrungswandung aufweist, das durch die Wandung des Ventilkörpers in die freie
Atmosphäre führt, wobei das andere Ende des Ventilkörpers mit einem Gewinde zum
Anschluß von Wasser oder Druckluft versehen ist. Das in das Schlauchventil hineinragende
Ende des Röhrchens ist dünner im Durchmesser als die lichte Weite des Schlauchventils,
ist angeschrägt und kann durch einen aufschiebbaren flexiblen Schlauch bei Bedarf
verlängert werden. Nach dem Gebrauch ist der Ventilkörper trocken in eine Schutzhülle
zu verpacken.
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Es ist ferner ein Wasserfüll- und Entleergerät unter dem Namen "Wasser-Boy"
bekannt, welches sich praktisch von dem vorgenannten Ventilkörper nur durch die
Ausführung der Anschlußverschraubungen an das Schlauchventil bzw. an die Wasser-oder
Luftleitung unterscheidet. Auch dieses Gerät muß, um es funktionssicher zu erhalten,
nach dem Gebrauch getrocknet und in einer Schutzhülle verpackt werden.
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Außerdem haben die beiden Systeme den Nachteil, daß sie bei schwer
zugänglichen Ventilanlagen schwierig einzusetzen sind.
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Aufgabe der Erfindung ist es, durch eine einfache, wartungsfreie und
billige Einrichtung auch bei schwer zugänglichen Ventilanlagen ein Nachfüllen bzw.
Entleeren von Wasser in Ackerschleppertriebradreifen problemlos zu gestalten.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Füllschlauch
schubsteif sowie druckfest und formstabil gegen äußeren Überdruck ausgebildet und
im Außendurchmesser auf den Innendurchmesser der Ventilöffnung dichtend abgestimmt
ist und daß er an seinem Außenende eine Anschlußmöglichkeit, vorzugsweise eine radial
am Umfang angeordnete Außenriffelung, zum wahlweisen Anschluß von Druckluft oder
Wasser aufweist.
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Dadurch erübrigt sich ein umständliches Aufschrauben des Gerätes auf
das Schlauchventil insbesondere bei einer schwer zugänglichen Ventilanlage. Der
flexible Füllschlauch läßt
sich hingegen einfach in das Schlauchventil
einstecken.
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Darüber hinaus kann im Innern des Füllschlauches in an sich bekannter
Weise ein zweiter, flexibler Entleerungsschlauch mit Zwischenraum angeordnet sein,
der am Innenende des Füllschlauches übersteht und der im Bereich des äußeren Endes
des Füllschlauches seitlich herausgeführt und in der Atmosphäre endet.
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Mit dieser Einrichtung ist eine 1oo%ige Wasserfüllung sowie eine restlose
Entleerung der Radreifen möglich.
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Schließlich kann der Füll- und Entleerungsschlauch zu einem einheitlichen
Schlauch mit einer Längsmittelwand kombiniert sein, wobei die ntleerungsseite länger
ausgeführt ist als die Füllseite und wobei im Bereich des anderen Endes des Entleerungsschlauches
eine Seitenöffnung vorgesehen ist und es kann der Querschnitt desselben hinter der
Seitenöffnung verschlossen sein.
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Ein Schlauch mit einer Längsmittelwand kann z. B. aus Polyäthylen
bestehen und mittels eines Extruders endlos hergestellt werden, wobei derselbe im
Anschluß an den Extruder kalibriert werden kann, um den Außendurchmesser des Schlauches
maßhaltig und formgetreu zu gestalten. Die eigentliche Füll- und Entleereinrichtung
kann von Hand selbst hergestellt werden. Durch einfaches schräges Abschnciden des
Schlauches quer zur Mittelwand ist die eine Schlauchhälfte länger und kann als Entleerungsschlauch
verwendet werden. Nach dem Anbringen der Seitenöffnung und dem Verschließen des
Entleerungsschlauches hinter der Seitenöffnung ist die Einrichtung
einsatzfertig.
Ein Trocknen und Verpacken nach dem Gebrauch ist nicht erforderlich, da der Schlauch
korrosionsbeständig und die Funktionssicherheit stets gegeben ist.
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Anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen soll
die Erfindung näher erläutert werden. Es zeigen: Fig. 1 eine Fülleinrichtung in
vereinfachter Ausführung gemäß der Erfindung zum Auffüllen von 70 - 80 z mit Wasser,
Fig. 2 dasselbe in Stellung für restloses Entleeren, Fig. 3 eine Fülleinrichtung
zum loo%igen Auffüllen mit Wasser, Fig. 4 dasselbe in Stellung für restloses Entleeren,
Fig. 5 eine kombinierte Füll- und Entleereinrichtung mit einer Längsmittelwand und
Fig. 6 einen Querschnitt durch die kombinierte Füll-und Entleereinrichtung.
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Die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Einrichtung besteht aus einem
Füllschlauch 1, der mit einem vorzugsweise abgeschrägten Ende 2 in das Schlauchventil
3 eines Triebradreifens 4 einsteckhr ist, wobei der Außendurchmesser des Füllschlauches
1 dichtend in den Innendurchmesser des Schlauchventils 3 paßt.
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Der Füllschlauch 1 ist schubsteif sowie druckfest und formstabil.
Am Außenende 5 ist der Füllschlauch 1 vorzugsweise mit einer radial am Umfang angeordneten
Außenriffelung 6 zum wahlweisen Anschluß von Wasser 7 oder Druckluft 8 versehen.
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Zum Einfüllen von Wasser wird der Radreifen 4 in die in der Fig. 1
gezeigten Position gebracht, der Ventileinsatz des Schlauchventiles 3 entfernt,
der an eine Wasserleitung 7 angeschlossene Füllschlauch 1 mit dem angeschrägten
Ende 2 in das Schlauchventil 3 gesteckt, worauf der Wasserhahn 9 geöffnet und Wasser
in den Radreifen 4 eingefüllt wird. Hierbei wird die im Radreifen 4 befindliche
Luft auf o,9 - i,5 bar verdichtet. Anschließend kann der Füllschlauch entfernt und
der Ventileinsatz auf das Schlauchventil 3 aufgeschraubt werden.
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Zum Entleeren wird der Radreifen 4 in die in der Fig. 2 gezeigten
Stellung gebracht. Nach dem Entfernen des Ventileinsatzes läuft das Wasser bis zum
Schlauchventil 3 aus. Hierauf wird der Füllschlauch 1, welcher diesmal an eine Druckluftleitung
8 angeschlossen ist, in das Schlauchventil 3 bis an die Wandung des Radreifens 4
eingeschoben und Druckluft von etwa 1,o bar eingefüllt. Nach Lösen des Füllschlauches
1 vom Luftventil lo drückt die eingefüllte Druckluft das Restwasser durch den Füllschlauch
1. Nun kann der Radreifen 4 mit Luft auf den vorgeschriebenen Druck gefüllt und
das Schlauchventil 3 mit dem Ventileinsatz verschlossen werden.
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Die Fig. 3 und 4 zeigen eine erweiterte Ausführung einer Wasserfüll-
und Entleereinrichtung. Im Füllschlauch 1 ist mit Zwischenraum ein Entleerungsschlauch
11 derart angeordnet, daß dieser am freien Ende des Füllschlauches 1 ein kurzes
Stück 12 vorsteht, während das äußere Ende 13 durch eine seitliche Uffnung im Füllschlauch
1 in die freie Atmosphäre führt. Durch das an eine Wasserleitung angeschlossene
Ende 5 des Füllschlauches 1 fließt Wasser in den Radreifen 4, während die vorhandene
Luft durch den Entleerungsschlauch 11 entweichen kann.
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Zum Entleeren wird der Füllschlauch 1 durch eine Druckluftleitung
8 (Fig. 4) beaufschlagt, wobei das Restwasser durch den Entleerungsschlauch 11 entweicht.
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Die in den Fig. 5 und 6 dargestellte kombinierte Füll- und Entleereinrichtung
besteht aus einem vorzugsweise extrudierten Schlauch 14 mit einer Längsmittelwand
15, welche denselben in zwei für sich getrennte Kanäle 16, 17 (Füll- und Entleerungsschlauch)
unterteilt. Der Schlauch 14 ist an einem Ende 18 schräg abgeschnitten, wodurch der
Kanal 17 für die Entleerung den Kanal 16 für das Füllen überragt. Der Kanal 17 ist
am anderen Ende 19 durch ein geeignetes Mittel 20 verschlossen und weist in dessen
Bereich eine seitliche Uffnung 21 auf. Diese dient zur Entleerung von Wasser oder
Luft. Der Schlauch 14 ist an eine Wasser- oder Druckluftleitung 22 anschließbar.
Der Schlauch 14, z. B. aus Polyäthylen, kann als Meterware hergestellt werden und
nach Bedarf zu einer Füll- und Entleereinrichtung gekürzt bzw. zugesdnitten werden.