DE260804C - - Google Patents

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DE260804C
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01DSEPARATION
    • B01D19/00Degasification of liquids
    • B01D19/0005Degasification of liquids with one or more auxiliary substances

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Manufacture And Refinement Of Metals (AREA)
  • Carbon And Carbon Compounds (AREA)
  • Devices And Processes Conducted In The Presence Of Fluids And Solid Particles (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 260804 KLASSE Mg. GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom 10. August 1911 ab.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum kontinuierlichen Abtrennen gasförmiger Bestandteile aus Gasgemischen, Flüssigkeiten oder festen Körpern und bezweckt insbesondere die Gewinnung von Stickstoff aus der atmosphärischen Luft und von Wasserstoff aus Dampf oder Wasser.
Man hat bereits vorgeschlagen, bei der Gewinnung von Stickstoff aus der Luft ζ. Β.
ίο das zu behandelnde Gemisch über rotglühendes Kupfer zu leiten und hierdurch den Sauerstoff der Luft zu binden. Das hierbei entstehende Kupferoxyd wird nach diesem Verfahren mittels Kohlenoxydes zu metallischem Kupfer reduziert.
Bei diesem Verfahren befindet sich das zur Bindung von Sauerstoff verwendete Kupfer infolge seines hohen Schmelzpunktes (1070 ° C.) nicht im geschmolzenen Zustande. Die Folge hiervon ist, daß nur ein geringer Bruchteil der gesamten Kupfermasse bei dem Prozeß in Wirksamkeit tritt, da sich die rotglühende Kupferoberfläche verhältnismäßig schnell mit einer Schicht von Kupferoxyd bedeckt und hierdurch den Luftzutritt zu dem unter ihr befindlichen, nicht oxydierten Kupfer verhindert.
Nach der vorliegenden Erfindung wird zur Bindung des Sauerstoffes ein geschmolzenes Metall verwendet, das durch Kohle leicht reduzierbar ist, z. B. Blei oder Zinn, mit dem Erfolge, daß die gesamte Masse des Metalles dem Prozeß nutzbar gemacht wird. Der Sauerstoff gelangt nämlich in diesem Falle ständig mit einer rein metallischen Flüssigkeit, mit welcher er sich zu Oxyd verbindet, zusammen, ohne daß das gebildete Oxyd den Vorgang stört, da dieses sogleich und ständig entfernt wird, um an anderer Stelle einem Reduktionsprozeß unterworfen und hierauf dem Prozeß wieder zugeführt zu werden.
Der hierbei resultierende Stickstoff befindet sich in einem Zustande, daß er sofort zur Herstellung von Stickstoffverbindungen, beispielsweise Cyaniden oder Cyanamiden, ver- 45' wendet werden kann.
Das Verfahren der Erfindung ist nicht zu vergleichen mit einem bereits bekannten, nach welchem die Luft zwecks Bindung des Sauerstoffes über geschmolzene Salze, nämlich Cyanid bzw. Cyanamid geleitet wird, die hierbei zu Cyanat o. dgl. oxydiert werden.
Es war von vornherein keineswegs abzusehen, daß an Stelle solcher Salze Metalle im schmelzflüssigen Zustande einem derartigen Verfahren nutzbar gemacht werden können. Die Verwendung so billiger, leicht zu beschaffender Reaktionsmittel, wie es Metalle, z. B. Blei, sind, bietet unter anderem den großen Vorteil, daß sich ihre Oxyde mit dem Reduktionsmittel nicht mischen. (Das Gegenteil ist der Fall bei den Cyaniden ο. dgl. und Cyanaten des älteren Verfahrens.) Die Folge hiervon ist, daß das Verfahren der Erfindung es ermöglicht, wie bereits dargelegt, die durch die Bindung des Sauerstoffes der Luft ent-
stehenden . Nebenprodukte (Oxyde) dauernd zu entfernen, an anderer Stelle zu reduzieren und hierauf dem Prozeß wieder zuzuführen.
Es wird hierdurch ein sicheres, gleichmäßiges, stetiges Arbeiten gewährleistet und ein Verfahren, das in technischer Beziehung von hoher Vollkommenheit ist, geschaffen.
In Ausübung des Verfahrens der Erfindung kann man sich beispielsweise einer Vorrichtung bedienen, wie sie in den beiliegenden Zeichnungen dargestellt ist.
Fig. ι stellt eine einfache Form einer derartigen Vorrichtung,
Fig. 2 eine andere abgeänderte Ausführungsform,
Fig. 3 eine dritte Ausführungsform, die besonders zweckmäßig ist, dar.
Nach Fig. 1 umschließt ein Ofen 1 ein großes Gefäß 2, welches auf einem geeigneten Rost 3 steht. Innerhalb des Gefäßes (Tiegels) 2 ist ein kleinerer Tiegel oder eine Glocke 4 umgekehrt angeordnet, zu dem Zwecke, das entwickelte Gas zu sammeln. Die Konstruktion des Ofens kann beliebig gewählt werden, er kann mit Kohle oder Gas beheizt werden oder ein elektrischer Widerstandsofen sein. Zweckmäßig kann beispielsweise die Charge, die sich in dem größeren Tiegel befindet, durch Hindurchleiten eines Wechselstromes erhitzt werden, der durch Kabel 5 und 6, die an dem Gefäß bzw. an der Glocke vorgesehen sind, zugeführt wird. Der Inhalt des Gefäßes 2 stellt in diesem Falle das Widerstandsmaterial dar, durch welches der Strom in genügender Menge hindurchgeführt wird, um die erforderliche Erhitzung hervorzurufen.
In dem äußeren Tiegel ist ein geeignetes
Metall 7, zweckmäßig Blei, in geeigneter Höhe, vielleicht 5 bis 10 cm, vorhanden und von einer Schicht 8 geschmolzenen Salzes oder Oxydes bedeckt, auf dessen Natur später eingegangen werden wird, und zwar ist der Tiegel hiervon bis zur Hälfte oder bis Dreiviertel angefüllt. Die Glocke 4 taucht in das geschmolzene Salz ein, und zwar so tief, daß ihr unterer Rand etwa 2x/2 cm von der Oberfläche des geschmolzenen Metalls 7 entfernt bleibt. An der Glocke ist ein Auslaßrohr 9 vorgesehen, welches sich nach oben durch den Deckel 10 des Ofens erstreckt.
Die Verbindung zwischen Rohr und Glocke ist gasdicht, und das durch das Rohr entweichende Gas kann in geeigneter Weise gesammelt werden. Durch das Auslaßrohr hindurch bis in das geschmolzene Metall hinein führt ein engeres Einlaß rohr 11. Außerhalb der Glocke auf der Oberfläche geschmolzenen Salzes befindet sich eine Schicht von Koks, Steinkohle o. dgl.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 2 ist ein Metallgefäß 21 mit einer Auskleidung 22 vorgesehen, die aus Kohle oder einem anderen feuerfesten Material, beispielsweise Graphit, Ton ο. dgl., bestehen kann. Ein Deckel 23, eine Glocke 24, ein Luftrohr 25, ein Auslaßrohr 26, ein Kohlensäureauslaß 27 dienen den gleichen Zwecken wie die entsprechenden Teile der Vorrichtung nach Fig. 1. Das Luftrohr erstreckt sich in diesem Falle in einen Schacht im Boden des Gefäßes, so daß die Luft einen großen Weg durch das am Boden befindliche Metall 28 zurücklegen muß. Hierbei wird eine vollkommene Absorption des Sauerstoffes der Luft unter Verwendung einer ganz geringen Menge Metall selbst für den Fall gewährleistet, daß die Luft sehr rasch durch die Vorrichtung hindurchgeht.
Ein durchlöcherter feuerfester Schirm 29 umgibt die Glocke. Zwischen ihm und der Auskleidung 22 kann Kohle, Koks ο. dgl. 30 vorgesehen sein, und zwar kommt dieses Material in erster Linie als Reduktionsmittel in Frage. Falls es notwendig erscheint, kann auch ein Rohr 31 angeordnet werden, durch welches Wassergas, Generatorgas, öl ο. dgl. eingelassen wird, das die reduzierende Wirkung der Kohle unterstützen oder auch diese ganz ersetzen kann.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 3 ist ein Gefäß 41, z. B. aus Gußeisen, mit einer Auskleidung 42 von Graphitkohle oder Graphit und Ton oder anderem feuerfesten Material versehen. Auf dem Gefäß ist ein Deckel 43 angeordnet, mit dem dasselbe luftdicht verschlossen werden kann. Unten im Gefäß ist eine transversale Unterteilung 44 aus widerstandsfähigem bzw. feuerfestem Material angeordnet, vermittels welcher eine glockenförmige Kammer 45 gebildet wird. Dieselbe befindet sich mit dem über ihr liegenden' Raum durch die Öffnung 46 in Verbindung.
Durch eine Öffnung im Deckel geht ein Rohr 47 hindurch, an dem die Flanschen 48 und 49 und eine Glocke 50, zweckmäßig aus Graphit und Ton, aus graphitierter Kohle oder anderem feuerfesten Material, angebracht ist. Deckel und Glocke werden durch die beiden Flanschen zusammengehalten. Der luftdichte Verschluß des Deckels mit dem Gefäß wird vermittels Bolzen 51 bewirkt. Die Glocke erstreckt sich nach unten in das Gefäß und dient zur Aufsammlung z. B. von Stickstoff, wenn es sich um die Herstellung dieses Gases handelt.
Das Rohr 47 ist an seinem oberen Ende mit einer Y-förmigen Verbindung 52 versehen, deren einer Arm nach einem Rohr 53, das einen Hahn 54 besitzt, führt. Durch Rohr 47 und die Verbindung 52 hindurch erstreckt sich nach unten ein Lufteinlaßrohr 55, das oben an der Y-Verzweigung, beispielsweise bei
56, befestigt sein kann. Das Rohr 55 besitzt einen verhältnismäßig kleinen Durchmesser. Es kann aus graphitierter Kohle, aus Ton und Graphit oder anderem feuerfesten Material bestehen; es kann auch aus Stahl oder Eisen bestehen, und zwar ist in diesem Falle das Rohr zweckmäßig mit feuerfestem Material umgeben. Das Rohr erstreckt sich bis in die Kammer 45 hinein. Die Luft wird ihm durch ein Rohr 57 zugeführt, welch letzteres mit einem Hahn 58 versehen ist, zu dem Zwecke, die Luftzufuhr genau zu regeln.
An der einen Seite des Deckels 43 befindet sich eine Öffnung 59, in welcher das Ende eines Kohlensäureauslaßrohres 60 fest angebracht ist. Das Rohr 60 endet in einer Zuführung 61, die mit einem Hahn 62 versehen ist.
Wird mit der Vorrichtung gearbeitet, so wird das Gefäß beispielsweise mit geschmolzenem Blei 63 bis zur Höhe von Linie 64 gefüllt, d. h. also bis etwas unterhalb der Unterseite der Glocke 50. Dieses geschmolzene Blei oxydiert sich während des Verfahrens, wie später dargelegt werden wird, zu Bleioxyd, und zwar hauptsächlich Monoxy.d (Bleiglätte). Über dem geschmolzenen Metall befindet sich ein nicht metallisches Bad 65; dasselbe muß in genügender Höhe vorhanden sein, um die Glocke 50 unten abzuschließen. Dieses Bad besteht aus Oxyden des Metalles, das im gleichen Apparat unten Verwendung findet, beispielsweise Bleioxyd oder anderen Metalloxyden, die schmelzbar sind und sich bei einer Temperatur verflüchtigen, die bei rationeller Arbeit in der Apparatur aufrechterhalten werden kann.
Die Salze müssen eine Mischung mit dem Bleioxyd zulassen oder dieses letztere muß sich in ihnen suspendieren oder auflösen können, dergestalt, daß es durch die geschmolzene Masse hindurchwandern kann, und hierbei mit dem Kohlenstoff oder anderem reduzierenden Material in Berührung kommen und somit wieder zu Metall reduziert werden kann.
Der Schmelzpunkt des Bleioxydes liegt über 9540 C, so daß die Apparatur, wenn Bleioxyd allein zum Abschluß der Glocke Verwendung finden würde, unter Anwendung einer ■Tempeso ratur von etwa 1000 ° C. arbeiten müßte. Unter diesen Umständen würde eine Verdampfung des Bleies und der Bleiglätte außerordentlich erleichtert werden; außerdem würde die Beheizung der Apparatur das Verfahren kostspielig und unökonomisch gestalten.
Man hat infolgedessen ein· in höherem Maße flüssiges Material, das weniger korrosive Eigenschaften besitzt als geschmolzenes Blei, zum Hauptbestandteil des Bades gemacht, und zwar hat man gleichzeitig ein Material gewählt, das mit Bleioxyd mischbar ist, durch Kohlenstoff nicht reduziert wird, und das einen guten Verschluß der Glocke jederzeit, auch dann gewährleistet, wenn alle entstandene Bleiglätte wieder zu Metall reduziert ist.
Zahllose einfache Salze und Oxyde genügen diesen Anforderungen, beispielsweise geschmolzenes Alkali, geschmolzene Halogene, z. B. Chloride, Bromide, Fluoride, Carbonate, Borate, Plumbate, Bortrioxyd usw. "
Die Natrium- und Kaliumchloride haben beispielsweise einen genügend hohen Siedepunkt und niedrigen Schmelzpunkt, um es zu ermöglichen, bei einer Temperatur von etwa 800° C. zu arbeiten. Vorzuziehen ist es, ein Gemisch der beiden Chloride zu verwenden, da ein solches auch bei einer Temperatur, die erheblich unter 8000C. liegt, geschmolzen und dünnflüssig bleibt, ein Umstand, der für die Lebensdauer der Apparatur von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit ist. Ein derartiges Gemisch schmilzt sogar bei einer Temperatur, die niedriger ist als die der Carbonate.
In Ausübung des Verfahrens sind auch Gemische von Borax, Bortrioxyd, Natrium, Natriumplumbat u. dgl. mit Alkalichloriden, Fluoriden und Carbonaten verwendet worden. Desgleichen sind zur Verwendung gelangt Gemische von Fluoriden, die 100 Teile Kryolith go und 50 bis 100 Teile Aluminiumfluorid enthielten. Derartige Gemische schmelzen und sind dünnflüssig bei mittlerer Rotglut, d. h. unterhalb 800 ° C.
In jedem Falle jedoch, ganz gleich, woraus das Bad sich zusammensetzt, ist es von Wichtigkeit, dafür zu sorgen, daß bei einem niedrigen Schmelzpunkt, zweckmäßig unterhalb 8 oo° des Gemisches, die einzelnen Bestandteile sich nicht verflüchtigen oder sich in einer Weise verändern, daß sie übermäßig flüchtig oder nicht flüssig oder unlöslich in den anderen Bestandteilen des Bades werden, wodurch dasselbe seine flüssige Konsistenz verlieren, zur weiteren Ausübung des Verfahrens ungeeignet werden würde und die Apparatur zerstören könnte.
Allen diesen Bedingungen genügen, wie bereits erwähnt, Bäder, die sich aus Alkalimetallverbindungen, insbesondere aus Alkalimetallchloriden und -carbonaten, und zwar den Natrium- und Kaliumverbindungen, zusammensetzen. Die Alkalimetallcarbonate können sich zwar teilweise bei Rotgluthitze in Gegenwart von Wasserstoff oder Feuchtigkeit, wie sie in den Reduktionsmitteln, Kohle u. dgl., vorhanden sind, oder wenn Dampf zur Gewinnung des Wasserstoffes verwendet wird, wie später dargelegt werden wird, in die sehr leicht schmelzbaren Alkalihydrate verwandeln, eine derartige teilweise Umsetzung ist jedoch unbeachtlich, und die entstandenen Hydrate,
werden bald wieder in Carbonate übergeführt. Während des Arbeitens können auch Alkalimetallplmnbate, Plumbate ο. dgl. entstehen. Dieselben verbleiben in der Schmelze und richten keinen Schaden an. Enthält das geschmolzene Bad jedoch Erdalkalimetallchloride, ζ. Β. Calciumchlorid, durch welches der Schmelzpunkt herabgesetzt und die Flüssigkeit anderer gleichzeitig verwendeter Salze
ίο erhöht werden würde, so würde durch die Berührung mit Feuchtigkeit oder mit Wasserstoff in Rotgluthitze das Bad bald basisch und schwerflüssig werden, da hierbei nichtflüssiges Calciumoxyd entstehen würde.
Es empfiehlt sich demzufolge, ein Bad zur Verwendung zu bringen, das aus einer Ml· schung von Alkalichlorid und Alkalicarbonat im Verhältnis zwischen 20:80 bis 80:20 besteht. Zahllose Gemische innerhalb dieser Grenze sind zur Verwendung gelangt und haben zufriedenstellende Resultate ergeben.
Unter »Alkalichloriden« sollen im vorliegenden Falle sowohl Natrium-, Kalium-, Lithiumchlorid allein, als auch Gemische derselben verstanden werden. Dasselbe gilt für die hier erwähnten Alkalicarbonate, von- denen gleichfalls Kalium-,. Natrium- oder Lithiumcarbonat für sich oder im Gemisch zur Verwendung gelangen können.
Ein Bad, das aus 100 Teilen Natriumchlorid, 100 Teilen Natriumcarbonat und 75 Teilen Kaliumchlorid besteht, stellt eine in jeder Hinsicht zufriedenstellende Mischung dar.
Ist das Gefäß mit geschmolzenem Blei und Lösungsmittel gefüllt, und hat die Flüssigkeit gelinde Rotglühtemperatur angenommen, so wird Luft in geeigneten Mengen durch Rohr 55 eingeführt und steigt in Blasen in das geschmolzene Blei. Sogleich beginnt das Blei sich zu oxydieren, und das entstehende Bleioxyd (Bleiglätte) kommt in Berührung mit den geschmolzenen Alkaliverbindungen, während der in der Luft enthaltene Stickstoff durch die geschmolzene Masse emporsteigt und sich unter der Glocke ansammelt, von der er vermittels Rohre 47 und 53 entweicht. Das geschmolzene Bad wird natürlich von dem hindurchgehenden Stickstoff kräftig aufgerührt und in Bewegung gesetzt. Hierdurch wird die Auflösung des Oxydes erleichtert und die Schmelze homogenisiert. Das geschmolzene Medium stellt also ein Transportmittel dar, mittels welches das Bleioxyd aus der Mitte des Gefäßes, wo der Stickstoff emporsteigt, nach den Seiten desselben befördert wird. Hier kommt es mit dem kohlenstoffhaltigen Material 66 (z. B. Anthracit, Koks, Holzkohle u. dgl.) in Berührung. Es wird durch den Kohlenstoff unter Bildung von metallischem Blei reduziert, welches in das Bleibad 63 zurückgelangt und somit kontinuierlich (oder intermittierend) neuer Benutzung zugeführt wird.
Bei diesem Vorgange wird an der Oberfläche der Kohle oder in der Nähe derselben ein Gas frei, das im wesentlichen aus Kohlenstoffdioxyd (C O2) besteht und durch Rohr 60 entweicht. ■ Der Graphit bewirkt keine Reduktion des Bleioxydes bei der Temperatur, bei welcher das Verfahren vor sich geht.
Aus dem Dargelegten erhellt, daß eine freie Zirkulation oder Diffusion der geschmolzenen Salze bewirkt wird, und daß diese Salze den Stickstoff enthaltenden Raum in der Glocke von dem Kohlensäure enthaltenden Raum außerhalb derselben abschließen, wodurch eine Mischung des reinen Stickstoffes mit Kohlensäure vermieden wird.
Der Stickstoff wird aus dem Rohr 53 unter gewissem Druck in ein geeignetes Aufnahmegefäß geleitet.
Es bedarf keiner Erwähnung, daß die Luft nur in solchen Mengen mit dem geschmolzenen Blei in Berührung gebracht wird, daß letzteres auch sämtlichen Sauerstoff, der in ihr enthalten ist, aufnehmen kann. Hierdurch wird es erreicht,, daß tatsächlich reiner Stickstoff durch das Rohr 53 aus der Apparatur austritt.
Verwendet man natürliche Gase, Wassergas, Generatorgas oder öl, Wasserstoff o. dgl., um das Metalloxyd zu reduzieren und das hierdurch frei gemachte Metall dem Prozeß wieder zuzuführen, so können diese in die Schmelze, die das Oxyd enthält, durch Rohr 67 eingeführt werden; sie können auch über die Oberfläche der Schmelze hinübergeführt werden, wobei natürlich dafür Sorge zu tragen sein wird, daß das Gas nicht aus dem Reduzierraum hinausgeht.
Wird als Metall geschmolzenes Blei verwendet, so ist es nicht ratsam, die Schmelze mit Eisen irgendwie in Berührung zu bringen, da letzteres Bleiglätte außerordentlich schnell reduziert. Aus diesem Grunde werden die Wände des Gefäßes, wie beschrieben, mit einem Futter versehen.
Das Lufteinlaßrohr kann aus Metall bestehen, das mit einem Schutzmaterial umgeben ist; es kann aus Graphit oder einer SiIikatverbindung bestehen, wie sie beispielsweise für hoch feuerfeste Tontiegel in Battersea, Colorado, Beaufray und anderswo Verwendung finden.
Derartige Materialien werden weder durch rotglühendes Blei, noch durch das Salzgemisch in irgendwie nennenswerter Weise angegriffen, An Stelle des Bleies als Oxydationsmetall können auch andere Materialien, beispielsweise Zink, Antimon, Zinn ο. dgl. Verwendung finden. Diese Metalle schmelzen leicht bei der Arbei t st emperatur ,
Auch Eisen kann, am Boden des Gefäßes befindlich, in Form von Drehspänen oder Pulver Verwendung finden. Das entstandene Oxyd wird auch in diesem Falle mit der Kohle in Berührung gebracht und vermittels derselben reduziert. Das reduzierte Metall weist jedoch die Neigung auf, an der festen Oberfläche der Kohle anzuhaften, was nicht vorteilhaft ist. Wird jedoch ein Gas als Reduktionsmittel verwendet, so tritt eine derartige Schwierigkeit in nennenswertem Umfange nicht auf.
Es können auch beliebige andere Substanzen, die eine starke Affinität zu Sauerstoff besitzen, Verwendung finden, wenn solche in das Bad eingetaucht werden oder in demselben enthalten sind, immer vorausgesetzt, daß das resultierende Produkt, Oxyd oder PoIyoxyd, sich in dem Bade löst oder von dem Bad zu der reduzierenden Kohle geführt wird, vermittels welcher es leicht unter den Reaktionsbedingungen des Verfahrens reduziert werden muß.
Als vorzügliches Reduktionsmittel kommt unter anderem in Betacht: Wassergas, welches reich an Wasserstoff ist, da 4 Teile Wasserstoff dieselbe Wirkung ausüben wie 12 Teile Kohle. Der Wasserstoff im Brennöl verbrennt unter sehr vorteilhaften Bedingungen zu H2O.
Es hat sich herausgestellt, daß nach dem Verfahren der Erfindung an Stelle von Stickstoff auch Wasserstoff in technischem Maßstabe rationell gewonnen werden kann, wenn als Oxydationsmetall Zinn oder Zink zur Verwendung gelangt und Wasser oder Dämpf (letzterer ist natürlich vorzuziehen) an Stelle von Luft eingeleitet wird.
Das rotglühende Metall zersetzt das Wasser in Wasserstoff, welcher in gleicher Weise wie Stickstoff entweicht, und Sauerstoff, welcher sich mit dem Metall zu Oxyd verbindet. Das Oxyd gelangt in den Reduzierraum, kommt hier in Berührung beispielsweise mit Kohle, welche es reduziert, worauf das Metall in den Prozeß, wie oben beschrieben, zurückkehrt.
Die einzelnen Phasen des Verfahrens können auch in verschiedenen Gefäßen und Kammern durchgeführt werden.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Abtrennung gasförmiger Bestandteile aus gasförmigen oder flüssigen Gemischen oder Verbindungen, die das zu gewinnende Produkt in Mischung oder Verbindung mit Sauerstoff enthalten, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausgangsmaterial mit geschmolzenen, durch Kohle leicht reduzierbaren Metallen, wie Blei, Zinn o. dgl., in Berührung gebracht wird zwecks Bindung des Sauerstoffes und Abtrennung des zu gewinnenden Bestandteils, worauf die hierbei erhaltenen Metalloxyde von einem flüssigen Mittel aufgenommen und zu einer Stelle geleitet werden, wo sie reduziert werden, so daß die hierbei regenerierten Metalle von neuem dem Verfahren nutzbar gemacht werden können.
2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Verwendung eines schmelzflüssigen Gemisches, bestehend aus einem oder mehreren Alkalimetallchloriden oder Alkalimetallcarbonaten oder Gemischen derselben oder anderen schmelzflüssigen Salzen, die einen niedrigen Schmelzpunkt, etwa unter 8000C, besitzen, mit denen die entstehenden Metalloxyde sich mischen oder vereinigen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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