DE260697C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C10—PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
- C10G—CRACKING HYDROCARBON OILS; PRODUCTION OF LIQUID HYDROCARBON MIXTURES, e.g. BY DESTRUCTIVE HYDROGENATION, OLIGOMERISATION, POLYMERISATION; RECOVERY OF HYDROCARBON OILS FROM OIL-SHALE, OIL-SAND, OR GASES; REFINING MIXTURES MAINLY CONSISTING OF HYDROCARBONS; REFORMING OF NAPHTHA; MINERAL WAXES
- C10G73/00—Recovery or refining of mineral waxes, e.g. montan wax
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
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- Production Of Liquid Hydrocarbon Mixture For Refining Petroleum (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 260697 ~ KLASSE £3 #. GRUPPE
Verfahren zur Verarbeitung von Braunkohlenbitumen.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 29. März 1911 ab.
Aus der Braunkohle wird durch Dampfschwelung ' oder Extraktion ein Bitumen von
dunkler Farbe gewonnen. Es sind eine Reihe von Verfahren ausgearbeitet worden, dieses
braunschwarze Bitumen in hellere Produkte von wertvollen Eigenschaften zu überführen.
Bei allen diesen Verfahren werden aber die färbenden Bestandteile teils zerstört, teils als
wertlos in die Abfälle gegebe'n, ohne Rücksieht darauf zu nehmen, daß diese harz-,
paraffin- und ölhaltigen Bestandteile bei richtiger Behandlung des Braunkohlenbitumens
wertvolle Nebenprodukte zu liefern vermögen. So zerstören die mit Säuren arbeitenden Verfahren,
Patente 202909 und 207488, ebenso wie das Verfahren nach dem Patent 237012
die harzartigen Bestandteile zum größten Teil; auch gelingt es nicht, die Zusätze von Säuren
und Paraffin aus dem raffinierten Produkt so zu beseitigen, daß wirklich reine Endprodukte
erzielt werden. Bei den Patenten 101373 und 116453 werden die im Bitumen befindlichen
harzartigen Bestandteile bei der Destillation durch Zersetzung infolge der Wärme wie durch
die nachfolgenden Pressungen entfernt und entwertet. Die Verfahren nach den Patenten
202909, 220050 und 207488 bezwecken nach ihrem Wortlaut übrigens die Entfernung der
pech- oder asphaltartigen Bestandteile, während das hierunter angegebene Verfahren eine
nutzbringende Verarbeitung des von den harzartigen Bestandteilen befreiten Bitumens bezweckt.
Das vorliegende Verfahren ermöglicht, aus dem Braunkohlenbitumen mit weit geringerem
Verlust reine Endprodukte zu gewinnen und außerdem die wertvollen Nebenprodukte unzerstört
zu erhalten, wodurch ein wesentlicher technischer Fortschritt erreicht wird.
Es wird aus dem Bitumen nach einem der bekannten Verfahren das Harz getrennt und
alsdann beide Komponenten getrennt der Destillation mit überhitztem Wasserdampf im
Vakuum unterworfen. Hierbei ergibt das entharzte Bitumen Destillate von wesentlich hellerer
Farbe und höherem -Erstarrungspunkte, so daß es möglich ist, aus diesen Destillaten
durch Pressen und nachfolgendes Entfärben i. eine reine geruchfreie Montansäure, 2. das
bislang von der Erfinderin in den Handel gebrachte raffinierte Montanwachs, 3. ein hellgelbes paraffinartiges Wachs, 4. einen paraffmhaltigen
Rückstand, 5. ein säurefreies Kabelpech zu erzielen. Aus den Destillaten des dem Bitumen entzogenen Harzes enthält man
bei Anwendung der Destillation mit überhitztem Wasserdampf ein geruchfreies und geschmackloses
Harz nebst paraffinhaltigem ■ Rückstand. Das gewonnene Harz ist im Gegensatz
zu den nach dem Patent 216281 und anderen Verfahren hergestellten Harzen von
festem Bruch und glänzender Farbe, so daß es sich für verschiedene Zwecke verwenden
läßt, während die bisher gewonnenen Bitumenharze durch ihren penetranten Geruch und Unreinheit eine Verwendung in größerem
Maßstabe ausschlossen.
Es war nicht vorauszusehen, daß es möglich sei, durch Anwendung der Dampfdestillation
auf die getrennten Komponenten des
Rl
Bitumens einesteils bei dem Bitumen nach vorheriger Entfernung des Harzes ein farbloses
geruchfreies Wachs betrieblich zu erzielen, was nach den früheren Verfahren schon
der hohen Kosten wegen ausgeschlossen war, und daß es dabei gelingen würde, aus den
bisher unverwertbaren Nebenprodukten auf so einfache Weise verwertbare Verkaufsware
zu erhalten. Andererseits war nicht vorauszusehen, daß durch Anwendung der Dampfdestillation
auf das vom Bitumen getrennte Harz ein geruch- und geschmackfreies Harz als wertvolles Nebenprodukt resultieren würde.
Da die wachsartigen wertvollen Bestandteile des Bitumens durch Erhitzung leicht zersetzt und mißfarbig werden, mußte angenommen
werden, daß der Gehalt an Harz im Rohbitumen die wachsartigen Bestandteile vor einer Überhitzung schützen würde, wie ja
auch in der Paraffinindustrie die Paraffinabfälle dem Rohprodukte vor der Destillation
zugefügt werden, da sie bei getrennter Destillation Zersetzungen erleiden und zu Verlusten
führen. Bei Bitumen hat es sich herausgestellt, daß die Destillationsprodukte des Harzes
sich nicht oder nur durch weitläufige Reinigungsverfahren von den wachsartigen Bestandteilen trennen lassen und ihre Anwesenheit
Farbe und Schmelzpunkt ganz erheblich beeinträchtigt. Ist das Harz vor der Destillation entfernt, so erhält man hellere
und härtere Destillationsprodukte. Auch ist der pechartige Rückstand bei der Destillation
von Rohbitumen durch die Verunreinigung mit den Destillationsprodukten des Harzes
weicher und wertloser als bei getrennter Destillation von entharztem Bitumen und Harz.
Der Gang des Prozesses ist der folgende: Das Rohbitumen wird nach einem der bekannten
Verfahren von den harzartigen Bestandteilen befreit, wobei 15 bis 25 Prozent
Harz erhalten werden. Dann wird das gewonnene entharzte Bitumen unter Vakuum mit überhitztem Wasserdampf bei einer Temperatur
von 200 bis 500 °, wobei die Temperatur allmählich zu steigern ist, destilliert;
dabei werden aus 100 kg Rohbitumen 65 bis 75 kg Destillat erhalten, das dann durch
weitere Raffination ein weißes geruch- und geschmackfreies Wachs von einem Schmelzpunkt
von 80 bis 85 ° ergibt. Außerdem werden noch 5 bis 10 kg schwarzes glänzendes
Pech erhalten. Bei der Destillation des Harzes wird analog verfahren; · unter gleichen
Bedingungen werden 13 bis 20 kg geruch- und geschmackloses Harz und 2 bis 7 kg weicher,
paraffinhaltiger Rückstand erhalten, der weiterhin auf Paraffin aufgearbeitet werden
kann.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Verarbeitung von Braunkohlenbitumen, dadurch gekennzeichnet, daß das Braunkohlenbitumen vor der Destillation nach einem der bekannten Verfahren in harzartige Bestandteile und entharztes Bitumen zerlegt und jeder der Komponenten allein der Dampfdestillation mit oder ohne Vakuum unterworfen wird.jL.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE260697C true DE260697C (de) |
Family
ID=518322
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT260697D Active DE260697C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE260697C (de) |
-
0
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