DE274873C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
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- C01D5/00—Sulfates or sulfites of sodium, potassium or alkali metals in general
- C01D5/02—Preparation of sulfates from alkali metal salts and sulfuric acid or bisulfates; Preparation of bisulfates
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 274873 KLASSE 12/. GRUPPE
aus Bisulfat durch Erhitzung. Patentiert im Deutschen Reiche vom 20. August 1913 ab.
Die bisherigen Verbesserungsbestrebungen' bei den Verfahren zur Gewinnung von neutralem
Sulfat und Schwefelsäure aus Bisulfat erstreckten sich darauf, die zerstörenden Einflüsse
des Bisulfates auf die Ofenteile zu vermeiden. Zu diesem Zwecke ist vorgeschlagen
worden, dem Bisulfat Zuschläge von neutralem Sulfat, Sand, schwefelsaurem Ammoniak o. dgl.
zu geben, oder man hält die Temperatur mög-
it> liehst niedrig, so daß das neutrale Sulfat nur
einen teigartigen Zustand erreicht. Ein neueres Verfahren betrifft die Zersetzung des Natriumbisulfates
ohne Zufügung eines Zuschlages in der Weise, daß das Bisulfat in feuerflüssigem
Zustande in einem Turm zerstäubt und diesem Regen heiße Feuergase entgegengeführt werden.
Das am Boden sich ansammelnde neutrale Sulfat soll auch bei diesem Verfahren teigartig gewonnen werden. Es ist jedoch sehr
schwierig, die Zerstäubung feuerflüssigen Bisulfates mittels Luft technisch durchzuführen.
Andererseits dürfte auch ein stärkerer Verschleiß der inneren Turmauskleidung durch
umherspritzendes Bisulfat eintreten. Die Gewinnung des neutralen Sulfates in teigartigem
Zustande bei allen diesen Verfahren hat den Nachteil, daß darin ein größerer Gehalt an
Schwefelsäureanhydrid (etwa 2,5 bis 3 Prozent) zurückgehalten wird, als wie dies bei der SuI-fatfabrikation
mit Salzsäuregewinnung der Fall ist; das Sulfat ist daher minderwertiger.
Durch die neue Erfindung ist ein kontinuierliches Verfahren zur Gewinnung von neutralem
Sulfat und Schwefelsäure aus Bisulfat geschaffen worden, das die bei den älteren Ver-
fahren erwähnten Nachteile vermeidet. Das neue Verfahren besteht darin, daß die Zersetzung
des Bisulfates und die Verflüssigung des hierbei entstehenden neutralen Sulfates in
einem einzigen Ofenraum kontinuierlich geschieht. Der Vorteil dieser Verfahrensweise
besteht in einer wesentlichen Verbilligung des Prozesses, der Gewinnung eines wertvolleren
neutralen Sulfates und hochkonzentrierter Schwefelsäure.
Zur Ausführung des Verfahrens bedarf es einer besonderen Apparatur. Diese ist in der
Zeichnung beispielsweise veranschaulicht.
Fig. ι stellt einen senkrechten Schnitt durch den Sulfatofen in seiner Längserstreckung dar,
während Fig. 2 ein senkrechter Querschnitt dazu ist.
Der Apparat besteht aus einer Wanne a, aus möglichst widerstandsfähigem Gußeisen
hergestellt und aus mehreren Stücken bestehend, die auf einem Bett b aus Schamottemauerwerk
. aufgelagert ist. Über α befindet sich eine Decke d, die aus Schamottemauerwerk,
Volviklava o. dgl. oder auch aus Gußeisen mit entsprechender Isolierschicht zum Zusammenhalten der Wärme besteht. Die von
einem Generator 0. dgl. herrührenden Feuergase treten an dem einen Kopfende bei g
senkrecht auf das Bad gerichtet ein und verlassen den Apparat bei h an dem gegenüberliegenden
Ende. Die Feuerung muß so geführt werden, daß eine klare und nicht schmauchende Flamme mit dem nötigen Überschuß
an Sauerstoff bei g entsteht. Die Zuführung des Natrium bisulfates geschieht me-
chanisch und kontinuierlich durch eine öffnung i, die am besten durch Neutraleisen
o. dgl. ausgekleidet wird. Die Entfernung des neutralen Sulfates geschieht durch k, und zwar
befinden sich an dieser Kopfwand mehrere von diesen Auslassen in verschiedener Höhe.
Um die gußeiserne Wanne gegen die zerstörenden Einflüsse des flüssigen Bisulfates und
das flüssige neutrale Sulfat gegen Verunreinigungen durch das Eisen der Wanne zu schützen,
sind unter dieser Kanäle c angeordnet, durch die mit Hilfe eines kleinen Ventilators
beispielsweise Luft zu Kühlzwecken gesogen und deren Anordnung so getroffen werden
kann, daß die Möglichkeit vorhanden ist, einen jeden Teil der Wanne mehr oder weniger abzukühlen.
Durch diese Vorrichtung und durch eine entsprechende Tiefe der Wanne hat man
es in der Hand, zwischen der feuerflüssigen Masse m und der gußeisernen Wanne eine
zähflüssige Schicht / zu erzeugen, die nicht fließt, sondern dem flüssigen Bisulf at und neutralen
Sulfat gewissermaßen als Bett dient. Dieses Bett zeigt naturgemäß an den Seitenwänden
der Wanne eine geringere Stärke als wie am Boden, so daß hier die Gefahr eines vorzeitigen Verschleißes der Wanne vorliegt;
dem soll vorgebeugt werden durch in der Decke angebrachte Rippen e, die nach Möglichkeit
die durch den Apparat streichenden Feuergase von den Seitenwänden fernhalten und in
die Mitte zwingen sollen. Mit Hilfe der Schaulöcher f und der in verschiedenen Höhenlagen
angebrachten Öffnungen k, aus denen das flüssige Bisulfat periodisch abgelassen wird,
hat man es in der Hand, die Niveauhöhe des Bades und Hand in Hand mit der Menge des
in der Zeiteinheit frisch zugeführten Bisulfates die Dicke der zähflüssigen Schicht / zu regeln.
Natriumbisulfat mit einem Molekül Wasser schmilzt bei 315° C. Unter Berücksichtigung
seines schlechten Wärmeleitungsvermögens und der Erhitzung des in kaltem Zustande frisch
zugeführten Materials dürfte an dieser Stelle, also bei n, eine Temperatur von etwa 4500C.
erforderlich sein. Das flüssige Bisulfat bewegt sich in der Richtung η 0 f durch den Apparat.
Wasserfreies neutrales Sulfat schmilzt bei 880 ° C, weswegen die bei p durch g eintretenden
Feuergase unter Berücksichtigung gleicher Faktoren, wie bei n, eine Temperatur
von 10500 C. aufzuweisen hätten. In der Mitte der Längsrichtung des Apparates, also
bei 0, würden Temperaturen vorhanden sein, die· zwischen 450 und 1050° C. liegen, also
etwa 700 bis 800 ° C. betragen wurden, Hitzegrade, die gerade mit denjenigen zusammenfallen,
die zur vollständigen Zersetzung des Natriumbisulfates in neutrales Sulfat und
Schwefelsäure oder in Natriumpyrosulfat, das dann weiter zerlegt wird, und Wasser erforderlich
sind. Da Schwefelsäuremonohydrat bei etwa 415 ° C. in Anhydrid und Wasser zerfällt,
findet dieser Vorgang sofort statt, weiterhin jedoch auch noch eine teilweise Spaltung des
Anhydrids in Schwefeldioxyd und Sauerstoff, die bei 900 bis 1000 ° C. vollkommen ist. An
den kühleren Partien des Apparates (bei n) würde jedoch wiederum eine teilweise Rückbildung
des zersetzten Anhydrids stattfinden, so daß die bei h entweichenden Feuergase ein
Gemisch von Anhydrid, Schwefeldioxyd und Wasserdampf enthalten würden, wodurch die
Möglichkeit zur Erzeugung hochkonzentrierter Schwefelsäure gegeben ist, dadurch, daß man
die Gase durch Absorptionsgefäße irgendwelcher Art leitet, in denen Schwefelsäure 0. dgl.
zirkuliert. Die bei diesem Vorgang entstehende Reaktionswärme ermöglicht es, das in den
Gasen enthaltene Schwefeldioxyd weiterhin auf bekannte Art und Weise zu verarbeiten.
Claims (5)
1. Verfahren zur Gewinnung von neutralem Sulfat und Schwefelsäure aus Bisulfat
durch Erhitzung, dadurch gekennzeichnet, daß die Zersetzung des Bisulfates und die Verflüssigung des hierbei entstehenden
neutralen Sulfates kontinuierlich in ein und demselben Ofenraum durch direkte Beheizung mit Feuergasen im Gegenstrom
geschieht.
2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Bett, auf welchem die Behandlung des Salzes vor sich geht, aus einer durch äußere Kühlung der Ofensohle
erhaltenen dicken Erstarrungsschicht des in Behandlung befindlichen Materials besteht.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Ende des
Bettes, wo die Verflüssigung des neutralen Sulfates stattfindet, Stichlöcher in verschiedener
Höhe vorgesehen sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Flammeneinführungsöffnung
so gelegt ist, daß die Flamme senkrecht an der Stelle, wo sich das zu verflüssigende neutrale Sulfat befindet,
auf das Bad trifft.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß an der Decke
des Ofens in der Längs- und Querrichtung Rippen angebracht sind, die die Hitze nach Möglichkeit von den äußeren Umrissen
des Bettes fernhalten.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4938943A (en) * | 1988-06-17 | 1990-07-03 | Eka Nobel Ab | Process for production of chlorine dioxide |
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