DE26729C - Präzisionssteuerung mit unabhängig von Stopfbüchsenreibung und Dampfdruck einstellbarem Regulator - Google Patents
Präzisionssteuerung mit unabhängig von Stopfbüchsenreibung und Dampfdruck einstellbarem RegulatorInfo
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Classifications
-
- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F01—MACHINES OR ENGINES IN GENERAL; ENGINE PLANTS IN GENERAL; STEAM ENGINES
- F01L—CYCLICALLY OPERATING VALVES FOR MACHINES OR ENGINES
- F01L31/00—Valve drive, valve adjustment during operation, or other valve control, not provided for in groups F01L15/00 - F01L29/00
- F01L31/08—Valve drive or valve adjustment, apart from tripping aspects; Positively-driven gear
- F01L31/14—Valve adjustment by links or guide rods, e.g. in valve-gears with eccentric drive
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 14: Dampfmaschinen.
H. BORGSMÜLLER in BERLIN,
Regulator.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 18. September 1883 ab.
Bei den meisten der bisher bekannt gewordenen Präcisionssteuerungen ist die Einwirkung
des Regulators auf den Expansionsmechanismus abhängig von dem Dampfdruck, der Stopfbüchsenreibung und sonstigen veränderlichen
Widerständen. Man ist in der Regel genöthigt, auf Kosten der Empfindlichkeit
den Regulator übermäfsig zu beschweren, um ihn nicht durch die beim Oeffnen der Einlafsventile
plötzlich auftretenden Druckwirkungen in Unruhe zu versetzen. Von einer plötzlich
auftretenden Aenderungen in der Belastung der Maschine Rechnung tragenden exacten Regulirung
kann unter solchen Verhältnissen nicht wohl die Rede sein. Die den Gegenstand vorliegender
Erfindung bildende Präcisionssteuerung läfst das Stellzeug des Regulators durch die
vorgenannten veränderlichen Druckwirkungen unbeeinflufst. Zu diesem Zwecke ist den Ventilstöcken
gegenüber in passender Höhe über den Stopfbüchsen eine feste Bahn angeordnet, auf
welcher durch den Regulator ein Gleitstück verschoben wird, welches den veränderlichen
Schwingungspunkt für den auf ihm liegenden Ventilhebel bildet.
Auf- beiliegender Zeichnung ist der Dampfcylinder C, Fig. 1, in der bekannten Weise
mit oberem Einlafsventil E und unterem Auslafsventil A versehen. Die Steuerung dieses
letzteren kann auf eine der bekannten Arten durch unrunde Scheiben oder Excenter stattfinden.
Zwecks Steuerung des Einlafsventils E ist vor demselben in einiger Höhe über seiner
Stopfbüchse die feste, gerade Gleitbahn d angeordnet, auf welcher vom Regulator r mittelst
Zugstange hf und Hebels g das Gleitstück e verschoben wird, welches den Schwingungspunkt für den darauf gelagerten Ventilhebel c
bildet. Das eine Ende des letzteren tritt durch einen Schlitz des Ventilstockes s frei hindurch,
während das andere Ende mit der Excenterstange b verbunden ist, so dafs, wenn diese auf- und
niedergeht, der Ventilhebel c auf dem Gleitstück e schwingt und dadurch das Einlafsventil
hebt. Um eine Längsverschiebung des Ventilhebels c zu verhindern, ist an der Gleitbahn
d ein Halter d', Fig. 3, mit einem Zapfen angeordnet, um den der Lenker sJ, dessen
anderes Ende durch den Bolzen der Excenterstange mit dem Ventilhebel c verbunden ist,
schwingt. Man kann auch den Lenker s' entbehren, indem man den Bolzen des Ventilhebels
c, wie in Fig. 4 dargestellt, durch ein längliches Schlitzloch des Ventilstockes s steckt.
Doch beeinflufst diese Einrichtung durch Schub auf das Gleitstück den Regulator etwas. Oder
man kann, wie in Fig. 5, das mit "der Excenterstange verbundene Ende des Ventilhebels mit
einer auf einer Führung verschiebbaren Hülse verbinden..
Nimmt nun durch plötzliche Entlastung die Maschine gröfsere Geschwindigkeit an, so verschiebt
nach erfolgtem Ventilschlufs der Regulator r das Gleitstück e sofort nach dem Ventil
zu, der Lastarm des Ventilhebels wird dadurch kürzer, der Kraftarm aber länger, und dementsprechend
verkleinert sich der Ausschlag des ersteren und der Hub des Ventils.
Was den beschriebenen Mechanismus von den bisher zu dem gleichen Zwecke verwendeten
am meisten unterscheidet, ist, dafs bei. dem relativ geringen Ausschlage des Ventilhebels
eine Tendenz zur Verschiebung des Gleitstückes durch die beim Anhub des Ventils auftretenden
Druckwirkungen nicht eintreten kann. Einmal eingestellt, bleibt das Gleitstück ruhig liegen,
bis es durch den Regulator wieder verschoben wird. Eine Rückwirkung durch den bald
schweren, bald leichten Gang der Ventile auf den Regulator kann also auch nicht stattfinden,
so dafs sich seine Dimensionen theoretisch passend feststellen lassen, was infolge der kraftschlüssigen
Verbindung des Ventilmechanismus mit dem Stellzeug bei vielen der bisher bekannt
gewordenen Anordnungen nicht der Fall ist.
Nimmt; der Ventilhebel c eine zur Bahn d
parallele Lage ein, so ist das Ventil geschlossen, der Ventilhebel liegt dann frei auf dem Gleitstück
e auf, und diese Periode ist deshalb offenbar die günstigste zur Verschiebung des Gleitstückes.
Jedoch fallen bei beiden Ventilhebeln diese Perioden nur theilweise zusammen. Ein
einzelner, in der bisher gebräuchlichen Weise zugleich mit dem Hebelwerke beider Einlafsventile
verbundener Regulator würde deshalb auch im vorliegenden Falle immer nur kurze Zeit frei von den durch den Ventilstock ί übertragenen
veränderlichen Druckwirkungen sein. Um nun die ganze Entlastungsperiode behufs einer vingezwimgen en Einstellung der Gleitstücke
auszunutzen, ist für jedes Einlafsventil ein besonderer Regulator angeordnet, der eine bedeutende
Energie nicht zu haben braucht, da er beim Ventilschlufs aufser sich selbst nichts
als das nur durch den Hebel c belastete Gleitstück zu verschieben hat.
Eine zweckmäfsige Combination zweier Regulatoren für diesen Zweck veranschaulicht die
Seitenansicht, Fig. 2. Ueber dem die beiden Regulatoren r tragenden Ständer t überträgt die
durch denselben hindurchgeführte Welle mittelst eines Stirnrades u gleichzeitig Drehung auf
das Stirnrad υ an der Spindel des einen und das Stirnrad w auf der Spindel des anderen
Regulators. Durch zwei in Haltern/ des Ständers horizontal gelagerte kurze Wellen mit
Hebeln g für den Anschlufs der Stangen f, Fig. i, wird dann auf jedes der beiden Ventile
die Bewegung seines Regulators unabhängig von der Thätigkeit der anderen übertragen. Diese
Anordnung ist nur als Beispiel angeführt. Ebenso gut könnte man auch in besonderen
Ständern gelagerte Regulatoren verwenden.
Fig. 6 und 7 stellen den vorbeschriebenen Mechanismus in Anwendung auf eine Umsteuerung
dar. Man kann zu diesem Zwecke die bekannten Coulissensteuerungen vollständig beibehalten. Im vorliegenden Falle ist die
Gonzenbach'sche Coulisse gewählt. In der
von einem Arm am Maschinenrahmen getragenen und mit den Excenterstangen 0 0' verbundenen
Coulisse ist durch Stange / die mit dem Coulissenstein verbundene Stange q einstellbar,
welche durch einen Hebel c' auf eine oberhalb der Cylindermitte und parallel zur Kurbelwelle
gelagerte Achse einwirkt, deren Zahnrad b' infolge dessen die Schwingungen der Coulisse
mitmachen mufs. Mit diesem steht Zahnrad a' der parallel zum Cylinder gelagerten Welle W
im Eingriff, die daher ebenfalls mitschwingt und durch Hebel 2, Fig. 6, mittelst Stangen,
Fig. 7, ihre Schwingungen auf die Ventilhebel c überträgt.
Claims (2)
1. Eine Präcisionssteuerung, charakterisirt durch einen Hebel c mit Schwingungspunkt auf
einem Gleitstück e, welches längs des Hebels auf fester Gleitbahn d durch den Regulator
verschoben wird, zwecks Aenderung der Armlängen des Hebels und Aenderung des Ventilhubes durch den Regulator.
2. Bei einer solchen Steuerung die Anordnung eines besonderen Regulators r für jedes
Einlafsventil E, zum Zweck, die Verlegung des Schwingungspunktes der Hebel c während
deren Entlastung zu ermöglichen.
Hierzu ϊ Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE26729C true DE26729C (de) |
Family
ID=303089
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT26729D Active DE26729C (de) | Präzisionssteuerung mit unabhängig von Stopfbüchsenreibung und Dampfdruck einstellbarem Regulator |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE26729C (de) |
-
0
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