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Ab laufvorrichtung Die Erfindung betrifft eine Ablaufvorrichtung
zum Ab spulen von wenigstens einem Garnwickel, insbesondere von Schär- und Zettelbäumen,
wobei eine Bremsvorrichtung zum Abbremsen der Wickel vorgesehen ist.
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Vorrichtungen dieser Art sind in unterschiedlichsten Systemen bekannt.
Die gebräuchlichsten und zugleich einfachsten Bremsvorrichtungen für die Abbremsung
der Zettelbäume sind Bremsstricke oder Bremsbänder, die einerseits an einem Gestell
befertigt sind und andererseits mit Gewichten belastet über eineam Zettelbaum befestigte
Bremsscheibe wirken.-Diese Bremsvorrichtungen haben annähernd ein konstantes Bremsmoment.Für
Zettelbäune, deren Anfangs durchmesser nicht selten 6- bis 8-fach größer ist als
der Kerndurchmesser, bedeutet ein konstantes Drehmoment einen entsprechenden, vergleichsweise
hohen Anstieg des Abwickelzuges.
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So sind z. B. Bremsvorrichtungen gemäß DT-PS 11o 069 bekannt, welche
für mehrere Zettelbäume ein gemeinsames Bremsband haben, das an einem Ende fest
verankert ist und am anderen Ende mit einer entsprechenden Eelastungsvorrichtung
(Hydraulik, Pneumatik, Feder, Gewicht) ausgestattet sind. Auch läßt sich das Brerrisband
jedes Zettelbaures pneumatisch oder hydraulisch belasten und damit das Bremsmorent
von Eand regeln oder über Steuergerate automatisch auf konstanten Ablaufkettzug
steuern.
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jedoch haben die bisher ernten VorrichtunGen unter anderem öl wende
Nachteile: in der Praxis sind Zettelbauntypen unterschiedlichster Art im Einsatz,
rit ebenfalls unterschiedlichen Abmaßen der Brenisscheiben.
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Suen werten durch den Gebrauch die Zettelbäume häufig bescädigt oder
haben auf der Bremsfläche ungleiche Reibwerte, hervorgerufen durch Verschmutzung,
Rostbildung, wodurch eine ungleiche Abzugsspannung zwischen den einzelnen Zettelbäumen
entsteht. Des weiteren sind die Bremsbander beim Ein- bzw.
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Auslegen der Wickelbäume oftmals hinderlich, weshalb sie während dieses
Arbeitsganges ggf. entfernt werden müssen, was aoer wiederum recht auBvendig ist.
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Die Erfindung hat sich daher die Aufgabe gestellt, eine Ablaufvorrichtung
der eingangs erwähnten Art zu schaffen, durch welche die vorerwähnten Nachteile
weitgehend vermieden werden Außerdem soll atif einfache Weise eine anpaßbare Abbremsung
des Zettelbaumes od. dgl. möglich sein.
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Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe besteht im wesentlichten
darin, daß die Bremsvorrichtung an einer einen Garnwickel tragenden Lagerung angeordnet
ist. Ein ganz wesentlicher Vorteil dieser erfindungsgemäßen Ablaufvorrichtung besteht
darin, daß die Bremsvorrichtung weitgehend vor Beschädigungen, wie sie sonst häufig
bei mit Bretnsflächen versehenen Garnwickeln vorkommen, geschützt ist. Insbesondere
beim Stapeln oder auch beim Transportieren H er solche Beschädigungen nämlich bisher
häufig vorgekommen.
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Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
Dabei bringt der Anspruch 2 insbesondere; den Vorteil, daß auch Garnwickel unterschiedlicher
Länge eingespannt und über die als Kupplung ausgebildete Lagerstelle gut &ogebremst
werden können.
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Bei größeren Garnwickeln kann es vorteilhaft sein, wenn die in Anspruch
3 gekennzeichnete Ausführung verwendet wird, weil dadurch eine gleichmäßige und
auch ggf. stärkere Abbremsung möglich ist.
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iachstehen4 ist die Erfindung mit ihren wesentlichen Einzelheiten
anhand der Zeichnung noch näher erläutert. Es zeigt Fig. 1 eine teilweise im Schnitt
gehaltene Ansicht einer Ablaufvorrichtung mit eingespanntem Garnwickel, Fig.- 2
eine Bremsvorrichtung mit Kupplungsscheibe und Fig. 3 elne stärker schematisierte
Seitenansicht mehrerer, mit Bremsvorrichtungen versehenen Ab laufvorrichtungen.
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Eine in Fig. 1 gezeigte Ablaufvorrichtung 1 weist als wesentliche
seitliche zwei seitliche Lagergestelle 2 mit horizontal verschiebbaren Lagerstellen
3 auf, wobei in diesem Ausführungsbeispiel beide Lagerstellen 3 mit Bremsvorrichtungen
4 versehen sind. Zwischen den Lagerstellen 3 ist eine Garnrolle 5 eingespannt Dazu
sind die zueinander weisenden Seiten der Lagerstellen 3 sowie die stirnseitigen
Enden 6 des Wickelkörpers 7 des Garnwickels 5 als Kupplungen 8 ausgebildet. Um eine
gute Lagerung und Zentrierung des eingepannten Garnwickels 5 zu erhalten, weisen
die Lagerstellen 3 Vorsprünge 9 auf, die etwas konisch zu ihren zueinander gewandten
Stirnflächen zulaufend ausgebildet sind. Die stirnseitigen Enden 6 des eingespannten
Wickelkörpers 7 sind entsprechend den Vorsprüngen 9 mit passenden Ausnehmungen 10
vorgesehen. Um eine den Wickelkörper 7 und die Lagerstellen 3 drehfest verbindende
Kupplung 8 zu erhalten, können die Vorsprünge 9 und die Ausnehmungen lO mit einer
Profilierung, beispielsweise mit einer Zahnung versehen sein. Auch können diese
ineinandergreifenden Teile vieleckig und damit ebenfalls drehfest ineinandergreifend
ausgebildet sein.
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Das Ausführungsbeispiel in Figur 2 zeigt eine weitere mögliche Ausbildung
einer drehfesten Kupplung 8, wobei der äußere s-tirnseitige Rand 11 des Wickelkörpers
7 an einer, gegen diesen Rand II in Funktionsstellung gerichteten Zahnung 12 an
der Lagerstelle 3 anliegt. Ggf. kann auch der stirnseitige Rand 11 entsprechend
profiliort sein.
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Die Fig. 1 und 2 lassen gut erkennen, daß die Lagerstellen 3 im wesentlichen
aus besonders ausgebildeten Bremsscheiben 13 bestehen, die auf horizontal verschiebbaren
Gewindespindeln 14 drehbar lagert sind. Die etwa trommelförmigen Bremsscheiben 13
bilden einen Teil der Bremsvorrichtung 4. Sie sind auf ihren äußeren Mantelflächen,
die als Bremsflächen 15 dienen, jeweils von einem der mehreren Bremsschuhen 16 beaufschlagbar
(vgl.
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insbesondere Fig. 2). Das die Lagerstelle 3 bildende Kupplungsteil
erfüllt somit eine Doppelfunktion, da es gleichzeitig noch die Bremsscheibe 13 bildet.
Bevorzugt kommt dabei eine einstückige Ausführungsform in Frage.
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Neben der vorbeschriebenen Form einer erfindungsgemäßen Ablaufvorrichtung
1 bel der die Lagerstellen 3 beidseitig des eingespannten Garnwickels 5 abbresbar
ausgebildet sind, ist auch eine Ausfü.hrungsforr mit einer nur einseitig abbremsbaren
Lagerung möglich, wobei dann aber nur die Lagerstelle 3 an der abbremsbaren Seite
mit einer, eine Verdrehung vermeidenden Profiliewung versehen zu sein braucht. Auch
kann die horizontale Verschiebemöglichkeit der Lagerstelle 3 ggf. nur einseitig
vorgesehen sein.
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Die horizontale Verschiebung der Lagerstellen 3 ist durch eine Spindel
14 - im Ausführungsbeispiel Fig. 1 jeweils eine auf jeder Seite der Ablaufvorrichtung
1 - die in dem Lagergestell 2 drehfest, jedoch axial verschiebbar gelagert ist,
ermöglicht. Die Spindel 14 wirkt dabei mit einer Spindlmu ter 17 zusammen, die in
dem Lagergestell 2 drehbar gelagert und mit einem Handrad 18 verbunden ist. Durch
Verdrehen der Spindelmutter 17 erfolgt nun eine horizontale Verschiebung der am
Mitdrehen durch einen, in eine Nut 19 in der Spindel 14 eingreifenden, mit dem Lagergestell
2 verbundenen Keil 20 gehinderten Spindel 14-und damit auch eine Verschiebung der
Lagerstelle 3.
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Der die BremsSlachen 15 der Bremsscheibe 13 beaufschlagende Bremsschuh
16 kann durch einen Pneumatik- oder auch Hydraulikzylinder 21 betätigbar sein, der
seinerseits mit einem Bremskraftregler verbunden ist, der den Bremsdruck in Abhängigkeit
von dem Abwickelabzug des von dem Garnwickel 5 abzuwickelnden Garnes regelt. Während
des Abwickelns ändert sich nämlich der Abwickelzug durch den sich verkleinernden
Wickeldurchmesser laufend, so daß bei konstantem Bremsmoment Unterschiede des Abwickelzuges
auftreten können. Durch den Bremskraftregler in Verbinaung mit der Bremsvorrichtung
4 werden diese Zugunterschiede vermieden. Die erfindungsgemäße Anordnung der Bremsvorrichtung
4 an dem den Garnwickel 5 aufnehmenden Ablaufgestell hat dabei den wesentlichen
Vorteil, daß die sonst bei herköm.mlichen Ablaufvorrichtungen vergleichsweise häufig
auftretenden Beschädigungen der Bremsflächen, die durch unsachgemäße Lagerung oder
Transport der Garnwickel herrühren kann, in vorteilhafter Weise vermieden werden.
Durch diese Besch>-digungen, aber auch durch Rostbildung oder Verschmutzung der
Brem.stlächen kann sonst nämlich eine Beeinträchtigung der Bremswirkung und damit
ggf. ein gestörter Abspulvorgang verursacht werden.
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Insgesamt ist also durch die erfindungsgemäße Ablaufvorrichtung 1
ein weitgegehend störungsfreier, betriebssicherer Arbeitsablauf ermöglicht. Außerdem
ist das Auswechseln der Garnwickel durch die besondere Ausgestaltung der Erfindung
wesentlich vereinfacht, wobei noch der Vorteil gegeben ist, daß auch unterschredlich
lange Garnrollen 5 durch die horizontale Verstellmöglichkeit der Lagerstellen 3
verarbeitet werden können.
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Fig. 3 zeigt noch, stärker schematisiert, mehrere, in einem Lagergestell
befindliche Ablaufvorrichtungen 1 a, deren Bremsvorrichtungen 4 über Bremsleitungen
22 mit einem, hier nicht dargestellten Bremskraftregler verbunden sind.
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Die in der Zeichnung dargestellte Aus führungs form einer erfindungsgemiBen
Ablaufvorrichtung - mit wenigstens einer, mit einer Bremsvorrichtung versehenen
Lagerstelle - zeigt eine besonders günstige Kombination gemäß den Ansprüchen.
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Alle in der Beschreibung, den nachfolgenden Ansprüchen und der Zeichnung
dargestellten Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination
miteinander erfindüngswesentlich sein.
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- Patentansprüche -