DE274151C - - Google Patents

Info

Publication number
DE274151C
DE274151C DENDAT274151D DE274151DA DE274151C DE 274151 C DE274151 C DE 274151C DE NDAT274151 D DENDAT274151 D DE NDAT274151D DE 274151D A DE274151D A DE 274151DA DE 274151 C DE274151 C DE 274151C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
coal
wastewater
waste water
water
product
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT274151D
Other languages
English (en)
Publication of DE274151C publication Critical patent/DE274151C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B03SEPARATION OF SOLID MATERIALS USING LIQUIDS OR USING PNEUMATIC TABLES OR JIGS; MAGNETIC OR ELECTROSTATIC SEPARATION OF SOLID MATERIALS FROM SOLID MATERIALS OR FLUIDS; SEPARATION BY HIGH-VOLTAGE ELECTRIC FIELDS
    • B03BSEPARATING SOLID MATERIALS USING LIQUIDS OR USING PNEUMATIC TABLES OR JIGS
    • B03B5/00Washing granular, powdered or lumpy materials; Wet separating

Landscapes

  • Heat Treatment Of Water, Waste Water Or Sewage (AREA)
  • Activated Sludge Processes (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE la.. GRUPPE
Fa, GEBR, HINSELMANN in ESSEN, Ruhr.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 9. Juli 1912 ab.
Die Beseitigung der Abwässer der Nebenproduktengewinnung verursacht wegen der in diesen Abwässern enthaltenen schädlichen und störenden Bestandteile große Schwierigkeiten, und namentlich solche Betriebe, welche in der Industrie noch nicht oder in nur geringem Maße erschlossenen Gegenden liegen, sind genötigt, zur Vermeidung einer Belästigung von Anliegern und der Vorflutbesitzer kostspielige
ίο Einrichtungen zur Beseitigung oder Unschädlichmachung jener schädlichen Bestandteile zu treffen. Eine Möglichkeit, die Abwässer, anstatt sie mehr oder weniger zu reinigen und dann abfließen zu lassen, einem Verwendungszweck nutzbar zu machen, bietet demzufolge große Vorteile. Gemäß der Erfindung sollen die Nebenprodukten abwasser dadurch eine Verwendung finden, daß sie für die Kohlenwäsche dienstbar gemacht werden. Dieses Verfahren bietet außer dem Vorteil, daß die Notwendigkeit einer Beseitigung der Abwässer entfällt, noch die besonderen Vorzüge, daß sich infolge der in diesen Abwässern enthaltenen Bestandteile einerseits die Ausbeute an Nebenprodukten aus dem Verkokungsprodukt erhöht und andererseits die Entstehung verschiedener schädlicher Bestandteile im Verkokungsprodukt verhindert wird.
Je nach den jeweilig obwaltenden Verhältnissen soll das Verfahren in verschiedener Weise ausgeführt werden.
In demjenigen Falle, wo ein den Kohlen anhaftender Geruch nicht störend ist, wo also die Kohle beispielsweise ausschließlich zu industriellen Zwecken Verwendung finden soll, kann das Abwasser der Nebenproduktengewinnung, also das Wasser, aus welchem auf eine der üblichen Weisen bereits der Teer und das Ammoniak ausgeschieden sind,- nachdem auch noch die in diesem Abwasser ent- haltenen festen Bestandteile mittels Kläranlagen, Filtration o. dgl. beseitigt sind, der gesamten Kohlenwäsche zugeführt, also als Ersatz des Frisch wassers verwendet werden, welches der Kohlenwäsche ständig zugesetzt werden muß.
In demjenigen Falle, wo der jenem Abwasser infolge seines Gehaltes an Phenol, Pyridin, u. dgl. anhaftende Geruch sich der mit dem Wasser gewaschenen Kohle mehr oder weniger mitteilt, und dieser Geruch für die weitere Verwendung der Kohle, wie z. B. zu ,Hausbrandzwecken, hinderlich ist, wird die Kohle vor dem Waschen sortiert und das Abwasser zum Waschen derjenigen Kohlenmengen verwendet, bei welchen jener Geruch nicht störend ist. Insbesondere ist es zweckmäßig, das Abwasser zum Waschen zu verkokender Kohle zu verwenden, zu welchem Zwecke die Kohle vor dem Waschen in Grob- Go kohle und Feinkohle sortiert und das aus der Nebenproduktengewinnung erhaltene und, wie zuvor angegeben, auch noch von seinen festen Bestandteilen befreite Abwasser ausschließlich der zu verkokenden Feinkohle zugesetzt wird.
Da bei der trockenen Destillation der Kohle etwa 4 Prozent Bildungswasser entsteht und die in die Öfen gefüllte Kohle etwa 14 Prozent Wasser enthält, so daß eine Gesamtmenge von 18 Prozent Wasser auf die zu verkokende Kohle in Frage kommt, so ist in
demjenigen Falle, wo das aus der Nebenproduktengewinnung vorhandene Wasser ausschließlich zum Waschen von Kokskohle Verwendung finden soll, ein Überschuß an Abwasser vorhanden. Um diesen Überschuß nicht durch Ablaufen ins Freie beseitigen zu müssen, soll gemäß einem Merkmal des Verfahrens das Abwasser vor seiner Zuleitung zu den zu verkokenden Kohlen auf eine beliebige geeignete Weise so weit eingedunstet werden, daß jeweilig die Menge des eingedunsteten Abwassers gleich ist der den Kokskohlen zuzusetzenden Wassermenge, so daß das Wasser in einem mehrere Verwendungsarten umfassenden Kreislauf verbleibt, in welchem weder Wasser zu noch abgeführt zu werden braucht.
Durch die Verwendung der Nebenproduktenabwässer als Waschwasser für zu verkokende Kohle wird die Ausbeute an Nebenprodukten sowie die Güte der Gase selbst aus folgenden Gründen erheblich verbessert.
Das nach der Ammoniakausscheidung mittels Kalkmilch vorhandene Abwasser enthält einen gewissen erforderlichen Überschuß an Kalk und eine größere Anzahl anderer Calciumverbindungen. Nach J. König ist beispielsweise die Zusammensetzung eines mit Kalkmilch behandelten Gaswassers die folgende:
ι 1 solchen Abwassers enthält
an Abdampfrückstand 20,423 g,
darin an
Rhodancalcium 2,3282 g,
Schwefelcalcium 2,5638 g,
unterschwefligsaurem Calcium .... 1,0913 g,
schwefelsaurem Calcium 0,5785 g,
durch Äther ausziehbare phenol-
artige Stoffe 0,6080 g,
Kalk 6,4481 g„
sonstige Stoffe, Hydratwasser, Phenol usw., zum Teil in Verbindung mit Kalk 6,8056 g;
außerdem enthalten die meisten Abwässer noch beträchtliche Mengen Chlorcalcium im Betrage von etwa 25 bis 40 Prozent der vorgenannten anderen Salze.
Nun wird, wie sich ergeben hat, durch einen Zusatz von Kalk oder anderen Calciumver- - bindungen zur Kokskohle die Ausbeute an Ammoniak aus dem Verkokungsprodukt beträchtlich gesteigert. Durch den Zusatz jenes Abwassers zur Kokskohle wird also durch die in diesem enthaltenen Calciumverbindungen, die bisher mit dem Abwasser nutzlos beseitigt werden, eine Steigerung der Ausbeute an Ammoniak im Nebenproduktengewinnungsprozeß erzielt. Es gelangen unter anderem mit dem Abwasser auch die in diesem enthaltenen Cyanverbindungen wieder in die Kokskohle und werden hier durch den Wasserdampf in Ammoniak übergeführt. Sodann wird durch den Zusatz von Calciumverbindungen eine Zer-Setzung des im Destillationsprodukt vorhandenen Schwefelkohlenstoffes bewirkt, da der Schwefelkohlenstoff bei hoher Temperatur durch Kalkverbindungen zu Schwefelcalcium umgesetzt wird. Die Beseitigung des Schwefelkohlenstoffes auf diese Weise ist namentlich bei Leuchtgasgewinnung von erheblicher Bedeutung.
In demjenigen Falle, wo auf jene Wirkungen der Calciumverbindungen besonderer Wert gelegt wird, kann dem Abwasser bzw. dem als Waschwasser für zu verkokende Kohle bestimmten Frischwasser ein besonderer Zusatz von Calciumverbindungen, in erster Linie wegen der Billigkeit Kalk beigegeben werden, sofern und soweit dies in Rücksicht auf den Aschegehalt des zu gewinnenden Kokses zulässig ist.
Andere im Abwasser enthaltene Verbindungen, wie Calciumkarbonat, werden im Koksofen zersetzt, die frei werdende Kohlensäure wird je nach der Temperatur größtenteils in Kohlenoxyd übergeführt und übt infolgedessen keinen nachteiligen Einfluß auf die Brauchbarkeit des Gases aus.
Durch die in dem Abwasser enthaltenen Verbindungen wird naturgemäß der Gehalt der Kohle bzw. des Kokses an Asche, wenn auch nur unbedeutend, erhöht. Wo eine derartige Erhöhung nicht oder nur um ein geringes Maß zulässig ist, wo also beispielsweise der Koks infolge der Beschaffenheit der verwendeten Kohle ohnehin schon einen die höchst zulässige Grenze erreichenden Gehalt an Asche hat, ist das Verfahren in folgender Weise durchzuführen.
In dem aus dem Nebenproduktengewinnungsprozeß sich ergebenden, also vom Teer und Ammoniak geschiedenen Abwasser werden zunächst diejenigen Bestandteile, welche in feste Form überführbar sind, ganz oder zum Teil als Niederschläge gefällt, dies beispielsweise durch Hindurchleiten von Kohlensäure durch das Abwasser, welche ja in genügender Menge in Rauchgasen usw. zur Verfügung steht, und die Niederschläge durch Klärteiche, Filtration o. dgl. ausgeschieden. Das derart behandelte Abwasser wird nach Wahl entweder unmittelbar zur Kohlenwäsche verwandt oder zwecks Beseitigung jenes erwähnten Über-Schusses an Abwasser auf beliebige Weise so weit eingedunstet, bis seine Menge der der Kokskohle beizugebenden Wassermenge entspricht. Rechnungsmäßig erhöht sich bei einer derartigen Vorbehandlung des Abwassers als Kohlenwaschwasser der Aschegehalt des Kokses nur um Bruchteile eines Prozentes,

Claims (3)

  1. Patent-An Sprüche:
    ι. Verfahren zur Verwertung der Abwässer der Kokerei-Nebenproduktengewinnung, gekennzeichnet durch die Verwendung der Abwässer in einer Kohlenwäsche.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Abwässer gegebenenfalls so weit eingedunstet werden, daß ihre Menge jeweilig gleich ist der den zu verkokenden Kohlen beizugebenden Wassermenge.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwecks Verhütung eines zu hohen Aschegehalts oder einer wesentlichen Steigerung des Aschegehalts der Kohle bzw. des Kokses außer den in dem Nebenproduktenabwasser vorhandenen festen Bestandteilen auch die in gelöster Form enthaltenen, aber als Niederschläge ausfällbaren Bestandteile vor der jeweiligen Zuführung des Abwassers zur Kohlenwäsche in an sich bekannter Weise gänzlich oder zum Teil ausgeschieden werden.
DENDAT274151D Active DE274151C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE274151C true DE274151C (de)

Family

ID=530545

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT274151D Active DE274151C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE274151C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
AT382140B (de) Verfahren zur ausfaellung von schwermetallen
AT502064A2 (de) Verfahren zur gewinnung von kaliumkarbonat aus asche
DE2263047A1 (de) Abtrennung und gewinnung von metallen aus verunreinigten waessern
DE2513900A1 (de) Verfahren zum verringern des schwefelgehalts von kohle
DE102015002416A1 (de) Verfahren zur Abtrennung von Phosphor aus Klärschlamm
EP2361884B1 (de) Verfahren zum Verwerten von Rotschlamm
DE3532390A1 (de) Verfahren zur behandlung von bei der verkokung oder anderen kohleveredelungsprozessen anfallendem abwasser
DE274151C (de)
DE2357735A1 (de) Verfahren zur reinigung von verunreinigtem wasser
DE669709C (de) Verfahren zur Reinigung von fette oder seifige Stoffe enthaltenden Abwaessern
DE2537640A1 (de) Verfahren zum abtreiben von gebundenem ammoniak aus den waessrigen kondensaten und abwaessern der verschwelung und verkokung
DE668464C (de) Verfahren zur Reinigung von Abwaessern
DE691528C (de) Verfahren zum Ausfaulen von Gerbereischlamm
DE106045C (de)
DE660298C (de) Verfahren zum Aufarbeiten von Kohlenstoff und Molybdaen oder Wolfram enthaltenden Rueckstaenden
DE869022C (de) Verfahren zum Aufarbeiten von Kalkschlaemmen auf Trockenkalk
AT346997B (de) Verfahren zur aufarbeitung von saeureteer
DE291038C (de)
AT110272B (de) Verfahren zur Regeneration von Schwarz-oder Braunlauge in Natron-Sulfat-Zellulose-fabriken bei vollständiger Ausschaltung einer Geruchsbelästigung.
DE347813C (de) Verfahren zur Anreicherung des Kohlenstoffgehaltes von Torf
DE540233C (de) Verfahren zur Begenerierung der Braunlauge und des Kalkschlammes der Natroncellulosefabrikation
DE481306C (de) Verfahren zum Nutzbarmachen von Abwaessern
DE609170C (de) Verfahren zum Entteeren von Gaswasser
CH100130A (de) Verfahren zur Behandlung von Torf.
DE532178C (de) Verfahren zur Gewinnung von Brenzcatechin und dessen Homologen aus Generatorgas-, Kokerei-, Schwelerei- und Destillationsabwaessern