DE25757C - Herstellung von Ammonium-Albumin zur Leimung bei der Papierfabrikation - Google Patents

Herstellung von Ammonium-Albumin zur Leimung bei der Papierfabrikation

Info

Publication number
DE25757C
DE25757C DENDAT25757D DE25757DA DE25757C DE 25757 C DE25757 C DE 25757C DE NDAT25757 D DENDAT25757 D DE NDAT25757D DE 25757D A DE25757D A DE 25757DA DE 25757 C DE25757 C DE 25757C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
ammonium
albumin
paper
sizing
production
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT25757D
Other languages
English (en)
Original Assignee
Dr. E. MUTH in Karlsruhe i. Baden, Lessingstrafse 2
Publication of DE25757C publication Critical patent/DE25757C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21HPULP COMPOSITIONS; PREPARATION THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASSES D21C OR D21D; IMPREGNATING OR COATING OF PAPER; TREATMENT OF FINISHED PAPER NOT COVERED BY CLASS B31 OR SUBCLASS D21G; PAPER NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D21H17/00Non-fibrous material added to the pulp, characterised by its constitution; Paper-impregnating material characterised by its constitution
    • D21H17/20Macromolecular organic compounds
    • D21H17/21Macromolecular organic compounds of natural origin; Derivatives thereof
    • D21H17/22Proteins

Landscapes

  • Paper (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAM
KLASSE 55: Papierfabrikation.
In der Papierfabrikation werden neben dem Harzleim zum Leimen des Papiers Knochenleim, Glutin, Knorpelleim u. s. w. verwendet, welche verschiedenen Leimsorten mit dem allgemeinen Namen Albuminoide zusammenzufassen sind, wie auch bezüglich ihres Vorkommens und ihrer Eigenschaften viele Aehnlichkeit mit eiweifsartigen Stoffen, welche als Albuminate bezeichnet werden. So grofs nun diese Aehnlichkeit ist, so weichen sie doch in verschiedenem von einander ab, wie z. B. die ersteren in kochendem Wasser löslich sind, dabei nur wenig oder keine Veränderung erleiden, während die Albuminate, im Blut das Fibrin durch Einwirkung der Luft, in den Eiern das Albumin beim Erhitzen auf 750 C, in der Milch das Casein beim Erhitzen auf 1300 C. in der Flüssigkeit und in Wasser unlöslich werden und nur durch eine verdünnte Lösung von Alkalien wieder in die in Wasser lösliche Form übergeführt werden. Diese Eigenschaften der Albuminate bestimmten mich, dieselben bei der Papierfabrikation in Anwendung zu bringen, indem, sobald Papier mit gelösten Albuminaten behandelt wird, sich dieselben nach dem Trocknen und Erhitzen in die ,unlösliche Form verwandeln und eine schützende Decke auf der Oberfläche des Papiers bilden, welche dem Eindringen der Tinte Widerstand leistet.
• Bei der Wahl der Albuminate mufsten Eier und Blut, die theurer als Albuminoide oder Harzleim, aufser Betracht bleiben, es konnte also nur der albuminhaltige Stoff der Milch, das Casein, zur Verwendung kommen.
Betreffs des Lösungsagens ist zu bemerken, dafs, wenn Alkalien in trockenem Zustande mit Papierfaser erhitzt werden, dieselbe geschwächt und zerstört wird, weshalb auf die den Alkalien sehr ähnlichen Salze des Ammoniums gegriffen wurde, welche beim Erwärmen flüchtig sind und die Faser nicht angreifen.
Die in die lösliche Form übergeführten Albuminate wurden deshalb Ammonium-Albumin genannt.
Die Darstellung des Ammonium-Albumins erfordert folgendes Verfahren: 100 kg zuvor mit Wasser ausgewaschenes, möglichst trockenes Casein werden mit 10 kg gepulvertem Ammoniumcarbonat und ι kg Ammoniumphosphat stark durch einander gearbeitet, bis die blasige Beschaffenheit, welche durch vorhandene Milchsäure verursacht wird, nachläfst und die Masse ein gleichmäfsiges, von Klumpen freies Aussehen zeigt und die milchweifse Farbe sich in eine schwach gelbliche verwandelt hat. So lange sich Blasen bilden, ist Milchsäure vorhanden, mithin auch Albuminate in unlöslicher Form. Zur vollständigen Umwandelung des Case'ins in Ammonium-Albumin sind 15 bis 20 Stunden erforderlich.
Leichter erfolgt diese Umwandelung durch Ammoniumhydrat; da sich jedoch hierbei eine in Wasser lösliche Oelseife bildet, welche das Papier transparent erscheinen läfst und sich von der Flüssigkeit nur schwer trennen läfst, so ist Ammoniumhydrat nur für den Fall zu verwenden, als infolge mangelhafter Manipulation, sich das Ammonium-Albumin nicht vollständig lösen sollte.
Das Ammonium-Albumin hält sich, an einem kühlen Ort in verschlossenen Gefäfsen aufbewahrt, wochenlang ohne Veränderung; wird zur
Vorsorge , etwas verdünnte Carbolsäure zugesetzt, so wirkt diese für späterhin nicht nachtheilig und verhindert jede Zersetzung.
Da dasselbe, auf die beschriebene Art zubereitet, nur ca. 20 pCt. Wasser enthält, so läfst es sich leicht durch Ueberleiten von heifser Luft, sobald es in dünner Schicht auf einer glatten Metallfläche ausgebreitet ist, in trockner Form darstellen.
Die Lösung des Ammonium -Albumins in Wasser zeigt eine schwach gelbliche, milchartig getrübte Flüssigkeit ohne jeden Bodensatz. Wird hartes Wasser zum Lösen verwendet, so scheidet sich Calciumcarbonat in feiner Zertheilung ab. Thonerdesalze scheiden das Albuminoid mitThonerdehydrat ab, ebenso verhalten sich Magnesiasalze, nur ist bei letzteren die Ausscheidung keine vollständige. Vermöge des Verhaltens gegen Thonerdesalze läfst sich das Ammonium-Albumin zur Masseleimung im Holländer verwenden ; die Manipulation ist ebenso wie bei Anwendung von Albuminoiden, d. h. in Verbindung mit Harzleim.
Soll das Ammonium-Albumin zur Oberflächenleimung des Papiers verwendet werden, so mufs dessen Fettgehalt zuvor beseitigt werden, was am besten dadurch geschieht, dafs man der verdünnten Lösung ca. 5 pCt. Paraffin zusetzt und das Ganze auf 500 C. erhitzt. Das Paraffin schmilzt, und wird es mit der Flüssigkeit stark geschüttelt, so nimmt dasselbe alles Fett auf und scheidet sich auf der Oberfläche der Flüssigkeit nach dem Erkalten in Gestalt einer festen Scheibe ab.
Die Verwendung des Ammonium-Albumins behufs der Oberflächenleimung ist ebenso wie diejenige der Albuminoide, nur mufs das Papier auf wenigstens 1300 C. erhitzt werden, alsdann ist es aber auch -gegen Wasser widerstandsfähig. Die Behandlung des Papiers mit Ammonium-Albumin ist insofern eine einfachere, als die Lösung desselben eine dünnflüssige, wenig klebende Beschaffenheit zeigt, vermöge deren sie leichter in das Papier eindringt, als es bei den Albuminoiden der Fall ist; die Widerstandsfähigkeit gegen Tinte ist also auch gröfser. Eine Lösung von Ammonium - Albumin von gleichem specifischen Gewicht wie eine solche von Albuminoiden, zeigt sich nach dem Erkalten dünnflüssig, während diejenige der Albuminoiden gallertartig ist.
Das Ammonium-Albumin ist bestimmt für bessere Papiersorten, wozu seither Albuminoide oder Harzleim verwendet wurde, bei denen es auf reine Farbe, Griff, Dauerhaftigkeit, Festigkeit und grofse Sicherheit gegen das Durchschlagen der Tinte ankommt; es lassen sich die Vortheile des damit behandelten Papiers wie folgt zusammenfassen:
ι. das Papier behält seine reine weifse Farbe, was bei dem seitherigen Verfahren nicht immer der Fall ist;
2. zeigt das mit Ammonium-Albumin behandelte Papier grofse Festigkeit und pergamentartigen Griff;
3. nach dem Satiniren zeigt das Papier angenehme Glätte und Glanz und nimmt die Tinte leicht an;
4. das Papier zeigt gegen das Eindringen der Tinte eine bedeutende Widerstandsfähigkeit;
5. das Papier bleibt geschmeidig, während das mit Albuminoiden behandelte sehr häufig brüchig wird, sowie auch bei längerem Aufbewahren das mit Albuminoiden behandelte Papier in der Widerstandsfähigkeit gegen - Tinte sehr häufig zurückgeht;
6. feuchtgewordenes Papier läfst sich nach dem Trocknen ebenso gut als zuvor beschreiben; . 7. durch wiederholte Behandlung mit Ammonium-Albumin nimmt das Papier jeden Grad von Stärke und Steifheit an;
8. der dem Papier anhaftende letzte Rest von Chlor wird durch Ammoniumhydrat gebunden, die Dauerhaftigkeit desselben also vergröfsert; ■
9. die Herstellungskosten des Papiers sind nicht gröfser als bei dem seitherigen Verfahren, die erzielte Qualität jedoch besser;
10. das Ammonium-Albumin läfst sich nicht nur allein zur Oberflächenleimung verwenden, sondern auch in Verbindung von Albuminoiden oder Harzleim zur Masseleimung. .

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Die Darstellung von Ammonium-Albumin durch Veranlassung der Einwirkung des Ammoniums und dessen Salzen auf Casein.
2. Die Verwendung des Ammonium-Albumins in der Papierfabrikation zur Herstellung von geleimtem Papier, sei es für sich allein zur Oberflächenleimung oder in Verbindung mit Harzleim oder Albuminoiden zur Masseleimung. , . ■ ■ ·
DENDAT25757D Herstellung von Ammonium-Albumin zur Leimung bei der Papierfabrikation Active DE25757C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE25757C true DE25757C (de)

Family

ID=302181

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT25757D Active DE25757C (de) Herstellung von Ammonium-Albumin zur Leimung bei der Papierfabrikation

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE25757C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2606544C2 (de) Gelmasse zum Luftfrischen
DE1720106A1 (de) Kollagenhaltige Schichtbildner
DE1067296B (de) Verfahren zur Herstellung von gefuellten Papieren
DE1492236A1 (de) Nicht haftende Kaugummi-Zubereitungen und -Verfahren
DE1140803B (de) Verfahren zur Herstellung von leicht dispergierbarem Kollagen
DE2025714B2 (de) Verfahren zum Erzeugen von heparinhaltigen, auf Blut antikoagulierend wirkenden Oberflächen auf Gegenständen aus Kunststoff, Glas und Metallen
DE1469576A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Lederersatz
EP1278424A1 (de) Zusammensetzung zur beschichtung von würsten und hartkäsen
DE2835516A1 (de) Nahrungs- oder futtermittel, bestehend aus blut und verfahren zu seiner herstellung
DE25757C (de) Herstellung von Ammonium-Albumin zur Leimung bei der Papierfabrikation
DE69715152T2 (de) Kapseln, enthaltend Molkeprotein
DE546777C (de) Verfahren zur Herstellung von Isolations- und Konstruktionsmaterial
DE663945C (de) Verfahren zur Leimung von Papier im Stoff
DE1546296C3 (de) Verfahren zur Herstellung von selbsttragenden Tabakfolien
DE102016109094A1 (de) Verfahren zur Herstellung eines Kollagenmaterials in Partikelform und hergestelltes Kollagenmaterial
DE2441134A1 (de) Caseinhaltige massen, verfahren zu deren herstellung und deren verwendung
DE585063C (de) Verfahren zur Herstellung von UEberzuegen auf Papier
DE1470863A1 (de) Pressformlinge aus Holzschliff und ihre Herstellung
DE715255C (de) Verfahren zum Veredeln von Faserstoffgebilden, Federn oder Rauchwaren
DE248592C (de)
DE101409C (de)
DE586383C (de) Verfahren zur Herstellung von Kunstleder
CH222263A (de) Verfahren zur Herstellung von flächigen Gebilden.
DE93797C (de)
DE1470987A1 (de) Lederaehnliches Material und Verfahren zu seiner Herstellung