DE2708484C2 - Drehmoment-Meßanordnung - Google Patents
Drehmoment-MeßanordnungInfo
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Description
alle bei Zugrundelegung eines in einer bestimmten Drehrichtung über den Stegkranz hinweg
wirksamen — angenommenen — Drehmomentes (5) gedehnten Dehnmeßstreifen (A bis P)
werden ihrer Anzahl nach gleichmäßig auf zwei gegenüberliegende Brückenzweige — Zug-Brückenzweige (21 und 22) — verteilt;
alls bei dem angenommenen Drehmoment (5) gestauchten Dehnmeßstreifen (ä bis p) werden
gleichmäßig auf die zwei übrigen einander gegenüberliegenden zwischen den Zug-Brükkenzweigen (21 und 22) befindlichen Brückenzweigen — Druck-Brückenzweigen (23 und 24)
— angeordnet;
die Verteilung der gedehnten Dehnmeßstreifen (A bis P) auf den einen (21) und den anderen (22)
der beiden Zug-Brückenzweige (21,22) bzw. der gedrückten .Dehnmeßstreifen (a bis p) auf den
einen (23) und den anderen (24) der beiden Druck-Brückenzweige (23, 24) erfolgt zum
einen derart, daß stets entsprechende Dehnmeßstreifen (z. B. A und /einerseits oder a und /
andererseits) zweier diametral einander gegenüberliegender Meßstege (12) im gleichen
Brückenzweig (21 bzw. 23) angeordnet sind;
die Verteilung der Dehnmeßstreifen (A bis P bzw. a bis p) auf die beiden Zug-Brückenzweige
(21,22) bzw. auf die beiden Druck-Brückenzweige (23, 24) erfolgt zum anderen derart, daß die
Dehnmeßstreifen (beispielsweise A, C, E, C, I, K, M, O) eines jeden Brückenzweiges (z. B. 21)
gleichmäßig am Umfang des Stegkranzes verteilt angeordnet sind.
d)
Die Erfindung betrifft eine Drehmoment-Meßanordnung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, wie sie
beispielsweise aus der DE-OS 23 02 540 als bekannt hervorgeht.
Diese im wesentlichen trommeiförmig aufgebaute Meßeinrichtung dient der Messung von Kräften, die an
einem Fahrzeugrad auftreten können. Die Meßtrommel besteht im wesentlichen aus einem inneren Zylinder mit
einem achssenkrecht daran anschließenden Befestigungsflansch und einem äußeren Zylinder mit einem
ebenfalls achssenkrecht daran anschließenden Befestigungsflansch; beide Zylinder sind durch speichenartige
Stege miteinander verbunden, die durch die Radlasten und Drehmomente deformiert werden und deren
Deformation durch Dehnmeßstreifen ermittelt wird. In Umfangsrichtung sind vier rechtwinklig zueinander
stehende Stege angeordnet und es sind in Axialrichtung jeweils zwei Stege hintereinander angeordnet. Diese
Drehmoment-Meßeinrichtung ist nicht nur platzaufwendig und schwer und macht Sonderkonstruktionen
des Fahrzeugrades erforderlich, sondern sie ist auch nur
sehr schwierig herstellbar. Im Hinblick auf die vorliegende Erfindung ist die bekannte Einrichtung aber
vor allen Dingen deswegen unbrauchbar, weil mit ihr die am Rad auftretenden Drehmomente nicht isoliert erfaßt
werden können; den Meßstegen werden stets auch solche Deformationen überlagert, die von radialen und
axialen Radlasten herrühren.
Aus der DE-AS 21 04003 geht eine Meßeinrichtung
als bekannt hervor, mit der die axial und/oder radial auf ein Fahrzeugrad einwirkenden Kräfte und/oder Ver- ι ο
kantungsmomeiiie ermittelt werden können. Die Einrichtung
wird anstelle des Radlagers in Drehrichtung feststehend an der Fahrzeugachse angeflanscht; mittels
im Innern der Meßeinrichtung angeordneter Lager trägt diese drehbar das Fahrzeugrad. Brems- und
Traktionsmomente können mit der Meßeinrichtung überhaupt nicht ermittelt werden. Diese Meßeinrichtung
weist drei verschiedene Kränze von Meßstegen auf, die axial an unterschiedlichen Positionen gegenüber
der Radmittenebene angeordnet sind und die auch 2" teilweise unterschiedlich zur Rotationsachse liegen.
Auch mit der aus der DE-AS 12 30 245 bekannten Anordnung sollen Radkräfte und dynamische Rad- oder
Fahrbahnbeanspruchungen von Kraftfahrzengrädern
ermittelt werden. Und zwar werden die;Dehnmeßstreifen
direkt auf die Außen- und Innenseite des Rades selber aufgeklebt; die Radfelge ist gewissermaßen
selber das Meßglied. Die Felgen-Deformationen in radialer und axialer Hinsicht sind jedoch wesentlich ·
größer als Deformationen in Umfangsrichtung aufgrund von Beschleunigungs- oder Verzögerungsmomenten.
Deshalb können diese Momente mit der vorbekannten Anordnung nicht ermittelt werden.
Aus der DE-OS 25 01 521 geht eine Meßnabe zur Ermittlung der Lenkkräfte an einem Lenkhandrad eines «
Personenkraftwagens als bekannt hervor. Dabei ist ein rohrförmiges Drehmoment-Meßglied mit definierter
sehr geringer Wandstärke als elastisch beanspruchbares Deformationsglied vorgesehen. Die Torsion dieser
Deformationsstrecke kann mit aufgeklebten Dehnmeßstreifen ermittelt werden; die Torsionsdehnung dient als
Maß für das übertragene Drehmoment Bei diesem Einsatz sind zwar radiale und axiale Kräfte von dem
rohrförmigen Drehmoment-Meßglied aufzunehmen; diese sind jedoch bei vorsichtiger Behandlung der45
Anordnung durch das Drehmoment-Meßglied beschädigungsfrei beherrschbar. Die radialen und axialen Kräfte,
die auf ein solches Drehmoment-Meßglied einwirken, sind bestimmend für die Auslegung der Wandstärke des
Drehmoment-Meßgliedes. Sind diese Kräfte sehr klein, w so kann die Wandstärke relativ gering gehalten werden
und es ist eine Zwischenlagerung des rohrförmigen Deformationsgliedes zur Entlastung von axialen und
radialen Kräften entbehrlich. Treten aber höhere radiale und axiale Kräfte auf, so kann eine radiale und53
axiale Abstützung des Deformationsgliedes nicht umgangen werden. Würde man die Deformationsstrekke
ausreichend kräftig bemessen, damit sie diesen axialen und radialen Kräften standhalten könnte, so
wäre sie in Drehrichtung derart steif und unempfindlich, &o
daß das Deformationsglied keine Meßempfindlichkeit für Drehmomente mehr hätte, Eine Lagerabstützung
des Deformationsgliedes in radialer und axialer Hinsicht hätte aber den Nachteil, daß durch die entsprechenden
Lager Nebenschlüsse für Drehmomente auftreten, die55
das Drehmoment-Meßergebnis in unkontrollierbarer Weise beeinflussen bzw. verfälschen.
Ein Einsatzzweck einer der vorliegenden Erfindung zugrunde liegenden Drehmoment-Meßnabe liegt in der
Messung des Drehmomentes, welches von einem Fahrzeugrad eines Kraftfahrzeuges übertragen wird.
Hierbei sollen alle Drehmoment-Nebenscnlüsse ausgeschaltet sein, weshalb die Drehmoment-Messung
unmittelbar in der Nabe des Rades selber vorgenommen werden soll. Drehmoment-Nebenschlüsse über Lager
für die Treibachse bzw. die Kardanwelle und das Differentialgetriebe sind damit eliminiert Eine in die
Nabe eines Kraftfahrzeugrades einzubauende Drehmoment-Meßeinrichtung muß in der Lage sein, die auf das
betreffende Rad entfallende Achslast ohne weiteres, d.h. ohne ein Stützlager oder dgl, durch das doch
wieder Drehmoment-Nebenschlüsse entstehen könnten, aufzufangen. Eine solche sehr exakte Messung der
über das Fahrzeugrad ausgeübten Drehmomente bzw. der von ihm aufgebrachten Antriebs- bzw. Verzögerungskräfte
ist zur genauen Reproduzierung bestimmter Fahrzyklen auf dem Prüfstand, die bei der Durchführung
von normierten Abgastests abgefahren werden müssen, besonders vrichtig.
Zwar kann die vorbekannte -Jngangs zitierte
Drehmomenl-Meßnabe die axialen und radialen Radiasten
ohne zusätzliche Lagerabstützung auffangen, jedoch lassen sich diese Kräfte nicht von den
Beschleunigungs- und Verzögerungsmomenten trennen.
Aufgabe der Erfindung ist es, die zugrunde gelegte Drehmoment-Meßeinrichtung dahingehend auszugestalten,
daß die teilweise recht stark schwankenden axialen oder radialen Belastungen der Drehmoment-Meßeinrichtung
das Drehmoment-MeSergebnis nicht beeinflussen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale von Anspruch 1 gelöst
Aufgrund einer recht steifen Bemessung der Stege in Axialrichtung, aber einer biegeweichen Gestaltung in
Drehrichtung ist das Drehmoment-Meßglied zwar ohne weiteres in der Lage, radiale und axiale Kräfte in sich
aufzunehmen, ohne daß es einer besonderen Stützkonstruktion für diese Kräfte bedürfte, jedoch wirken sich
axial gerichtete Kräfte nur in einem vernachlässigbaren Ausmaß auf die Stegdeformation aus. Aufgrund der
Kreiiform der Durchbrüche ergeben sich bikonkave Stege, bei denen die Stelle höchster Biegebeanspruchung
von der Stelle höchster Zug- bzw. Druckbeanspruchung getrennt ist. Die Stelle höchster Zug- bzw.
Druckbeanspruchung ist die dünnste Stelle in der Stegmitte, wogegen die Stelle höchster Biegebeanspruchung
außermittig liegt; an dieser Stelle werden die Dehnmeßstreifen angebracht. Durch diese Ausbildung
der Meßstege bzw. Anordnung der Dehnmeßstreifen lassen sich diejenigen Stegdeformationen, die durch
horizontale und vertikale radiale Kräfte hervorgerufen werden, eliminieren und es werden nur drehmomentbedingte
Deformationen der Meßstege nach außen hin angezeigt.
Die Erfindung ist nachfolgend anhand von in den Zeichnungen dargestellter Beispiele kurz erläutert;
dabei zeigt
F i g. 1 einen achsparallelen Schnitt durch eine Drehmoment-Meßanordnung an einem Fahrzeugrad,
Fig.2 einen achssenkrechten Schnitt durch eine Drehmomentmeßeinrichtung entlang dem Linienzug
H-II in Fig. 1,
Fig.3 und 4 die elektrische Anordnung der verwendeten Dehnmeßstreifen in einer Brückenschaltung
(F i g. 3) und die geometrische Anordnung an der Drehmomentmeßscheibe (F i g. 4),
Fig.5 einen achsparallelen Schnitt durch eine Drehmoment-Meßanordnung eines anderen Ausführungsbeispieles
einer DrehmomentmeBscheibe und
F i g. 6 und 7 zwei weitere Anwendungsbeispiele.
Die in den F i g. 1 und 2 dargestellte Drehmoment- >
Meßanordnung zeigt in F i g. 1 stellvertretend für ein ganzes Fahrzeugrad einen Felgenkranz 1 und eine
daran angeschweißte Felgenschüssel 2, die unter Zwischenschaltung einer Drehmomentmeßscheibe 6
mit dem angetriebenen und abbremsbaren Radflansch 3 ι ο verbunden ist. Die Drehmomentmeßeinrichtung ist
durch die Achslast 4 und das Drehmoment 5 belastet. Die zwischengeschaltete Drehmomentmeßscheibe ist in
Axialrichtung relativ schmal — Maß T—, so daß durch
die Zwischenschaltung der Drehmomentmeßscheibe 6 π die Spurbreite einer Fahrzeugachse nur unwesentlich
verändert wird. Die Drehmomentmeßscheibe ist mittels zweier Sätze von Schrauben in den Kraftfluß der
Drehmomentübertragung einbezogen. Ein erster Satz vors Schrauben 7 dient zur Befestigung der Meßscheibe
6 an den Radflansch 3; mit dem zweiten Satz von Schrauben 8 wird das Rad 1/2 an die Meßscheibe 6
angeschraubt. Im Innern der Drehmomentmeßscheibe 6 ist noch ein Drehübertrager bekannter Bauart zur
Übertragung der Meßwerte von der umlaufenden 2i
Drehmomentmeßscheibe auf einen stillstehenden Anschluß vorgesehen.
Die Drehmomentmeßscheibe 6 besteht aus zwei scheibenförmigen Körpern, die am Außenumfang
dauerhaft mittels einer Schweißnaht 17 miteinander verbunden sind. Die eigentliche Meßscheibe 14 ist mit
dem Radflansch mittels des einen Schraubenkranzes 7 verschraubt und trägt die Deformationsstrecke zur
Messung des Drehmomentes. Die andere Scheibe 15 dient zur Rückführung des Kraftflusses von einer radial
relativ weit außenliegenden Stelle an die radiale Stelle der Befestigung der Radschüssel 2 an die Meßscheibe.
Aufgrund dieser Kraftflußrückführung an radial innenliegende Punkte ist es möglich, ohne Sonderfeigen
Drehmomentmessungen am Fahrzeugrad vorzunehmen.
Das Drehmomentmeßglied 14 weist innerhalb der Deformationsstrecke eine konstante und definierte
Wandstärke f auf. In diesem Bereich ist ein Kranz von Bohrungen 10 mit definierter Lage und definierten
Abmessungen angebracht. Zwischen diesen Bohrungen verbleiben Stege 11, die eine definierte Radiallage und
definierte Abmessungen und auch eine definierte Oberflächenbeschaffenheit aufweisen. Der Querschnitt
dieser Stege ist in Axialrichtung (Maß / in Fig. 1) wesentlich größer als in Umfangsrichtung (Maß s in
Fig.2). Dadurch «;ind die Stege in der Lage, axiale
Beanspruchungen aufzufangen. Hingegen sind die Stege in Umfangsrichtung relativ weich; dadurch ist die
Deformationsstrecke isoliert für Drehmomente empfindlich. Jeder zweite dieser Stege 11 ist mit
Dehnmeßstreifen 18 beklebt; diese beklebten Stege sind Meßstege 12. Die Dehnmeßstreifen sind auf beiden
Seiten der Meßstege an einer Stelle höchster Beanspruchung 13 angebracht Diese Stellen höchster Beanspru- &o
chung liegen außerhalb der Mitte der Stege. Sämtliche Dehnmeßstreifen sind elektrisch zu einer Vollbrückenschaltung
zusammengeschlossen, deren Zuführungsund Abführungsanschlüsse durch eine Nut 20 (Anschlußkabel
19) zu dem Drehübertrager 9 geführt sind. μ
Die Stege werden zwar auch durch horizontale und vertikale achssenkrechte Kräfte beansprucht Die
entsprechenden Deformationen der Stege, die sich auf die aufgeklebten Dehnmeßstreifen auswirken, können
aber durch geeignete Anordnung der Dehnmeßstreifen innerhalb der Meßbrücke derart eliminiert werden, daß
nur drehmomentbedingte Deformationen der Dehnmeßstreifen nach außen hin angezeigt werden. Die
große gleichmaßig am Umfang verteilte Anzahl von Meßstegen ist erforderlich, um ein Drehmomentmeßsignal
in jeder Umfangslage und vor allen Dingen ein •gleichmäßig hohes Meßsignal zu bekommen. Bei einer
geringeren Anzahl von Meßstegen würde dem Drehmomentmeßsignal ein wellenförmiges Signal überlagert
werden, was durch das Durchlaufen der Meßstege durch die Umfangsstellen höchster Radialbelastung bzw.
höchster Biegebeanspruchung aufgrund Radiallast hervorgerufen wird. Aufgrund der Herstellung der Stege
und der Drehmomentscheibe einstückig aus'dem Vollen ist eine Einspannhysterese etwaiger geklemmter Deformationsstege
vermieden.
In den Fig.3 und 4 ist dargestellt, wie die an dem
Drehmomentmeßglied 14 angeordneten Dehnmeßstreifen a bis ρ und A bis P innerhalb der in K i g. S
dargestellten Meßbrücke elektrisch anzuordnen sind, damit Längungen und Stauchungen der Stege in
Vertikalrichtung aufgrund von Radiallasten und damit ferner Biegungen der Stege nach unten ebenfalls
aufgrund van Radiallasten eliminiert werden. Es sei zur .Erläuterung angenommen, daß der äußere Teil des
Drehmomentmeßgliedes 14 festgehalten wird, was durch die rechts am Umfang angebrachte Schraffur
angedeutet sein soll, und daß der innere Teil des Drehmomentmeßgliedes im Uhrzeigersinn durch das
Drehmoment 5 beansprucht wird. Unter Zugrundelegung dieses Drehmomentes werden die mit einem
großen Buchstaben bezeichneten Dehnmeßstreifen gedehnt und die auf der gegenüberliegenden Stegseite
angebrachten Dehnmeßstreifen, die mit einem kleinen Buchstaben bezeichnet sind, gestaucht. Es sind insgesamt
zweiunddreißig Dehnmeßstreifen, von denen die eine Häifie, nämlich sechzehn Dehnmeßstreifen, gedehnt
und die anderen sechzehn Dehnmeßstreifen gestaucht werden. Die gedehnten Dehnmeßstreifen sind
in den beiden Zug-Brückenzweigen 21 und 22 der Meßbrücke in Fig.3 anzuordnen, wohingegen die
gestauchten Dehnmeßstreifen in den beiden Druck-Brückenzweigen 23 und 24 anzuordnen sind. Da es sich
um eine gerade Anzahl von Meßstegen handelt, liegen an jeder Umfangsstelle zwei Meßstege einander
diametral genau gegenüber. Wir betrachten jetzt die beiden der Vertikalrichtung zunächstliegenden Meßstege,
die mit den Dehnmeßstreifen A, a und /, / beklebt sind. Durch die Radlast 4 wird der obere Meßsteg
gezogen und der untere Meßsteg gestaucht Aufgrund dieses Einflusses wird der durch Drehmomenteinfluß
gedehnte Dehnmeßstreifen A zusätzlich gedehnt, wohingegen der durch Drehmomenteinfluß ebenfalls
gedehnte Dehnmeßstreifen I durch die Radlast wieder etwas zurückgestaucht wird. Um diesen Einfluß —
zusätzliche Dehnung des oberen und überlagerte Stauchung des unteren gedehnten Dehnmeßstreifens —
zu kompensieren, werden diese beiden entsprechenden an gegenüberliegenden Meßstegen angeordneten
Dehnmeßstreifen in ein und demselben Brückenzweig 21 der Meßbrücke angeordnet Hierdurch heben sich die
lastbedingten Widerstandsänderungen gegenseitig auf und es werden nach außen die drehmomentbedingten
Widerstandsänderungen wirksam. Genauso wird es mit den gedehnten Dehnmeßstreifen aller anderen Meßstege
und ebenfalls mit den gestauchten Dehnmeßstreifen
aller anderen Meßstege gemacht. Betrachten wir nun
die beiden diametral gegenüberliegenden MeOstege, die
der Horizontalebene am nächsten liegen, nämlich die Meßstege, die mit den Dehnmeßstreifen E esowie M, m
beklebt sind. Diese beiden Meßstege werden durch die Radiallast 4 nach unten gebogen. Hierdurch wird der
drehmomentmäßig gedehnte Dehnmeßstreifen E zusätzlich gedehnt, wohingegen dem drehmomentmäßig
ebenfalls gedehnten Dehnmeßstreifen M eine Stauchung uü*;rlagert wird. Die Einflüsse der Radiallast 4
sind also in der Horizontalebene gleich wie in der Vertikalebene; d. h. die drehmomentmäßig gedehnten
Dehnmeßstreifen werden auf der einen Seite zusätzlich gedehnt, wohingegen ihnen auf der gegenüberliegenden
Seite eine Stauchung überlagert wird. Bei den gedrückten Dehnmeßstreifen ist es ähnlich, nur gerade
umgekehrt. Hinsichtlich der durch die Horizontalebene durchlaufenden Meßstege gelten also die gleichen
Überlegungen wie für die Meßstege, die die Vertikalebene durchlaufen. Das heißt auch aus der Sicht der
Biegebeanspruchung der Meßstege in der Horizontalebene müssen stets gleichartige Dehnmeßstreifen von
diametral gegenüberliegenden Meßstegen in ein und demselben Brückenzweig der Meßbrücke angeordnet
sein. Schließlich ist noch zu berücksichtigen, daß in jedem Brückenzweig der Meßbrücke der gesamte
Umfang des Stegkranzes gleichmäßig repräsentiert ist, damit über den gesamten Umlauf eines Rades hinweg
das Drehmomentmeßsignal konstant ist. Unter Beachtung dieser Überlegungen ergibt sich die in den F i g. 3
und 4 aufgezeigte Verteilung der Dehnmeßstreifen. Ein solcherart bestücktes Drehmomentmeßglied liefert ein
über den gesamten Umfang hinweg konstantes Drehmomentmeßsignal, welches von Einflüssen der
Radiallasten frei ist.
In Fig.5 ist ein anderes Ausführungsbeispiel einer
Drehmomentenmeßscheibe gezeigt. Bei dieser Drehmomentmeßscheibe 28 ist die Rückführungsscheibe zur
Rückführung des Krafiflusses auf die radiale Lage der
Radschrauben 29 nicht vorgesehen. Vielmehr ist an dem Felgenkranz 26 ein Ring 27 als Ersatz für die
Felgenschüssel eingeschweißt, an dessen Außenumfang mittels eines Schraubenkranzes 30 die Meßscheibe 28
befestigt werden kann. Der Vorteil dieser Ausführung ist, daß die Meßanordnung nur ganz unwesentlich und
vernachlässigbar schwerer ist als ein normales Fahrzeugrad und daß Spuränderungen der beiden gegenüberliegenden Fahrzeugräder durch den Einbau der Meßanordnung nicht auftreten. Diese Meßanordnung ist vor
allen Dingen dann von Vorteil, wenn unter solchen Bedingungen Drehmomentmessungen vorgenommen
werden sollen, bei denen sich höhere Radgewichte und Spurweitenveränderungen meßverfälschend auswirken
würden. Dies könnte vor allen Dingen bei höheren Geschwindigkeiten und/oder unter Ausschöpfung der
Straßenlage des Fahrzeuges der Fall sein.
Der Vorteil der erfindungsgemäßen Drehmomentmeßscheibe ist der, daß Drehmomentnebenschlüsse
völlig vermieden werden und daß das am Umfang eines Fahrzeugrades wirksame Antriebs- oder Bremsmoment
unverfälscht und sehr genau gemessen werden kann. Hierdurch sind z.B. die Fahrzyklen für Abgastests
wesentlich genauer reproduzierbar. Das in Fig.6 dargestellte weitere Anwendungsbeispiel einer Drehmomentmeßscheibe zeigt eine Tandemanordnung von Meßscheiben für die Untersuchung von
Umschlingungstrieben, insbesondere von Keilriementrieben. Auf einer Welle 35 sind zwei aus dem Vollen
gedrehte Drehmomentmeßscheiben 14' in definiertem axialem Abstand angeordnet, in deren scheibenförmigen radialen Teil von definierter Wandstärke auf
bestimmtem Durchmesser ein Kranz von Bohrungen angebracht ist, um Meßstege XX' von definierter Lage
ίο und Form herzustellen. Diese Meßstege sind in
bekannter Weise mit Dehnmeßstreifen bestückt. Zwischen die beiden Drehmomentmeßscheiben sind zwei
halbschalenförmige, sich zu einem vollständigen Ring ergänzende Verbindungsstücke 36 mittels Schweißnähten 17'eingeschweißt, welche Schweißnaht ebenfalls zur
Vermeidung eines Wärmeeintrages als Elektronenschweißnaht ausgeführt ist. In eine rillenförmige
Ausnehmung dieses Verbindungsstückes 36 sind ebenfalls halbschalenförmige Einsatzstücke 37 möglichst
spielfrei eingefügt, die in ihrer radialen Position durch Schiebehülsen 4Ϊ gesichert sind. In Umfangsrichtung
sind die Einsatzstücke durch Paßfedern 39 gesichert. In die Einsatzstücke sind Keilrillen 40 eingearbeitet, in
denen Keilriemen 38 laufen können. Die Einsatzstücke
37 können wechselnde Gestalt haben, um Riemen
unterschiedlichen Profiles und unterschiedlicher Art mit der Drehmomentmeßeinrichtung gemäß F i g. 6 erproben und messen zu können. Aufgrund der Tandemanordnung von zwei Drehmomentmeßscheiben kann die
ω Keilrille zum einen einen relativ geringen Durchmesser
haben — sie ist seitlich neben einer Drehmomentmeßscheibe angeordnet — und zum anderen ist die
Drehmomentmeßscheibe von Verkantungskräften aufgrund des Riemenzuges weitgehend entlastet, weil das
J5 Zwischenstück 36 beidseitig abgestützt ist. Es braucht
im übrigen nur eine der beiden Drehmomentmeßscheiben mit Dehnmeßstreifen bestückt zu sein, es ist jedoch
erforderlich, daß bei der Tandemanordnung beide Drehmomentmeßscheiben in umfangsrichtung defi
niert nachgiebig ausgebildet sind. Bei dem Anwendungs
fall nach F i g. 6 für die Messung von Umschlingungstrieben kann es u. U. zweckmäßig sein, auch die radiale auf
die Welle aufgrund einer Riemenspannung einwirkende Kraft zu messen. Dies kann zweckmäßigerweise
-n dadurch geschehen, daß Dehnmeßstreifen mittig an die
dünnste Stelle der Stege XY beidseitig angeklebt werden. Bei derart plazierten Dehnmeßstreifen werden
drehmomentbedingte Dehnungen weitgehend eliminiert
>o Ein weiteres Anwendungsbeispiel zeigt die Fig.7.
Hier ist eine Drehmomentmeßscheibe 14" mit Stegen 11" zwischen der Nabe 47 eines Lenkhandrades 45
angeordnet, weiche Nabe auf einer Lenkspindel 46 befestigt ist Diese Drehmomentmeßanordnung hat
gegenüber der eingangs zitierten Anordnung nach der DE-OS 25 01 521 den Vorteil, daß die Höhenlage des
Lenkhandrades durch diese Anordnung praktisch nicht verändert wird, und daß sehr hohe radiale und axiale
Kräfte auf das Lenkrad ausgeübt werden können, ohne
dadurch die Gefahr einer Zerstörung der Drehmomentmeßscheibe herbeizuführen. Solche hohen axialen und
radialen Kräfte können beim Einsteigen in das Fahrzeug durch den Fahrer auf das Lenkrad ausgeübt werden.
Claims (8)
1. Drehmoment-Meßanordnung mit einem in den Kraftfluß einer Kraftübertragung einbaubarem
umlaufenden Drehmoment-Meßglied, die eine durch das zu messende Drehmoment belastbare mit.
Dehnmeßstreifen beklebbare Deformationsstrecke aufweist sowie mit einem vorzugsweise induktiv
wirksamen Drehübertrager für die umlaufenden Leitungsanschlüsse der Dehnmeßstreifen zu stillstehenden Leitungsanschlüssen, wobei in dem Drehmoment-Meßglied auf definierter Radialposition gleichmäßig am Umfang verteilt viele Durchbräche von
definierter untereinander gleicher Kontur angeordnet sind, die zwischen sich im wesentlichen radial
verlaufende speichenartige Stege von definierter Lage, Form und Oberflächengüte belassen, dadurch gekennzeichnet, daß das Drehmoment-Meßglied (14, 28) sich im wesentlichen
senkrecht zur Rotationsachse scheibenförmig erstreckt und dnen Kranz von kreisförmigen Durchbrüchen (10) aufweist, daß die — axial gemessene —
Wandstärke (t) des Drehmoment-Meßgliedes (14, 28) wenigstens im radialen Bereich der Durchbrüche
(10) bzw. der Stege (11) wesentlich größer ist als die in Umfangsrichtung gemessene Breite (s) der Stege
(11) an deren schmälster Stelle und daß die Dehnmeßstreifen (18) in radialer Hinsicht außermittig bezüglich der Stege an vorzugsweise ausgewählte Meßstege (12>angeklebt sind.
2. Meßanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Dehnmeßstreifen (18) in
radialer Hinsicht am Ort (13) höchster Biegebeanspruchung der Meßstege (12) aufgeklebt sind.
3. Meßanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein-, restlos durch vier,
vorzugsweise durch acht teilbare Anzahl von Durchbrüchen (10) an dem Drehmomentmeßglied
(14,28) angebracht ist.
4. Meßanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Dehnmeßstreifen
(18) an wenigstens vier, vorzugsweise an wenigstens acht verschiedenen gleichmäßig am Umfang verteilt
angeordneten bzw. ausgewählten Meßstegen (12/ angeklebt sind.
5. Meßanordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß Dehnmeßstreifen (18) auf
beiden Seiten der ausgewählten Meßstege (12) aufgeklebt sind.
6. Meßanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis so 5, dadurch gekennzeichnet, daß radial außerhalb und
radial innerhalb des Stegkranzes des Drehmomentmeßgliedes (28) Schraubendurchgangs- oder -befestigungsiöcher zur Befestigung des Drehmomentmeßgliedes (28) im Kraftfluß angeordnet sind
(F ig. 5).
7. Meßanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß mit dem Drehmomentmeßglied (14) eine zweite Scheibe (15) in
geringem Abstand dauerhaft (Schweißnaht 17) verbunden ist, und daß Schraubendurchgangs- oder
-befestigungslöcher in dem Drehmomentmeßglied (14) einerseits und in der zweiten Scheibe (15)
andererseits auf einem untereinander gleichen radialen Abstand von der Rotationsachse angeordnet sind (F ig. 1).
8. Meßanordnung nach einem vorherigen Anspruch mit einer geraden Anzahl von mit Dehnmeß-
b)
streifen beklebten Meßstegen, die jeweils beiderseits
fmit je^einem Dehnmeßstreifen beklebt sind und die
— umfangsmäßig gleichmäßig verteilt — aus dem Stegkranz ausgewählt sind, welche Dehnmeßstreifen untereinander alle gleich ausgebildet und alle
gleich an dem jeweiligen Meßsteg angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Dehnmeßstreifen
(18) nach folgenden Kriterien zu einer Vollbückenschaltung elektrisch zusammengeschlossen sind:
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