DE275035C - - Google Patents

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DE275035C
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DE
Germany
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cooker
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DENDAT275035D
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21CPRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
    • D21C7/00Digesters
    • D21C7/10Heating devices

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  • Paper (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 275035-KLASSE 55 b. GRUPPE
HEINRICH ALBRECHT KNOPF in ALTONA.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 5. Juli 1913 ab.
Bisher waren im praktischen Natron- und Sulfat zellstoff betriebe nur Kocher mit Inhalt von 8 bis 45 cbm im Gebrauch. Durch diesen Umstand erlangte die Sulfitzellstoffindustrie mit ihren Kochern bis zu 500 cbm Inhalt die Überhand und drängte die Natron- und Sulfatverfahren zurück. Auch waren die braunfarbigen Natronzellstoffe nur für besondere Papiersorten verwendbar, während die Sulfitzellstoffe durch ihre helle Farbe z. B. für Zeitungsdruck ohne weiteres verwendungsfähig sind.
Die Kocher für Bisulfit können in jeder Abmessung gebaut werden, weil stehende An-Ordnung verwendbar ist, während bisher das Natronverfahren wegen Laugenumlaufs- und Kochschwierigkeiten drehbare Kocher verlangte und der Rauminhalt auf höchstens 45 cbm beschränkt blieb. Es liegt auf der Hand, daß ein großer Kocher bis zu 500 cbm Rauminhalt wirtschaftlicher arbeiten muß als ein kleiner von 8 bis 45 cbm Inhalt.
Die Erfindung will die Raumbeschränkung dadurch beseitigen, daß für das Natron- und Sulfitverfahren ebenfalls stehende Kocher in jeder Abmessung benutzt werden können, indem man zwecks Umlaufs der Lauge die aufrecht stehenden Siederöhren mit Schlitzen oder Lochungen versieht. Mit einem solchen Kocher kann man auch nach erfolgter Kochung die Kocherlauge unter Luftabschluß entfernen und die Zellstoffmasse im Kocher ebenfalls unter Luftabschluß waschen. Der so bearbeitete Zellstoff kommt aus dem Kocher noch hellfarbiger als Sulfitstoff und kann in den meisten Fällen ohne Bleiche verwendet werden. Wünscht man aber zu bleichen, so genügt ein ganz schwaches Chlorbad, um in überraschend kurzer Zeit einen rein weißen Zellstoff zu erhalten.
Es ist zur Genüge bekannt, daß alle Faserstoffe, welche ungewaschen nach dem Kochprozeß mit der atmosphärischen Luft in Berührung kommen, schwer bleichen und meistens später nachgilben. Dagegen fallen die im Kocher heiß gewaschenen Stoffe stets hellfarbig aus und gebrauchen zur Bleiche nur geringe Mengen Chlor. Ferner ist in den Waschlaugen fast das gesamte Alkali und Salz wieder enthalten und wird weniger Waschwasser verbraucht.
Der neue Kocher hat durch den eigenartig raschen Umlauf und die Erwärmung der Kocherlauge den großen Vorteil, daß man mit sehr schwachen Laugen arbeiten kann, wodurch eine erhöhte Ausbeute an Stoff erhalten wird und die Fasern die größtmöglichste Schonung in ihrer Struktur erfahren.
Das Füllen und Entleeren des Kochers erfolgt rasch. Die Kocherlaugen werden stets auf gleiche Konzentration gehalten.
Besonders für harzhaltige Holzarten, wie Kiefern, Lärchen und Pitchpine, dürfte der neue Kocher in seiner Wirkung große Vorteile bieten, da die Tannen- und Fichtenhölzer in Deutschland immer knapper und teurer werden.
Ferner wird überschüssiger Dampf für sonstige Koch- und Kraftzwecke erhalten, nachdem die sauren und ölhaltigen Destillations-
produkte des Holzes abgetrieben sind. Die Kocherlaugen werden ständig durch Zuführung von dünnen Waschlaugen auf ihrer ursprünglichen Stärke erhalten und damit gleichzeitig das sonst getrennt gehaltene Eindampfverfahren wirtschaftlich verwertet, wodurch jeder Verlust von Alkalien vermieden wird.
Der neue Zellstoffkocher besteht aus dem zylindrischen Gefäß ι mit den beiden halbkugelförmigen Hauben 2 und 3.
Der Zylinder 1 enthält die bis zu zwei Drittel Höhe gelochten oder geschlitzten Siederohre 21, welche durch Tragkörper 22 mit dem Kocher 1 fest verbunden sind. Die Siederohre 21 erhalten oben besondere Verschlußkapseln 25, um den unmittelbaren Durchtritt der Kocherlauge oben zu verhindern. Damit das Kochgut beim Kochen nicht in die Höhe steigt und den Zylinder 1 durch das Verbindungsrohr verläßt, ist der geteilt aufklappbare und gelochte und mit Sieben 24 versehene Deckel 26 angebracht. Um beim Einfüllen das Herunterfallen des Kochgutes in die untere halbkugelförmige Haube 3 zu vermeiden und eine gleichmäßige Verteilung der Kocherlauge zu veranlassen, ist der untere gelochte, mit Sieben 23 versehene Abschlußdeckel 27 angebracht. Dieser wird mit gleichweiten Öffnungen 29 wie die Siederohre 21 versehen, so daß die Kocherlauge gleichmäßig umlaufen kann. Die Vorrichtung 28 verhütet das Herunterklappen des Abschlußdeckels 27. Der Kocher besitzt die Füllöffnung 4 mit dem Lüftungsventil 6 in der oberen Haube. Diese erhält ferner einen Abgangsstutzen 8 zum Sicherheitsventil, einen Abgangsstutzen 10 zum Laugenumlauf, einen Stutzen 9 zum Einfüllen von Laugen- und Waschwasser. Die untere Haube 3 besitzt ein Entleerungsmannloch 5. an welchem sich das Laugen- und Waschwasserentleerungsventil 7 befindet. Ein Zuführungsstutzen 32 verbindie Haube 3 mit der Rohrleitung 20, die zum Laugenerhitzer führt. Dieser Laugenerhitzer besteht aus einem Unterkessel 18 mit Anschlußstutzen und Ventil 19, der Siederohranlage 17 mit der Heizung 33 und dem Oberkessel 16 mit Ventil 31. Von der oberen Haube 2 wird mittels einer Schleuderpumpe 14 die Kocherlauge durch Stutzen und Rohr 10, Ventil 11, Leitung 30 in den umlaufenden Stoff anger 12, 34, 35, 36 und von dort durch die Leitung 13 wieder zum Erhitzer gesogen. Durch das Absperrventil 15 tritt die Lauge in den Oberkessel 16 des Laugenerhitzers ein. Überschüssiger Dampf kann durch das Ventil 31 dem Laugenerhitzer entnommen werden.
Der Arbeitsgang ist folgender:
Durch den geöffneten Mannlochdeckel 4 wird nach dem Hochklappen des oberen Siebbodens 24, 26 das Kochgut in den Kocher 1 eingefüllt, wobei der untere Siebboden 23, 27 mittels der Vorrichtung 28 vor dem Herunterklappen gesichert ist. Ist der Kocher bis zur Höhe der Siederohre 21 gefüllt, so klappt man den oberen Siebboden auf die Verschlußstücke 25 der Rohre 21 und schließt den Mannlochdeckel 5 nebst Ventil 7. Nun läßt man durch den Stutzen 9 Kocherlauge einlaufen, bis der Kocher bei geöffnetem Lüftungsventil 6 und Umlaufventilen ii, 15, 19 bis zum oberen Siebboden 24, 26 gefüllt ist. Hierauf erhitzt man den Laugenerhitzer 16,17,18 durch die Feuerung 33 und setzt die Pumpe 14 und den Filter 12 in Betrieb. Die kreisende Lauge wird rasch ins Sieden kommen. Sobald sich starker Dampf in der Haube 2 entwickelt, leitet man die flüchtigen Bestandteile durch Ventil 6 in eine gekühlte Vorlage ab und gewinnt diese als flüssige Bestandteile zur weiteren Verarbeitung. Mit der Drucksteigerung hört nach einiger Zeit die Destillation der flüchtigen Bestandteile auf, und nun schließt man das Ventil 6 und läßt den Druck auf 6 bis 8 Atm. steigen. Steigt der Druck hierauf weiter, so wird der überflüssige Dampf durch Ventil 31 für Kochoder Kraftzwecke abgeleitet. Durch Zuspeisung von dünnen Waschlaugen oder Waschwasser wird die Stärke der Kocherlauge gleichgehalten. Durch Rohr 10, 30 übergerissene Fasern werden von dem umlaufenden Filter 12 auf dem Siebkörper 34 zurückgehalten und durch eine umlaufende Bürstenschnecke 35 in eine geschlossene Vorlage 36 abgeführt.
War der Druck mehrere Stunden im Kocher auf gleicher Höhe gehalten, so öffnet man den Hahn 37 und prüft die Stoffmasse. Ist diese genügend aufgeschlossen, so schließt man Ventil 15, 19 und öffnet Ventil 7. Die Kocherlauge tritt hier aus und geht in einen Sammelbehälter.
Wenn die Lauge entfernt ist, läßt man durch Stutzen 9 Waschwasser oder dünne Waschlauge eintreten, welche sich gleichmäßig über den Siebboden 24,26 verteilt und das Kochgut durchdringt.
Merkt man nun am Ventil 7, daß Waschlauge austritt, so schließt man dieses Ventil und läßt diese Lauge kurze Zeit unter Dampfdruck auf die Kochermasse einwirken. Das Ventil 7 wird nun wieder geöffnet und die Waschlauge entfernt. Man wiederholt nun die Waschung mit Wasser, bis das Kochgut keine farbigen Abwässer mehr liefert.
Zur Entleerung der Stoffmasse läßt man die untere Haube 3 voll Wasser und löst die Vorrichtung 28, wodurch der untere Siebboden 23, 27 nach unten klappt, öffnet nun den Mannlochverschluß 5, und der gewaschene hellfarbige Zellstoff entleert sich in bekannter Weise in eine beliebige Vorlage.
Die öftere Benutzung der gebrauchten Kocherlauge mit frischen Zusätzen ist selbstverständlich.

Claims (1)

  1. Patent- Anspruch :
    Stehender Zellstoffkocher für das Natron-, Sulfat- und Sulfitverfahren, dadurch gekennzeichnet, daß im Kocher (i) zwischen zwei aufklappbaren Siebböden (24, 26 und 23, 27) von einem zum andern Siebboden reichende aufrecht stehende, gelochte oder geschlitzte, oben geschlossene Siederöhren (21) verteilt angeordnet sind.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE747455C (de) * 1940-07-02 1944-10-02 Sueddeutsche Zellwolle Ag Verfahren zur Vorbehandlung von Flachs- und Hanfschaeben

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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