DE260885C - - Google Patents

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DE260885C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C11ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11CFATTY ACIDS FROM FATS, OILS OR WAXES; CANDLES; FATS, OILS OR FATTY ACIDS BY CHEMICAL MODIFICATION OF FATS, OILS, OR FATTY ACIDS OBTAINED THEREFROM
    • C11C3/00Fats, oils, or fatty acids by chemical modification of fats, oils, or fatty acids obtained therefrom
    • C11C3/12Fats, oils, or fatty acids by chemical modification of fats, oils, or fatty acids obtained therefrom by hydrogenation
    • C11C3/126Fats, oils, or fatty acids by chemical modification of fats, oils, or fatty acids obtained therefrom by hydrogenation using catalysts based principally on other metals or derivates

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  • Fats And Perfumes (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 260885 KLASSE 12 o. GRUPPE
NAAMLOOZE VENNOOTSCHAP
„ANT. JÜRGENS' VEREENIGDE FABRIEKEN"
in OSS, Holland.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 3. Februar 1911 ab.
Die Reduktion von Fetten und ungesättigten Fettsäuren tierischen und pflanzlichen Ursprungs kann dadurch bewirkt werden, daß man Wasserstoff in Gegenwart von Platinmetallen oder Hydroxydulverbindungen derselben, die auf gewissen feinverteilten Stoffen niedergeschlagen sind und als Katalysatoren bzw. Wasserstoff Überträger wirken, auf die Fette oder Fettsäuren einwirken läßt. Es hat sich
ίο nunmehr gezeigt, daß die Reduktion der Fette und Fettsäuren durch Wasserstoff auch in Gegenwart fester Salze der Platinmetalle erreicht werden kann. Man kann sowohl die einfachen Salze selbst, z. B. Palladiumchlorür Pd Cl2, Platinchlorür Pt Cl2, Platinchlorid Pt Clt, Platosulfat, Palladosulfat, Palladonitrat, PIatinosulfat, Platinisulfat, sowie komplexe Verbindungen, zum Beispiel Palladosaminchlorid, Platinchlorwasserstoffsäure, ihr Kalium-, Natrium-, Ammon- und Kupfersalz, Kupferplatinchlorid, verwenden. Bei Verwendung der Doppelsalze ist darauf zu achten, daß nicht antikatalytisch wirkende Stoffe, z. B. Blei, in das Reduktionsgemisch gelangen. Es können auch Salze verwendet werden, deren Säureradikale oder sonstige Bestandteile selbst durch Wasserstoff reduziert werden, z. B. saures oxalsaures Platinoxydul. Das Verfahren ist überaus einfach. Es zeichnet sich vor denjenigen Verfahren, bei welchen die feinverteilten Metalle benutzt werden, dadurch aus, daß die Herstellung der feinverteilten Platinmetalle
oder ihrer Hydroxydule und die Niederschlagung auf besonderen Trägern fortfällt. Das vorliegende Verfahren ist also sehr einfach und leicht auszuführen. Man vermischt die Salze in zerkleinertem Zustande, vorteilhaft in Pulverform, mit den zu hydrogenisierenden Fetten bzw. Fettsäuren und läßt auf dieses Gemisch in geeigneten Gefäßen unter Rühren bei Temperaturen unter 100 ° Wasserstoff, am besten unter einem Druck von wenigen Atmosphären, einwirken. Man erhält dann in kurzer Zeit die festen Reduktionsprodukte der Fette bzw. der Fettsäuren. Es ist erforderlieh, daß die Salze der Platinmetalle während der Reduktion im festen Zustande vorhanden sind. Es ist aber möglich, zunächst eine Lösung der Salze zu dem Fettgemisch zuzusetzen und das Lösungsmittel dann zu verdampfen. In dem Augenblicke, wenn die Reduktion beginnt, sollen jedenfalls die Salze in festem Zustande vorhanden sein. Man kann auch eine Suspension der festen Salze verwenden. Im Falle, daß Neutralisationsmittel zur Abstumpfung frei gewordener Säure zugesetzt werden, darf kein Wasser zugegen sein. Es würde sich sonst Metallhydroxyd bilden, was vermieden werden soll. Beispielsweise kann man die Salze, der Platinmetalle mit dem zu reduzierenden Fette oder öle oder einem anderen öle oder Fette verreiben und dieses Gemenge mit dem zu reduzierenden Fette oder der Fettsäure vermischen. Man kann
auch ζ. B. eine Aufschlemmung der Salze in | Kohlenwasserstoffen oder Mineralölprodukten herstellen und diese Mischung den zu reduzierenden Stoffen zusetzen, wobei eine Entfernung des Aufschlemmungsmittels während des Reduktionsvorganges stattfinden kann. Man kann ein einzelnes Salz eines Platinmetalles verwenden oder mehrere Salze auch verschiedener Platinmetalle miteinander gemischt. Man kann auch die Salze mit den Platinmetallen, welche auf nicht antikatalytisch wirkende Träger, wie Kupfer, Nickel, Kohle, Magnesiumkarbonat, niedergeschlagen sind, gemeinsam anwenden. Die Salze der Platinmetalle werden bei dem Verfahren wahrscheinlich in Metall und freie Säure gespalten, z. B.:
Pd Cl2 + 2 H = Pd + 2 H Cl.
Jedenfalls begünstigen die festen Platinmetallsalze die Aufnahme von Wasserstoff durch Fette und Fettsäuren in hohem Grade. Es genügen ganz geringe Mengen der Platinmetallsalze, um in Gegenwart von Wasserstoff große Quantitäten Fett oder Fettsäuren zu reduzieren. Nach Beendigung des Reduktionsprozesses kann man durch einfaches Filtrieren des geschmolzenen reduzierten Fettes bzw. der Fettsäure die Platinmetalle oder ihre Verbindungen entfernen und unmittelbar oder nach Überführung in feste Salze von neuem als katalytisch wirkende Zusätze zur Reduktion neuer Mengen von Fetten oder Fettsäuren verwenden.
Will man die Bildung von freier Säure, z. B. von Salzsäure aus den Chloriden der Platinmetalle, im Reduktionsprozeß vermeiden, so braucht man den gepulverten Platinmetallsalzen nur ein Neutralisationsmittel, z. B.
wasserfreie Soda, in einer zur Bindung der frei werdenden Säure hinreichenden Menge zuzusetzen. Dieser Zusatz eines Neutralisationsmittels ist aber nur erforderlich für den Fall, als die aus dem angewandten Platinmetallsalz bei der Reduktion zu Metall freiwerdende Säure auf die zu reduzierenden Fette oder Fettsäuren schädigend einwirken würde. Das Neutralisationsmittel muß in Abwesenheit von Wasser vorhanden sein, weil sonst Metallhydroxyd gebildet werden würde, was vermieden werden soll. Wenn daher die Salze zunächst in wäßriger Lösung zugegeben sein sollten, so müßte erst eine Entfernung des Wassers stattfinden, bevor die Neutralisationsmittel hinzugegeben werden dürfen.
Der Zusatz von Salzen der Platinmetalle unterstützt den Reduktionsvorgang wesentlich besser wie Palladiumschwarz oder Platinschwarz von gleichem Platinmetallgehalte, als den im vorliegenden Verfahren zugesetzten Salzen der Platinmetalle entspricht. So werden z. B. durch 1,7 Teile Pd Cl2 (--= 1 Teil Pd) 10 000 Teile Fett oder Fettsäure in Gegenwart von Wasserstoff schon in 3 bis 4 Stunden in feste Massen verwandelt. Wendet man aber an Stelle des Pd Cl2 die dessen Palladiumgehalt entsprechende Menge Palladiumschwarz an, so bleiben bei einem Verhältnis von ι Teil Pd : 10 000 Teilen Fett oder Fettsäuren diese Stoffe flüssig, auch wenn man Pd und Wasserstoff die doppelte und dreifache Zeit einwirken läßt wie beim Versuch mit Pd Cl2. Eine merkliche Reduktion findet also unter diesen Versuchsbedingungen, wenn man das Palladiumsalz durch Palladiumschwarz zu ersetzen sucht, nicht statt.
Die Dauer der Reduktion ist bei dem vorliegenden Verfahren abhängig von der Menge der angewandten Platinmetallsalze und vom Druck, unter dem der Wasserstoff zur Einwirkung gelangt. Bei Anwendung eines Palladiumsalzes als Wasserstoffüberträger lassen sich mit der 1 Teil Pd entsprechenden Menge Salz, z. B. Pd Cl2, etwa 50000 Teile Fett oder ungesättigte Fettsäure hydrogenisieren.
Beispiel.
Zu 1000 kg Rizinusöl oder zu 1000 kg Ölsäure werden 34 g trockenes pulverförmiges Palladiumchlorür (= 20 g Pd) ohne oder unter Zusatz der äquivalenten Menge wasserfreier Soda oder 140 g trockenes pulverförmiges Platinchlorür (= 100 g Pt) bzw. 172 g Platinchlorid bzw. 230 g Platinchlorwasserstoffsäure ohne oder unter Zusatz der diesen Salzen äquivalenten Menge wasserfreier Soda gegeben. Das Gemisch wird in einen Druckkessel gebracht. In gleicher Weise und mit gleichem Erfolg lassen sich auch die anderen eingangs angeführten Palladium- und Platinverbindungen anwenden, wobei man, wie vorstehend angegeben, die 1 Teil Palladium bzw. ι Teil Platin äquivalente Menge der wasserfreien festen Salze und, falls dies erforderlich, auch die zur Bindung der freiwerdenden Säure nötige Menge eines Neutralisationsmittes, z. B. wasserfreie Soda, zusetzt. Man entfernt die Luft aus dem Druckkessel möglichst und läßt Wasserstoff unter einem Druck von 2 bis 3 Atmosphären in den Druckkessel ein. Vorteilhaft wird das Reduktionsgemisch in Bewegung gehalten, was durch Benutzung eines im Druckkessel angebrachten Rührwerkes erreicht wird. Man erwärmt den Druckkessel auf etwa 80 ° C. Man kann aber auch bei niederer Temperatur die Reduktion ausführen. Der Verlauf der Reduktion bzw. der Verbrauch an Wasserstoff gibt sich durch die Druckabnahme am Manometer zu erkennen. Zeigt das Manometer nur noch geringen Druck an, so wird von neuem Wasserstoff eingelassen. Das Ende des Reduktionsvorganges ist daran
zu erkennen, daß der Gasdruck längere Zeit j konstant bleibt. Nach beendeter Reduktion wird das Reduktionsprodukt in einer heizbaren Filterpresse von dem Katalysator getrennt.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Erzeugung von gesättigten Fettsäuren und deren Estern aus den entsprechenden ungesättigten Verbindungen und Wasserstoff, dadurch gekennzeichnet, daß man die Wasserstoffanlagerung unter Zusatz kleiner Mengen von ungelösten Salzen der Platinmetalle unter eventuellem Zusatz von ungelösten Neutralisationsmitteln bei Temperaturen unter roo° bewirkt.
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