DE2620002C2 - - Google Patents

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Description

Die Erfindung betrifft eine Schublade aus Kunststoff mit Seitenwänden, die jeweils auf ihrer Außenseite etwa im obe­ ren Drittel in einstückiger Ausbildung ein längsrippenför­ miges Führungsprofil für an einem Möbelkorpus angeordnete Trage- und Führungselemente aufweisen.
Schubladen der genannten Art sind z. B. aus dem deutschen Gebrauchsmuster 71 13 565 bekannt. Die Trage- und Führungs­ elemente für die bekannte Schublade sind entweder Rollen oder Schienen, wobei die Rollen eine zylindrische Kontur und die Schienen horizontal stehende Schenkel besitzen mit der Folge, daß auch die rippenförmigen Führungsprofile an den Schubladen horizontal gerichtete Schenkel mit ebenfalls horizontal gerichteten Führungsflächen aufweisen. Bei einer derartigen Schublade besteht das Problem, daß sich die Sei­ tenwände durchbiegen, wenn die Schublade sehr voll und schwer ist. Dem kann man grundsätzlich dadurch begegnen, daß die Wände ausreichend stabil dimensioniert werden oder Versteifungsrippen aufweisen bzw. dadurch, daß das Füh­ rungsprofil relativ weit unten angeordnet wird. Befindet sich das Führungsprofil jedoch etwa in halber Höhe der Sei­ tenwand, so führt eine große Schubladenbelastung bei rela­ tiv dünner Seitenwand zu einer Verformung, die dann nicht nur schlechte Führungseigenschaften des Führungsprofiles mit sich bringt, sondern auch zu Materialbrüchen führen kann.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, Maßnahmen vorzusehen, damit die Seitenwände der Schublade in kosten­ und materialsparender Weise gestaltet werden können, ohne daß es bei hohen Belastungen der Schublade zu einem Ausbie­ gen der Seitenwände kommt.
Das hier angesprochene Problem stellt sich unter zweierlei Gesichtspunkten. Einerseits spielt die Qualität des verwen­ deten Kunststoffes für dessen Festigkeit bzw. Eigensteifig­ keit eine wesentliche Rolle und zweitens ist die Material­ stärke von Bedeutung. Wenn der Hersteller der Schublade da­ her einen von Haus aus weniger steifen Kunststoff verwen­ den möchte und/oder für die Schublade insgesamt bzw. spe­ ziell für ihre Seitenwände einen nur geringen Querschnitt vorsehen möchte, so ist es von Bedeutung, ob und in welcher Weise bei einer vollbeladenen Schublade von ihrem Führungs­ profil her Kräfte auf ihre Seitenwände einwirken. Optimal für eine dünnwandige Gestaltung der Seitenwände und für die Verwendung einfacherer, d.h. billigerer Kunststoffe sind die Kraftverhältnisse in der Seitenwand jedenfalls dann, wenn sie nur auf Zug in vertikaler Richtung belastet wird. Es ist daher primär das Ziel der der Erfindung zugrunde­ liegenden Aufgabe, Maßnahmen vorzusehen, die dazu führen, daß ausschließlich bzw. zumindest nahezu ausschließlich Zugkräfte und nicht auch noch Biegemomente in den Seiten­ wänden angreifen, wenn die Schublade gefüllt ist.
Gelöst wird diese der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe dadurch, daß das Führungsprofil im Querschnitt dachförmig ausgebildet ist und einen inneren, an die Seitenwand an­ schließenden Schenkel und einen äußeren Schenkel aufweist, die beide nach unten geneigt sind und einen Winkel von 90° bis 120° einschließen.
Die Dachform des Führungsprofiles bewirkt, daß nicht nur vertikal gerichtete Kräfte auftreten, sondern daß bei einer seitlichen Verschiebung des Führungsprofiles auch horizon­ tal gerichtete Kräfte entstehen. Sie erzeugen beim Auftre­ ten einer Verformung selbst ein Biegemoment, das dem Biege­ moment der Seitenwände entgegenwirkt, und fördern dadurch die Belastung der Seitenwände im Sinne einer reinen Zugbe­ lastung. Die Folge hiervon ist, daß die Seitenwände durch das im Bereich des Führungsprofiles aufgrund der Dachform entstehende Biegemoment in die gewünschte Lage, d.h. in eine im wesentlichen vertikale Lage zurückkehren.
Weiterbildungen und besondere Ausgestaltungen der Erfindung gehen aus Unteransprüchen hervor.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von Ausführungsbei­ spielen, die in der Zeichnung dargestellt sind, näher be­ schrieben. Dabei zeigen:
Fig. 1 einen Schnitt durch die Seitenwand einer Schublade mit einer Gleitführung;
Fig. 2 einen Schnitt wie in Fig. 1 durch die Seiten­ wand einer Schublade mit einer Rollenführung und
Fig. 3 eine abgebrochene Ansicht der Seitenwand von innen.
In den Fig. 1 und 2 ist eine Schublade 1 angedeutet, deren Seitenwand 2 zusammen mit einem Teil des Bodens im Schnitt zu sehen ist. Im dem Bereich zwischen der halben Höhe und dem oberen Drittel der Höhe der Seitenwand 2 ist ein Führungsprofil 3 ausgeformt. Dieses Führungsprofil ist dachförmig, wobei der innere Schenkel 4 und der äußere Schenkel 5 nach unten geneigt sind und einen Winkel ein­ schließen, der zweckmäßig zwischen 90° und 120° liegt.
An den inneren Schenkel 4 des Führungsprofils 3 schließt sich der untere Wandteil 6 der Seitenwand 2 lotrecht ver­ laufend an. Der obere Wandteil 7 der Seitenwand 2 geht von dem Scheitel des Führungsprofiles 3 aus und besitzt am obe­ ren Ende der Seitenwand 2 einen Randflansch 8. Am Boden der Schublade ist unter der Seitenwand 2 noch ein zweites Füh­ rungsprofil 9 eingeformt, welches im wesentlichen U-förmig ausgebildet ist.
Am hinteren Ende des äußeren Schenkels 5 des Führungspro­ fils 3 ist ein Anschlag 10 angeordnet, der zusammen mit einem Anschlag an dem korpusseitigen Führungselement 11 die Schublade 1 gegen Herausrutschen sichert.
Das Führungselement 11 ist an einem Möbelstück 12 oder der­ gleichen befestigt. Dieses Führungselement 11 besitzt einen schräg aufwärts gerichteten Trageschenkel 13, der lagemäßig an den Winkel des Führungsprofils 3 angepaßt ist. Dieser Trageschenkel 13 stützt sich am Grundprofil des Führungs­ elementes 11 ferner mit Hilfe von Versteifungsrippen 14 ab. Über dem äußeren Schenkel 5 des Führungsprofils 3 ist ein Führungssteg 15 an das Grundprofil des Führungselementes 11 angeformt und liegt außen an der Seitenwand 2 bzw. deren Wandteil 7 an. Dieser Führungssteg 15 befindet sich ferner unmittelbar über dem Anschlag 10 und über dem äußeren Schenkel 5 des Führungsprofiles 3.
Es ist ersichtlich, daß die Seitenwand 2 der Schublade 1 bei einer derartigen Gestaltung über das Führungsprofil 3 mit dem Führungselement 11 sowohl formschlüssig als auch kraftschlüssig verbunden ist. Auf die Seitenwand 2 einwir­ kende Biegemomente werden daher von dem Führungselement 11 und somit von dem Möbelstück 12 selbst aufgefangen.
Das seitliche Spiel zwischen der Schublade 1 und ihrem Füh­ rungselement 11 kann gering sein.
Statt des Führungssteges 15, der mit dem Grundprofil des Führungselementes 11 verbunden ist, kann auch ein Führungs­ steg an der Seitenwand 2 der Schublade 1 angeformt sein und sich in geeigneter Weise an dem Grundprofil des Führungselementes 11 abstützen. Die Aufgabe des bzw. der Führungsstege besteht im wesentlichen darin, ebenfalls Biegekräfte in der Seitenwand 2 der Schublade 1 aufzufangen.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 ist das korpussei­ tige Führungselement 20 als Rollenführung ausgebildet. Sie ist mit dem Möbelstück fest verbunden. Auf Zapfen 21 sind Führungsrollen 22 gelagert, die in das Führungsprofil 3 eingreifen. Je nach Gestaltung des Führungsprofiles 3 und in Abhängigkeit von dessen Winkel können die Führungsrollen 22 als stark ballige, radartige Rollen oder aber in vor­ teilhafterer Weise als Profilrollen ausgebildet sein, wie dies in Fig. 2 dargestellt ist. Dabei stimmt der Profil­ winkel der Führungsrollen 22 genau mit dem Winkel des Füh­ rungsprofiles 3 überein.
Die Wirkung des Führungssteges 15 nach Fig. 1 kann bei die­ sem Ausführungsbeispiel auch durch entsprechende, an der Seitenwand angebrachte Rollen erzielt werden. Schließlich ist es auch denkbar, einen entsprechenden Führungssteg mit dem Führungselement 20 zu verbinden.
Fig. 3 zeigt die Gestaltung der Seitenwand 2 für eine Orga­ nisationsschublade von innen. Hierzu sind Stege 25 in dem Raum zwischen dem oberen Wandteil 7 der Seitenwand 2 und der Fluchtlinie des unteren Wandteiles 7 der Seitenwand 2 angeordnet und laufen oben abgerundet in den Randflansch 8 aus (Fig. 1). Zwischen diesen Stegen 25 befinden sich Führungsschlitze 26, die zum Einhängen von Einsatzteilen dienen. Die Stege 25 stellen zugleich eine Versteifung der Seitenwand 2 in dem Bereich dar, in welchem der Führungs­ steg 15 angreift. Auch hierdurch lassen sich Biegemomente im Bereich des Scheitels des Führungsprofils 3 auffangen.

Claims (12)

1. Schublade aus Kunststoff mit Seitenwänden, die jeweils auf ihrer Außenseite etwa im oberen Drittel in ein­ stückiger Ausbildung ein längsrippenförmiges Führungs­ profil für an einem Möbelkorpus angeordnete Trage- und Führungselemente aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungsprofil (3) im Querschnitt dachförmig ausge­ bildet ist und einen inneren, an die Seitenwand (2) an­ schließenden Schenkel (4) und einen äußeren Schenkel (5) aufweist, die beide nach unten geneigt sind und einen Winkel von 90° bis 120° einschließen.
2. Schublade nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der äußere Schenkel (5) des Führungsprofiles (3) schräg nach unten von der Seitenwand (2) wegragt und daß ein oberes Wandteil (7) der Seitenwand (2) über dem Schei­ tel des Führungsprofiles (3) lotrecht nach oben ragt und daß sich ein unteres Wandteil (6) der Seitenwand (2) an den inneren Schenkel (4) des Führungsprofiles (3) lotrecht nach unten anschließt.
3. Schublade nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeich­ net, daß Stege (25) und Führungsschlitze (26) für Ein­ satzteile in dem Raum zwischen dem oberen Wandteil (7) der Seitenwand (2) und der nach oben verlängerten Fluchtlinie des unteren Wandteiles (6) angeformt sind.
4. Schublade nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge­ kennzeichnet, daß das korpusseitige Führungselement (11) als Gleitführung ausgebildet ist und einen schräg nach oben ragenden, in das Führungsprofil (3) passenden Trageschenkel (13) aufweist.
5. Schublade nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge­ kennzeichnet, daß das Führungselement (20) eine Rollen­ führung mit Führungsrollen (22) ist.
6. Schublade nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsrollen (22) stark ballig sind.
7. Schublade nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsrollen (22) als Profilrollen einen an den Winkel des Führungsprofiles (3) angepaßten Profilwin­ kel aufweisen.
8. Schublade nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da­ durch gekennzeichnet, daß der obere Wandteil (7) der Seitenwand (2) mit einem nach außen ragenden Führungs­ steg versehen ist.
9. Schublade nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungselement (11) einen an der Seitenwand (2) anliegenden Führungssteg (15) aufweist.
10. Schublade nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Führungssteg (15) an der Oberseite des äußeren Schenkels (5) des Führungsprofiles (3) anliegt.
11. Schublade nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da­ durch gekennzeichnet, daß an ihrem Boden ein weiteres Führungsprofil angeordnet ist.
12. Schublade nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da­ durch gekennzeichnet, daß die Seitenwand (2) mit einem oberen Randflansch (8) versehen ist.
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