DE276434C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C14—SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
- C14C—CHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
- C14C9/00—Impregnating leather for preserving, waterproofing, making resistant to heat or similar purposes
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVI 276434 -KLASSE 28«. GRUPPE
WILHELM EITNER und RICHARD KIND in WIEN.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein Verfahren zur Verbesserung und
Konservierung von Leder, mag es nach welcher Methode immer gegerbt sein, welche darin besteht, daß das Leder mit Lösungen
der bekannten harzartigen Kondensätionsprodukte von Phenolen und Aldehyden mit oder
ohne Zuhilfenahme von vulkanisierten Fetten oder Fettsäuren behandelt wird. Anstatt das
Leder in ungeformtem Zustand dieser Nachbehandlung zu unterziehen, können ihr auch
aus Leder gefertigte Gegenstände mit dem gleichen Erfolg unterworfen werden.
Zur Ausführung des Verfahrens dienen vorzugsweise die durch Kondensation von Phenol
mit Formaldehyd in Gegenwart saurer oder alkalischer Kondensationsmittel bzw. Salzen
resultierenden harzartigen wasserunlöslichen Kondensationsprodukte bekannter Art. Als
Lösungs- oder Dispersionsmittel werden insbesondere Benzo], Tetrachlorkohlenstoff oder
Trichloräthylen verwendet. Diesen Lösungen werden gegebenenfalls noch vulkanisierte Fette
oder Fettsäuren beigemischt. Das Leder oder die zu behandelnde Lederware wird in das
Bad eingelegt oder mit der Lösung bestrichen. Das Lösungs- oder Dispersionsmittel und das
Mischungsverhältnis zwischen den Kondensationsprodukten und Fetten oder Fettsäuren
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richtet sich nach der Sorte, Gerbungsart und nach dem Gebrauchszweck des Leders.
Die harzartigen Kondensationsprodukte werden von der Haut bzw. von dem Ledergewebe,
welches gegerbt und aufgetrocknet wurde (in ähnlicher Weise wie die kolloidalen Gerbstoffe
von der rohen Haut), aufgenommen. Bei diesem Vorgang dürfte wie beim Gerbprozeß die Adsorption eine sehr wesentliche Rolle
spielen. Sicher ist, daß es sich nicht um bloße Füllung handelt. Es tritt vielmehr
tatsächlich eine Bindung ein, da sich die Kondensationsprodukte nachträglich aus dem
Leder nicht mehr auswaschen lassen.
Durch die beschriebene Nachbehandlung wird das Leder in seiner Gebrauchsfähigkeit
verbessert und konserviert, insbesondere auch gegen Verschimmeln und den Lederwurm geschützt.
Gemenge von natürlichen Harzen mit Talg und anderen Fetten werden seit sehr langer
Zeit für die Behandlung von Leder verwendet. Dient doch Kolophonium seit altersher
als Fälschungsmittel, für Unschlitt, wie es denn auch derzeit dem Paraffin und Erdwachs
behufs Erhöhung seines Schmelzpunktes und Erstarrungspunktes zugesetzt zu werden pflegt.
In der Lederindustrie sind solche Verfälschungen der Fette, die für die Behandlung des
Leders benutzt werden, sehr gefürchtet, weil üble Erfahrungen mit ihnen gemacht wurden,
indem eine Reihe von Schädigungen, die das Leder im Gebrauch oder beim Lagern erfährt,
als Folgen der Gegenwart von Harz erkannt worden sind, so unter anderem das Ausharzen
von Oberledern, bei welchem der Tran unter dem Einfluß des Harzes ausschwitzt. Besonders
schädlich erwies sich der Harzzusatz zum
ίο Schmiermittel bei Treibriemen, da das Leder
überraschend schnell brüchig und reißbar wurde. Es wurde festgestellt, daß für die
ungünstigen Wirkungen der harzhaltigen Lederfette hauptsächlich eine katalytische Wirkung
der Harzsäuren verantwortlich gemacht werden muß. Diese Wirkung tritt selbstverständlich
auch ein, wenn das Harz in alkoholischer Lösung zur Imprägnierung verwendet wird. In neuerer Zeit bedient man sich des
Harzzusatzes zu den Schmieren, um das Leder zu beschweren, da dieses nach dem Gewicht
verkauft wird. Bei normaler Lederkonservierung wird vorsätzlich kein Harz verwendet,
vielmehr ist dieses gefürchtet. Auch die angebliche Konservierung von Sohlleder durch
Imprägnierung mit Harzfettgemischen hat sich nicht bewährt, da nur die Poren (Interstitien)
des Ledergewebes verstopft werden. Die Ware wird hierdurch wohl anfänglich gegen Feuchtigkeit geschützt, dagegen nicht
gegen die Abnutzung der Ledersubstanz, die vielmehr durch die Oxydationsprodukte, deren
Bildung das Harz als Katalysator hervorruft ■ und vermittelt, angegriffen und früher als normal
zerstört wird.
Alle diese Nachteile machen sich bei der Verwendung der Kondensationsprodukte von
Phenolen und Aldehyden, die sich in ihren chemischen und physikalischen Eigenschaften
von natürlichen Harzen sehr erheblich unterscheiden, nicht fühlbar. Die Lederfaser wird
durch Bindung dieser Kondensationsprodukte aus ihren Lösungen vielmehr verstärkt und
widerstandsfähiger gemacht.
Als Ausführungsbeispiel des erfundenen Verfahrens sei das folgende erwähnt:
ι Teil des Kondensationsproduktes wird in einem Gemisch von .1 Teil Benzin oder Benzol
mit 0,25 Teilen Tetrachlorkohlenstoff oder Trichloräthylen gelöst, worauf man dieser
Lösung 0,2 Teile vulkanisierten Talg zufügt. Mit dieser Lösung wird das Lederwerk bestrichen,
oder es wird das Leder in die Lösung eingelegt.
Unter vulkanisierten Fetten sind solche verstanden, welche nach bekannter Art mit
Chlorschwefel behandelt und dann neutralisiert werden. Diese oxydieren sich nicht mehr
und bleiben auch sonst in ihren chemischen und physikalischen Eigenschaften unverändert.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Verbesserung und Konservierung von Leder und Lederwaren, gekennzeichnet durch die Behandlung mit Lösungen der harzartigen Kondensationsprodukte von Phenolen und Aldehyden mit oder ohne Zusatz von vulkanisierten Fetten oder Fettsäuren.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE276434C true DE276434C (de) |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Country Status (1)
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