DE691528C - Verfahren zum Ausfaulen von Gerbereischlamm - Google Patents
Verfahren zum Ausfaulen von GerbereischlammInfo
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Description
Aus den Klärschlammen städtischer Abwässer läßt sich bekanntlich durch Ausfaulen
des Schlammes Klärgas gewinnen. Diese Klärgasgewinnung wird oft gestört durch das
Abwasser von Gerbereien und anderen Betrieben, in dem auf Fäulnisbazillen giftig wirkende
Stoffe enthalten sind. Reiner Gerbereischlamm wirkt so keimtötend, daß er bei
Zumischung zu faulendem Klärschlamm die
to Gasentwicklung sofort zum Stillstand bringt. Deshalb mußte . der anfallende Gerbereischlamm
bisher für sich gesondert abgelagert werden und bildete eine unverwertbare lästige
Belastung.
Die großen Mengen aus den Häuten stammender tierischer Stoffe, welche der Gerbereischlamm
enthält, sind an sich wohl fäulnisfähig und imstande, viel Klärgas zu liefern,
wurden jedoch bislang als für diese ,Zwecke unverwertbar angesehen und gingen verloren.
Auf Grund neuerer Untersuchungen und Versuche ist es nun gelungen, den Gerbereischlamm
ebenfalls für die Klärgasgewinnung nutzbar zu machen, und zwar mit gutem
Ergebnis.
Es wurde nämlich gefunden, daß die fäulnishemmende Wirkung des Gerbereischlammes
so gut wie ausschließlich von dem in ihm enthaltenen Ätzkalk herrührt. Aus dieser Erkenntnis heraus wird die keimtötende
Wirkung des Gerbereischlammes beseitigt durch Zuführung von Kohlensäure zu dem Schlamm und der dadurch erfolgenden Umwandlung
des Ätzkalks in kohlensauren Kalk.
Der pfc-Wert geht dabei von 8,5 bis 10 und
mehr zurück auf j,j bis 7,8.
Es ist zwar schon vorgeschlagen worden, Gerbereiabwässern Kohlensäure zuzuführen,
um das in ihnen enthaltene Calciumhydroxyd in Calcfumcarbonat überzuführen und letzteres
auszufällen. Durch diese Maßnahme wurde aber nur eine Reinigung der Gerbererabwasser
bewirkt oder erreicht. Neu ist demgegenüber die Nutzbarmachung dieser Abwässer für die
Klärgasgewinnung und die Vorbehandlung des Gerbereischlammes zu diesem Zweck mit Kohlensäure.
Hiermit ist erstmals ein Weg gezeigt, wie der Gerbereischlamm zur Gewinnung
von wertvollem Klärgas im Ausfaulprozeß nutzbar gemacht werden kann.
Zweckmäßig wird bei dem neuen Verfahren die Kohlensäure, mindestens zum Teil,
dem bekanntlich stets stark kohlensäurehaltigen Klärgas entnommen und dadurch zugleich
das Klärgas wertvoller gemacht.
In solchen Fällen, in denen die aus dem Faulvorgang stammende Kohlensäure zur ausreichenden
Behandlung des Gerbereischlammes nicht ausreicht, muß natürlich auf andere
Weise gewonnene Kohlensäure hinzugefügt werden. Hierzu steht u. a. die bei der Verbrennung
von Klärgas in Feuerungen oder Verbrennungsmaschinen anfallende Kohlensäure zur Verfügung.
Ein besonders zweckmäßiges Ausführungsbeispiel des neuen Verfahrens sei im nachstehenden
erläutert.
Das Gerbereiabwasser wird einem Flachbecken zugeleitet, aus dem der Klärschlamm
in einen Sumpf gelangt, zweckmäßig mit Hilfe eines mechanisch im Flachbecken zu bewegenden
Schlammräumers.
Der Schlamm wird mittels einer geeigneten Pumpe aus dem Sumpf entnommen und einem
Kohlensäurewäscher irgendwelcher bekannter oder geeigneter Bauart zugeführt. Durch den
Kohlensäurewäscher wird gleichzeitig im Gegenstrom aus einem Faulraum üblicher Art
Klärgas geleitet, nachdem es einen Schwefelreiniger durchlaufen hat. Die Umwandlung
des Ätzkalkes in kohlensauren Kalk geht dann in dem Kohlensäurewäscher vonstatten unter
Verwertung der im Klärgas enthaltenen Kohlensäure. Das von Kohlensäure befreite und
dadurch wertvoller gemachte Klärgas wird dann geeigneten Sammel- oder Verbrauchersteilen
zugeführt.
Der im Kolilensäurewäscher behandelte Gerbereiklärschlamm gelangt sodann in den
Sumpf einer Pumpe, die ihn über einen Ver- so teiler üblicher Art in den Faulraum fördert.
Dort wird er durch den bereits im Fäulnis-Vorgang befindlichen Klärschlamm aktiviert
und kommt ebenfalls zum-Faulen, so daß auf diese Weise auch der Gerbereischlamm für
die Klärgasgewinnung verwertbar gemacht wird.
Der nach der Ausfaulung anfallende Schlamm ist auch für Düngezwecke, ζ. Β
zur Verwendung in Fäkaltorf wertvoll, weil er nicht mehr wie etwa der ursprünglich alkalisch
reagierende Gerbereischlamm den Ammoniakstickstoff aus Düngemittel und Boden
austreiben kann.
Mit Hilfe des neuen Verfahrens können 6S
nicht nur Gerbereischlämme im engsten Sinne
des WTortes, sondern selbstverständlich auch
Schlämme anderer Herkunft, aber von im wesentlichen gleicher Beschaffenheit oder Zusammensetzung
wie Gerbereischlamm behandelt werden. -
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zum Ausfaulen von Gerbereischlamm, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlamm mit Kohlendioxyd oder mit Kohlendioxyd enthaltenden Gasen vorbehandelt und dann in an sich bekannter Weise mit faulendem Klärschlamm vermischt wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1938ST057059 DE691528C (de) | 1938-01-30 | 1938-01-30 | Verfahren zum Ausfaulen von Gerbereischlamm |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1938ST057059 DE691528C (de) | 1938-01-30 | 1938-01-30 | Verfahren zum Ausfaulen von Gerbereischlamm |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE691528C true DE691528C (de) | 1940-05-29 |
Family
ID=7467611
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1938ST057059 Expired DE691528C (de) | 1938-01-30 | 1938-01-30 | Verfahren zum Ausfaulen von Gerbereischlamm |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE691528C (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE744825C (de) * | 1942-03-10 | 1944-01-26 | Karl Imhoff Dr Ing | Verfahren zur Herstellung von Duengemitteln |
| DE3202212A1 (de) * | 1982-01-25 | 1983-08-04 | Süddeutsche Zucker AG, 6800 Mannheim | Verfahren zum anaeroben abbau von calciumionenhaltigen, alkalischen schwemm- und waschwaessern |
| EP0231762A3 (de) * | 1986-01-21 | 1988-07-27 | Passavant-Werke Ag | Verfahren zum Entfernen von bei anaerober Behandlung von organisch belasteten Abwässern entstehendem Kalziumkarbonat |
-
1938
- 1938-01-30 DE DE1938ST057059 patent/DE691528C/de not_active Expired
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE744825C (de) * | 1942-03-10 | 1944-01-26 | Karl Imhoff Dr Ing | Verfahren zur Herstellung von Duengemitteln |
| DE3202212A1 (de) * | 1982-01-25 | 1983-08-04 | Süddeutsche Zucker AG, 6800 Mannheim | Verfahren zum anaeroben abbau von calciumionenhaltigen, alkalischen schwemm- und waschwaessern |
| EP0231762A3 (de) * | 1986-01-21 | 1988-07-27 | Passavant-Werke Ag | Verfahren zum Entfernen von bei anaerober Behandlung von organisch belasteten Abwässern entstehendem Kalziumkarbonat |
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