DE273C - Chiffrir-Apparat - Google Patents

Chiffrir-Apparat

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DE273C
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    • GPHYSICS
    • G09EDUCATION; CRYPTOGRAPHY; DISPLAY; ADVERTISING; SEALS
    • G09CCIPHERING OR DECIPHERING APPARATUS FOR CRYPTOGRAPHIC OR OTHER PURPOSES INVOLVING THE NEED FOR SECRECY
    • G09C1/00Apparatus or methods whereby a given sequence of signs, e.g. an intelligible text, is transformed into an unintelligible sequence of signs by transposing the signs or groups of signs or by replacing them by others according to a predetermined system
    • G09C1/04Apparatus or methods whereby a given sequence of signs, e.g. an intelligible text, is transformed into an unintelligible sequence of signs by transposing the signs or groups of signs or by replacing them by others according to a predetermined system with sign carriers or indicators moved relative to one another to positions determined by a permutation code, or key, so as to indicate the appropriate corresponding clear or ciphered text

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Description

1877:
FELIX ROBERT GASPARY in BERLIN. Chiffrir-Apparat.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 2. Juli 1877 ab.
Dieser Chiffrir - Apparat ist eine mit Merkzeichen versehene Auf- oder Unterlage für die Schreibfläche, unter deren Anwendung das Schriftstück in aufser Zusammenhang stehende Buchstaben derart zerstreut wird, dafs nur mit Hülfe ganz gleich markirter Auf- bezw. Unterlagen der Zusammenhang erkennbar ist. Die Merkzeichen sind durch Form, Farbe, Zahlen oder sonst beliebige Zeichen, indem die Auflagen zum Hindurchschreiben durchlocht sind, gegeben; es könnte indefs auch ein Draht in Form einer vielfach gewundenen Linie verwandt und daran die Reihenfolge markirt werden. Die zu beschreibenden Theile sind die-einzig wesentlichen; alle weiteren würden den Correspondirenden nur zur bequemeren Handhabung dienen.
Fig. i, 2, 3 und 6 zeigt die Gesammt-Form eines Einzel - Apparates dieser verschiedenen vier Sorten, und es befindet sich in dem oberen Stück:
Fig. ι ein Apparat mit gleichförmigen Löchern, die durch farbige Ränder in vier Gruppen getheilt sind (auf der Zeichnung durch ;,··■, ο ο o, + + +), in
Fig. 2 ein solcher mit verschiedenförmigen Löchern, in
Fig. 3 ein gleicher, mit verschiedenförmigen Löchern und markirten Rändern zum Zweck erleichterter Uebersicht.
Fig. 6 ist eine Chiffrirunterlage oder ein Chiffrir-Linienblatt; die Fläche ist in Centimeter grofse Quadrate getheilt, die, wie die Lochränder der vorigen Apparate, gruppenweise durch Farben, Zahlen oder sonstige Zeichen oder Muster gegliedert sind. Natürlich sind diese Unterlagen nur bei durchscheinendem Papier oder bei Zeichenleinwand zu benutzen.
Fig. 4 zeigt eine Auflage mit langen Ausschnitten. Die also entstandenen Stäbchen bilden Lineale; auf diesen befindet sich die Eintheilung und Markirung; sie sind vortheilhaft, sobald es sich darum handelt, den Raum der Schreibfläche auszunützen, weil bei den in Fig. 1, 2 und 3 gezeigten Netzen die Zwischenwände solchen beeinträchtigen; die ersten drei werden »Netze«, Fig. 4 »Netzlineale« genannt.
Fig. 5 endlich ist ein Lineal zum Chiffriren.
Statt der gruppenweisen Theilung, wobei übrigens nicht weniger als drei, sonst aber willkürlich viele Gruppen geschaffen werden können, kann man auch fortlaufende Ziffern anwenden; doch würde dies sicher nicht bequem sein, vielmehr ein mühsames Suchen erheischen und leicht Irrthümer herbeiführen.
Die Anordnung der Merkzeichen ist zwar willkürlich; da es jedoch nothwendig ist, dafs jede Gruppe Correspondirender mit je anders arrangirten Apparaten versehen wird, so mufs nach bestimmtem System fabricirt werden.
Zur Anwendung der Chiffrirnetze ist zu bemerken, dafs solche, laut Vereinbarung der Correspondirenden oder nach Vorschrift durch einen Schlüssel auf die Schreibfläche zu legen sind, dafs alsdann nach der Reihe alle gleichmarkirten Löcher mit den fortlaufenden Schriftzeichen des Mitzutheilenden ausgefüllt werden, dann die als zweite verabredete Gruppe u. s. w. Auf diese Weise kommen Anfang, Mitte und Schlufs des- Schriftstückes neben- und durcheinander, und niemals, trotz des gröfsten Scharfsinnes, kann nach Abnahme des Netzes etwas entziffert werden. Da indefs Lücken bleiben können, sobald das Schriftstück erschöpft ist, so müssen diese mit irgend welchen Schriftzeichen gleicher Art gefüllt werden, damit nirgend ein Zusammenhang existirt. Erst durch gleiche Anwendung eines gleichen Netzes kann der Leser alsdann die Dechiffrirung bewirken.
Die Anwendung des Linienblattes ist genau wie die beschriebene, auch die der Lineale, bezw. des Einzel-Lineales ist aus Obigem klar; nur ist bezüglich telegraphischer Depeschen zu bemerken, dafs man das zu diesem Zweck niederzuschreibende Material stets in Einzelzeichen theilen mufs, während man sonst auch Silben schreiben kann; ferner sind, der Controle wegen, die Reihen durch fünf theilbar einzurichten; denn je fünf Buchstaben werden bekanntlich als ein Wort berechnet und depeschirt. Dem Beamten wird das wie oben beschrieben zu Papier gebrachte Schriftstück nach Entfernung der Aufbezw. Unterlagen übergeben; der Empfänger der Depesche schreibt die Buchstaben der empfangenen Reihenfolge nach entweder auf quadrirtes Papier oder sogleich unter Anwendung seines Apparates, doch ohne Berücksichtigung desselben und nur wegen des allgemeinen Raumverhältnisses; er liest jedoch alsdann unter Berücksichtigung der Markirungen.
Dünnes, nicht sehr federndes Blech ist geeignet zur Herstellung genannter Apparate; dicke Auflagen beengen den Raum für die schräggehaltene. Feder. Uebrigens ist jedes Material, Papier, Holz, Metall anwendbar, weshalb der Erfinder sich für keines ausschliefslich entscheidet. Ebenso ist die Form und Gröfse der Markirstellen willkürlich, da sie sich nur nach der Gröfse und Weitläufigkeit der Schrift richtet.
Der Patent-Anspruch erstreckt sich auf Auf- und Unterlagen für Schreibflächen mit Merkzeichen, wie oben im allgemeinen und besonderen beschrieben und zum Zweck bezw. zur Anwendung, wie beschrieben.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DE273DA 1877-07-01 1877-07-01 Chiffrir-Apparat Expired - Lifetime DE273C (de)

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