DE46940C - Verfahren und Einrichtung zur Herstellung von Papierstoff - Google Patents

Verfahren und Einrichtung zur Herstellung von Papierstoff

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DE46940C
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DENDAT46940D
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A. SELKIRK in New-York, 258 Clinton Avenue Albany, V. St. A
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21CPRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
    • D21C7/00Digesters
    • D21C7/14Means for circulating the lye

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  • Paper (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 55: Papierfabrikation.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 17. August 1888 ab.
Vorliegende Erfindung betrifft ein neues Verfahren in der Behandlung verschiedener Holzarten, Stroharten, Gräser u. dergl. behufs Erzeugung von Papierstoff. Das Verfahren besteht im Wesentlichen darin, dafs man die Pflanzenstoffe der Wirkung einer Kochlauge unterwirft, welche dem Kocher sowohl von oben als auch von unten zugeführt, jedoch auster Mitte desselben wieder abgeleitet wird. Die zu behandelnde Masse zerkleinert man vor ihrer Unterbringung in dem Kocher durch geeignete Maschinen. Bei der Verarbeitung von Fichten, Schwarzföhren und ähnlichem harzigen Holz wird mit Vortheil eine Lauge verwendet, welche aus Aetznatron von 8 bis io° B. bei i6° C. besteht. Diese Lauge läfst man etwa 8 bis 10 Stunden unter einem Druck von etwa 7 bis 8 Atmosphären auf die Masse einwirken. Bei Pappel-, Linden-, Weiden- und ähnlichem Holz nimmt man diese Lauge in der Stärke von 5 bis 8° B. bei 16° C. und einem Druck von ungefähr
6 bis 8 Atmosphären. Behufs Lösung von Flachs, Jute, Leinen oder Lumpen wird eine Kochlauge von etwa 40 B. bei 160C. 3 Stunden lang benutzt, während alte Manilla, Seile, Juteenden und Gräser mit dieser Lauge etwa
3 Stunden unter einem Druck von 4 bis
7 Atmosphären und Roggen-, Weizenstroh u. dergl. mit einer Lauge von Y2 bis 30 B. bei 16° C. und einem Druck von 2 bis
4 Atmosphären 1J/2 bis 3 Stunden lang behandelt werden. Selbstverständlich bringt man bei höherem Druck eine schwächere Lauge in Anwendung, dagegen kann bei stärkerer Lauge der Druck und die Einwirkungsdauer geringer sein.
Zur Ausführung eines derartigen Verfahrens dient der auf beiliegender Zeichnung dargestellte Köcher. Derselbe besteht aus einem Cylinder A mit Mannloch α und einem letzteres dampfdicht schliefsenden Deckel. Der eigentliche Kochraum B liegt zwischen einem unteren und einem oberen Siebboden b und b1. Unter dem Sieb b befindet sich eine Vorrichtung C, um die Kochlauge, welche durch ein Rohr c von unten nach oben strömt, mittelst Dampfes zu erhitzen. Eine gleiche Vorrichtung D ist mit den Einlafsröhren d für die von oben einströmende Lauge über dem oberen Siebboden b1 angebracht. Nahe der Mitte des Kochraumes B befindet sich eine Ringkammer E, deren Innenwand durchlöchert ist, damit die Lauge aus dem Kochraum B zu dem Saugrohr G gelangen kann, an welches sich eine Pumpe F anschliefst. Zwei Ausströmröhren / und J verbinden den Pumpenanslafs mit dem Kocher; die erstere mündet in den untersten Raum des Kochers, aus welchem die Lauge durch die Röhren c in die unterste Heizvorrichtung C geprefst wird, um von da in die Kammer unter dem Siebboden b und dann nach aufwärts durch die auszulaugende Masse zu strömen, während das Rohr / die Lauge in den obersten Raum des Kochers ausgiefst, nachdem sie durch die Heizröhren der oberen Erhitzungsvorrichtung D gegangen ist, um hierauf durch den Siebboden b1 auf die darunter befindliche Masse sich zu ergiefsen. Die Pfeile 1 zeigen die
Richtung der durch das Rohr G zu der Pumpe strömenden Lauge an, während die Pfeile 2 die Richtung derjenigen Lauge angeben, welche sie aus der Pumpe durch das Rohr / in das untere Ende des Kochers einströmt,' von wo sie mittelst der Pumpe durch die Röhren c der unteren Heizeinrichtung geprefst wird, um dann in den Raum unter dem Siebboden b auszuströmen und durch die Masse aufwärts nach der ringförmigen Kammer E zu gehen, wie dies die Pfeile 3 andeuten. Die Pfeile 4 zeigen den Gang der Lauge aus der Pumpe durch das Rohr J in das am oberen Ende des Kochers angeordnete Rohr, aus welchem es durch die Pumpe herausgedrückt wird, nachdem es durch die Heizvorrichtung D erhitzt worden. Die Pfeile 5 veranschaulichen den Gang der durch den oberen Theil der Masse abwärts zur Ringkammer E strömenden Lauge. In dieser Kammer mischt sich die Lauge mit der nach oben strömenden und wird mit derselben wieder zu der Pumpe geleitet, um von neuem durch den Kocher geprefst zu werden und so eine doppelte Strömung durch den in demselben untergebrachten Stoff zu erzeugen.
Bei der Ausführung des Verfahrens ist es nicht unumgänglich erforderlich, dafs die Erhitzungseinrichtungen in dem Kocher sich befinden, vielmehr können dieselben in geeigneter Weise auch aufserhalb desselben angeordnet werden. Auch kann der Kocher eine beliebige Form erhalten und der doppelte Umlauf durch eine oder mehrere Pumpen bewirkt werden.
Die durch dieses Verfahren erzielten Vortheile sind folgende:
1. der zu behandelnde Stoff kann sich nicht auf dem Siebboden anhäufen, weil die nach aufwärts gerichtete Strömung der Lauge das Niedersinken des Stoffes verhindert;
2. durch Anwendung der Doppelströmung wird weniger Lauge als bisher verbraucht;
3. die Dämpfe von Pech, OeI, Gummi und Harzen, die in verschiedenen Hölzern, Kräutern oder Gräsern vorkommen, können im Kocher aufsteigen und werden durch die Einwirkung der abwärts strömenden Lauge verseift;
4. infolge der Doppelströmung kann bei diesem Verfahren die Lauge die Wärme in sich aufnehmen, um alle Theile der Masse gleichmäfsig zu kochen;
5. die Lauge braucht nicht so stark zu sein und das Kochen kann in kürzerer Zeit und unter geringerem Druck geschehen als bisher, so dafs die Lösung von Pflanzenstoffen nach diesem Verfahren weit billiger zu stehen kommt, während das Erzeugnifs selbst sich gleichförmiger und mit Bezug auf die Faser von weit besseren Eigenschaften erweist, als der aus den gleichen Stoffen nach den früheren Verfahren erzeugte Papierstoff.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Behandlung vegetabilischer Fasern behufs Erzeugung von Faser- oder Papierstoff, darin bestehend, dafs man die vegetabilischen Stoffe, wie Hölzer, Kräuter, Gräser, Stroh u. dergl. der Einwirkung einer Lauge unterwirft, welche in einen mit den zu behandelnden Materialien gefüllten Kocher zugleich von unten und oben zugeführt, jedoch aus der Mitte des letzteren wieder abgeleitet wird.
2. Zur Ausführung des unter 1. gekennzeichneten Verfahrens ein Kocher, welcher in seinem unteren und oberen Theil mit Siebböden (b bl) und Heizvorrichtungen (C D), in seinem mittleren Theil dagegen mit einer durchlochten Kammer (E) ausgestattet ist, in welche das Saugrohr (G) einer Pumpe (F) mündet, deren Druckrohre (I J) mit dem unteren und oberen Theil des Kochers verbunden sind.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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