DE2509933C2 - Mehrschichtiger Gipsverband - Google Patents
Mehrschichtiger GipsverbandInfo
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Description
- Die Erfindung betrifft einen mehrschichtigen Gipsverband nach dem Oberbegriff des Hauptanspruchs.
- Gipsverbände werden in der Orthopädie seit vielen Jahren verwendet, um gebrochene Knochen unbeweglich festzulegen und in Stellung zu halten. Die Herstellung eines derartigen Gipsverbandes ist zeitaufwendig und fordert ein hohes Maß an Geschicklichkeit. Dabei wird zunächst der gebrochene Knochen gerichtet und der betroffene Körperteil sodann mit einem weichen Stoff bedeckt, bevor eine Anzahl von Gipsverbandschichten, die aus mit Gips gefüllten Gazestreifen bestehen können, durchfeuchtet und um den betroffenen Körperteil gelegt werden. Um einen mehrschichtigen Gipsverband zu bilden, sind im allgemeinen wenigstens sechs derartiger Gipsverbandschichten erforderlich. Dies Verfahren ist zeitaufwendig, da jede Gipsverbandschicht einzeln befeuchtet und sodann auf die vorige Gipsverbandschicht gelegt werden muß.
- Das Anlegen eines derartigen Gipsverbandes wird durch ein Verbandsmaterial aus Gips vereinfacht, der bereits aus mehreren Schichten besteht. Ein derartiges vorbereitetes Material ist aus der US-PS 29 60 984 bekannt. Dabei ist das Verbandsmaterial von einer besonderen Schicht umschlossen, die in zwei Richtungen dehnbar ist, um ein Überziehen über den mit einem Gipsverband zu versehenen Körperteil zu ermöglichen. Es hat sich jedoch gezeigt, daß die Festigkeit des angelegten Gipsverbandes bei Verwendung eines derartigen vorgefertigten Materials unzureichend ist. An den Stellen nämlich, an denen das Material stark ausgedehnt wurde, ist der angelegte Gipsverband unzureichend stabil, an anderen Stellen, an denen sich das Material angestaut hat, können sich Druckstellen ausbilden. Das Arbeiten mit dem vorbekannten Verbandsmaterial setzt daher eine ganz besondere Geschicklichkeit voraus.
- Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Gipsverband zu schaffen, bei dem eine gleichmäßige Stärke des ausgehärteten Gipsverbandes sichergestellt ist.
- Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die im kennzeichnenden Teil des Hauptanspruchs angegebenen Merkmale gelöst. Der Unteranspruch gibt eine bevorzugte Ausgestaltung des Materials der ersten äußeren Lage an.
- Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung, in der ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen mehrschichtigen Gipsverbandes anhand einer Zeichnung erläutert wird. Dabei zeigt
- Fig. 1 eine Draufsicht auf den mehrschichtigen Gipsverband, wobei einige Abschnitte weggebrochen sind;
- Fig. 2 eine perspektivische Darstellung, welche den mehrschichtigen Gipsverband zum Ruhigstellen eines Fußes zeigt;
- Fig. 3 eine Seitenansicht des in Fig. 2 gezeigten Gipsverbandes,
- Fig. 4 eine Seitenansicht eines an den Ellbogen einer Person angelegten Gipsverbandes,
- Fig. 5 eine Fig. 4 entsprechende Darstellung, bei der der Gipsverband mit einem Band bewickelt ist, und
- Fig. 6 eine den Fig. 4 und 5 entsprechende Darstellung, bei der der Gipsverband mit einem Überzug versehen ist.
- Fig. 1 der Zeichnung zeigt den erfindungsgemäßen mehrschichtigen Gipsverband 10. Dieser besteht aus einer ersten äußeren Lage 12 aus einem elastisch verformbaren, wasserabsorbierenden, nicht dehnbaren und zu feuchtem Gips keine Affinität aufweisenden Material. Auf dieser ersten äußeren Lage 12 sind eine Mehrzahl von Gipsverbandschichten 14 aufgelegt. Dabei kann es sich um die bekannten, mit Trockengips imprägnierten Gazeschichten handeln. Diese Gipsverbandschichten können jedoch auch aus einem gipsähnlichen Material bestehen, das nach Zugabe von Wasser aushärtet. Der Träger braucht dabei nicht notwendigerweise aus textiler Gaze bestehen. Die Anzahl der Gipsverbandschichten 14 hängt von den Erfordernissen des Einzelfalls ab, meistens sind mindestens sechs Gipsverbandschichten 14 erforderlich. Eine zweite äußere Lage 16 aus einem verformbaren, wasserabsorbierenden Material deckt die Gipsverbandschichten 14 ab. Die über die Gipsverbandschichten 14 hinausragenden Ränder der Lagen 12 und 16 sind durch einen geeigneten Klebstoff oder auf andere Weise miteinander verbunden und schließen so die Gipsverbandschichten 14 zwischeneinander ein.
- Der mehrschichtige Gipsverband 10 besteht also aus einer oberen und einer unteren Lage 16, 12 aus einem verformbaren, wasserabsorbierenden, nicht wesentlich dehnbaren Material, die eine Mehrzahl von Gipsverbandschichten 14 sandwichartig aufnehmen.
- Weiter kann in einer der Lagen 12, 16 ein Zentrierring 18 eingedrückt bzw. eingeprägt sein, der eine Zentrierung des mit dem Gipsverband zu versehenden Körperteils, wie etwa eines Fußes 20 ermöglicht.
- Bei einer bevorzugten Ausführungsform besteht die erste äußere Lage 12 aus einem nachgiebigen, nicht dehnbaren zelligen Material wie Schaumgummi, während das Material der zweiten Lage 16 ein faseriges Material wie beispielsweise Flanellstoff sein kann. Der Schaumgummi absorbiert Wasser sehr schnell und ermöglicht auf diese Weise eine Durchfeuchtung des Gipses. Außerdem haftet an dem Schaumgummi der Gips nicht an, so daß an dem Körper der den Verband tragenden Person eine bequeme elastische Polsterung geschaffen wird. Das nicht dehnbare Flanellmaterial dagegen absorbiert den Gips, der zwischen den Fasern des Stoffes eingebettet wird. Dabei dienen die Fasern als Verstärkungsmittel und erhöhen die Festigkeit des fertigen Verbandes. Es kann jedoch auch vorteilhaft sein, wenn das Material der beiden äußeren Lagen 12, 16 zellig ausgebildet sind.
- Zum Anlegen des erfindungsgemäßen mehrschichtigen Gipsverbandes wird dieser mit Wasser gesättigt, um die zur Aushärtung des Gipses führenden chemischen Reaktionen in Gang zu setzen. Durch Wässern des Gipsverbandes 10 über einen Zeitraum von 20 bis 40 s. werden die Lagen 12, 16 mit Wasser gesättigt. Das überschüssige Wasser kann man ablaufen lassen und aus dem Gipsverband 10 auspressen, bevor dieser beispielsweise um einen Fuß 20 herumgelegt und an die Form des Fußes angepaßt wird. Dies erfolgt durch entsprechendes Umfalten oder " Ankneten". Der in Fig. 3 mit 22 bezeichnete fertige Verband härtet normalerweise in 10 Min. oder schneller aus, wobei die Aushärtezeit durch die Anwendung von warmer Luft herabgesetzt werden kann.
- In Fig. 4 ist ein aus einem Gipsverband 10 hergestellter Gipsverband 24 für einen Ellbogen dargestellt. Dieser ist mit einem Band 26 umwickelt, damit er während des Austrocknens in der vorgegebenen Form verbleibt. Bei dem Band 26 kann es sich um ein nicht- elastisches Klebeband handeln, es kann jedoch ein elastisches Material verwendet werden, etwa eine elastische Bandage. Das Band 26 kann auch nach dem Aushärten des Gipses an dem Gipsverband verbleiben und für eine zusätzliche Stützung des Verbandes sowie für einen Schutz gegen eine Beschädigung sorgen. Weiter kann ein Trikotüberzug 28 über das Band 26 gezogen werden, der leicht abgenommen und gewaschen werden kann.
Claims (2)
1. Mehrschichtiger Gipsverband mit einer ersten äußeren Lage aus einem elastisch verformbaren, wasserabsorbierenden Material, einer Mehrzahl von auf der ersten Lage angeordneten Gipsverbandschichten auf einer zweiten äußeren Lage aus einem verformbaren, wasserabsorbierenden Material, dadurch gekennzeichnet, daß
- das Material der ersten äußeren Lage (12) in Richtung seiner Länge und seiner Breite nicht dehnbar ist und keine Affinität zu feuchtem Gips aufweist,
- die zweite äußere Lage (16) aus einem verformbaren, faserigen Material besteht, das eine Affinität zu feuchtem Gips aufweist, und
- die äußeren Lagen (12, 16) miteinander unter Einschluß der Gipsverbandsschichten (14) an ihren Rändern miteinander verbunden sind.
2. Mehrschichtiger Gipsverband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Material der ersten äußeren Lage (12) ein Schaumgummi ist.
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Family Applications (1)
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